Langenreinsdorf

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50.79860512.343818289Koordinaten: 50° 47′ 55″ N, 12° 20′ 38″ O

Langenreinsdorf
Höhe: 289 m
Einwohner: 779 (29. Feb. 2012)
Eingemeindung: 1. Januar 1994
Postleitzahl: 08451
Vorwahl: 03762

Langenreinsdorf ist ein Stadtteil der großen Kreisstadt Crimmitschau im Landkreis Zwickau, Freistaat Sachsen. Die Ortschaft hat eine Fläche von 851 Hektar und liegt auf einer Höhe von 280 Metern.

Geschichte[Bearbeiten]

historische Ansichtskarte von Langenreinsdorf

Langenreinsdorf ist ein typisches Doppelreihendorf und wurde 1240 erstmals als Reynhartsdorf, später auch als Lengenrensdorf und Rehnsdorf in einer Urkunde des Vogts Heinrich von Greiz erwähnt. Dieser schenkte den Ort dem im Jahre 1238 gegründeten Dominikaner-Nonnenkloster Cronschwitz im Elstertal. Mit Einführung der Reformation teilten die Langenreinsdorfer Bauern den Klosterwald auf und jedes ansässige Gut bekam eine Parzelle zugeteilt. Von 1625 bis 1633 wütete die Pest in Langenreinsdorf, bei der viele Menschen starben, und auch der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) ging nicht am Ort vorbei. 1638 zogen die Schweden nach Langenreinsdorf ein und plünderten den Ort. 1646 kamen im Kampf mit einer Schwedenpartei über 100 junge Bauern ums Leben. Zum Gedenken setzte man ihnen ein Bauerndenkmal. Langenreinsdorf war 1649–1650 von Hexenverfolgung betroffen. Maria, Frau vom Amtsrichter Georg Werler, geriet in einen Hexenprozess.[1]

Erst 1658 waren alle Güter wieder in geordneter Bewirtschaftung. Auch in späterer Zeit (Siebenjähriger Krieg und Koalitionskriege) hatte das Dorf zu leiden.

Die sich noch heute im Ort befindliche Kirche, ursprünglich eine Kapelle aus dem 13. Jahrhundert, ist im 15. Jahrhundert erbaut worden. Sie hat einen sehr hohen Turm, der obere Teil über der Uhr wurde erst 1727 erbaut. Die Kirche hat ein gemaltes Deckengetäfel und auch die Emporen sind mit Gemälden aus der heiligen Geschichte versehen. Der Taufstein ist aus einem einzigen Stein gehauen. Zur Kirche gehören noch das Pfarrhaus, die Durchfahrt im Fachwerkbau und Pfarrgut mit Scheunengebäude. Alle diese Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Im Jahr 1878 wurde eine neue Schule eingeweiht. Seit 1940 besteht die Freiwillige Feuerwehr Langenreinsdorf. Bis 1949 gab es in keinem der 160 Wohngrundstücke im Ort ein Bad, Dusche oder WC. Zur Zeit der DDR entstand eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) und ein Milchviehstall. Viele Gehöfte mit Fachwerkbau prägen neben der Kirche und dem Pfarrgut noch heute das Ortsbild. 1952 gliederte man Langenreinsdorf im Rahmen der Kreisreformen in der DDR dem Kreis Werdau, Bezirk Karl-Marx-Stadt, zu. Bis zum Jahr 1994 gehörte Langenreinsdorf zum Landkreis Werdau. Danach wurde der Ort zu Crimmitschau als Große Kreisstadt eingemeindet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche in Langenreinsdorf
  • Dorfkirche von 1467
  • altes Pfarrgut
  • Nebengebäude mit Fachwerk und Obergeschosslaube
  • Kassettentor an der Scheune

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 633f.

Literatur[Bearbeiten]

  • Neue sächsische Kirchengalerie. Die Ephorie Werdau, bearbeitet von den Geistlichen der Ephorie. Verlag von Arwed Strauch, Leipzig 1905, Sp. 31 ff. (slub-dresden.de), abgerufen am 7. Februar 2012
  • Der Landkreis Werdau. Wissenswertes aus Vergangenheit und Gegenwart. 1. Auflage. Geiger, Horb am Neckar 1994. ISBN 3-89264-886-7

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Langenreinsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien