Langenselbold

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Langenselbold
Langenselbold
Deutschlandkarte, Position der Stadt Langenselbold hervorgehoben
50.1752777777789.0444444444444130Koordinaten: 50° 11′ N, 9° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Main-Kinzig-Kreis
Höhe: 130 m ü. NHN
Fläche: 26,25 km²
Einwohner: 13.491 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 514 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63505
Vorwahl: 06184
Kfz-Kennzeichen: MKK, GN, SLÜ
Gemeindeschlüssel: 06 4 35 017
Adresse der
Stadtverwaltung:
Schloßpark 2
63505 Langenselbold
Webpräsenz: www.langenselbold.de
Bürgermeister: Jörg Muth (CDU)
Lage der Stadt Langenselbold im Main-Kinzig-Kreis
Niederdorfelden Schöneck (Hessen) Nidderau Maintal Hanau Großkrotzenburg Rodenbach (bei Hanau) Erlensee Bruchköbel Hammersbach Neuberg (Hessen) Ronneburg (Hessen) Langenselbold Hasselroth Freigericht (Hessen) Gründau Gelnhausen Linsengericht (Hessen) Biebergemünd Flörsbachtal Jossgrund Bad Orb Wächtersbach Brachttal Schlüchtern Birstein Sinntal Bad Soden-Salmünster Gutsbezirk Spessart Steinau an der Straße Steinau an der Straße Bad Soden-Salmünster Bad Soden-Salmünster Gutsbezirk Spessart Bayern Landkreis Offenbach Offenbach am Main Frankfurt am Main Landkreis Fulda Vogelsbergkreis Landkreis Gießen Wetteraukreis HochtaunuskreisKarte
Über dieses Bild

Langenselbold ist eine Stadt im Main-Kinzig-Kreis und liegt im Osten von Hessen im Kinzigtal zwischen Gelnhausen und Hanau.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Langenselbold liegt am Rande des Kinzigtals (NSG). Der nordöstliche Teil der Stadt liegt am Weinberg. Durch Langenselbold fließt die Gründau, die bei Langenselbold in die Kinzig mündet. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Stadt liegen die künstlich angelegten Gewässer Ruhlsee und der Kinzigsee, der intensiv für Freizeitaktivitäten genutzt wird, sowie der Birkenweiher in Bahnhofsnähe. Ebenfalls zur Gemarkung Langenselbold gehört der Buchberg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Langenselbold grenzt im Norden an die Gemeinde Ronneburg, im Osten an die Gemeinden Gründau und Hasselroth, im Süden an die Gemeinde Rodenbach sowie im Westen an die Stadt Erlensee und die Gemeinde Neuberg.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Langenselbold besitzt keine offiziellen Stadtteile. Umgangssprachlich wird der Ort mitunter noch in Oberdorf und Hinserdorf sowie den Klosterberg getrennt; historisch und politisch wird Langenselbold jedoch als eine geschlossene Ortschaft aufgefasst.

Geschichte[Bearbeiten]

Bruderdiebacher Hofmühle

Die erste urkundliche Erwähnung von (Langen-) Selbold datiert ins Jahr 1108. Damals gründete der dem Adelsgeschlecht der Reginbodonen entstammende Graf Dietmar von Selbold-Gelnhausen das Kloster Selbold. Nach Forschungen von Wolfgang Hartmann kam Dietmar durch seine den Ludowingern und Wettinern nahestehende Gattin Adelheid zu Besitz in Thüringen, insbesondere in Camburg und weiteren Orten im heutigen Saale-Holzland-Kreis. Hartmann schlussfolgert, dass in Thüringen die Gründungen mehrerer Burgen und Klöster auf Nachkommen des Ehepaares zurückgehen. Der – obwohl mit den Saliern verwandt – kaiserfeindlich gesinnte Graf Dietmar fiel wahrscheinlich 1115 in der Schlacht am Welfesholz. Wolfgang Hartmann vermutet dass die Statuen Dietmars von Selbold, seiner Gattin Adelheid und seines Sohnes Timo unter den berühmten Stifterfiguren im Naumburger Dom stehen und die politische Programmatik dieses Skulpturenzyklus prägen.

Seit dem 13. Jahrhundert ist ein Niederadligen-Geschlecht fassbar, das sich von Selbold nennt und vermutlich über einen Sitz in Langenselbold verfügte. Die Selbolder Bürger bezeichnet man seit Jahrhunderten als Selbolder Raal. Zu erwähnen ist ebenfalls der Selbolder Bachtanz in der Furth zwischen Hinserdorf und Marktplatz.

Die Gebäude des von Graf Dietmar in Selbold gegründeten Klosters wurden später von den Ysenburgern erworben, die dort 1727 das Langenselbolder Schloss errichteten, welches heute unter anderem von der Stadtverwaltung genutzt wird. Die Stadtrechte erhielt Langenselbold im Jahr 1983 verliehen.

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
Kommunalwahl 2011
 %
50
40
30
20
10
0
47,0 %
35,1 %
12,4 %
3,6 %
1,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-6,0 %p
-0,8 %p
+4,6 %p
+3,6 %p
-1,5 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 47,0 17 53,0 20
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 35,1 13 35,9 13
GAL Offene Liste GRÜNE-ALTERNATIVE Langenselbold 12,4 5 7,8 3
FW Freie Wähler Langenselbold 3,6 1
FDP Freie Demokratische Partei 1,9 1 3,4 1
gesamt 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 50,1 49,5
Rathaus

Wappen[Bearbeiten]

Das Langenselbolder Wappen hat die Grundfarbe blau. Darauf dargestellt sind ein kugelendiges, gelbes Kreuz, das mit einem silber-schwarz gestreiften Schild belegt ist. Das Kreuz und der Schild sind von einem schwebenden silbernen Rahmen umgeben.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Mondelange (Frankreich), Simpelveld (Niederlande)

Kooperationsstadt: Bad Klosterlausnitz (Thüringen)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Evangelische Kirche
Schloss Langenselbold
Gasthaus Zum Goldenen Engel

Wichtigste Sehenswürdigkeit ist die evangelische Kirche, eine Querkirche, die von 1727 bis 1735 erbaut wurde. Sie bildet gemeinsam mit dem barocken Langenselbolder Schloss und dem dazugehörenden Schlosspark das Schlossensemble. Heute beherbergt das Schloss die Stadtverwaltung, die Ballettschule im Schloss, ein Jugendzentrum, ein Kongresszentrum sowie das Heimatmuseum.

Ein weiterer Ort kultureller Veranstaltungen ist die Klosterberghalle. Das historische Gasthaus „Zum Goldenen Engel“ am Marktplatz (derzeit geschlossen), nach dem ehemaligen Eigentümer auch Peruth (sprich: Perrut) genannt, ist ein dringend sanierungsbedürftiger Fachwerkbau.

Touristik[Bearbeiten]

Durch den Ort führen Radwanderwege:

Religion[Bearbeiten]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten]

31. Dezember 2006

Konfession Mitglieder
Evangelisch 6.426
Katholisch etwa 1.000

Kirchen und Religionsgemeinschaften[Bearbeiten]

Evangelisch[Bearbeiten]

  • Evangelische Kirchengemeinde Langenselbold (Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck)
    Einrichtungen der Evangelischen Kirchengemeinde Langenselbold sind das Katharina-von-Bora Haus sowie das Jochen-Klepper-Haus.

Katholisch[Bearbeiten]

Neuapostolisch[Bearbeiten]

  • Neuapostolische Gemeinde Langenselbold (Bezirk Offenbach)

Weitere[Bearbeiten]

Gedenkinschrift für jüdische Gemeinden im Tal der Gemeinden in Yad Vashem, unter anderem auch für die in Langenselbold
  • Buddhistisches Kloster „Wat Puttabenjapon“, ein Mönchskloster der thailändischen Therevāda-Waldtradition. Es besteht aus einer großen Sala (Meditations- und Andachtssaal), einer Bibliothek, fünf Kutis (Wohnräume für Mönche) und Unterkünften für Meditationsgäste.
  • In Langenselbold ist ein Königreichssaal der Zeugen Jehovas ansässig. Er befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Käthe-Kollwitz-Schule.
  • Langenselbold hatte eine jüdische Gemeinde, die durch den Terror der Nationalsozialisten vernichtet wurde.

Museen[Bearbeiten]

Auf rund 300 m² Ausstellungsfläche beschäftigt sich das Langenselbolder Heimatmuseum mit der Geschichte der Stadt.

In den beiden unteren Räumen werden Exponate aus der Landwirtschaft, dem Handwerk sowie aus Ausgrabungen in der Gemarkung Langenselbold bis zurück ins Jahr 1000 v. Chr. gezeigt. Das obere Stockwerk ist dem Haushalt des ausgehenden 19. Jahrhunderts bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts gewidmet. Außerdem ist ein Kaufladen aus der Zeit um 1900 ausgestellt.

Verkehr[Bearbeiten]

Langenselbold liegt im östlichen Rhein-Main-Gebiet und ist am Langenselbolder Dreieck an das deutsche Autobahnnetz angebunden (A 45 Sauerlandlinie Aschaffenburg-Ruhrgebiet und A 66 Wiesbaden-Frankfurt-Fulda).

Bahnhof Langenselbold

Der Bahnhof Langenselbold liegt an der Kinzigtalbahn, 2 km südlich des Ortskerns. Hier halten Regionalbahnen und Regional-Express-Züge.

Schulen und Bildung[Bearbeiten]

  • Schule am Weinberg (Grundschule)
  • Schule an der Gründau (Grundschule)
  • Käthe Kollwitz Schule (Integrierte Gesamtschule)
  • Fröbelschule, Schule für Lernhilfe (Förderschule)

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen zunächst vorwiegend Flüchtlinge und Heimatvertriebene aus den deutschen Ostgebieten zu. Auch danach entschieden sich zahlreiche Neubürger für Langenselbold als Wohnort, so dass die Stadt heute rund 13.400 Einwohner zählt (Stand März 2008).

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Luftbild vom Gewerbepark

Größere ansässige Unternehmen sind ThermoFisher Scientific (ehemals Kendro Laboratory Products GmbH) sowie die Firma Möbel Höffner (Möbelhaus) (ehemals Möbel Walther) mit einem Hochregallager.

Der Otto-Konzern betreibt am Bahnhof ein Versandlager der Firma Schwab Versand und die Logistik des Berliner Internetversandhauses MyToys.

Die ALDI SÜD GmbH & Co. KG betreibt im Gewerbegebiet eines von 32 Zentrallagern in Süddeutschland. Die IDV GmbH vertreibt von Langenselbold aus die Marke Megaman EnergieSparLampen.

Daneben gibt es zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen wie unter anderem die Fa. Dröll GmbH (CNC-Fertigung) spezialisiert auf VA-bearbeitung und die Fa. Departmentgreen, die das Modelabel George, Gina & Lucy vertreibt.

Nach vielen Jahren ohne eine lokale Brauerei gibt es seit 2006 auch wieder das Selbolder Brauhaus,[2] das seine Biersorten nicht nur in Wirtshäusern sondern auch in Flaschen und Fässern im Direktverkauf anbietet.

Medizinische Versorgung[Bearbeiten]

Die stationäre medizinische Versorgung wird durch die Krankenhäuser im benachbarten Hanau (Klinikum Hanau und Vinzenzkrankenhaus) sowie durch das Kreiskrankenhaus Gelnhausen gesichert.

Die hausärztliche Versorgung sichern 9 hausärztlich tätige Allgemeinärzte und Internisten.

Fachärztliche Medizin gibt es in den Bereichen Gynäkologie, Dermatologie, Kinderheilkunde, Kardiologie, Nephrologie, Augenheilkunde (nur für privat Versicherte) sowie in zwei diabetologischen Schwerpunktpraxien, sowie einer Dialysepraxis

Die notfallmedizinische Versorgung stellt die an die Feuerwache Langenselbold angeschlossene Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes sicher.

Sonstiges[Bearbeiten]

Langenselbold besitzt einen eigenen Segelflugplatz, von dem aus Rundflüge über das Kinzigtal unternommen werden können. Zu den ortsansässigen Vereinen gehören unter anderem der Angelsportverein 1925, der Tennisclub TC 77, der Radsportclub 1911, der Ball-Sport-Verein 1975, der Turnverein 1886 sowie ein Tischtennisverein namens TG Langenselbold 1953, der Schachclub 1929, der Karate-Verein 1969 und die Spvgg 1910 Langenselbold.

Das kulturelle Angebot wird in Langenselbold sehr groß geschrieben und überwiegend in entsprechenden Vereinen betrieben. Dazu gehören Musikvereine (zum Beispiel Original Kinzigtaler Musikanten 1990 e. V.) und die Gesangvereine Chorforum Eintracht, Sängerlust und der Volkschor.

Seit 1987 besteht die Krabbel- und Spielstube e. V. für Kinder im Alter von bis zu drei Jahren.

Neben den städtischen und konfessionellen Kindergärten und Horten besteht seit 2006 das langenselbolder Tageselternprojekt für Kinder zwischen 0 und 14 Jahren, vor allem aber für Kinder unter drei Jahren.

Im Jahr 2011 entstand das städtische U3-Haus für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren.

Seit 2003 besteht in Langenselbold der Seniorenwohnpark Kinzigaue.

Seit über 25 Jahren gibt es auch ein Wohnheim für chronisch psychisch kranke erwachsene Menschen.

2009 fand der Hessentag in Langenselbold statt und im Rahmen dessen, am 10. Juni, das Fußball-Länderspiel der U-15-Nationalmannschaft gegen die Auswahlmannschaft von Polen.[3]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Magistrat der Stadt Langenselbold: 875 Jahre Langenselbold. Langenselbold 1983.
  • DKP Langenselbold (Hrsg.): "Selbolder Gebabbel", Langenselbold 1981.
  • Christine Wittrock:"Das Unrecht geht einher mit sicherem Schritt. Notizen über den Nationalsozialismus in Langenselbold und Schlüchtern", Hanau 1999.
  • Wolfgang Hartmann: Vom Main zur Burg Trifels – vom Kloster Hirsau zum Naumburger Dom. Auf hochmittelalterlichen Spuren des fränkischen Adelsgeschlechts der Reginbodonen. Veröffentlichungen des Geschichts- und Kunstvereins Aschaffenburg e. V., Bd. 52, Aschaffenburg 2004.
  • Walter Nieß: Langenselbold – Eine kulturelle Keimzelle im Kinzigtal und der Wetterau. Die sozioökonomische Entwicklung einer Landschaft vom ausgehenden Mittelalter bis zur frühen Neuzeit. Eigenverlag, Rastatt 2002.
  • Michael Zieg: Die Selbolder – Geschichte einer Friedberger Burgmannenfamilie in den Jahren 1200–1578. Verlag Dr. Kovač, Hamburg 2007, ISBN 978-3-8300-3234-2.
  • Sälweder Schbroochschoul: Der Struwwelpeter uff Sälwederisch. Verein für Geschichte und Heimatkunde Langenselbold, Langenselbold 2009.
  • Stadt Langenselbold: Hessentag 2009 Langenselbold – Die Hessentagschronik. Behindertenwerk Main-Kinzig e. V., Gelnhausen 2009.
  • Matthias Mayer: Heute kam Gott zu mir in den Laden – Matthias Mayers beste BuchMarkt-Kolumnen. Erlebnisse eines Langenselbolder Buchhändlers. Subito! im Baumhaus-Verlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-8339-4605-9.
  • Rainer Haas: Kurzgefasste Kirchengeschichte von Langenselbold. Verlag Traugott Bautz, Nordhausen 2010, ISBN 978-3-88309-592-9 .

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Langenselbold – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://netzwerk.maintaler.net/?seite=selbolderbrauhaus
  3. U-15-Länderspiel in Langenselboldauf dfb.de