Langer Eugen
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Der Lange Eugen ist ein Hochhaus in Bonn, das bis zum Umzug des Deutschen Bundestages nach Berlin Abgeordnetenbüros beherbergte. Nach der abgeschlossenen Sanierung wurde das denkmalgeschützte Gebäude ab April 2006 von insgesamt elf Organisationen der Vereinten Nationen bezogen. Es ist das Zentrum des am 11. Juli 2006 von UN-Generalsekretär Kofi Annan eröffneten „UN-Campus“.
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[Bearbeiten] Geschichte
Gebaut wurde das 114 Meter hohe Gebäude zwischen 1965 und dem 19. Februar 1969 nach Plänen des Architekten Egon Eiermann. Seinen Namen hat der Lange Eugen nach dem ehemaligen Bundestagspräsidenten Eugen Gerstenmaier, während dessen Amtszeit das Gebäude entstand und der von geringer Körpergröße war. Die Baukosten betrugen 50 Millionen Mark. Vor dem Bau des Bürohochhauses galt ein vom Bundestag 1956 beschlossener Verzicht auf die Errichtung von Neubauten für den Bund in der vorerst provisorischen Hauptstadt Bonn.
Mit Fertigstellung des Langen Eugen stand erstmals jedem Abgeordneten des Deutschen Bundestags ein eigenes Büro von 17 Quadratmetern zur Verfügung; für Schreibkräfte waren Großraumbüros vorhanden. Das Restaurant im obersten Stockwerk bietet einen beeindruckenden Blick auf das Siebengebirge, bei gutem Wetter kann man am Horizont den Kölner Dom erkennen.
Nachdem der Bundestag im Sommer 1999 umgezogen war, wurde der „Lange Eugen“ zunächst durch verschiedene nationale und internationale Bildungseinrichtungen genutzt. Am 28. Mai 2003 beschloss das Bundeskabinett, das Gebäude den Vereinten Nationen zur dauerhaften Nutzung zu überlassen. Die Kosten für die inzwischen abgeschlossene Renovierung wurden auf 54,7 Millionen Euro veranschlagt. Die Sanierung war nur mit wenigen Umbauten verbunden, um den weitestgehenden Erhalt der Architektur Eiermanns zu sichern.
Alle UN-Einrichtungen in Bonn wurden in das ehemalige Wahrzeichen der Bundeshauptstadt verlegt, nur das Klimasekretariat soll in den Südflügel des Bundeshauses sowie das „Alte Abgeordnetenhochhaus“ umziehen; die Gebäude müssen für circa 60 Millionen Euro umgebaut werden. Nach dem Einzug der Organisationen werden einige Etagen unbesetzt bleiben, die für die weitere Ansiedlung von UN-Institutionen – langfristig sollen 1000 (jetzt 650) Beschäftigte der Vereinten Nationen ihren Arbeitsplatz in Bonn haben – freigehalten sind. Insgesamt bietet der Lange Eugen nach dem Umbau 675 Mitarbeitern Platz.
Ein Thema, das für Diskussionen in der Bonner Öffentlichkeit sorgte, ist ein Zaun, der den „UN-Campus“ umschließt. Die UN bestanden aus Sicherheitsgründen auf seiner Errichtung. Die Bonner Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann willigte nach langem Kämpfen gegen den Zaun ein.
Die Übernahme des Gebäudes durch die Vereinten Nationen verursachte die Sperrung der anliegenden Hermann-Ehlers-Straße für den Verkehr. Wenn auch der zweite Teil des UN-Campus fertiggestellt ist, wird der Zaun mitten über die Straße verlaufen.
Seit Anfang Mai 2006 leuchten drei große Leuchtembleme auf dem Dach des Langen Eugen und zeigen den neuen Hauptstandort der UN in Bonn. Auf der dem Rhein zugewandten Seite konnte aus technischen Gründen kein UN-Emblem angebracht werden. Durch die UN-Embleme steht der Lange Eugen nun für das internationale Bonn, während er früher mit Bonn als Bundeshauptstadt verbunden wurde und repräsentiert somit den in Bonn vollzogenen Strukturwandel.
[Bearbeiten] Gebäudedetails
Die je nach Angaben zwischen 114 und 117 Meter Gebäudehöhe verteilen sich auf 31 Geschosse, ferner bestehen drei Untergeschosse. Zur Zeit der Nutzung durch den Bundestag beherbergten die Obergeschosse 3 bis 17 jeweils 30 Büroräume für 446 Abgeordnete. Die weiteren Geschosse 19 bis 28 beanspruchten die Ausschüsse, die dort in Sitzungssälen, Büro- und Konferenzräumen arbeiteten. Technische Einrichtungen für den Gebäudebetrieb waren bzw. sind in den Geschossen 18 und 29 untergebracht, das 30. und damit das oberste Geschoss bot einem Restaurant Platz.
Nach der Modernisierung sind insgesamt 410 Büroräume vorhanden. Für kleinere Tagungen stehen 36 Besprechungs- und vier Konferenzräume zur Verfügung. Daneben gibt es eine Bibliothek.
[Bearbeiten] Weblinks
- Bonner General-Anzeiger vom 3. Mai 2006: UN-Embleme auf dem Langen Eugen
- Eintrag beim „Weg der Demokratie“
[Bearbeiten] Siehe auch
50.7182981375167.1274715662003Koordinaten: 50° 43′ 5,87″ N, 7° 7′ 38,9″ O

