Langerwehe

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Langerwehe
Langerwehe
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Langerwehe hervorgehoben
50.8166666666676.3497222222222158Koordinaten: 50° 49′ N, 6° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Düren
Höhe: 158 m ü. NN
Fläche: 41,49 km²
Einwohner: 14 233 (31. Dez. 2008)[1]
Bevölkerungsdichte: 343 Einwohner je km²
Postleitzahl: 52379
Vorwahl: 02423
Kfz-Kennzeichen: DN
Gemeindeschlüssel: 05 3 58 032
Gemeindegliederung: 15 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Schönthaler Straße 4
52379 Langerwehe
Webpräsenz:
Bürgermeister: Franz-Josef Löfgen (CDU)
Lage der Gemeinde Langerwehe im Kreis Düren
Kreis Düren Nordrhein-Westfalen Rhein-Erft-Kreis Kreis Euskirchen Rhein-Kreis Neuss Kreis Heinsberg Stadt Aachen Kreis Aachen Belgien Heimbach Kreuzau Nideggen Vettweiß Düren Jülich Langerwehe Titz Merzenich Aldenhoven Hürtgenwald Nörvenich Inden Niederzier LinnichKarte
Über dieses Bild

Langerwehe ist eine Gemeinde zwischen den Städten Düren, Eschweiler und Jülich im Kreis Düren, Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Ein Teil des Gemeindegebietes liegt im Naturpark Nordeifel und in der Rureifel.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Geografische Lage

Langerwehe liegt am Wehebach und am Rande der Voreifel.

Der höchste Punkt liegt im Staatsforst Hürtgenwald bei 338 m ü. NN.

Der Ortskern von Langerwehe

[Bearbeiten] Ausdehnung des Gemeindegebiets

Von Nord nach Süd misst die Gemeinde 8,5 km und von Ost nach West 6,5 km.

[Bearbeiten] Gemeindegliederung

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

[Bearbeiten] im Kreis Düren

[Bearbeiten] im Kreis Aachen

[Bearbeiten] Geschichtlicher Überblick - Kurzbetrachtung

Die Gemeinde Langerwehe ist durch die kommunale Neugliederung im Jahre 1972 durch den Zusammenschluss der ehemals selbständigen Gemeinden Langerwehe, Wenau, D'horn, Geich-Obergeich, Jüngersdorf und Luchem entstanden. Mittelpunkt dieser neuen Gemeinde ist der Zentralort Langerwehe.

Von 1800 bis 1815 gehörten Hamich, Heistern, Langerwehe und Stütgerloch zum Kanton Eschweiler im Département de la Roer. Seit 1815 gehören diese Orte zum Kreis Düren.

Die Gemeinde Langerwehe unterhält seit dem Jahr 1985 eine Städtepartnerschaft mit der englischen Stadt Exmouth (Devon).

Zur Entstehung und Geschichte der einzelnen gemeindlichen Ortschaften:

[Bearbeiten] Langerwehe

Langerwehe ist aus drei Ortsteilen zusammengewachsen. Der älteste Dorfteil Rymelsberg geht vermutlich in die fränkische Zeit zurück. Um 1000 entstehen hier oben die ersten Töpfereien. Danach entstanden ebenfalls Werkstätten hangabwärts an der Aachen-Frankfurter Straße (alte B 264), wo eine regelrechte Töpfersiedlung entsteht, der Ules (vom lateinischen olla = Topf). An der Kreuzung von Hauptstraße und Wehebach bildet sich der dritte Ortsteil Zu Wehe heraus. Er wächst allmählich mit dem Ules zu einem langen Straßendorf zusammen. 1664 taucht zum ersten Mal in einer Urkunde die Bezeichnung Zu der langen Wehe auf, aus der sich später der heutige Ortsname entwickelt hat.

Die Töpferei wurde fortan über die Jahrhunderte hinaus zur wirtschaftlich tragenden Kraft des Dorfes. Im 14. und 15. Jahrhundert wurden in Langerwehe die Aachhörner, ein bestimmte Art von Pilgerhörnern, hergestellt. Bereits das Schöffensiegel von 1543 enthält neben einem Löwen drei schlanke Becher. Es ist daher kein Zufall, dass die Gemeinde Langerwehe heute ein Töpferei-Museum unterhält. Nicht nur der Kunstkenner, auch jeder an der Keramik interessierte Besucher wird überrascht sein von der Sorgfalt und Liebe, mit denen hier eine Übersicht zusammengetragen wurde, welche die Entwicklung der keramischen Formen vom frühen Mittelalter bis zur Gegenwart zeigt. Das in einem alten Pfarrhaus untergebrachte Töpferei-Museum enthält darüber hinaus eine Töpferlehrwerkstätte. Im Museumsplan des Landschaftsverbandes Rheinland ist es als förderungswürdiges Spezialmuseum anerkannt. Viele Kunst- und Fachausstellungen haben das Museum inzwischen zu einem Anziehungspunkt sowohl für den Laien als auch für den Fachbesucher werden lassen. Die Töpferlehrwerkstätte und vor allem die in den Räumen des Museums veranstalteten Töpferkurse bieten einen besonderen Anreiz zum kreativen Wirken für jung und alt. Nahe dem Ortskern von Langerwehe liegt das Gut Merberich.

Eng verbunden mit dem zentralen Ortskern Langerwehe sind die beiden Ortschaften Stütgerloch und Jüngersdorf. In geschichtlicher Zeit tritt Jüngersdorf erstmals als Forsthof des fränkischen Reichsgutes und späteren Jülicher Wildbanns in Erscheinung. 898 wird es offenbar nach einem Erbförster als Gunthersdorf benannt. Die Entstehung des Ortes datiert möglicherweise in das 7. Jahrhundert; das älteste bekannte Jüngersdorfer Rittergeschlecht sind die „von Lövenichs“ (1563). Stütgerloch wird 1454 unter Werner Palant-Breidenbend erstmals erwähnt. Der im 16. Jahrhundert bekannte Besitzer des auf der Anhöhe gelegenen Hofes, Werner Stytgen, gab dem Dorf, an der Grenze zwischen den Dingstühlen Pier und Langerwehe gelegen, den Namen. Der Stütgerhof, neben der Lochmühle die älteste Gutsanlage des Dorfes, ging im 16. Jahrhundert in den Besitz des Kreuzbruderklosters Schwarzenbroich über. Die Lochmühle, die unter Denkmalschutz gestanden hatte, wurde im Sommer 2008 abgerissen, da die Anlage so stark geschädigt war, dass die Renovierung nicht mehr rentabel war.[2]

Die Laufenburg

Im waldreichen Gebiet südlich der Ortschaft Jüngersdorf, auf dem östlichen Höhenzug des Wehebachtales, erhebt sich auf einer Bergkuppe die Laufenburg. Die geschlossene Anlage mit ihren wuchtigen Ecktürmen stammt aus dem 12. Jahrhundert. Sie beherbergt heute einen landwirtschaftlichen Betrieb mit einer Gaststätte und ist ein beliebtes Ausflugs- und Wanderziel.

Die vier Orte Wenau, Schönthal, Heistern und Hamich kamen 1932 zum Verwaltungsbereich Langerwehe. Mit ihren weit verstreuten Hofanlagen und anderen Siedlungsplätzen bildeten sie die ehemalige Gemeinde Wenau. Vor den zurücktretenden Höhenzügen der Nordeifel reckt sich in der Wehebachniederung der schlanke Turmhelm der Wenauer Kirche, ein Teil der seit 800 Jahren bestehenden Klosteranlage der Prämonstratenserinnen. Der alte Kreuzgang des Klosters wurde 1977 durch die Kirchengemeinde restauriert. Neben einer ständigen sakralen Ausstellung finden hier Sonder- und Wechselausstellungen der verschiedensten Kunstrichtungen statt. In der nach dem Zweiten Weltkrieg restaurierten Klosterkirche finden geistliche [Konzerte statt, die von dem „Verein der Freunde von Wenau“ veranstaltet werden.

Ein wenig flussabwärts versteckt sich die Siedlung Schönthal, die ehemals mit ihren Hammerwerken kaum noch zu ahnende wirtschaftliche Bedeutung besaß. Seit dem 16. Jahrhundert spielte hier die messingverarbeitende Industrie eine große Rolle. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam die Nadelfabrikation dazu. Konkurrierende Wirtschaftsgebiete an Rhein und Ruhr, neue Fertigungsmethoden und die Wirtschaftskrise des Ersten Weltkrieges führten zum Ende der Industrie in Schönthal.

Auf der Höhe des westlichen Wehebachufers liegt Heistern als das größte Dorf der weit verstreuten ehemaligen Gemeinde Wenau; zwei Kilometer südlich das kleinere Hamich. Der Name Heistern rührt wohl von dem kelto-romanischen Wort hais = Buche oder von dem angelsächsischen hees = Wald her. Im 14. Jahrhundert wird die Burg Holzheim erstmals urkundlich mit ihren Besitzern, den Rittern von den Heyster, erwähnt. Über den Ort Hamich ist geschichtlich wenig in Erfahrung zu bringen. Bekannt ist jedoch die römische Bezeichnung „Hamiacum“. Es handelt sich aller Wahrscheinlichkeit nach um den heutigen Ort Hamich. Hier wurden auch Funde aus römischer Zeit entdeckt.

Die Ortschaft Luchem gehörte bis zur kommunalen Neugliederung 1972 zum früheren Amt Lucherberg. Mit Werner von Merödgen, genannt Luchem, wird die Ortschaft erstmals 1373 urkundlich erwähnt.

[Bearbeiten] Geich, Obergeich, D'horn, Schlich und Merode

Mit Ausnahme von Geich sind die Orte in Verbindung mit der näheren und weiteren Umgebung als die „Herrschaft“ bekannt. Bekannt ist die Nikolaus-Kapelle in Geich, die als eines der ältesten historischen Baudenkmäler des Kreises Düren gilt. Sie stammt aus dem 11.-12. Jahrhundert. In späteren Zeiten befanden sich daneben ein Hospital, oder besser gesagt, ein Gasthaus. Urkundlich erwähnt ist die Kapelle im Zusammenhang mit dem Kloster Schwarzenbroich, das im Jahre 1340 von Werner von Merode gegründet wurde.

siehe auch Schlich

[Bearbeiten] D'horn

D'horn gilt als fränkische Dorfsiedlung, wie sie in vorkarolingischer Zeit in den Rodungsgebieten am Rande der hiesigen Wälder entstanden. Der Name des Dorfes wird auf das althochdeutsche dorn = Wald zurückgeführt. Schlich mit fast 2.500 Einwohnern ist der größte Ort der „Herrschaft“ und gehört zu den Dörfern mit den stärksten Einwohnergewinnen im Kreise Düren. Historisch ist Schlich eine fränkische Siedlung. Als Geländenamen verbirgt sich in der Ortsbezeichnung das mittelhochdeutsche slich, slik, slijk, das so viel wie Schlick oder Schlamm bedeutet und eine einleuchtende sprachliche Deutung ist angesichts des Reichtums an kleinen Gewässern in diesem Grenzgebiet zwischen waldreichen Höhenausläufern der Eifel und fruchtbarem Flachland der Echtzer Lößplatte.

[Bearbeiten] Merode

siehe Merode

[Bearbeiten] Wenau

Siehe Wenau und St. Katharina (Wenau)

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

Die 26 Sitze des Gemeinderates verteilen sich wie folgt:

(Stand: Kommunalwahl am 26. September 2004)

[Bearbeiten] Wappen

Gespalten - vorn in Gold (Gelb) ein rotbewehrter und -bezungter schwarzer Löwe, hinten in Grün drei (2:1) gestellte schlanke silberne (weiße) Henkelkrüge.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Die Gemeinde Langerwehe unterhält seit dem Jahr 1985 eine Städtepartnerschaft mit der englischen Stadt Exmouth (Devon).

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Musikschule

Die Musikschule Langerwehe ist eine gemeinnützige Einrichtung, die für 300 Schüler eine umfassende Schulung im Bereich Musik bietet.

[Bearbeiten] Museum

Langerwehe ist weltbekannt für seine Töpferwaren und besitzt ein sehenswertes Töpfereimuseum.

[Bearbeiten] Bauwerke

Romantische Ruine der Karlsburg

Weiterhin gibt es sehenswerte Burgen wie die Laufenburg, die Burg Holzheim, die Gutsanlage Schönthal, die Ruine des Klosters Schwarzenbroich und die Ruine der Karlsburg nebst 2004 restaurierter Familiengruft im Tal der Wehe. Auch lohnt sich ein Besuch des ehemaligen Prämonstratenserinnen-Klosters Wenau, der heutigen Pfarrkirche St. Katharina Wenau. Die Kirche ist regelmäßig am ersten Sonntag eines Monats zur Besichtigung geöffnet.

Es heißt, „Schloss Merode hat soviele Fenster wie das Jahr Tage hat“. Es wurde im 12. Jahrhundert erbaut und wird als privater Wohnbesitz genutzt. Durch einen Großbrand am 19. Juni 2000 wurde das Schloss erheblich beschädigt. Langjährige Renovierungsarbeiten sind nötig.

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

  • Töpfermarkt am 1. Adventswochenende im Töpfereimuseum
  • Eifelmarkt im Töpfereimuseum im September
  • Sommerfest der I.V.PRO Langerwehe im Juli
  • Maifest in Merode
  • Kürbismarkt auf dem Kriegerhof in Merode im September
  • Mai- und Schützenfest in Schlich
  • Weihnachtsblasen der Bläservereinigung Merode, normalerweise am 4.Advent

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Bahnhof Langerwehe

[Bearbeiten] Verkehr

Langerwehe liegt verkehrsgünstig zwischen den Mittelzentren Düren und Eschweiler und den Oberzentren Aachen und Köln. Die umgestaltete Hauptstraße wurde im Juli 2002 offiziell eingeweiht.

Langerwehe ist über die Autobahn A4 Köln-Eindhoven und die B 264 Köln-Aachen erreichbar.

Der Bahnhof Langerwehe liegt an der Hauptstrecke Köln - Aachen zwischen den Bahnhöfen Düren und Eschweiler Hbf. Seit Juni 2009 ist Langerwehe mit der Euregiobahn über Eschweiler-Weisweiler und Eschweiler-Talbahnhof mit Aachen Hbf parallel zur Hauptstrecke Köln-Aachen verbunden. Entlang dieser Bahnstrecke verläuft der Bahnradweg.

Langerwehe gehört zum Aachener Verkehrsverbund und ist per Bus mit Düren, Lucherberg, Nothberg und Weisweiler verbunden. Hauptumsteigehaltestelle ist der Bahnhof Langerwehe.

[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen

Größter Arbeitgeber in Langerwehe ist die Firma alesco GmbH & Co. KG (früher: Schoeller-Aldo), die am Ortsrand und in Alsdorf mit insgesamt 250 Mitarbeitern Verpackungsmaterialien herstellt.

[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen

In Langerwehe gibt es zwei Grundschulen und eine Gesamtschule.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Gemeinde

[Bearbeiten] Literatur

  • Heinrich Candels: Das Prämonstratenserinnenstift Wenau, überarbeitet und neu aufgelegt 2004, ISBN 3-87448-240-5
  • Burchard Sielmann: Langerwehe in alten Bildern, 2. Auflage. Meinerzhagen 1988 (vergriffen)

(Siehe auch: Bücherliste des Töpfereimuseums)

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Information und Technik Nordrhein-Westfalen: Amtliche Bevölkerungszahlen
  2. Bericht in der AZ über den Abriss der Lochmühle

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Langerwehe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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