Langres

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen Käse siehe Langres (Käse).
Langres
Wappen von Langres
Langres (Frankreich)
Langres
Region Champagne-Ardenne
Département Haute-Marne
Arrondissement Langres (Unterpräfektur)
Kanton Langres (Hauptort)
Koordinaten 47° 52′ N, 5° 20′ O47.86255.3330555555556470Koordinaten: 47° 52′ N, 5° 20′ O
Höhe 327–475 m
Fläche 22,33 km²
Einwohner 7.968 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 357 Einw./km²
Postleitzahl 52200
INSEE-Code
Website http://www.langres.fr/

Ansicht der Zitadelle

Langres ist eine französische Stadt im Département Haute-Marne der Region Champagne-Ardenne. In der Stadt leben 7968 Einwohner (Stand 1. Januar 2011) auf 22,33 km². Damit leben in der Stadt ungefähr so viele Menschen wie bereits Ende des 18. Jahrhunderts.

Geografie[Bearbeiten]

Ansicht der winterlichen Stadt aus der Ferne (2008)

Die Stadt erhebt sich auf einem Vorgebirge der Hochebene gleichen Namens. Auf dem Plateau von Langres entspringen einige der wichtigsten Flüsse Frankreichs, z. B. die Marne, die Seine und die Aube. Langres selbst liegt am Oberlauf der Marne, die hier Teil des Canal de la Marne à la Saône (deutsch „Marne-Saône-Kanal“) ist. Auf diesem Wege wird – unter Ausnutzung weiterer Flüsse und Kanäle – eine schiffbare Verbindung aus dem Raum Paris bis zum Mittelmeer ermöglicht.

Geschichte[Bearbeiten]

Schon sehr früh brachten die Gallier die Festung Andemantunnum (Langres) in ihre Gewalt und sie wurde zum Oppidum der Lingonen. Die Stadt verbündete sich mit Cäsar. Später umgaben die Römer Andemantunum mit ihren Festungswerken. 70 n. Chr. wollte Sabinus, ein Stammesfürst der Lingonen, die Macht an sich reißen, doch sein Aufstand scheiterte. Neun Jahre lang versteckte er sich in einer Grotte in der Nähe der Marne-Quelle, bis er gemeinsam mit seiner Frau nach Rom gebracht und dort hingerichtet wurde. Das Siegestor aus dem 1. Jahrhundert und zahlreiche Gegenstände, die in den Museen ausgestellt werden, erinnern an diese gallo-römische Stadt. Im 3. Jahrhundert wurde die Gegend um Andematunum (Langres) christianisiert und bereits im 4. Jahrhundert war Langres ein Bischofssitz. Der dritte Bischof der Stadt war der heilige Didier.

Sainte-Madeleine und das zugehörige frühere Kloster Saint-Didier, jetzt Musée d'art et d'histoire de Langres[1]

Langres wurde 407/411 von den Vandalen zerstört. Die Stadt wurde danach wieder aufgebaut, allerdings deutlich kleiner als zuvor. Die Bischöfe verlegten ihren Sitz im 5. Jahrhundert nach Dijon. Im Jahre 731 wurde die Stadt von den Sarazenen zerstört.[2]

Im Mittelalter fand Langres dank des wachsenden politischen Einflusses ihrer Bischöfe zu neuer Blüte. Ungefähr seit 825 war der Bischof von Langres königlicher missus, von Karl dem Kahlen erhielt er das Recht, Münzen zu prägen. Ende des neunten Jahrhunderts wurde der Bischofssitz wieder nach Langres verlegt. Der weltliche Einfluss der Bischöfe von Langres nahm in der Folgezeit zu. Seit Anfang des 13. Jahrhunderts wurden sie zu den Pairs gezählt, ab 1385 führten sie zusätzlich den Titel eines Herzogs von Langres. Die Bischöfe von Langres förderten die Errichtung von Reformklöstern, so befanden sich in der Diözese die Abtei Molesme, Kloster Morimond und das Kloster Clairvaux.[2]

1284 wurde Langres gemeinsam mit der gesamten Champagne Teil des französischen Königreichs. Aufgrund seiner Grenzlage zu Burgund, zu Lothringen und zur Franche-Comté entwickelte sich die Stadt im 14. und 15. Jahrhundert zu einer mächtigen Festung. Auch wurde sie der Schutzaufsicht des Königs unterstellt.

Die klassizistische Fassade der Kathedrale von Langres
In der Kathedrale von Langres
Statue des Diderot mit der Kathedrale im Hintergrund

Die Renaissance stellte für Langres wohl die Periode größten Wohlstands dar. Auf diese Zeit gehen die bürgerlichen, religiösen und militärischen Bauwerke zurück, die man jetzt noch vorfindet. Im 19. Jahrhundert wurden die Festungswerke um eine Zitadelle im Vauban-Stil erweitert.

Im Deutsch-Französischen Krieg wurde die Festung 1870 von einer verstärkten Brigade unter Generalmajor Eduard Kuno von der Goltz erfolglos belagert. Die vorhandenen Feldgeschütze reichten nur zur Einschließung der Besatzung von ca. 3000 Mann aus. Bevor die Preußen die Zitadelle angreifen konnten, wurden die Truppen abgezogen, um gegen die Ostarmee unter General Bourbaki zu kämpfen. Zur erneuten Belagerung kam es nicht mehr, weil zwischenzeitlich der Waffenstillstand geschlossen wurde.

Am 15. Juni 1940 wurde die Stadt von Truppen 1. Panzerdivision der deutschen Wehrmacht erobert, die im Rahmen des Westfeldzuges vorrückten.[3] Sie wurde am 13. September 1944 durch amerikanische und französische Truppen befreit, die im Rahmen der Operation Dragoon von Südfrankreich her vorstießen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Stadtmauer: 4 km lange Stadtmauer mit 12 Türmen und 7 Toren
  • Kathedrale St-Mammès: erbaut von 1150 bis 1196. Sie verbindet auf gelungene Weise die letzten burgundisch-romanischen Einflüsse mit den ersten zögerlichen Anwendungen der Gotik. Klassizistische Fassade aus dem 18. Jahrhundert.
  • Maison des Lumières Denis Diderot: das Museum, das dem Leben von Denis Diderot und der französischen Aufklärung gewidmet ist, befindet sich im Zentrum von Langres am 1, place Pierre Burelle in dem umgebauten Hôtel du Breuil de Saint-Germain.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Diese beiden Städte unterhalten auch untereinander eine Städtepartnerschaft.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Champagne-Ardenne, Haute-Marne. Langres. Eglise Saint-Didier (ancienne), actuellement musée municipal
  2. a b Immo Eberl: Langres ist die Mutterstadt Ellwangens – ohne Hariolf kein Kloster. Ipf- und Jagstzeitung, 27. Juli 2013.
  3. Heinz Guderian: Panzer Leader. Da Capo Press, New York 1996, ISBN 0-306-81101-4, S. 128.


Navigationsleiste „Via Francigena

← Vorhergehender Ort: Châteauvillain 40,9 km | Langres | Nächster Ort: Coublanc 27,0 km →