Langres

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen Käse siehe Langres (Käse).
Langres
Wappen von Langres
Langres (Frankreich)
Langres
Region Champagne-Ardenne
Département Haute-Marne
Arrondissement Langres (Unterpräfektur)
Kanton Langres (Hauptort)
Koordinaten 47° 52′ N, 5° 20′ O47.86255.3330555555556470Koordinaten: 47° 52′ N, 5° 20′ O
Höhe 327–475 m
Fläche 22,33 km²
Einwohner 8.082 (1. Jan. 2010)
Bevölkerungsdichte 362 Einw./km²
Postleitzahl 52200
INSEE-Code
Website http://www.langres.fr/

Ansicht der Zitadelle

Langres ist eine französische Stadt im Département Haute-Marne der Region Champagne-Ardenne. In der Stadt leben 8082 Einwohner (Stand 1. Januar 2010) auf 22,33 km². Damit leben in der Stadt ungefähr so viele Menschen wie bereits Ende des 18. Jahrhunderts.

Inhaltsverzeichnis

Geografie [Bearbeiten]

Ansicht der winterlichen Stadt aus der Ferne (2008)

Die Stadt erhebt sich auf einem Vorgebirge der Hochebene gleichen Namens. Auf dem Plateau von Langres entspringen einige der wichtigsten Flüsse Frankreichs, z. B. die Marne, die Seine und die Aube. Langres selbst liegt am Oberlauf der Marne, die hier Teil des Canal de la Marne à la Saône (deutsch „Marne-Saône-Kanal“) ist. Auf diesem Wege wird – unter Ausnutzung weiterer Flüsse und Kanäle – eine schiffbare Verbindung aus dem Raum Paris bis zum Mittelmeer ermöglicht.

Geschichte [Bearbeiten]

Schon sehr früh brachten die Gallier die Festung Andemantunum (Langres) in ihre Gewalt und sie wurde zum Oppidum der Lingonen. Die Stadt verbündete sich mit Cäsar. Später umgaben die Römer Andemantunum mit ihren Festungswerken. 70 n. Chr. wollte Sabinus, ein Stammesfürst der Lingonen, die Macht an sich reißen, doch sein Aufstand scheiterte. Neun Jahre lang versteckte er sich in einer Grotte in der Nähe der Marne-Quelle, bis er gemeinsam mit seiner Frau nach Rom gebracht und dort hingerichtet wurde. Das Siegestor aus dem 1. Jahrhundert und zahlreiche Gegenstände, die in den Museen ausgestellt werden, erinnern an diese gallo-römische Stadt. Im 3. Jahrhundert wurde die Gegend um Andematunum (Langres) christianisiert und bereits im 4. Jahrhundert war Langres ein Bischofssitz. Der dritte Bischof der Stadt war der heilige Didier.

Sainte-Madeleine und das zugehörige frühere Kloster Saint-Didier, jetzt Musée d'art et d'histoire de Langres[1]

Im Mittelalter fand Langres dank des wachsenden politischen Einflusses ihrer Bischöfe zu neuer Blüte. 1284 wurde Langres gemeinsam mit der gesamten Champagne Teil des französischen Königreichs. Aufgrund seiner Grenzlage zu Burgund, zu Lothringen und zur Franche-Comté entwickelte sich die Stadt im 14. und 15. Jahrhundert zu einer mächtigen Festung. Auch wurde sie der Schutzaufsicht des Königs unterstellt.

Die klassizistische Fassade der Kathedrale von Langres
In der Kathedrale von Langres

Die Renaissance stellte für Langres wohl die Periode größten Wohlstands dar. Auf diese Zeit gehen die bürgerlichen, religiösen und militärischen Bauwerke zurück, die man jetzt noch vorfindet. Im 19. Jahrhundert wurden die Festungswerke um eine Zitadelle im Vauban-Stil erweitert.

Im Deutsch-Französischen Krieg wurde die Festung 1870 von einer verstärkten Brigade unter Generalmajor Eduard Kuno von der Goltz erfolglos belagert. Die vorhandenen Feldgeschütze reichten nur zur Einschließung der Besatzung von ca. 3000 Mann aus. Bevor die Preußen die Zitadelle angreifen konnten, wurden die Truppen abgezogen, um gegen die Ostarmee unter General Bourbaki zu kämpfen. Zur erneuten Belagerung kam es nicht mehr, weil zwischenzeitlich der Waffenstillstand geschlossen wurde.

Am 15. Juni 1940 wurde die Stadt von Truppen der deutschen Wehrmacht (1. Panzerdivision) erobert, die im Rahmen des Westfeldzuges vorrückten.[2]

Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

  • Stadtmauer: 4 km lange Stadtmauer mit 12 Türmen und 7 Toren
  • Kathedrale St-Mammès: erbaut von 1150 bis 1196. Sie verbindet auf gelungene Weise die letzten burgundisch-romanischen Einflüsse mit den ersten zögerlichen Anwendungen der Gotik. Klassizistische Fassade aus dem 18. Jahrhundert.

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

Söhne und Töchter [Bearbeiten]

Städtepartnerschaft [Bearbeiten]

Diese beiden Städte unterhalten auch untereinander eine Städtepartnerschaft.

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Langres – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Champagne-Ardenne, Haute-Marne. Langres. Eglise Saint-Didier (ancienne), actuellement musée municipal
  2. Heinz Guderian: Panzer Leader. Da Capo Press, New York 1996, ISBN 0-306-81101-4, S. 128.


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