Langston Hughes

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Hughes, fotografiert von Carl Van Vechten im Jahr 1936

Langston Hughes (* 1. Februar 1902 in Joplin, Missouri; † 22. Mai 1967 in New York) war ein Dichter und US-amerikanischer Schriftsteller der afroamerikanischen Künstlerbewegung Harlem Renaissance. Sein Gedicht I, Too, Sing America wurde zu einer Ikone der Bürgerrechtsbewegung.

Leben[Bearbeiten]

1902–1929[Bearbeiten]

Hughes, dessen Eltern sich scheiden ließen, als er noch sehr klein war, wuchs bei seiner Großmutter auf. Im Alter von 13 Jahren zog er zu seiner Mutter, erst nach Lincoln (Illinois), schließlich nach Cleveland (Ohio). Bereits während seiner Schulausbildung begann Hughes Gedichte zu schreiben. Nach dem Schulabschluss, 1920, zog er für ein Jahr zu seinem Vater nach Mexiko-Stadt. 1921 schrieb er sich an der Columbia University im Fach Ingenieurswissenschaften ein, brach das Studium jedoch 1922 ab. Danach reiste er nach Afrika und schließlich nach Frankreich. Zurück in den USA jobbte er und versuchte gleichzeitig, Gedichte zu veröffentlichen. Durch einen Kontakt mit Carl van Vechten fand er schließlich einen Verleger. 1925 gewann er den Lyrikpreis der Zeitschrift Opportunity. Sein erster Gedichtband The Weary Blues erschien 1926. In diesem Jahr nahm Hughes ein Studium am afro-amerikanischen College der Lincoln University (Pennsylvania) auf. Seine Gedichte, die von Blues und Jazz beeinflusst waren, kamen zu dieser Zeit durch die Harlem Renaissance zu einiger Berühmtheit. Im November 1926 erschien sein Gedicht Lift Boy im Fire!!-Magazin, an dem sich Hughes maßgeblich beteiligte und durch das er sich, nach dessen finanziellem Misserfolg, verschuldete und jede Einnahme der nächsten Jahre in die Tilgung der Schuld stecken musste.

1930–1945[Bearbeiten]

1930 erschien sein erster Roman Not Without Laughter und gewann die Harmon Goldmedaille für Literatur. Anfang der 1930er Jahre besuchte Hughes den amerikanischen Süden. 1932 bereiste er die Sowjetunion (in Aşgabat, der Hauptstadt Turkmenistans, kam es zu einer zufälligen Begegnung mit Arthur Koestler, die dieser in seinen Lebenserinnerungen "Als Zeuge der Zeit" geschildert hat)[1] und pries in der Folge die Errungenschaften des Sozialismus. Ab 1939 veröffentlichte er eine Reihe von Theaterstücken.

Während des Zweiten Weltkriegs setzte sich Hughes für die Sache der Alliierten ein, betonte dabei jedoch stets, dass dem Sieg im Ausland der Sieg im Inneren, das heißt die Beseitigung der Rassentrennung folgen müsse. Nach dem Krieg arbeitete er unter anderem mit Kurt Weill am Broadway und mit William Grant Still und schuf mit Street Scene eine der ersten afro-amerikanischen Opern.

1946–1967[Bearbeiten]

In den 1950er Jahren wurde während des Kalten Kriegs Hughes eines der Opfer der anti-kommunistischen Verfolgungen des Senators Joseph McCarthy. Einerseits distanzierte er sich nun von seinen früheren Anschauungen, andererseits versuchte er seine humanistische Vision aufrechtzuerhalten. Dies führte jedoch nur dazu, dass er sowohl von Konservativen abgelehnt wie auch von einstigen politischen Weggefährten verachtet wurde.

Bis zu seinem Tod veröffentlichte Hughes zahlreiche weitere Bücher, darunter Gedicht- und Erzählbände, aber auch historische Werke, Bücher über Schwarze Musik, Jugend- und Kinderbücher sowie autobiografische Schriften.

Werke[Bearbeiten]

Gedichte[Bearbeiten]

  • I, too, sing America, 1924
  • The Weary Blues, 1926
  • Fine Clothes to the Jew, 1927
  • Dear Lovely Death, 1931
  • The Dream Keeper and Other Poems, 1932
  • Scottsboro Limited, 1932
  • Ballad of the Landlord, 1937
  • Shakespeare in Harlem, 1942
  • Freedom’s Plow, 1943
  • Fields of Wonder, 1947
  • One-Way Ticket, 1949
  • Montage of a Dream Deferred, 1951
  • Ask Your Mama: 12 Moods for Jazz, 1961
  • The Panther and the Lash: Poems of Our Times, 1967
  • Dreams, (Erscheinungstermin unbekannt)
  • As I Grew Older, (Erscheinungstermin unbekannt)
  • Let America be America again, (Erscheinungstermin unbekannt)
  • Merry-Go-Round, 2002
  • "Mother to Son"

Prosa[Bearbeiten]

Langston Hughes' autobiographische Bände im Überblick
  • Not Without Laughter, 1930
  • The Ways of White Folks, 1934
  • The Big Sea, 1940
  • Simple Speaks His Mind, 1950, Simple spricht sich aus, 2009 Milena Verlag
  • Laughing to Keep From Crying, 1952
  • Simple Takes a Wife, 1953
  • Sweet Flypaper of Life, 1955; mit Fotografien von Roy DeCarava
  • I Wonder as I Wander, 1956
  • Simple Stakes a Claim, 1957
  • Tambourines to Glory, 1958
  • Something in Common and Other Stories, 1963
  • Simple’s Uncle Sam, 1965
  • Thank you, Ma'm, 1965

Theater[Bearbeiten]

  • Mule Bone, 1930, mit Zora Neale Hurston
  • Little Ham, 1935
  • Mulatto, 1935
  • Soul Gone Home, 1937
  • Don’t You Want to Be Free?, 1938
  • Simply Heavenly, 1957
  • Black Nativity, 1960.

Deutsche Übertragungen[Bearbeiten]

  • Langston Hughes mit Fotografien von Roy DeCarava: Harlem Story. The Sweet Flypaper of Life/Der süße Leim des Lebens; übersetzt von Paridam von dem Knesebeck: Edition Langewiesche-Brandt, Ebenhausen bei München 1956.
  • Hanna Meuter: Amerika singe auch ich. Zweisprachig. Hg. und Übers. zus. mit Paul Therstappen. Wolfgang Jess, Dresden 1932. Mit Kurzbiographien. Reihe: Der neue Neger. Die Stimme des erwachenden Afro-Amerika. Band 1; Neuausgabe ebd. 1959. S. 86–91 und Einl.
  • Eva Hesse, Paridam von dem Knesebeck (Hrsg.): Langston Hughes, gedichte. Langewiesche-Brandt, Ebenhausen bei München 1960. Autorisierte Übertragungen von Eva Hesse.
  • Langston Hughes, Poesiealbum, Nr. 40, Verlag Neues Leben, Berlin 1971. Übersetzer: Stephan Hermlin, Eva Hesse.
  • Langston Hughes, 1902–1967. Althea-Verlag, Zürich 2002. Übersetzer: Norman Elrod.

Verfilmungen[Bearbeiten]

  • 2000: Cora Unashamed

Nachwirkung[Bearbeiten]

  • Zu Ehren des Dichters veranstaltet die City University of New York (CUNY) jährlich ein Langston-Hughes-Festival und verleiht seit 1978 die Langston-Hughes-Medaille. Zu den Preisträgern gehören Alice Walker (1988) und Wole Soyinka (2000). [2] [3]
  • Unter dem Namen Busboys and Poets sind seit 2005 in und um die US-Hauptstadt Washington mehrere Lokale entstanden, die Restaurant, Buchhandlung und Kulturzentrum kombinieren. Hughes arbeitete zeitweise als Hilkskellner (engl. busboy). [4]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Langston Hughes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten]

  1. Arthur Koestler: Als Zeuge der Zeit. Das Abenteuer meines Lebens. Scherz, Bern/München 1983, ISBN 3-502-18388-0; Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 2005, ISBN 3-596-16143-6, S. 171f.
  2. CUNY, Langston-Hughes-Festival, abgerufen am 27. Juli 2013
  3. CUNY, Preisträger der Langston-Hughes-Medaille seit 1978, abgerufen am 27. Juli 2013
  4. Homepage Busboys and Poets, „About us“, abgerufen am 27. Juli 2013