Lantershofen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

50.5557517.106938157Koordinaten: 50° 33′ 21″ N, 7° 6′ 25″ O

Lantershofen
Verbandsfreie Gemeinde Grafschaft
Höhe: 150–180 m
Einwohner: 1434 (30. Okt. 2013)
Eingemeindung: 16. März 1974
Postleitzahl: 53501
Vorwahl: 02641
Lantershofen (Rheinland-Pfalz)
Lantershofen

Lage von Lantershofen in Rheinland-Pfalz

Lantershofen ist einer der elf Ortsbezirke der Gemeinde Grafschaft im rheinland-pfälzischen Landkreis Ahrweiler. Die Ortschaft liegt oberhalb des Ahrtals, nördlich von Bad Neuenahr-Ahrweiler. Mit 1434 Einwohnern ist Lantershofen der größte Einzelort der Gemeinde Grafschaft.[1] Zu ihm gehört noch der Wohnplatz Tonwerk.[2] Die erste urkundliche Erwähnung Lantershofens stammt aus dem Jahr 1019 in Form einer Schenkungsurkunde Kaiser Heinrichs II. an den Erzbischof von Bamberg.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Lantershofen, im nördlichen Rheinland-Pfalz zwischen Bonn (25 km) und Koblenz (50 km) gelegen, befindet sich am nördlichen Auslauf der Vulkaneifel. Die Ortschaft befindet sich auf einem Hügel nördlich des Ahrtals. Sie liegt auf einer Höhe von 150 bis 180 Metern über Normalnull. Die Gemarkungsgrenze verläuft im Südosten nahe der A 573, folgt dann in nördlicher Richtung dem Karweiler Bach und der Bebauungsgrenze der Ortschaft Karweiler, um in westliche Richtung über das Fahr-, Trainings- und Testgelände zu schwenken. Anschließend verläuft die Grenze in südwestlicher Richtung durch den Bölinger Wald und umschließt das Rottstück. An dessen südlichem Rand entlang und über den Ahrweiler Berg reicht die Gemarkung dann wiederum bis in die Nähe der A 573. Die Gemarkung umfasst eine Fläche von 251,2 Hektar.

Durch die Gemarkung Lantershofen verlaufen mehrere Bäche. Auf dem Rottstück westlich der Ortsgrenze entspringen der Lantershofener Bach und der in diesen mündende Töschenbach. Nahe dem Lantershofener Schützenplatz mündet der Lantershofener Bach in den Fuchsbach. Dieser durchfließt den Ort in östlicher Richtung. Auf der Höhe des Lantershofener Schrottplatzes mündet von Norden kommend der Karweiler Bach in den Fuchsbach. Anschließend verlässt der Fuchsbach die Gemarkung in südöstlicher Richtung. Sein Lauf ist heute teilweise unterirdisch kanalisiert. Früher mündete zudem parallel zur heutigen Karweilerstraße von Süden kommend der mittlerweile versiegte Ronnebach in den Fuchsbach.

Klima[Bearbeiten]

Die jährliche durchschnittliche Niederschlagsmenge in Lantershofen beträgt 620 mm und liegt somit weit unter dem Durchschnitt des Mittelrheingebietes. Die durchschnittliche Lufttemperatur liegt mit 8,5 °C bis 9,0 °C leicht oberhalb des deutschen Mittels.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung Lantershofens stammt aus dem Jahr 1019 in Form einer Schenkungsurkunde Kaiser Heinrichs II. an den Erzbischof von Bamberg.

Vom Mittelalter bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts gehörte das meiste Land zur Burg Lantershofen, die spätestens ab 1376 bis Anfang 18. Jahrhundert den Grafen Blankart gehörte.

Am 16. März 1974 wurde Lantershofen gegen den eigenen Willen in die neue verbandsfreie Gemeinde Grafschaft eingegliedert. In einem Anhörverfahren stimmte der damalige Gemeinderat einstimmig dagegen und sprach sich für eine Eingliederung in die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, alternativ für einen Fortbestand der Verbandsgemeinde aus.[3][4]

Demographie[Bearbeiten]

Von den 1434 Einwohnern Lantershofens unterhalten 1373 (95,75%) ihren Hauptwohnsitz im Ort. 61 Einwohner (4,25%) sind mit einen Nebenwohnsitz im Ort gemeldet. Es sind 719 Ortseinwohner (50,14%) verheiratet, ein Einwohner (0,07%) lebt in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. Des Weiteren sind 99 Einwohner (6,90%) geschieden und 71 (4,95%) verwitwet. Die restlichen 544 Einwohner (37,94%) sind ledig. Der Anteil deutscher Staatsbürger an der Bevölkerung liegt mit 1392 Personen bei 97,07%. Davon besitzen 48 (3,45%) noch eine weitere Staatsbürgerschaft. Mit 42 Einwohnern ausländischer Staatsbürgerschaft hat der Ort einen Ausländeranteil von 2,93%.[5]

Politik[Bearbeiten]

Ortsbeirat[Bearbeiten]

Dem Ortsbeirat Lantershofens gehören seit der Wahl vom 25. Mai 2014 folgende Personen an: Jörg Bender (CDU), Dominik Knieps (parteilos), Stefan Dünker (parteilos), Anja Knieps (parteilos), Martina Münch (SPD) und Hubert Münch (SPD). Parteipolitisch gliederte sich das Ergebnis der Ortsbeiratswahl in 71,93% CDU und 28,07% SPD.[6]

Ortsvorsteher[Bearbeiten]

Ortsvorsteher von Lantershofen ist seit dem 13. Juni 2004 Leo Mattuscheck (CDU, vormals parteilos, vormals FDP). Zuletzt wiedergewählt wurde er am 25. Mai 2014. Er setzte sich mit 67,82% der Stimmen gegen Martina Münch durch.[7] Seine Amtsvorgänger waren Hubert Münch, Heinz Doll und Hans-Walter Bender. Zuvor besaß Lantershofen als eigenständige Gemeinde einen Bürgermeister. Zuletzt übten dieses Amt Eduard Schütz und Theo Murzel aus.

Wahlergebnisse[Bearbeiten]

Von den 1434 Einwohnern Lantershofens sind aktuell 1127 Personen wahlberechtigt.

Bundestagswahl[Bearbeiten]

Bei der Wahl zum 18. Deutschen Bundestags am 22.09.2013 gaben 689 Wahlberechtigte ihre Stimme direkt im Wahllokal ab, wobei der Anteil der Wahlberechtigten der Gemeinde Grafschaft, die Briefwahl nutzten bei 21,29% lag. Die Wahlbeteiligung, ohne Briefwahl, lag in Lantershofen bei 61,14%. Der Anteil ungültiger Erststimmen belief sich hierbei auf 2,18%, der der Zweitstimmen auf 0,87%. Die gültigen Stimmen verteilten sich wie folgt:[8]

Erststimmen Stimmanteil Zweitstimmen Stimmanteil
CDU 438 64,99% 346 50,66%
SPD 149 22,11% 131 19,18%
AfD - - 78 11,42%
FDP 10 1,48% 46 6,73%
Grüne 35 5,19% 40 5,86%
Linke 20 2,97% 20 2,93%
Piraten 13 1,93% 10 1,46%
Sonstige 9 1,34% 12 1,76%

Gemeinderat[Bearbeiten]

Bei der Wahl zum Gemeinderat der Grafschaft am 25. Mai 2014 gaben 721 Wahlberechtigte ihre Stimme ab. Die Anzahl gültiger Stimmzettel belief sich auf 708. Die gültigen Stimmen verteilten sich wie folgt:[9]

CDU SPD Grüne FWG FDP WG Klein
Stimmen 11.193 3.817 1.378 953 710 274
Stimmanteil 61,08% 20,83% 7,52% 5,20% 3,87% 1,50%

Aus dem Ortsbezirk Lantershofen gehören Thomas Schaaf (CDU), Leo Mattuscheck (CDU), Roland Schaaf (CDU), Hubert Münch (SPD) und Martina Münch (SPD) dem Gemeinderat an.[10]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Destillerien[Bearbeiten]

Die Wirtschaft Lantershofens wurde von mehreren Destillerien geprägt von denen zwei heute noch produzieren.

Die Eifeldestillerie der Familie Schütz wurde 1925 als eine landwirtschaftliche Kornbrennerei von Peter-Josef Hubert Schütz gegründet. Bis 1929 konnten in der Brennerei nur Korn- und Wacholderbrände sowie Boonekamp hergestellt werden. Anschließend wurde es durch eine speziell angefertigte Kräuter-Destillieranlage ermöglicht, einen Kräutergeist zu gewinnen. Dieser erhielt den bekannten Namen „Eifelgeist“, der am 3. Mai 1949 von Eduard Schütz markenrechtlich geschützt wurde. Bevor 1969 ein mit Heizöl betriebener Dampfkessel in Betrieb genommen wurde, musste ein Hochdruck-Dampfkessel noch mit Kohle befeuert werden. Eine Modernisierung der Anlage durch einen Schnelldampferzeuger fand im Jahr 1989 in Folge eines Neubaus statt. Die Brennerei ist heute vor allem für ihre hochklassigen Liköre und Kräuterspirituosen international bekannt und wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem bereits drei Mal mit dem Bundesehrenpreis. Aktuell wird der Betrieb durch den Enkel des Gründers Peter-Josef Schütz geführt.[11]

Die Brennerei Lorenz Krämer ist die älteste Brennerei im Kreis Ahrweiler. Bereits im Jahr 1851 erteilte die "Königliche Regierung, Abteilung des Inneren, Coblenz dem Ackerer Johann Joseph Cremer zu Lantershoven" der Ermächtigung zur Errichtung einer Branntweinbrennerei in Lantershofen. Diese übernahm nach dessen Tod sein Sohn Lorenz Krämer. Die in den 1880er Jahren erneuerte Brennanlage wurde wegen ihres Metallwertes während des 1. Weltkriegs eingezogen. In der Zwischenkriegszeit wurde die Brennanlage ersetzt und ausgebaut. In dieser Zeit wurde auch der Weinbrand „Landhofer“, der auch heute noch das bekannteste Erzeugnis der Brennerei darstellt, als gesetzlich gesichertes Warenzeichen beim Reichspatentamt verzeichnet. Heute bietet die vom Ur-Enkel des Gründers Otto Krämer betriebene Brennerei neben dem „Landhofer“ ein breites Sortiment an Obstbränden.[12]

Außerdem existierten noch drei weitere Brennereibetriebe im Ort, die sich im Besitz der Familien Bender, Dünker und Fuchs befanden, jedoch mittlerweile ihre Produktion eingestellt haben.

Mühle[Bearbeiten]

Die Lantershofener Mühle wurde 1908 von Heinrich Dünker und seinem Sohn Johann Dünker gegründet. Der Kleinbetrieb, der anfangs mit einem benzinmotorbetriebenen Mahlstein arbeitete, rüstete 1923 mit einem 15-PS-Dieselmotor auf. Auch das Gebäude wurde bis zum Beginn der 1950er Jahre kontinuierlich ausgebaut. 1951 wurde neben der bestehenden Mühle ein deutlich vergrößerter Neubau realisiert. Die Mühle belieferte in erster Linie Bäckereien in einem Umkreis von ca. 30 Kilometern vornehmlich mit Roggen- und Weizenmehl. Durch das Verschwinden der kleineren örtlichen Bäckereien in der Region musste sich die Mühle wirtschaftlich umorientieren und konzentriert sich heute vor allem auf die Belieferung überregionaler Spezialkunden. Der Betrieb wird heute in der dritten Inhabergeneration geführt.[13]

Winzervereinsgebäude[Bearbeiten]

Die ältesten Teile des Lantershofener Winzervereinsgebäudes wurden 1898, durch die ein Jahr zuvor gegründete Lantershofener Winzergenossenschaft, errichtet. Innerhalb eines Jahres errichtete man einen Festsaal, einen Weinkeller und ein kleineres Nebengebäude, in dem sich sowohl der Weinproduktionsbereich als auch eine kleine Weinstube befanden. Obwohl die Genossenschaftsmitglieder erhebliche Eigenleistungen erbrachten, beliefen sich die Kosten allein für die Bauarbeiten auf mehr als 21.000 Reichsmark. Der Festsaal und die Weinstube wurden nach ihrer Fertigstellung als zentrale Veranstaltungsorte des Dorfes vielfältig genutzt. Ab 1907 wurden auch die Ratssitzungen der damals noch eigenständigen Gemeinde Lantershofen dort abgehalten. 1935 wurde die Figur des Heiligen Lambertus eingeweiht, die sich noch heute an der Winzerstraßenfront des Gebäudes befindet. Den Zweiten Weltkrieg überstand das Gebäude ohne nennenswerte Beschädigungen. 1947 wurden größere bauliche Erweiterungen am Winzervereinsgebäude vorgenommen. Außerdem wurden zwei neue Gärbottiche mit einem Fassungsvermögen von jeweils 15.000 Liter angeschafft, wodurch das Gesamtvolumen der zur Verfügung stehenden Gärbehälter, nunmehr insgesamt 51.000 Liter, mehr als verdoppelt wurde. In die Front eines anlässlich des 50. Jubiläumsfestes angeschafften Weinfasses ließ man eine plastische Darstellung des Heiligen Lambertus von dem bekannten Ahrweiler Künstler und Mitglied der ARE-Künstler-Gilde Hanns Mattschulla einschnitzen. In den Nachkriegsjahren wurde der Festsaal von den örtlichen Sportvereinen auch als Ersatz für eine nicht vorhandene Sporthalle in Lantershofen genutzt. 1972 erfolgten weitere bauliche Erweiterungen. Aufgrund neuer Anforderungen an Qualität und Technik in der Weinherstellung sowie der Entwicklung der Absatzmärkte mussten die kleineren, örtlichen Winzergenossenschaften an der Ahr im Verlauf der 1970er Jahre die Weinproduktion einstellen und sich zu Großgenossenschaften zusammenschließen. Um einen Verkauf des Winzervereinsgebäudes durch eine neue Großgenossenschaft zu verhindern, entschlossen sich die Mitglieder der Lantershofener Winzergenossenschaft gegen einen Beitritt unter Einbringung des Vereinsvermögens in diese Genossenschaft, wodurch das Gebäude für die Ortsgemeinschaft erhalten blieb. 1994 wurde der Keller des Winzervereinsgebäudes ausgebaut und in einen für Feste und Veranstaltungen nutzbaren Zustand versetzt. Dem folgte 1996 eine Grundrenovierung des Festsaals und 2002 eine grundlegenden Renovierung der Weinstube und deren Ausbau zu einer modernen Gaststätte unter Einbeziehung von seit dem Ende der Weinproduktion nur noch als Lagerraum genutzten Räumen. 2012 wurde zunächst der Festsaal, 2014 nach der Einstellung des Gaststättenbetriebes im Winzerverein auch der Rest des Gebäudes in die Trägerschaft der Gemeinde Grafschaft überführt.[14]

Sportplatz[Bearbeiten]

Der Lantershofener Sportplatz wird auch „Stadion Rote Erde“ genannt. Ursprünglich angelegt wurde er 1963 auf angepachteten Grundstücken auf dem Ahrweiler Berg. Die Anpachtung erfolgte durch die DJK Lantershofen und die Gemeinde Lantershofen. Erweiterungen der Spielfläche sowie die Anlage neuer Tore, Zäune und Ballfanggitter erfolgten in den Jahren 1969 und 1970, da der bisherige Platz nicht mehr den Anforderungen genügte. Ein erneuter Ausbau des Platzes mit einer Gesamtkostensumme von 320.000 DM, finanziert durch den VfB Lantershofen, die Gemeinde Grafschaft sowie den Sportbund Rheinland und das Land Rheinland-Pfalz, ging mit einem Ankauf der Liegenschaften durch die Gemeinde einher. Eine Flutlichtanlage wurde 1992 angeschafft. 1996 fiel das angeschlossene Vereinsheim zum dritten Mal Brandstiftern zum Opfer und wurde völlig zerstört, woraufhin es durch ein Containergebäude ersetzt wurde, welches bis zum Neubau des Vereinsheims im Jahr 2014 in Verwendung blieb. Im Jahr 2005 wurde zuletzt die Ascheplatzdecke erneuert und ein neuer Ballfangzaun errichtet. Derzeit werden auf dem Platz Spiele bis einschließlich der Bezirksliga ausgetragen.[15]

Mehrzweckhalle[Bearbeiten]

In Trägerschaft der Gemeinde Grafschaft befindet sich am Ende der Graf-Blankard-Straße die örtliche Mehrzweckhalle. Das untere Geschoss dient der Freiwilligen Feuerwehr Grafschaft - Löschgruppe Lantershofen als Feuerwehrhaus. Darüber befinden sich Probe- und Veranstaltungsräume für verschiedene Ortsvereine sowie eine Sporthalle. Das Hauptgebäude wurde 1977 eingeweiht und 2009 um eine weitere Fahrzeughalle für die Feuerwehr erweitert.

Kirche[Bearbeiten]

Lantershofen und Karweiler stehen unter dem Patronat des heiligen Lambertus und der heiligen Katharina; der katholische Pfarrverband umfasst zusätzlich auch noch das ebenfalls zu Grafschaft gehörige Bengen.

Lantershofen ist bundesweit vor allem als Sitz des größten Priesterseminars im deutschsprachigen Bereich bekannt: Das Studienhaus St. Lambert, ansässig auf der Burg Lantershofen, ist eine interdiözesane Ausbildungs- und Studienstätte für spätberufene Priesterkandidaten aus den deutschen Bistümern und Ordensgemeinschaften.

Kreuze[Bearbeiten]

Blankartskreuz[Bearbeiten]

Das hölzerne Blankartskreuz an der Lantershofener Mehrzweckhalle wurde ursprünglich 1855 errichtet. 1982 wurde es grunderneuert. Auf ihm finden sich an Stelle eines Corpus eine Reihe symbolhafter Darstellungen, welche in Zusammenhang mit der Leidensgeschichte Jesu stehen. Beispielsweise die Dornenkrone, die Würfel mit denen die Soldaten um Jesu Kleider spielten oder die Nägel mit denen er ans Kreuz geschlagen wurde.

Heimkehrerkreuz[Bearbeiten]

Das hölzerne Heimkehrerkreuz befindet sich am höchsten Punkt des Ahrweiler Berges und wurde 1956 von den Kriegsheimkehrern aus Lantershofen im Gedenken an ihre gefallenen Kameraden errichtet. An ihm ist eine kunstvoll geschnitzte Plastik des Corpus Christi befestigt.

Flurkreuze[Bearbeiten]

In und um Lantershofen stehen eine Reihe von historischen steinernen Flurkreuzen aus dem 18. Jahrhundert. Das älteste sicher datierbare dieser Kreuze befindet sich am sogenannten Galgenweg am Lantershofener Bahndamm und stammt aus dem Jahr 1724. Ein weiteres Kreuz am Bahndammtunnel, am östlichen Rand des Flurstücks Wüste Wingert, stammt aus dem Jahr 1736 und trägt den Namen „Maria Cohners“. Ein drittes Flurkreuz am oberen Ende der Zweibrückenstraße von 1727 ist mit „Dieses haben 2 Brueder gegebn zur Ehren […]“ beschriftet. Das letzte Wort der Aufschrift befindet sich heute unter der Oberfläche des Bürgersteigs. Ein viertes Flurkreuz ist in eine Mauer unterhalb des Frumesch-Platzes integriert. Eine nur noch schemenhaft zu erkennende Beschriftung ist durch starke Verwitterung nicht mehr zu entziffern.

Wappen und Symbolik[Bearbeiten]

Blankartswappen[Bearbeiten]

Als inoffizielles Wappen des Dorfes kann jenes der Grafen von Blankart betrachtet werden. Den blauen Wappenschild der Blankarts ziert ein weißer Schusterhammer. Das Wappen wird von der Bürgervereinigung Lantershofen als Vereinsemblem verwendet und ist auf der Gesellschaftsfahne der örtlichen Junggesellen-Schützengesellschaft abgebildet.

Seitdem Lantershofen im 13. Jahrhundert zur reichsunmittelbaren Herrschaft innerhalb des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation erhoben wurde und die Unterhaltung eines Adelssitzes innerhalb der Ortsgrenzen somit zur Folge hatte, unter die direkte Gerichtsbarkeit des Kaisers zu fallen, erwarben mehrere adlige Familien Boden in Lantershofen. Die reichsgräfliche Familie von Blankart unterhielt seit 1378 mit Burg Lantershofen den größten dieser Adelssitze. Unter anderem trug zur Hochschätzung der Blankarts bei, dass eines der letzten Mitglieder des Hauses, Kuno von Blankart, kurz vor seinem Tode am 29. November 1561 alle Schuldscheine der Ortseinwohner vernichten ließ. Sein Grab befindet sich in der St.-Laurentius-Kirche in Ahrweiler.

Rot-weiße Fahnen[Bearbeiten]

Zu kirchlichen und weltlichen Hochfesten innerhalb des Ortes ist es in Lantershofen üblich, dass die Häuser mit rot-weißen Fahnen geschmückt werden. Bei kirchlichen Festen, wie Kirmes, Fronleichnam oder Pfingsten wird hierbei die rote Seite der der Fahne nach außen gekehrt, an weltlichen Festen wie dem Schützenfest hingegen die weiße.

Vereine[Bearbeiten]

Junggesellen-Schützen-Gesellschaft „St. Lambertus“ Lantershofen e.V.[Bearbeiten]

Die Junggesellen-Schützen-Gesellschaft „St. Lambertus“ Lantershofen ist der älteste Verein des Ortes. Seine Wurzeln reichen bis in das Jahr 1492 zurück. Die Schützenbruderschaft nimmt eine zentrale Funktion bei dem Erhalt von örtlichem Brauchtum und Tradition wahr. Sie richtet die Lantershofener St. Lambertus-Kirmes, das Schützenfest und das Maubichfest aus.

Bürgervereinigung Lantershofen e.V.[Bearbeiten]

Die Bürgervereinigung Lantershofen kann als allgemeine Ortsvertretung betrachtet werden. Ihr gehören mehr als 250 Lantershofener Bürger an. Sie ging in den 1950er Jahren aus dem Königsglied der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft „St. Lambertus“ Lantershofen hervor, deren Unterstützung nach wie vor eine ihrer Hauptaufgaben darstellt. Weitere Aufgaben sind Liegenschaftsverwaltung und lokale Geschichtsschreibung. Außerdem betreiben sie die Homepage des Ortes. Der Verein richtet die Lantershofener Ursula-Kirmes aus.

Chöre des MGV „Cäcilia“ Lantershofen 1893 e.V.[Bearbeiten]

Die Lantershofener Chöre sind ein Zusammenschluss aus drei Einzelchören: dem Männergesangverein „Cäcilia“ Lantershofen, dem Frauenchor Lantershofen und dem Projektchor „Sing & Swing“. Der Männergesangverein ist mit seinem Gründungsdatum 1893 der zweitälteste, heute noch existierende Lantershofener Verein. Bei Hochfesten gestaltet der Verein die Gottesdienste mit.

Musikfreunde „Panikorchester“ Lantershofen e.V.[Bearbeiten]

Die Musikfreunde Lantershofen wurden 1976 gegründet. Die Hauptaufgabe des Vereins besteht in der Ausbildung von Musikern und der musikalischen Gestaltung von Festen und Konzerten inner- und außerhalb des Dorfes.

VfB Lantershofen e.V.[Bearbeiten]

Der Verein für Bewegungsspiele Lantershofen wurde am 5. Juni 1961 als DJK Lantershofen gegründet und am 1. Januar 1972 in VfB Lantershofen umbenannt. Er betätigt sich in diversen Sportsparten. Es existieren Abteilungen für Fußball, Turnen und Gymnastik. Die Organisation des Lantershofener Fußballfestes obliegt dem VfB.

TTC-Karla e.V.[Bearbeiten]

Gegründet im Herbst 1948 ist der Tischtennisclub Karweiler-Lantershofen heute der mitgliederstärkste Verein des Ortes und der größte selbstständige Tischtennisverein der Region Mayen-Cochem-Zell innerhalb des Sportbund Rheinland.

Winzerverein Lantershofen e.G.[Bearbeiten]

Die Lantershofener Winzergenossenschaft wurde 1897 gegründet. Seit der Zusammenlegung der meisten Winzergenossenschaften am Unter- und Mittellauf der Ahr zu einer Großgenossenschaft und der damit verbundenen Einstellung der Weinherstellung im Ort in den 1970er Jahren besteht der Hauptzweck des Winzervereins im Erhalt des Winzervereinsgebäudes.

Zukunft Lantershofen e.V.[Bearbeiten]

Im Zuge des seit 2005 laufenden Dorferneuerungsprogramms gründete sich 2007 der Verein Zukunft Lantershofen, der sich die Koordinierung von Dorfverschönerungsbestrebungen zur Aufgabe gemacht hat. Zukunft Lantershofen gibt die vierteljährlich erscheinende Lokalzeitschrift „Der Lantershofener“ heraus.

Historische Vereine[Bearbeiten]

Kriegerverein Lantershofen und Karweiler[Bearbeiten]

Im Jahre 1873 gründeten Veteranen des Deutsch-Dänischen Krieges von 1848-51, des Deutschen Krieges von 1866 und des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 aus Lantershofen und Karweiler einen Kriegerverein. Vereinszweck war die Pflege des Andenkens an die Siege in den Deutschen Einigungskriegen und die Ehrung von Gefallenen. Die historische Fahne des Kriegervereins wird seit 1995 von der Bürgervereinigung Lantershofen verwahrt.

Kultur und Tradition[Bearbeiten]

Kirmes[Bearbeiten]

Die traditionelle Lantershofener St. Lambertus-Kirmes findet rund um das dritte Wochenende im September statt und wird seit 1927 in der heutigen Form veranstaltet. Die Kirmes besteht im Wesentlichen aus Gottesdiensten, Festumzügen, Paraden, Tanzbällen und einem Festkommers.

Schützenfest[Bearbeiten]

Das Lantershofener Schützenfest findet traditionell am Sonntag des zweiten Wochenendes im September statt. Es wird seit 1928 veranstaltet. Bei diesem Fest ermittelt die örtliche Junggesellen-Schützengesellschaft ihren Schützenkönig. Außerdem finden diverse Schießwettbewerbe wie ein Wettschießen zwischen den Lantershofener Ortsvereinen statt.

Maibaumstellen[Bearbeiten]

Wie in vielen Orten des Rheinlandes wird in Lantershofen im Vorfeld des 1. Mais im Dorfzentrum auf dem Frumech (Fronhof) ein Maibaum errichtet. Es handelt sich hierbei um einen 20 bis 30m hohen Fichtenstamm, auf dem eine mit rot-weißer Fahne und rot-weißen Bändern geschmückte Tanne als Spitze befestigt wird. Der erste Beleg für diese Tradition in Lantershofen stammt aus dem Jahr 1835. In der Mainacht findet am Fuße des Maibaums ein Maiansingen statt, bei dem das Tambourcorps der Junggesellen-Schützengesellschaft, der Gesangverein und die Musikfreunde „Panikorchester“ aufspielen. Zudem wird ein Fähndelschwenken durchgeführt. Nachdem seit den späten 1970er Jahren die Errichtung des Maibaums mithilfe eines Krans erfolgte kehrte man im Jahr 2000 dazu zurück, den Baum auf traditionelle Weise, unter Zuhilfenahme von sogenannten Micken per Hand zu stellen. Diese Aufgabe übernimmt die örtliche Junggesellen-Schützengesellschaft.[16]

Kleinkunstbühne[Bearbeiten]

Seit 2011 finden im Saal des Lantershofener Winzervereins im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Kleinkunstbühne Lantershofen" regelmäßig Veranstaltungen, Auftritte und Lesungen von überregional bekannten Bands, Comedians und Persönlichkeiten statt. Unter anderem waren dort Jaques Berndorf, Norbert Blüm, De Familich, Kai Kramosta, Bodo Bach, De Räuber, Willibert Pauels, Knacki Deuser, Martin Schneider, Markus Krebs, Klaus Lage oder die Zeltinger Band zu sehen.

Birnensortengarten[Bearbeiten]

Im Dezember 2010 wurde zwischen Ringen und Lantershofen an der Landstraße L 83 nach dreijähriger Planung der sogenannte Birnensortengarten als Naturschutzausgleichsfläche eingeweiht. Weiterhin soll dieser neben dem Erhalt alter einheimischer Birnensorten auch als Lehrpfad für Grundschulkinder dienen. Mittlerweile wurden dort mehr als 50 verschiedene Birnensorten angepflanzt.

Besondere Traditionen[Bearbeiten]

In Lantershofen existiert eine Reihe von ortsspezifischen Traditionen. Als erstes ist hierbei die Spezialität des Lantershofener Maubich zu erwähnen. Beim Maubich handelt es sich um einen Hefeteigkuchen mit Birnenaufstrich dessen Herstellung in Lantershofen eine lange Tradition besitzt und für den Ort als besonders typisch gilt. Zu seiner Herstellung werden entkernte und geviertelte Birnen neun Monate lang in der Resthitze von Backöfen getrocknet und anschließend mit verschiedenen Gewürzen und weiteren Zutaten zum Aufstrich des Kuchens weiterverarbeitet.

Dorfinterne Goldhochzeiten werden durch ein Ständchen und Gratulationen aller ortsansässigen Vereine geehrt. Zudem wird am Rande der Verbindungsstraße zwischen Lantershofen und Karweiler, dem sogenannten Kirch- oder Hochzeitsweg, für jedes Jubelpaar ein Baum gesetzt.

Des Weiteren ist es in Lantershofen üblich, dass die Braut bei Hochzeiten meist nach dem Verlassen der Kirche für die Kinder Süßigkeiten wirft

Mit Lantershofen verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Einwohner-Bestandsstatistik Gemeinde Grafschaft, Stand: 30. Oktober 2013.
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 4 (PDF; 2,3 MB)
  3. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Seite 178 (PDF; 2,6 MB)
  4. [1]
  5. Einwohner-Bestandsstatistik Gemeinde Grafschaft, Stand: 30. Oktober 2013.
  6. Vorl. Sitzzuteilung Ortsbeiratswahl Lantershofen 2014
  7. Wahl der Ortsvorsteher 2014
  8. Vorläufiges Bundestagswahlergebnis Gemeinde Grafschaft 2013 im Vergleich zu 2009. Abgerufen am 30. Oktober 2013.
  9. Wahl des Gemeinderates Grafschaft am 25. Mai 2014
  10. Vorl. Sitzzuteilung Gemeinderat Gemeinde Grafschaft 2014
  11. http://www.eifel-destillerie.de/chronik.html
  12. Diederich, Jakob: Ortschronik 1951, zitiert nach: Bürgervereinigung Lantershofen e.V. (Hg.): Dorf in der Zeit. 50 Jahre Bürgervereinigung Lantershofen (=Band 1), Lantershofen 2001, S. 15 f.
  13. http://www.lantershofen.de/handel/mueller/muehle.htm
  14. Winzerverein Lantershofen e.G. (Hg.): 100 Jahre Winzerverein Lantershofen e.G.. 1897 - 1997 Festschrift, Lantershofen 1997.
  15. http://www.vfb-lantershofen.de/chronik.html
  16. Dünker, Stefan: "Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen.", in: Förderverein Zukunft Lantershofen (Hg.): Der Lantershofener 2/2014, S. 9-11.