Lanzenkirchen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lanzenkirchen
Wappen von Lanzenkirchen
Lanzenkirchen (Österreich)
Lanzenkirchen
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Wiener Neustadt-Land
Kfz-Kennzeichen: WB
Fläche: 29,85 km²
Koordinaten: 47° 45′ N, 16° 15′ O47.74722222222216.247222222222298Koordinaten: 47° 44′ 50″ N, 16° 14′ 50″ O
Höhe: 298 m ü. A.
Einwohner: 3.857 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 129 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 2700, 2821, 2822, 7212
Vorwahl: 02627
Gemeindekennziffer: 3 23 16
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulgasse 63
2821 Lanzenkirchen
Website: www.lanzenkirchen.gv.at
Politik
Bürgermeister: Bernhard Karnthaler (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(23 Mitglieder)
11
11
1
11 11 
Von 23 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Lanzenkirchen im Bezirk Wiener Neustadt-Land
Bad Erlach Bad Fischau-Brunn Bad Schönau Bromberg Ebenfurth Eggendorf Felixdorf Gutenstein Hochneukirchen-Gschaidt Hochwolkersdorf Hohe Wand Hollenthon Katzelsdorf Kirchschlag in der Buckligen Welt Krumbach Lanzenkirchen Lichtenegg Lichtenwörth Markt Piesting Matzendorf-Hölles Miesenbach (Niederösterreich) Muggendorf Pernitz Rohr im Gebirge Schwarzenbach Sollenau Theresienfeld Waidmannsfeld Waldegg Walpersbach Weikersdorf am Steinfelde Wiesmath Winzendorf-Muthmannsdorf Wöllersdorf-Steinabrückl Zillingdorf Wiener Neustadt NiederösterreichLage der Gemeinde Lanzenkirchen im Bezirk Wiener Neustadt-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Lanzenkirchen aus dem Steinfeld gesehen; im Hintergrund das Rosaliengebirge
Lanzenkirchen aus dem Steinfeld gesehen; im Hintergrund das Rosaliengebirge
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Am Leitha-Ursprung vereinigen die Pitten und Schwarza sich zur Leitha

Lanzenkirchen ist eine Marktgemeinde mit 3857 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Industrieviertel von Niederösterreich, im Bezirk Wiener Neustadt-Land.

Geografie[Bearbeiten]

Lanzenkirchen liegt an der Schnittstelle der Regionen Steinfeld, Thermenregion und Bucklige Welt, am Fuße des Rosaliengebirges. Durch Lanzenkirchen fließen die Leitha, die am Leitha-Ursprung durch Zusammenfluss von Pitten und Schwarza im Ortsteil Haderswörth entsteht, und der Kanal Mühlbach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Frohsdorf (1120)
  • Haderswörth (914)
  • Kleinwolkersdorf (802)
  • Lanzenkirchen (762)
  • Ofenbach (216)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Frohsdorf, Haderswörth, Kleinwolkersdorf, Lanzenkirchen und Ofenbach. f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google oder Bing

Geschichte[Bearbeiten]

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Später unter den Römern lag das heutige Lanzenkirchen dann in der Provinz Pannonia.

Im österreichischen Kernland Niederösterreich liegend, teilte der Ort die wechselvolle Geschichte Österreichs.

Die Herren von Lanzenkirchen nannten sich nach ihrem Stammsitz, der Feste Lanzenkirchen.

Herkunft der Ortsnamen[Bearbeiten]

Für die Ortsnamen finden sich folgende Erklärungen:[2]

  • Lanzenkirchen:
Der Name kommt vermutlich von einem deutschen Siedler, der eine Holzkirche hier erbaute. Sein Name war Anzo oder Lanzo. Der Name Lanzenkirchen wird um 1130 das erste Mal erwähnt.
  • Frohsdorf:
Der ursprüngliche Name war Krottendorf wegen der feuchten Grundstücke, wo viele Kröten vorkamen. Chrotendorf wurde 1158 erstmals urkundlich erwähnt. Ab 1673 entstand daraus Froschdorf. Der heutige Name stammt erst vom Anfang des 19. Jahrhunderts.
  • Haderswörth:
Dieser Name entstand aus Hadurich und wert, was so viel wie Au des Hadurich bedeutet. Er findet sich in einer Urkunde aus dem Jahre 1101, nach der Klosterbruder „Heinrich“ aus der Familie der Burggrafen von Regensburg, bevor er mit einem Kreuzzug ins Heilige Land zog, in Anwesenheit seines Vaters „Haderich“ den Besitz Haderichswert dem Stift Göttweig schenkte. Dieser Name änderte sich im Laufe der Zeit über Haiderswörth, Haiderswerth, Häderswörth zu dem heutigen Ortsnamen Haderswörth.
  • Kleinwolkersdorf:
Der Name ist vermutlich um 1130–1160 entstanden und dürfte von Wolfkers von Lanzenkirchen herrühren. So hieß der Ort Wolfkersdorf. Daraus entstand im Laufe der Zeit Kleinwolkersdorf, wie der Ortsteil um 1800 erstmals bezeichnet wurde.
  • Ofenbach:
Ursprünglich hieß der Ort Quenbach, wie sich in einer Urkunde aus dem Jahre 1157 – das Stift Rein hatte damals hier Weingartenbesitz – nachweisen lässt. Woher der Name Ofenbach stammt, ist nicht völlig geklärt. Vermutlich lässt er sich auf Oven, wie schon damals eine Heizvorrichtung bezeichnet wurde, zurückführen. Zu Ende des Mittelalters gab es überdies eine Unterscheidung zwischen „Ober-“ und „Niederofenbach“.
  • Föhrenau:
Dieser Ortsteil ist der jüngste in der Gemeinde und ist erst in den Jahren 1945–1946 entstanden. Die ersten 30 Häuser wurden großteils als Fachwerkbau aus Stämmen des von Kaiserin Maria Theresia angelegten Föhrenwaldes errichtet.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Religion[Bearbeiten]

Nach den Daten der Volkszählung 2001 sind 81,1 % der Einwohner römisch-katholisch und 3,9 % evangelisch. 3,4 % sind Muslime, 0,9 % gehören orthodoxen Kirchen an. 9,5 % der Bevölkerung haben kein religiöses Bekenntnis.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
60
50
40
30
20
10
0
48,89 %
(+5,58 %p)
46,41 %
(-3,93 %p)
4,70 %
(+3,94 %p)
keine
(-5,59 %p)
Sonst.
2005

2010


Bürgermeister der Marktgemeinde ist Bernhard Karnthaler, Vizebürgermeister Heide Lamberg und Amtsleiter Otto Haindl.

Im Gemeinderat gibt es nach den Wahlen am 14. März 2010, bei insgesamt 23 Sitzen folgende Mandatsverteilung: Volkspartei–Team Lanzenkirchen 11, SPÖ 11, und FPÖ 1.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Lanzenkirchen
Lanzenkirchen
  • Pfarrkirche hl. Nikolaus mit Kirchhof und Pfarrhof
  • Mariensäule, später im Sockel als Kriegerdenkmal ausgebaut, am Hauptplatz
  • Bauernmuseum mit strohgedecktem Troadkasten auf Hauptstraße 5 [3]
Föhrenau
  • Filialkirche Föhrenau
Frohsdorf
Schloss Frohsdorf
Kleinwolkersdorf
  • Ortskapelle, erbaut 1900
Ofenbach
  • Ofenbacher Bergkirche
  • Reisingerkapelle

Sonstiges[Bearbeiten]

In Lanzenkirchen wurde am 28. August 1925 der Fall eines Meteoriten beobachtet, zwei Stücke dieses Steinmeteoriten befinden sich im Naturhistorischen Museum Wien.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lanzenkirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Heimatbuch der Marktgemeinde Lanzenkirchen
  3. Bauernmuseum Lanzenkirchen