Large Synoptic Survey Telescope
Das Large Synoptic Survey Telescope (LSST) ist ein geplantes Spiegelteleskop mit großem Sichtbereich, welches den zugänglichen Himmel komplett in 3 Nächten fotografieren kann. Der Baubeginn war im Jahr 2011, die Fertigstellung ist für 2015 geplant.
Als Standort des Teleskops ist der 2682 Meter hohe El-Peñón-Gipfel des Cerro Pachón im nördlichen Chile vorgesehen. In Nachbarschaft befinden sich das Gemini-South-Teleskop, das SOAR-Teleskop und die CTIO-Teleskope.[1]
Verglichen mit anderen Teleskopen dieser Größe hebt sich das LSST durch seinen sehr großen Bildwinkel mit einem Durchmesser von 3,5° hervor (der Mond und die Sonne haben von der Erde aus betrachtet einen Durchmesser von ungefähr 0,5°). Mit seiner großen Öffnung von 8 Metern ergibt sich eine außerordentliche Étendue von 318 m2degree2.
Der Direktor des LSST ist Anthony Tyson [2].
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Optik [Bearbeiten]
Um den weiten Bildwinkel zu erreichen, besteht das Teleskop aus drei Spiegeln. Der Primärspiegel hat einen Durchmesser von 8,4 m und ist aus einem Stück gefertigt; in diesen ist auch der Tertiärspiegel mit einem Durchmesser 5,0 m integriert, der von dem Primärspiegel ringförmig umgeben ist. Darüber befindet sich der Sekundärspiegel mit einem Durchmesser von 3,4 m.
Das Bild wird von einer 3,2-Milliarden-Pixel-Kamera mit einem Durchmesser von 64 cm aufgezeichnet, vor der ein dreilinsiger Korrektor sitzt. Die größte Linse hat einen Durchmesser von 162 cm. In den Korrektor können verschiedene Farbfilter eingesetzt werden, um bestimmte Spektren zu untersuchen.
Wissenschaftliche Ziele [Bearbeiten]
Unter Berücksichtigung von Wartungszeiten und Wetterbedingungen wird erwartet, dass das Teleskop 200.000 Aufnahmen pro Jahr anfertigen kann. Die Ziele sind dabei vor allem:
- Die Vermessung von schwachen Gravitationslinsen, um dunkle Energie und dunkle Materie zu finden;
- Die Kartographierung kleiner Objekte im Sonnensystem, insbesondere erdnaher Asteroiden und Objekte aus dem Kuiper-Gürtel;
- Die Beobachtung kurzzeitiger Ereignisse wie Novae und Supernovae;
- Die Kartographierung der Milchstraße.
Es wird erwartet, dass LSST ca. 10 Milliarden Sterne und 10 Milliarden Galaxien detektiert und dass aufgrund dieser enormen Datenmenge eine Reihe unvorhergesehener Entdeckungen erfolgen. Eine Auswahl der Aufnahmen (bis zu 30 Terabyte pro Nacht) soll von Google als eine sich aktualisierende Sternkarte veröffentlicht werden.[3].
Referenzen [Bearbeiten]
- ↑ Pressemitteilung zur Standortwahl (engl.)
- ↑ lsst.org: The LSST Team
- ↑ Google Joins Large Synoptic Survey Telescope (LSST) Project