Larrabee (GPU)

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Blockschaltbild des Larrabee-GPU Architektur.

Larrabee ist der Codename für eine Grafikkartengeneration von Intel. Der darauf basierende Koprozessor erschien 2012 unter der Bezeichnung Intel Xeon Phi.

Im Gegensatz zu bis dato üblichen Grafikprozessoren (GPUs) verwendet Intel einen Cluster von mehreren auf Pentium-Prozessoren basierenden CPUs.

Larrabee sollte ursprünglich Ende 2009 oder Anfang 2010 auf den Markt kommen. Im Dezember 2009 bestätigte Intel, dass keine Produkte auf Basis der ersten Generation des Larrabee auf den Markt kommen werden.[1] Im Sommer 2012 stellte Intel auf Basis der weiter entwickelten Larrabee-Architektur die MIC-Karte (Many Integrated Core) als Coprozessor unter dem Namen „Intel Xeon Phi“ vor.[2]

Die ersten Prozessoren erscheinen in Form von zwei Steckkarten mit den Namen „Xeon Phi 5110P“ und die sparsamere sowie günstigere Variante „Xeon Phi 3100“. Die Xeon Phi 5110P wird bereits an OEM-Partner ausgeliefert und soll ab dem 28. Januar 2013 für 2649 US-Dollar in den Handel kommen. Die Xeon Phi 3100 soll dann später im 1. Halbjahr 2013 zu einem Preis von unter 2000 US-Dollar verfügbar sein.[3]

Beschreibung[Bearbeiten]

Im Januar 2007 bestätigte Intel erstmals offiziell die Existenz des Larrabee-Projekts.[4] Allerdings wurde zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt gegeben, worum es sich dabei handelt. Erst auf dem Intel Developer Forum im April 2007 verkündete der damalige Senior Vice President und General Manager von Intel, Patrick Gelsinger, dass es sich beim Larrabee um High-End-Grafikkarten auf Basis von „IA++“-Kernen handelt. Als Einsatzbereich gab Gelsinger wissenschaftliches Rechnen, Visualisierungen oder andere Anwendungen im Bereich Gesundheit und Analyse an.[5]

Intel verfolgt mit dem Larrabee einen vom Aufbau des Chips her anderen Ansatz als dies bei den Konkurrenzprodukten der Geforce- und Radeon-Grafikkartenserien der Fall ist. Statt nur sehr viele, sehr einfach spezialisierte Ausführungseinheiten auf dem Chip zu platzieren, strebt Intel es an, mit dem Larrabee dutzende Pentium-P54C-Prozessoren auf einem Stück Silizium zu verbauen. Dies soll dann eine sehr flexible Programmierung ermöglichen und so unter anderem auch über die Grafikschnittstellen DirectX und OpenGL angesprochen werden können. Dadurch ist es denkbar, die Prozessoren später auch zur Ausführung normalen Programmcodes zu nutzen. Sie würden etwa im Betriebssystem als weitere Prozessoren, ähnlich wie bei normalen Mehrkernprozessor-Systemen, eingebunden. Dies ist möglich, da die Pentium-P54C-Prozessoren zur aktuellen Intel-Architektur kompatibel sind und keine Anpassung des Programmcodes erforderlich wäre (wie dies bei RISC-Prozessoren und so auch den Grafikprozessoren von Nvidia und ATI der Fall ist, vergleiche CUDA).

Im Dezember 2009 verkündete Intel, dass zunächst keine Larrabee-Grafikkarten auf den Consumer-Markt gebracht werden.[1] Als Gründe gab Intel an, dass Larrabee die Erwartungen sowohl im Software-, als auch im Hardwarebereich nicht erfüllt habe. Gleichzeitig führte man aus, dass für konkurrenzfähige Larrabeeprodukte ein ausgereifter 32-nm-Fertigungsprozess notwendig sei, was darauf hindeutet, dass die Leistungsaufnahme zu hoch gewesen sein muss oder/und die Taktraten zu niedrig waren. Im November 2009 führte Intel auf der Supercomputing-Messe einen übertakteten Larrabee mit einer Leistung von über einem Tera-FLOP vor. Allerdings wurden diese Leistungsbereiche schon im Sommer 2008 von der Radeon HD 4870 oder Geforce GTX 280 erreicht. Intel bestätigte, dass Larrabee als reines Forschungsprojekt fortgeführt werde, um die Softwareentwicklung des „Larrabee 2“ zu unterstützen.[1]

Um die Leistungsfähigkeit des neuen Prozessors unter Beweis zu stellen, übernahm Intel die Firma Offset-Software und deren Spiel „Project Offset“. Dieses Spiel war 2005 bereits von Offset Software angekündigt worden und sorgte damals besonders wegen seiner überwältigenden Grafik für einiges Aufsehen. Mit dem Ende des Larrabee Projektes endete zum Bedauern vieler Fans ebenso die Entwicklung des Spieles „Project Offset“.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c ComputerBase: Larrabee als Consumer-Grafikkarte ist Geschichte, Nachricht vom 5. Dezember 2009
  2. AnandTech: Intel Announces Xeon Phi Family of Co-Processors – MIC Goes Retail, Nachricht vom 19. Juni 2012
  3. Heise: SC12: Intel bringt Coprozessor Xeon Phi offiziell heraus, Nachricht vom 12. November 2012
  4. ComputerBase: Intel: Eigene diskrete Grafikchips kommen, Nachricht vom 23. Januar 2007
  5. ComputerBase: IDF: Polaris 2 mit IA und Larrabee mit IA++, Nachricht vom 20. April 2007

Weblinks[Bearbeiten]