Larry Semon

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Larry Semon

Lawrence „Larry“ Semon (* 16. Juli 1889 in West Point, Mississippi; † 8. Oktober 1928 bei Victorville, Kalifornien) war ein amerikanischer Schauspieler, Drehbuchautor und Filmregisseur, einer der populärsten Slapstickkomiker der Stummfilmzeit.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Der Sohn eines Zauberers begann seine berufliche Laufbahn im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts als Zeichner von Comics bei der Zeitung New York Sun. 1915 engagierte ihn die Produktionsfirma Vitagraph als Regisseur, Drehbuch- und Gagschreiber von Filmen.

Noch während des Ersten Weltkrieges erreichte Semon ein Höchstmaß an Popularität. Schon bald fand er seinen ureigenen, unverwechselbaren Stil: Mit käsebleichem Gesicht und weit aufgerissenen Augen, einem breitkrempigen Hut auf dem Kopf und stark ausgebeulten Hosen, die durch große Hosenträger bis weit über seine schmale Brust hochgezogen wurden, verkörperte er muntere Dorftrottel, die Ärger magisch anzogen. Semons Spezialität waren haarsträubende Verfolgungsjagden von burlesker Komik und nervenzerrender Spannung.

Nach Charlie Chaplin, Buster Keaton und Harold Lloyd galt Larry Semon bis in die 1920er Jahre hinein als Amerikas begabtester und erfolgreichster Filmkomiker und Slapstick-Artist. Mehrere seiner Kurzfilminszenierungen Anfang der 1920er Jahre realisierte er zusammen mit dem späteren Elvis-Presley-Regisseur Norman Taurog. Bevor beide zu einem Team zusammengeschweißt wurden, stand Semon auch mehrfach mit den Kollegen Stan Laurel und Oliver Hardy vor die Kamera.

Erst mit dem Ende seines Vitagraph-Vertrages – Semon pflegte die Produktionsbudgets massiv zu überziehen – begann sein Stern allmählich zu sinken. Er drehte nunmehr auch abendfüllende Kinofilme, die zwar ihr Publikum fanden, aber nicht mehr die beträchtlichen Investitionen rechtfertigten. 1925 übernahm er die Rolle der Vogelscheuche in der Erstverfilmung von Lyman Frank Baums Kinderbuchklassiker Der Zauberer von Oz. Nach seinem letzten bedeutenden Film-Auftritt (in Josef von Sternbergs Gangsterdrama Unterwelt) ging Semon auf Vaudeville-Tour.

Er starb 1928 im Sanatorium Gracelon Ranch, von der Filmbranche weitgehend vergessen, bankrott und beruflich am Ende. Seine Kurzfilme liefen im deutschen Fernsehen der 1970er Jahre im Vorabendprogramm der ARD im Rahmen einer Slapstickfilmreihe.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Video Man from Egypt (1916). Collection EYE Film Instituut Nederland.

als Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler

  • 1915: Bringing Up Father (nur Regie)
  • 1916: The Man From Egypt (nur Regie)
  • 1916: A Villainous Villain (nur Regie)
  • 1916: Love and Loot (nur Regie)
  • 1917: Footlights and Fakers (nur Regie)
  • 1917: Rough Toughs and Roof Tops
  • 1917: Boasts and Boldness
  • 1917: Spooks and Spasms
  • 1917: Plagues and Puppy Love
  • 1918: Bears and Bad Men
  • 1918: Barkeeper aus blauem Blut (Frauds and Frenzies)
  • 1918: Spies and Spills
  • 1918: Sträflinge auf freiem Fuß (Huns and Hyphens)
  • 1919: Passing the Buck
  • 1919: Between the Acts
  • 1919: The Simple Life
  • 1920: The Stage Hand
  • 1920: The Suitor
  • 1920: The Sportsman
  • 1921: The Sawmill
  • 1921: The Hick
  • 1921: The Bell Hop
  • 1921: The Fly Cop
  • 1921: The Rent Collector
  • 1922: Larrys Golfspielereien (Golf)
  • 1922: The County Jumper
  • 1923: The Gown Shop
  • 1923: The Barnyard
  • 1924: Trouble Brewing
  • 1924: Achtung! Die Dame im Auto! (The Girl in the Limousine)
  • 1924: Larry schlägt alle Rekorde! (Kid Speed)
  • 1924: Her Boy Friend
  • 1925: The Perfect Clown
  • 1925: Auf nach Illustrien (The Wizard of Oz)
  • 1926: Spuds (auch Herstellungsleitung)
  • 1927: Unterwelt (nur Schauspieler)
  • 1927: The Stunt Man
  • 1927: Dummies
  • 1928: A Simple Sap

Literatur[Bearbeiten]

  • Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 7: R – T. Robert Ryan – Lily Tomlin. Schwarzkopf und Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 262.

Weblinks[Bearbeiten]