Lars Bender

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den deutschen Fußball-Nationalspieler Lars Bender. Für den deutschen Fußballspieler von Eintracht Trier siehe Lars Bender (Fußballspieler, 1988).
Lars Bender

Lars Bender (2012)

Spielerinformationen
Geburtstag 27. April 1989
Geburtsort RosenheimDeutschland
Größe 183 cm[1]
Position Mittelfeld
Vereine in der Jugend
1993–1999
1999–2002
2002–2006
TSV Brannenburg
SpVgg Unterhaching
TSV 1860 München
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
2006–2007
2006–2009
2009–2011
2009–
TSV 1860 München II
TSV 1860 München
Bayer 04 Leverkusen II
Bayer 04 Leverkusen
9 0(1)
58 0(4)
3 0(0)
137 (14)
Nationalmannschaft2
2005–2006
2007–2008
2009
2010
2011–
Deutschland U-17
Deutschland U-19
Deutschland U-20
Deutschland U-21
Deutschland
9 0(1)
9 0(2)
1 0(1)
1 0(0)
17 0(4)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: Saisonende 2013/14
2 Stand: 19. November 2013

Lars Bender (* 27. April 1989 in Rosenheim) ist ein deutscher Fußballspieler. Seit 2009 steht er als defensiver Mittelfeldspieler bei Bayer 04 Leverkusen unter Vertrag. Er ist der Zwillingsbruder des bei Borussia Dortmund spielenden Sven Bender.

Herkunft und Ausbildung[Bearbeiten]

Lars Bender, Sohn eines Zollbeamten aus Rosenheim,[2] ist der Zwillingsbruder von Sven Bender, der ebenfalls Fußballprofi ist und bei Borussia Dortmund unter Vertrag steht. Beide wuchsen in Brannenburg bei Rosenheim auf,[3] absolvierten die Mittlere Reife und brachen Kaufmannslehren ab.[4]

Die Benders zählten Piotr Nowak und Abédi Pelé, die beide bei 1860 München spielten, zu ihren Idolen.[4] Sie sind das 14. Brüderpaar, das in deutschen Fußballnationalmannschaften spielte (einschließlich der DDR-Auswahl).[5]

Karriere[Bearbeiten]

Verein[Bearbeiten]

Lars Bender in Aktion (2012)

Lars Bender spielte von 1993 bis 1999 in der Jugend des TSV Brannenburg, von 1999 bis 2002 gehörte er dem Nachwuchs der SpVgg Unterhaching an. Im Sommer 2002 wechselte er an die Grünwalder Straße in München. Beim TSV 1860 spielte er ab der U-14 in den Nachwuchsmannschaften. 2006 wurde Bender mit der U-17 des TSV 1860 deutscher B-Jugend-Meister.

Obwohl er zur Saison 2006/07 eigentlich in die Altersgruppe U-19 wechselte, gehörte er dem Kader der U-23 und dem der ersten Mannschaft an. Im August spielte er erstmals in der U-23 in der Regionalliga Süd, im Oktober saß er als Ersatzspieler bei den Profis auf der Bank und am 27. November 2006 gab er mit 17 Jahren beim Heimspiel gegen die TuS Koblenz in der 2. Bundesliga sein Profidebüt. Auf 13 Einsätze brachte er es in seinem ersten Profijahr, neun davon in der Startaufstellung. Im zweiten Jahr war er Stammspieler im defensiven Mittelfeld. Am ersten Spieltag der neuen Saison erzielte er sein erstes Profitor. Die Saison 2008/09 begann er wieder als Stammspieler. Im Zweitligaspiel beim FSV Frankfurt am 3. Oktober 2008 übernahm Bender in der 70. Spielminute die Kapitänsbinde und war damit mit 19 Jahren der jüngste Spielführer in der Geschichte des TSV 1860. Danach sorgte aber eine Reihe von Verletzungen dafür, dass er die Saison mit nur 15 Einsätzen abschloss.

Im April 2009 hatte Bender bekannt gegeben, dass er zur Spielzeit 2010/11 zu Bayer 04 Leverkusen wechseln würde.[6] Nachdem er am Beginn der Spielzeit 2009/10 noch zwei Ligaspiele für 1860 bestritten hatte, wurde der Wechsel jedoch bereits Mitte August 2009 vollzogen. Ausschlaggebend für den vorgezogenen Wechsel war auch, dass er bei seinem Engagement in Leverkusen wieder in der Nähe seines Bruders Sven wohnen konnte,[7] der vor der Saison zu Borussia Dortmund gewechselt war.[8] In München hatten die beiden Zwillingsbrüder in einer WG gelebt. Lars Bender bestritt für 1860 58 Spiele in der 2. Bundesliga, in denen er vier Tore erzielte.

In Leverkusen wurde er am 6. Spieltag erstmals bei einem Erstligaspiel eingewechselt und kam auch in den meisten seiner 20 Saisonspiele als Einwechselspieler zum Einsatz. In der Saison darauf blieb seine Position im defensiven Mittelfeld umkämpft und er war oft zweite Wahl, trotzdem kam er auf 27 Einsätze und drei Tore und wurde mit Leverkusen Vizemeister. Außerdem spielte er in allen Spielen der Europa League, bei der das Achtelfinale erreicht wurde. In der Saison 2011/12 setzte er sich endgültig durch; sowohl in der Liga als auch in der UEFA Champions League war er Stammspieler und spielte die meisten Partien über die volle Spielzeit, unterbrochen lediglich von einer Zwangspause nach einem Muskelbündelriss im Frühjahr 2012. Allerdings verpasste er mit dem Verein die erneute Champions-League-Qualifikation.

Am 21. März 2012 verlängerte er seinen Vertrag vorzeitig bis zum 30. Juni 2017,[9] im Oktober 2013 erneut bis 30. Juni 2019.[10]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Bender nach seinem Tor gegen Dänemark bei der EM 2012

Bender nahm mit der deutschen U-17-Nationalmannschaft an der EM 2006 in Luxemburg teil, bei der man den vierten Platz erreichte. 2008 stand er im deutschen Kader der U-19-Europameisterschaft in Tschechien, bei der die Mannschaft Europameister wurde. Viermal stand er im EM-Kader und erzielte unter anderem dem 1:0-Führungstreffer im Finale gegen die italienischen Junioren. Im Jahr darauf nahm er an der U-20-Weltmeisterschaft teil und spielte alle fünf Partien bis zum Ausscheiden im Viertelfinale.

Am 4. September 2011 wurde Bender für das A-Länderspiel gegen Polen zwei Tage später nachnominiert.[11] Er wurde beim Spiel in Danzig nach 77 Minuten für seinen Vereinskollegen Simon Rolfes eingewechselt.[12] Danach kam er auch noch zu weiteren Kurzeinsätzen im Nationaltrikot.

Lars Bender und sein Bruder Sven wurden im Mai 2012 von Joachim Löw zunächst beide zur Vorbereitung für die Europameisterschaft in Polen und der Ukraine eingeladen. Da ihre Stammposition im defensiven Mittelfeld gut besetzt war, wurde allgemein nicht mit einer Aufnahme der Bender-Brüder in den EM-Kader gerechnet. Da Lars Bender im Verein vielseitiger eingesetzt wurde, nahm ihn Bundestrainer Joachim Löw trotzdem mit zum Turnier. Bereits in den ersten beiden Gruppenspielen kam er zum Einsatz, als er bei knappen Führungen des deutschen Teams in den Schlussminuten eingewechselt wurde. Nachdem Jérôme Boateng für das dritte Spiel gesperrt worden war, übernahm er dessen Platz als rechter Verteidiger in der Startaufstellung. In der 80. Spielminute vollendete er einen Konter der deutschen Mannschaft mit seinem ersten Länderspieltor zum 2:1-Siegtreffer gegen Dänemark. Am 29. Mai 2013 beim Freundschaftsspiel gegen Ecuador wurde Bender von Beginn an eingesetzt und erzielte als defensiver Mittelfeldspieler zwei Tore.

Am 8. Mai 2014 wurde er von Bundestrainer Joachim Löw in den vorläufigen Kader der Weltmeisterschaft 2014 berufen.[13] Während einer Trainingseinheit der vorläufigen DFB-Auswahl im Trainingslager in St. Martin zog er sich eine Muskel-Sehnen-Verletzung im oberen rechten Oberschenkel zu, woraufhin eine Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft ausgeschlossen werden musste.[14]

Erfolge[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lars Bender – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1]. dfb.de.
  2. Lars verrät: Das Geheimnis der Bender-Zwillinge bei bild.de, 24. August 2011 (abgerufen am 10. Juni 2012)
  3. Schiller, Kai: Ein Bender kommt selten allein. In: Hamburger Abendblatt, 10. März 2008, Nr. 59, S. 27.
  4. a b "Wir sind blau aufgewachsen" bei merkur-online.de, 27. April 2007 (abgerufen am 10. Juni 2012).
  5. dpa-AFX ProFeed: Löw gibt Vollgas - Ausscheidungsrennen läuft. 23. Mai 2012 3:00 PM GMT (abgerufen via LexisNexis Wirtschaft).
  6. Lars Bender bleibt definitiv ein Löwe bis 2010 (Version vom 1. Mai 2009 im Internet Archive) im Internet Archive, ursprünglich auf tsv1860.de am 27. April 2009
  7. "Das Duell der Brüder" (WDR.de). Abgerufen am 1. Februar 2011.
  8. Kicker: Alles klar mit Bayer: Bender geht!?, abgerufen am 18. August 2009
  9. Lars Bender verlängert vorzeitig bis 2017, bayer04.de, Zugriff am 21. März 2012
  10. Bayer 04 verlängert mit Lars Bender bis 2019 bayer04.de, abgerufen am 31. Oktober 2013
  11. DFB: Lars Bender für Spiel gegen Polen nachnominiert, abgerufen am 4. September 2011
  12. Kicker: Cacau bewahrt DFB-Auswahl vor der Pleite, abgerufen am 6. September 2011
  13. DFB-Kader für die WM 2014 in Brasilien fussballnationalmannschaft.net, abgerufen am 8. Mai 2014
  14. Lars Bender WM-Ausschluss, abgerufen am 23. Mai 2014