Larvik

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Wappen Karte
Wappen der Kommune Larvik
Larvik (Norwegen)
Larvik
Larvik
Basisdaten
Kommunennummer: 0709 (auf Statistik Norwegen)
Provinz (fylke): Vestfold
Verwaltungssitz: Larvik
Koordinaten: 59° 3′ N, 10° 3′ O59.0570410.04542Koordinaten: 59° 3′ N, 10° 3′ O
Fläche: 535 km²
Einwohner:

43.443 (30. Jun. 2014)[1]

Bevölkerungsdichte: 81 Einwohner je km²
Sprachform: Bokmål
Postleitzahl: 3250
Gliederung: Stavern, Nevlunghavn, Helgeroa, Kjose, Farris, Kvelde, Hvarnes, Verningen, Hedrum, Brunlanes, Kjerringvik und Tjølling
Webpräsenz:
Politik
Bürgermeister: Rune Høiseth (Ap) (12. September 2011)
Lage in der Provinz Vestfold
Lage der Kommune in der Provinz Vestfold
Larvik Herrenhof

Larvik ist eine Stadt und die größte Kommune in der norwegischen Provinz Vestfold. Die Kommune grenzt im Norden an Lardal, im Osten an Andebu und Sandefjord und im Westen an Porsgrunn und Siljan. Die Stadt Larvik ist eine Hafen- und Industriestadt und liegt 105 km südwestlich von Oslo. Die Kommune umfasst auch die Ortschaften Stavern, Nevlunghavn, Helgeroa, Kvelde und Tjølling. Larvik befindet sich in einer Region vulkanischen Ursprungs und ist der Namensgeber für das Gestein Larvikit, einen seltenen Naturwerkstein, der in der Umgebung der Stadt abgebaut wird. Larvik ist Teil des Gea Norvegica Geopark, der zu einem Netzwerk europäischer Geoparks und zu dem von der UNESCO unterstützten Global Network of National Geoparks gehört. Südöstlich der Stadt mündet einer der größten norwegischen Flüsse, der Numedalslågen, in den Skagerrak. Eine Mineralquelle in der Nähe der Stadt ist Ursprung des in Norwegen bekannten Farris-Mineralwassers. Larvik hat ein moderates Küstenklima mit mildem Winter- und warmem Sommerwetter.

Geschichte[Bearbeiten]

Bei archäologischen Untersuchungen konnten Funde zu einer Besiedlung bereits in der Steinzeit vor etwa 10.000 Jahren erschlossen werden. Aus der Zeit der Völkerwanderung sind in Larvik acht Wehrhügel festgestellt worden: Vier davon befinden sich im Stadtviertel Hedrum, drei im Viertel Brunlanes und eine im Ortsteil Tjølling. In der Wikingerzeit befand sich in unmittelbarer Nähe von Larvik eine der ältesten Siedlungen Norwegens, Kaupang, die aber um das Jahr 800 wegen Verlandung des Hafens aufgegeben wurde. Larvik wurde das erste Mal 1512 als Laghervik erwähnt, womit aber wahrscheinlich der Larvikfjord gemeint war. Als Stadt in der Grafschaft Brunla wird sie 1603 mit Laurvig bezeichnet.

Am 29. September 1671 wurde das Amt (so wurden damals die Lehen genannt) Brunla zu einer erblichen Grafschaft namens „Laurvik“ erhoben und dem Bruder des Königs Ulrik Fredrik Gyldenløve übertragen. Die Grafschaft umfasste Larvik und die Sandefjord-Kommunen samt Tjøme und große Teile von Kodal. Sie sollte die wertvollste Grafschaft des gesamten dänisch-norwegischen Reiches werden. Larvik erhielt 1671 eigene Marktrechte, nachdem die Stadt vorher Tønsberg untergeordnet war. Sie blieb aber in die Grafschaft integriert und ohne besondere Privilegien, wie andere Handelsorte, erlebte aber ihren ersten Aufschwung durch den rasch wachsenden Holzhandel.

Die Stadt Larvik erlebte ihre höchste Blüte zur so genannten „Grafenzeit“, als Larvik eine Grafschaft war, mit der dänische Adlige belehnt wurden. Die Grafen waren:

  • Graf Ulrik Fredrik Gyldenløve (1671–1704)
  • Graf Ferdinand Anton Danneskiold-Laurvig (1704–1754)
  • Graf Frederik Ludvig Danneskiold-Laurvig (1754–1762)
  • Graf Christian Conrad Danneskiold-Laurvig (1762–1783)
  • Erbschaftsstreit (1783–1785)
  • Graf Christian Ahlefeldt-Laurvig (1785–1791)
  • Graf Frederik Ahlefeldt-Laurvig (1791–1805)

Die Namen „Gyldenløve“ und „Danneskiold“ waren den nichterbberechtigten außerehelichen Söhnen der dänisch-norwegischen Könige vorbehalten.

Das Fort im Ortsteil Stavern war während des Nordischen Krieges 1709–1720 ein wichtiger Standort für die Flotte von Admiral Tordenskjøld. 1750 wurde in Stavern durch den dänisch-norwegischen König Fredrik V. eine Marinebasis angelegt und die Fredriksvernverft gegründet, die 1828 nach Horten verlegt wurden.

Im 19. Jahrhundert entstand eine Eisenhütte. Sie hatte bald mit der billigeren Konkurrenz aus Schweden zu kämpfen. Aber in den 1840er Jahren bekam die Eisenhütte Zugang zum amerikanischen Markt und konnte sich mit Stangenware trotz höherer Preise auf Grund besserer Qualität behaupten. Das Werk erreichte seine höchste Produktionsrate um 1850. 1865 folgte der Zusammenbruch, als in England und Schweden das Eisenerz mit Steinkohle verhüttet wurde. Der Unternehmer verlegte sich auf die Holzverarbeitung und errichtete 1865 ein dampfbetriebenes Sägewerk, 1871 kam eine weitere Dampfsäge hinzu. Um 1870 wurde von dem Schiffskonstrukteur Colin Archer in Larvik eine Schiffswerft gegründet, auf der unter anderem die Fram gebaut wurde, mit der Amundsen und Nansen ihre Forschungsreisen durchführten.

Verkehr[Bearbeiten]

Larvik Torstrand

Larvik hat eine tägliche Fähranbindung mit der M/S SuperSpeed 2 der Color Line nach Hirtshals (bis 2005 nach Frederikshavn) in Dänemark.

Larvik ist seit 1881 an die Vestfoldbane von Drammen nach Skien angeschlossen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Das Seefahrtsmuseum zeigt die enge Verbindung der Stadt mit der Seefahrt von den frühesten Anfängen über die Schiffsbauten von Colin Archer bis zu den Expeditionen von Thor Heyerdahl.
  • Herregården (Herrenhof), bedeutender norwegischer Barockbau, ehemalige Residenz des dänischen Statthalters und Grafen Ulrik Fredrik Gyldenløve.
  • Fredriksvern Verft, Parkanlage im Ortsteil Stavern mit 17 denkmalgeschützten Gebäuden aus dem 18. Jahrhundert.

Sport[Bearbeiten]

Sportliches Aushängeschild der Stadt ist der Frauenhandballverein Larvik HK, der seit 1994 14-mal norwegischer Meister wurde und 2011 die EHF Champions League gewann.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Larvik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Larvik – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistics Norway – Population and quarterly changes, Q2 2014