Las Terrenas

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Las Terrenas
19.317222222222-69.540833333333Koordinaten: 19° 19′ N, 69° 32′ W
Karte: Dominikanische Republik
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Las Terrenas

Las Terrenas auf der Karte von Dominikanische Republik

Basisdaten
Staat Dominikanische Republik
Provinz Samaná (Provinz)
Einwohner 18.829 (2010[1])
Detaildaten
Fläche 111,9 km²
Bevölkerungsdichte 168 Ew./km²
Gewässer Río Las Terrenas, Atlantik
Postleitzahl 32200
„Pueblo de los Pescadores“, die touristisch bedeutendste Attraktion von Las Terrenas. Wiederaufgebaute nach der kompletten Zerstörung durch den Brand vom 7. Mai 2012.[2]
„Pueblo de los Pescadores“, die touristisch bedeutendste Attraktion von Las Terrenas. Wiederaufgebaute nach der kompletten Zerstörung durch den Brand vom 7. Mai 2012.[2]
Die Hauptstrasse („Principal“ / Juan Pablo Duarte)
Die Hauptstrasse („Principal“ / Juan Pablo Duarte)

Las Terrenas ist eine touristisch bedeutende Ortschaft der Provinz Samaná im Nordosten der Dominikanischen Republik.

Das ehemalige Fischerdorf ist seit den 1990er Jahren zu einem internationalen Reiseziel mit Hotels, Restaurants und Diskotheken sowie Tauchschulen und ähnlichen Sportclubs aufgestiegen. Jedoch hat die relativ abgeschiedene Lage der Ortschaft, die nur über zwei kurvenreiche Provinz-Straßen entweder von Sánchez oder Samaná aus per Auto zu erreichen war, ihre Entwicklung gebremst.

Seit Oktober 2011 ist Las Terrenas zusätzlich auch über die kostenpflichtige Schnellstrasse "Boulevard del Atlántico" erreichbar.[3]

Seit November 2006 ist Las Terrenas über den neuen internationalen Flughafen El Catey in der Nähe von Sánchez besser erreichbar; allerdings haben Air Berlin/LTU und Condor diesen Flughafen im Jahre 2010 wieder aus ihrem Flugplan gestrichen.

Las Terrenas ist heute ein internationaler Ort. Neben der inländischen Bevölkerung leben hier Menschen aus rund 40 Ländern, insbesondere Haitianer und Franzosen, die in der Geschichte der Ortschaft seit jeher einen bedeutenden Rolle spielten.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Einwohner[Bearbeiten]

Die ersten Siedler auf der Halbinsel Samaná kamen aus Venezuela, ein zu den Arawak gehörendes Volk namens Taíno. Nach der spanischen Eroberung wurden die Taíno jedoch durch Krankheit und Kämpfe fast ausgerottet, obwohl es eine Vermischung mit den Spaniern gab. Mit dem Wunsch nach Freiheit und auf der Suche nach Arbeit liessen sich 1822 hauptsächlich schwarze Sklaven nieder, die aus England und Philadelphia stammten.

Ortsname[Bearbeiten]

Die erste Erwähnung der Ortschaft ist auf vornehmlich französische Freibeuter und Bukanier zurückzuführen, welche den Ort von 1630 bis 1693 „La Terrienne“ (Die Grundbesitzerin bzw. Gutsbesitzerin) nannten. Danach wurde der Name ins Spanische als „La Terrena“ übernommen und bleib bis ins Jahr 2000 erhalten. Um den Namen etwas zu verschönern, wurde jeweils ein "s" angehängt woraus dann der amtliche Name „Las Terrenas“ wurde.[4]

Verwaltung[Bearbeiten]

Von 1903 bis etwa 1950 war Las Terrenas eine Sektion („Sección“) der Stadt Samaná und wurde danach an Sánchez, ebenfalls als Sektion, übergeben. Durch das Gesetz 185-80, vom 12. November 1980 wurde Las Terrenas mit rund 5.700[5] Einwohnern zum Stadtbezirk („Distrito Municipal“) der Gemeinde Sánchez aufgestuft. Ein Verwaltungsrat für den Bezirk („Junta de Distrito Municipal“) wurde aber erst 1984 eingesetzt.[4] Mit rund 14.000 Einwohnern war man der Ansicht, dass Las Terrenas alle Voraussetzungen erfüllt, um eine eigenständige Gemeinde („Municipio“) zu bilden. Dies wurde 1994 im Gesetz 18-96 formuliert, verabschiedet und am 19. September 1996 promulgiert.[6]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Von 1900 bis 1975 bestand das Haupteinkommen in Las Terrenas aus dem Ertrag der Fischerei und Kokosnussplantagen. Der Grundstückpreis wurde damals nach dem Wert seiner Kokosnusspalmen bemessen. Nach 1975 begann der touristische Aufschwung, der hauptsächlich durch Franzosen geprägt war. Dadurch konnten sich, dank der Sprache und als billige Arbeitskraft, auch Haitianer in Las Terrenas ansiedeln. Ab dem Jahr 2007 wurde das Gewicht des Tourismus auf den Kauf von Immobilien als Zweitwohnsitz verlagert. Aus den gebauten Objekten, deren Promotoren hauptsächlich Dominikaner waren, kann man den Beginn einer "dominikanisierung" von Las Terrenas ableiten.[4]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Elektrizität[Bearbeiten]

Die Elektrizitätsversorgung von Las Terrenas wurde erst im Jahre 1994 von der privaten Firma "Luz y Fuerza" geschaffen. Bis dahin haben sich die Einwohner mit Kerosin- und Gaslampen, mit kleinen Generatoren, sowie vereinzelt mit Solaranlagen selbst versorgt.[7]

Da der Strom zu einem grossen Teil durch Dieselgeneratoren erzeugt wird, hat der steigende Ölpreis den Strompreis auf 20 Pesos (0,36 €) pro kWh steigen lassen, was in den letzten Jahren zur Häufung von Beschwerden und Protestaktionen der Konsumenten führte. Der hohe Preis wird einerseits mit der Monopolstellung der "Luz y Fuerza" und andererseits mit der fehlenden Steuerbefreiung und den fehlenden Staats-Subventionen begründet.[8]

Im Jahre 2014 eskalierte die Situation, wobei bei Strassenkämpfen Tote und Verletzte zu beklagen waren und Teile des Strom-Netzes zerstört wurden, was in einzelnen Gegenden zu mehrtägigen Blackouts führte.[9] Die darauf folgenden Gespräche mit der "Superintendencia de Electricidad" (Staatliche Kontrollbehörde für Elektrizität) ergaben; eine Zusicherung für den Anschluss an das nationale Netz durch eine 34,5 kV-Leitung, die Prüfung der Zähler und Geschäfte der "Luz y Fuerza".[10]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Informe General. In: Censo 2010. Oficina Nacional de Estadística, Juni 2012, abgerufen am 23. Januar 2013 (PDF; 6,2 MB, spanisch).
  2. Darlenny Martínez: El “Pueblo de los Pescadores” ahora es una atractiva ciudad de madera. elCaribe, 14. August 2012, abgerufen am 23. Februar 2013 (spanisch): „...que se constituye en la mayor oferta turística, gastronómica complementaria y de diversión nocturna de Las Terrenas, de acuerdo con el ministro de Turismo, Francisco Javier García.“
  3. Jefe de Estado inaugura el Boulevard Turístico del Atlántico en Samaná. Presidencia de la República Dominicana, 25. Oktober 2011, abgerufen am 11. Februar 2013 (spanisch).
  4. a b c d Plan Municipal de Desarrollo de Las Terrenas 2013 - 2016. Oficina Municipal de Planificación y Programación Ayuntamiento Municipal de Las Terrenas, August 2013, abgerufen am 6. Februar 2014 (spanisch).
  5. Evolución Poblacional y Territorial Provincia Samaná (1920-2009). Oficina Nacional de Estadística, abgerufen am 6. Februar 2014 (spanisch).
  6. Gaceta Oficial. Poder Ejecutivo, 30. September 1996, abgerufen am 6. Februar 2014 (spanisch).
  7. Compañía Luz y Fuerza aclara en Las Terrenas solo se registran 20 apagones al año. El nuevo Diario, 11. Februar 2013, abgerufen am 29. November 2014 (spanisch).
  8. Las Terrenas consume luz propia, pero a qué precio. elCaribe, 24. Juli 2012, abgerufen am 29. November 2014 (spanisch).
  9. Conflicto por energía “enciende” a Las Terrenas; dos muertos y unos 30 detenidos. diariolibre.com, 19. November 2014, abgerufen am 29. November 2014 (spanisch).
  10. Superintendencia y comunitarios Las Terrenas acuerdan solución conflicto eléctrico. elCaribe, 21. November 2014, abgerufen am 29. November 2014 (spanisch).