Laserpistole

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Polizeibeamte bei Geschwindigkeitskontrolle mit Laserhandmessgerät
Polizeibeamtin mit Laserhandmessgerät bei einer Schule (30-Zone) in Schweden

Eine Laserpistole (ebenso fälschlich als Radarpistole bezeichnet) ist die umgangssprachliche Bezeichnung für ein Laserhandmessgerät Es gehört zu den Geschwindigkeitsüberwachungsgeräten, die bei der amtlichen Verkehrsüberwachung zur Geschwindigkeitsmessung vorbeifahrender Fahrzeuge dienen. Das Laserhandmessgerät ist ein transportabeles Gerät zur Geschwindigkeitsüberwachung anhand schnell aufeinander folgender optischer Abstandsmessungen.[1]

Messprinzip[Bearbeiten]

Ein Laserhandmessgerät sendet kurze Lichtimpulse aus. Aus der Zeitdifferenz bis zum Eintreffen der reflektierten Strahlung berechnet das Gerät die Entfernung. Aus einer Vielzahl von Messungen pro Zeiteinheit bestimmt es die Änderung der Entfernung und daraus die Geschwindigkeit. Als Lichtquelle dient ein gepulster Infrarot-Laser.

Das Messprinzip eines Laserhandmessgerätes unterscheidet sich von einem Radar-Geschwindigkeitsmessgerät. Das Geschwindigkeitsradar arbeitet nach dem Dopplerprinzip. Es bestimmt die Geschwindigkeit anhand der Schwebungen aus der Überlagerung von ausgestrahlter und reflektierter Strahlung, die durch die Doppler-Frequenzverschiebung entstehen.

Anbieter von Laserhandmessgeräten sind zum Beispiel die Firmen LTI, Jenoptik (Laveg), Multanova (Laserpatrol) oder Riegl.

Beispiel[Bearbeiten]

Ein PKW mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h legt in einer Sekunde 14 m zurück. Um innerhalb einer Sekunde die Geschwindigkeit mit einem Fehler kleiner als 10 % zu messen, muss die Entfernung auf 1 m genau bekannt sein. Dies erfordert eine Zeitauflösung zwischen gesendetem und empfangenem Puls besser als 3 ns. Die Lichtpulse haben eine Dauer von 10-20 ns.

Laserhandmessgeräte lassen sich bis auf eine Entfernung von ca. 1000 m bei derzeit sechsfacher optischer Vergrößerung einsetzen. Bei einer Strahlaufweitung um 0,5° misst der Durchmesser des Strahlflecks bereits 0,5 m. Er ist deutlich größer als das Nummernschild des angepeilten PKW, welches den Hauptanteil der Strahlung reflektiert. Auch die eindeutige Auswahl eines PKW wird schwieriger. Dafür nimmt bei großer Entfernung der Winkelfehler des Messwinkels ab.

Der Messwinkel α ist der Winkel zwischen Fahrt- und Messrichtung. Die wahre Entfernung verkürzt sich um den Faktor cos(α). Der Korrekturterm wird gleich 1, wenn das Auto auf das Messgerät zufährt oder sich von ihm entfernt. Daraus folgt, dass Messungen, bedingt durch den obigen, sog. Cosinuseffekt immer zugunsten des Pkw-Fahrers erfolgen, außer der Winkel wäre 0, was aber selten vorkommt. Je größer der Messwinkel ist, umso mehr weicht die gemessene Geschwindigkeit nach unten von der tatsächlich gefahrenen ab.

Geschwindigkeitsmessgeräte, die in der Verkehrsüberwachung verwendet werden, sind in Deutschland zulassungs- und eichpflichtig.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Laserpistole wurde vom US-Amerikaner John L. Barker Sr. im Zweiten Weltkrieg entwickelt und von ihm auf dem Merritt Parkway zur Geschwindigkeitsmessung von Fahrzeugen 1947 in Connecticut getestet.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. PTB-A 18.11, Anforderungen an Geschwindigkeitsüberwachungsgeräte (PDF; 144 kB), Physikalisch-Technische Bundesanstalt, November 2006, abgerufen am 18. Mai 2013
  2. New York Times:Who Made That Traffic Radar?

Weblinks[Bearbeiten]