Laternelaufen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gemälde von Ernst Oppler: "Abend an der Ostsee", um 1920
St. Martinszug in Duisburg-Mündelheim 2007

Laternelaufen ist ein herbstlicher Brauch, bei dem Kinder nach Einbrechen der Dunkelheit singend mit einer Laterne von Haus zu Haus ziehen oder an einem Laternenumzug durch die Straßen teilnehmen.

Das Laternelaufen ist in vielen Regionen verbreitet und steht oft in direktem Zusammenhang mit dem Brauchtum um den Martinstag am 11. November. Regional finden sich zumeist unterschiedliche Varianten, in allen Varianten werden jedoch beim Laternelaufen Lieder wie Ich gehe mit meiner Laterne (Martinslieder/Martinilieder) gesungen.

Vor allem in katholisch geprägten Regionen ist das Laternelaufen besser bekannt als Sankt-Martins-Umzug oder Laternenumzug zur Erinnerung an Sankt Martin und findet am 11. November statt (dabei ist die Geste des Teilens im Sinne St. Martins prägend).

In einigen evangelisch geprägten Regionen wird das Martinisingen in Erinnerung an den Reformator Martin Luther bereits am 10. November (Luthers Geburtstag) gefeiert. Im alemannischen Raum ist zudem der Brauch der Räbenlichter verbreitet.

Organisatorische Gründe führen manchmal zu geringen Terminverschiebungen um den 10./11. November.

Auch findet das Laternelaufen im Herbst, unabhängig vom 10. oder 11. November, in einigen Regionen im Rahmen eines oder mehrerer Laternenumzüge statt. Diese reichen von kleinen Gruppen eines Kindergartens bis zu den von Gemeinden, Vereinen oder anderen Einrichtungen organisierten Laternenzügen, die von einem Spielmannszug begleitet sein können. Während des Umzugs werden spezielle Lieder gesungen.

Die Laternen und Räbelichter werden oftmals, teils von den Kindern, selbst hergestellt. Gleichwohl werden vielerorts auch Laternen oder Lampions aus dem Handel verwendet, die mittlerweile auch mit einer elektrischen Lampe statt einer herkömmlichen Kerze ausgestattet sind.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]