Lathen

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Dorf Lathen, die Schriftstellerin Emma Lathen siehe dort
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lathen
Lathen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lathen hervorgehoben
52.8666666666677.316666666666713Koordinaten: 52° 52′ N, 7° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Emsland
Samtgemeinde: Lathen
Höhe: 13 m ü. NHN
Fläche: 38,02 km²
Einwohner: 6099 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 160 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49762
Vorwahl: 05933
Kfz-Kennzeichen: EL
Gemeindeschlüssel: 03 4 54 029
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Große Straße 3
49762 Lathen
Webpräsenz: lathen.de
Bürgermeisterin: Luise Redenius-Heber (CDU)
Lage der Gemeinde Lathen im Landkreis Emsland
Niederlande Landkreis Cloppenburg Landkreis Grafschaft Bentheim Landkreis Leer Landkreis Osnabrück Andervenne Bawinkel Beesten Bockhorst Börger Breddenberg Dersum Dörpen Dohren (Emsland) Emsbüren Esterwegen Freren Fresenburg Geeste Groß Berßen Handrup Haren (Ems) Haselünne Heede (Emsland) Herzlake Hilkenbrook Hüven Klein Berßen Kluse (Emsland) Lähden Lahn (Hümmling) Langen (Emsland) Lathen Lehe (Emsland) Lengerich (Emsland) Lingen (Ems) Lorup Lünne Lünne Meppen Messingen Neubörger Neulehe Niederlangen Oberlangen Papenburg Rastdorf Renkenberge Rhede (Ems) Salzbergen Schapen Sögel Spahnharrenstätte Spelle Stavern Surwold Sustrum Thuine Twist (Emsland) Vrees Walchum Werlte Werpeloh Wettrup WippingenKarte
Über dieses Bild
Luftbild von Lathen (2013)
Kath. Krankenhaus Marienheim
SV Rasensport Lathen, Meppener Straße

Lathen ist eine Gemeinde im Landkreis Emsland, Niedersachsen. Es ist der Verwaltungssitz der Samtgemeinde Lathen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Lathen liegt zwischen Dörpen und Haren an der Ems und am Dortmund-Ems-Kanal, der B 70, der Eisenbahnstrecke Münster-Emden (Emslandstrecke) und nahe der A 31. Acht Kilometer östlich des Ortskerns beginnt der Hümmling, ein waldreicher Geestrücken.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind im Norden die Gemeinden Fresenburg und Renkenberge, im Osten die Gemeinde Sögel in der gleichnamigen Samtgemeinde, im Süden die Stadt Haren und im Westen die Gemeinden Oberlangen, Sustrum und Niederlangen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Neben dem Hauptort Lathen gehören Kathen-Frackel, Hilter, Kathen-Siedlung, Dünefehn, sowie Lathen-Wahn zum Gemeindegebiet.

Geschichte[Bearbeiten]

Lathen taucht erstmals 854 als „Lodon“ auf. Es gehört zu den sehr alten Ortschaften und war schon vor dem Übergang des Nordlandes an Corvey 834 und zur Zeit der Christianisierung unter Karl dem Großen von Bedeutung. Es ist anzunehmen, dass Lodon in der unter Leitung des Missionsbischofs von Osnabrück erfolgenden Bekehrung des Agredingo durch die Missionszelle in Meppen den Hauptort und Mittelpunkt des Gaues darstellt. Dafür spricht

  • dass in der Nähe von Lathen auf dem Flütenberg bei Düthe wohl das uralte Volksgericht des Gaues bestand,
  • dass die Kirche zu Lathen, bevor sie von Corvey auf den hl. Vitus umgeweiht wurde, den hl. Johannes den Täufer zum Patron hatte (jetzt noch zum Mitpatron) und wahrscheinlich die vorhandene aber nirgends sonst nachzuweisende Haupt- und Mutter-Kirche des Gaues war,
  • dass Corvey selbst, obschon es Lathen mit Rücksicht auf seinen Hauptsitz Meppen zurückzudrängen versuchte, dort, eine den nördlichen Teil des Nordlandes, den Hümmling eingeschlossen, umfassende Curia (Verwaltungs- und Abgabenstelle) errichtete.

Herkunft des Namens[Bearbeiten]

Die älteste Benennung Lodon, zu der um 1000 Lodun tritt, kann Lode, Schößling, bedeuten, sodass on oder un als Grundwort und lod als Bestimmungswort aufzufassen wäre. Man kann aber ebenso gut trennen: lo-don, also Gehölz oder Lichtung im Gehölz auf oder bei einer Düne. Don und dun kommen im Altniederdeutschen nebeneinander vor. Die Schreibweise Loten findet sich erst in späteren Corveyer Aufzeichnungen, deren Einzelheiten nicht genau zu datieren sind und von rund 1100 bis 1400 reichen können. Der Name geht damit auf den gleichen germanischen Ursprung zurück wie London. Die Ems teilt in gleicher Weise ihre Namensherkunft mit der Themse.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1973 wurden die Gemeinden Hilter (Ems) und Kathen-Frackel eingegliedert.[2]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 11. September 2011 führte zu folgendem Ergebnis:[3][4]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
Gemeindewahl 2011
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
64,97 %
28,97 %
4,17 %
1,88 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-7,57 %p
+6,59 %p
+4,17 %p
-3,20 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 64,97 11 72,54 12 69,73 13
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 28,97 5 22,38 4 25,85 4
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 4,17 1
FDP Freie Demokratische Partei 1,88 5,08 1 4,42
gesamt 100,0 17 100,0 17 100,0 17
Wahlbeteiligung in % 48,82 49,13

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Ehrenbürgerin Lathens ist Erna de Vries. Die 1923 in Kaiserslautern geborene Überlebende des Holocaust war mit dem in Lathen geborenen Josef de Vries, der als Jude sechs Jahre in deutschen Konzentrationslagern verbrachte, verheiratet.

Am 17. Mai 1991 wurde erstmals das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Lathen verliehen. Damals übergaben Bürgermeister Heinrich Middendorf und Verwaltungschef Wilhelm Eiken die Urkunde und den Ehrenring an Dr. Hermann Frerker (1912 - 1993) in "Würdigung seiner Verdienste um die Erforschung der Heimatgeschichte". In der Ems-Zeitung vom 21. Mai 1991 war weiter zu lesen, dass "der Lebensweg des weit über die Grenzen des Emsorts hinaus bekannten Mediziners in Ankum begann...1950 ließen sich die Frerkers in Lathen nieder, Dr. Hermann Frerker eröffnete hier eine Praxis...In dem engagierten Bemühen um die Erforschung von Heimat- und Familiengeschichte begann Dr. Frerker Aufzeichnungen anzufertigen und Dokumente zu sammeln. In Staatsarchiven und im Archiv des Klosters Corvey war er Stammgast. So füllten sich Ordner um Ordner, und schnell wurde das ‚Frerkersche Archiv‘ zu einem unentbehrlichen Nachschlagewerk heimischer Kultur und Geschichte...Kaum jemand, der sich mit Orts-, Kirchen-, Familien- oder Vereinsgeschichte befasste, kam ohne den fachmännischen Rat von Dr. Frerker aus...".

Infrastruktur[Bearbeiten]

Lathen hat einen Bahnhof für Regional-Express-Züge an der Bahnstrecke Rheine–Norddeich Mole (Emslandstrecke). Früher zweigte in Lathen die Bahnstrecke Lathen–Werlte ab..

Durch das Gemeindegebiet von Lathen führen mehrere Radfernwege sowie lokale Radrundwege.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Förstemann, Hermann Jellinghaus (Herausgeber): Altdeutsches Namenbuch, Band II, 1 und 2: Ortsnamen, Bonn 1913/1916 (Nachdruck: Band II, 2, Hildesheim 1967/1983, ISBN 3-487-01733-4)
  • Hermann Abels: Die Ortsnamen des Emslandes, in ihrer sprachlichen und kulturgeschichtlichen Bedeutung, Paderborn: Ferdinand Schöningh Verlag 1929
  • Heinz Pinkernell: Damals in Lathen, Verlag Kenning, 2001, ISBN 3933613507

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lathen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 252.
  3. http://www.lathen.de/wahlenx1/kw2011/454104_000034/
  4. http://www.lathen.de/wahlenx1/kw2006/6_MAIN_S_GEMEINDEWAHL_LATHEN_2006.html