Latifundium

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Als Latifundium (lateinisch lātifundium, pl. lātifundia, auf Deutsch auch Latifundien; aus lātus „großräumig“, fundus „Bauernhof, Anwesen“) wurde im Römischen Reich ein ausgedehntes Landgut oder Großgrundbesitz bezeichnet, dessen Größe 500 ha überstieg.

Geschichte[Bearbeiten]

Latifundien kamen in der Römischen Republik nach dem Zweiten Punischen Krieg auf. Sie ergaben sich durch die zunehmende Größe von Landgütern und verdrängten in der späten Republik in vielen Gegenden die bisherige kleinbäuerliche oder auf Gutshöfe mittlerer Größe gestützte Landwirtschaft. In neu hinzukommenden Gebieten des Römischen Reiches waren sie eine Grundform für den Aufbau römischer Landwirtschaftsformen, so insbesondere in Sizilien, Griechenland, Nordafrika, Gallien und den Donauraum. Dort waren sie auch Bestandteil der kaiserlichen Verwaltung dieser Gebiete.

Ein Latifundium produzierte neben den landwirtschaftlichen Gütern zur Versorgung der Besitzer und ihrer Arbeitskräfte zumeist ein regional bedeutendes Landwirtschaftsgut: Getreide, Oliven und Öl, Wein oder Vieh, aber auch spezielle Produkte wie etwa Garum. Arbeitskräfte auf dem Latifundium waren entweder freie Kleinbauern, die im Kolonat Parzellen bewirtschafteten und dafür Pacht entrichteten, oder Sklaven. Ein Latifundium wurde dabei meist von einer Villa rustica als Zentrum verwaltet.

Latifundien waren teilweise im Staatsbesitz (und damit nachher im Besitz des römischen Kaisers), teilweise aber auch im Besitz einzelner Familien. Als Staatsbesitz wurden sie vom Kaiser an einflussreiche Familien vergeben und wurden so wirtschaftliche Grundlage für die Senatoren. Einige Latifundien haben sich als Großgrundbesitz etwa auf Sizilien bis in die Neuzeit halten können.

Heutige Verwendung[Bearbeiten]

Nach römischem Vorbild werden auch große Landgüter späterer Zeit, so in Portugal, Spanien und Lateinamerika, als Latifundien bezeichnet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Christ: Die Römische Kaiserzeit: von Augustus bis Diokletian, 3. akt. Auflage; München, 2006. ISBN 978 3 406 47052 3