Latobius

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Latobius, auch Latovius ist der Name einer keltischen Gottheit, die auf einigen Inschriften aus der römischen Provinz Noricum genannt wird und dort nach der Interpretatio Romana meist mit Mars gleichgesetzt ist.

Fundorte[Bearbeiten]

Latobius wird in vier Weiheinschriften aus Noricum erwähnt, und zwar zwei davon in Seggauberg (römisch Solva, Steiermark)[1] [2] sowie zwei weitere in Sankt Paul im Lavanttal (Kärnten)[3] [4]. In den Inschriften aus Seggauberg wird der Gott Mars Latobius genannt, eine Kolossalstatue befindet sich im Stiftsmuseum von Sankt Paul.[5]

Der Name Latobius/Latovius ist etymologisch nicht sicher geklärt. Bei Birkhan werden Übersetzungsversuche einiger Fachautoren angeführt: „der weithin Schlagende“, „Schläger der Wut“, „der weithin Gewaltige“, „der in der Ebene Mächtige“. Letzteres stimmt nicht ganz überein mit den Fundorten, die sich auf Bergspitzen und Passübergängen befinden. Hier wird mit der Kienbachklamm bei Bad Ischl im Salzkammergut noch eine Fundstelle genannt.[6]

Weitere Fundorte sind in Lendorf (Bezirk Spittal an der Drau) in einem Marsheiligtum, der so genannten Römerklause aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., bei der Pfarrkirche zum Heiligen Peter angeführt, sowie in Spielberg bei Knittelfeld. Der traditionelle Vierbergelauf über vier Kärntner Berge führt an einem Latobius-Heiligtum in der Stadt auf dem Magdalensberg vorbei.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. CIL III, 5320 Marti / Latobio / Marmogio / Toutati / Sinati Mog/[e]tio C(aius) Val(erius) / [V]alerinus / ex voto
  2. CIL III, 5321 [Marti] / [La]tobi[o] / [Q(uintus?)] Morsius / Q(uinti) f(ilius) / Titianus / v(otum) s(olvit)
  3. CIL III, 5097 Latobio / Aug(usto) sac(rum) / L(ucius) Caeserni/us Avitus / v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito)
  4. CIL III, 5098 Latobio / Aug(usto) sac(rum) / pro salute / Nam(moniae?) Sabinae / et Iuliae Bassillae / Vindonia Vera mat(er) / v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito)
  5. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 203.
  6. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 639, Anm. 7, S. 684.