Laubenvögel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Laubenvögel
Männlicher Seidenlaubenvogel (Ptilonorhynchus violaceus)

Männlicher Seidenlaubenvogel (Ptilonorhynchus violaceus)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Laubenvögel
Wissenschaftlicher Name
Ptilonorhynchidae
Gray, 1841
Laube des Seidenlaubenvogels (Ptilonorhynchus violaceus); um die Laube sind blaue Strohhalme und Plastikflaschenverschlüsse verteilt

Die Laubenvögel (Ptilonorhynchidae) sind eine Familie in der Ordnung der Sperlingsvögel (Passeriformes).

Es besteht eine enge Verwandtschaft zu den Paradiesvögeln. Wie diese kommen die Laubenvögel auf Neuguinea, den benachbarten Inseln und in Australien vor. Namengebend war der Laubenbau, der sogenannte Balzplatz, der unscheinbar gefärbten Männchen, mit denen sie versuchen ein Weibchen anzulocken. Die meisten Arten sind polygam.

Laubenvögel verbringen viel Zeit am Boden. Gebrütet wird auf den Bäumen. Ihre Nahrung suchen sie am Boden und auf den Bäumen und Büschen. Sie verfügen über einen kräftigen Schnabel und kräftige Beine. In der Gefiederfarbe sind die Weibchen überwiegend braun oder grau gefärbt. Bei den unscheinbar gefärbten Männchen gibt es einige Arten, bei denen das Männchen eine in den Kopffedern verborgene auffallende Kopfhaube besitzt, die nur für eine kurze Zeit während der Balz aufgestellt wird.

Anstatt der für Singvögel typischen 9–10 Armschwingen einschließlich der Schirmfedern haben Laubenvögel 11–14. Auch das Gehirn, besonders das der Lauben bauenden Arten, ist größer als bei anderen Singvögel der Region. Die Lebenserwartung dieser Arten liegt zwischen 20 und 30 Jahren, allerdings brauchen die polygamen Arten sieben Jahre zur Ausbildung des Adultsgefieders.

Laubenbau[Bearbeiten]

Der Laubenbau variiert von Art zu Art. Je unscheinbarer ein Männchen gefärbt ist, umso prachtvoller fällt die Laube aus. Da die Weibchen sich mit den Baumeistern der schönsten Lauben paaren, können diese Bauten als „sekundäre Geschlechtsmerkmale“ angesehen werden. Der Laubenbau als „alternative Strategie“ zur sexuellen Selektion – gegenüber einem bunten Gefieder – hat den Vorteil, dass die Männchen für die Fressfeinde weniger auffällig sind. Gebaut werden die Lauben auf einen freien, ebenen Platz im Dickicht. [1] Jared Diamond sieht, wie er in seinem Buch Der dritte Schimpanse erläutert, den Laubenbau als sehr effektives Merkmal zur sexuellen Selektion, da dieser Weibchen möglich macht, sehr viele Eigenschaften des potentiellen Paarungspartners zu beurteilen – unter anderem auch die, seine Laube vor der Zerstörung durch einen Rivalen zu bewahren.[2]

Die Bauten der Laubenvögel können in drei Typen eingeteilt werden:

  • Der Hof oder die Tenne besteht aus einem gereinigten Platz, der mit Blättern ausgelegt wird.
  • Der Maibaum ist ein aus Stöcken gefügter Turm, der um einen dünneren Baumstamm oder um einen Baumfarn angelegt wird. Zu den Maibäumen zählen auch die äußerst komplexen überdachten Hütten des Hüttengärtners.
  • Eine Allee besteht aus zwei parallelen, aus Stöcken verflochtenen Wänden (z. B. Laube des Seidenlaubenvogels).

Gattungen und Arten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Frith, C.B. & Frith, D.W.: Bowerbirds: Nature, Art & History, 2008, Malanda.
  • Herausgeber: Forshaw, Joseph: Enzyklopädie der Vögel, 1999 - ISBN 3-8289-1557-4.
  • Christopher Perrins: Die BLV Enzyklopädie Vögel der Welt. BLV Verlagsgesellschaft, München 2004 - ISBN 3-405-16682-9.
  • Jared Diamond: Der dritte Schimpanse, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1994 - ISBN 3-596-17215-2.
  • Laura Kelly/John Endler: Illusions Promote Mating Success at Great Bowerbirds, Science Magazine, 20. J<anuar 2012, Seiten 335-338.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Laubenvögel – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alles eine Frage der Perspektive in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 2. Januar 2012, Seite 57
  2. Jared Diamond: Der dritte Schimpanse. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2000, ISBN 978-3-10-013912-2, Kapitel 9 „Wie die Kunst dem Tierreich entsprang“ S. 217 ff., Beleg auf S. 223