Laubusch

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51.47194444444414.138055555556115Koordinaten: 51° 28′ 19″ N, 14° 8′ 17″ O

Laubusch
Stadt Lauta
Höhe: 115 m ü. NN
Eingemeindung: 1. Januar 2001
Postleitzahl: 02991
Vorwahl: 035722
Kirche
Schulgebäude am Markt
Gedenkstein für die Brikettfabrik Erika-Laubusch (1919–1993)

Laubusch (obersorbisch Lubuš) ist eine Arbeiterkolonie der Ilse Bergbau AG, die seit dem 1. Januar 2001 als Ortsteil zur Stadt Lauta in Sachsen gehört.[1] Ihr ursprünglicher Name ist Kolonie Erika. Nach dem Abbruch des alten sorbischen Dorfes Laubusch im Zuge des Braunkohlenabbaus ging der Ortsname auf die Arbeiter- und Angestelltenkolonie über.

Wirtschaftliche Grundlage[Bearbeiten]

Bereits vor 1914 waren die Braunkohlevorkommen in der Nähe des Dorfes Laubusch bekannt. Der Aufschluss wurde jedoch durch den Beginn des Ersten Weltkrieges verhindert. Als mit Kriegsbeginn ein Standort für eine Aluminiumhütte gesucht wurde, fiel die Wahl nicht zuletzt durch die Nähe zu den Kohlenfeldern in Laubusch auf den Bauplatz des Lautawerks. Denn dieser Standort konnte neben einer günstigen Verkehrsanbindung auch eine langjährige Versorgung der Aluminiumhütte mit Braunkohle garantieren. Diese war zwingend, da die Gewinnung von Aluminium aus Bauxit in einem elektrochemischen Verfahren erfolgt, das einen hohen Energieaufwand bedingt. Deshalb wurde mit dem Baubeginn des Lautawerks auch mit dem Aufschluss der Grube Erika bei Laubusch begonnen. Die Braunkohle, die aus der Grube Erika gefördert wurde, versorgte außer dem Lautawerk auch das Kraftwerk Lauta der Elektrowerke AG und die Brikettfabrik Erika der Ilse-Bergbau AG.

Die Siedlung[Bearbeiten]

Begonnen wurde die Kolonie Erika nach Plänen des Ilse-Werksarchitekten Ewald Kleffel zu Beginn der 1920er Jahre. Die Erweiterung durch den Ortsteil Heimstätten erstreckte sich bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs.

Kleffel orientiert sich bei der Lösung der immensen Bauaufgabe am Vorbild der Gartenstadt Marga in Brieske. Die Ausführung der ursprünglichen Planung wurde durch die wirtschaftliche Entwicklung in den 1920er Jahren zwar nicht vollständig gestoppt, aber es kam zu einer vereinfachten Lösung.

Bemerkenswerte Bauten sind insbesondere die Gebäude am Markt mit Gasthaus, Geschäftshaus, Schule und Kirche. Das Schulgebäude, das heute stark überdimensioniert wirkt, dominiert durch seine Breitenwirkung den Markt. Die evangelische Kirche, ein massiv wirkender Klinkerbau, wurde erst kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs ausgeführt.

Hinter der Kirche und durch diese vom Markt räumlich getrennt, erstreckt sich ein großer begrünter Platz, der das Motiv eines dörflichen Angers aufnimmt. Im Gegensatz zu dem städtischen Bild des Marktes mit seinen geschlossen wirkenden Fronten, sind die Gebäude des Angers giebelständig und mit großen Abständen zueinander angeordnet.

Niedergang[Bearbeiten]

Nach dem Ende der DDR und parallel zum wirtschaftlichen Niedergang der Braunkohleindustrie in der Lausitz, begann auch der Niedergang der Kolonie Erika. Die ehemals gut bewohnte Siedlung verlor einen großen Teil ihrer Einwohner, Leerstand dominierte viele Jahre das Ortsbild. Weite Teile der älteren und qualitätvollen Siedlungssubstanz wurden abgerissen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Walter Ibscher (1926–2011), deutscher Bildhauer, Grafiker, Medailleur, Restaurator und Kunstpädagoge, lebte und arbeitete seit 1951 in Nürnberg.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Alfred Eckert: Wind unter den Flügeln. Leben und Werk des Bildhauers und Grafikers Walter Ibscher. Verlag Dr. Herbert Winter, Fürth 2006, ISBN 3-939490-00-8. (mit ausführlicher Biografie)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001