Laufenburg (Baden)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Laufenburg (Baden)
Laufenburg (Baden)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Laufenburg (Baden) hervorgehoben
47.5655555555568.0647222222222337Koordinaten: 47° 34′ N, 8° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Waldshut
Höhe: 337 m ü. NHN
Fläche: 23,58 km²
Einwohner: 8658 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 367 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79725
Vorwahlen: 07763, 07753
Kfz-Kennzeichen: WT
Gemeindeschlüssel: 08 3 37 066
Stadtgliederung: 8 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 30
79725 Laufenburg (Baden)
Webpräsenz: www.laufenburg.de
Bürgermeister: Ulrich Krieger
Lage der Stadt Laufenburg (Baden) im Landkreis Waldshut
Aare Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Lörrach Landkreis Konstanz Landkreis Tuttlingen Schwarzwald-Baar-Kreis Albbruck Bad Säckingen Bernau im Schwarzwald Bonndorf im Schwarzwald Dachsberg (Südschwarzwald) Dettighofen Dogern Eggingen Görwihl Grafenhausen Häusern Herrischried Höchenschwand Hohentengen am Hochrhein Ibach (Schwarzwald) Jestetten Klettgau (Gemeinde) Küssaberg Lauchringen Laufenburg (Baden) Lottstetten Murg (Hochrhein) Rickenbach (Hotzenwald) St. Blasien Stühlingen Todtmoos Ühlingen-Birkendorf Waldshut-Tiengen Wehr (Baden) Weilheim (Baden) Wutach (Gemeinde) Wutöschingen Schweiz RheinKarte
Über dieses Bild

Laufenburg (Baden) (alemannisch: Laufeburg (Bade)) ist eine Kleinstadt am Hochrhein im Landkreis Waldshut in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Das deutsche Laufenburg von der Schweizer Seite aus

Laufenburg ist eine der „vier Waldstädte“ am Rande des Hotzenwalds und deutsche Grenzstadt zur Schweiz. Auf der Schweizer Seite liegt der 1801 durch den Frieden von Lunéville abgetrennte Stadtteil Laufenburg AG (Aargau), ehemals „mehrere Stadt“ oder Grosslaufenburg genannt, während der nun badische Teil "mindere Stadt" oder Kleinlaufenburg hieß. Seit dem Mittelalter verbanden Brücken die beiden Ortsteile. 1911 wurde die Laufenbrücke dem Verkehr übergeben, 2004 folgte die Hochrheinbrücke.

Städte in der Umgebung[Bearbeiten]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zur Stadt Laufenburg (Baden) gehören die früher selbstständigen Gemeinden Binzgen (1.160 Einwohner), Grunholz (625 Einwohner), Hauenstein (bis zur Eingemeindung kleinste Stadt Deutschlands, heute 97 Einwohner), Hochsal (555 Einwohner), Luttingen (1.102 Einwohner), Rotzel (518 Einwohner) und Stadenhausen.

Zur ehemaligen Gemeinde Binzgen gehören das Dorf Binzgen, die Zinken Bühl, Diegeringer Mühle, Gaisbühl, Hammer, Hochrütte (Bürlishäuser) und Loch (Binzger Loch), das Gehöft Mittlerholz und die Häuser Hinterfeld (Rohr) und Spechtenhof (Rappenstein). Zu den ehemaligen Gemeinden Grunholz, Hauenstein und Luttingen gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer. Zur Stadt Laufenburg (Baden) in den Grenzen von vor der Gemeindereform der 1970er Jahre gehören die Stadt Laufenburg (Baden) und die Stadtteile Rhina und Stadenhausen. Zur ehemaligen Gemeinde Rotzel gehören das Dorf Rotzel, der Zinken Hübel und die Höfe Im Rebland und Winterhof.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Merian: Laufenburg um 1640
Das rechtsrheinische Laufenburg (Baden) im Juli 1881, linksrheinisch Laufenburg (AG) angeschnitten

Laufenburg wurde 1173 erstmals urkundlich erwähnt, als das Kloster in Säckingen den Ort Laufenburg als Lehen an die Habsburger übergab. Durch die Stromschnellen, den Laufen, die beide Stadtteile trennten, war der Rhein hier besonders schmal. Die Flussenge nahm man zum Anlass, hier eine Brücke zu errichten. 1315 erlangte Laufenburg die Stadtrechte. Im Dreißigjährigen Krieg war Laufenburg und das Fricktal zeitweise von den Schweden besetzt. Herzog Federigo Savelli geriet in der Schlacht bei Rheinfelden in Gefangenschaft und wurde hier im Rathaus eingesperrt, konnte aber mit Hilfe einer Frau fliehen. Aus Rache an seiner gelungenen Flucht über den Rhein (bei Hüningen, da die Brücke zerstört war) in die Schweiz wurden der Pfarrer, der Kaplan und ein Schwedischer Feldweibel, (dieser wegen verlassen seines Postens) kurz darauf unter den Kommandos des Johann von Nassau und Johann Ludwig von Erlach hingerichtet. (Bluttat von Laufenburg).[3]

Im Oktober 1793 ertranken George Samuel Browne und sein Freund Charles Sedley Burdett in den Stromschnellen unterhalb der Laufenbrücke bei dem Versuch diese mit einem Weidling zu durchfahren. Emil Strauß schrieb 1956 die Novelle Der Laufen.

Bis 1801 stand Laufenburg als Teil Vorderösterreichs unter habsburgischer Herrschaft. Im Jahre 1801 wurde Laufenburg im Frieden von Lunéville durch Napoleon geteilt. Das jetzt badische Laufenburg nannte sich fortan Kleinlaufenburg, einen Namen, den die Stadt 1930 ablegte, und sich seitdem Laufenburg (Baden) nennt. In diesem Zusammenhang steht auch die Tatsache, dass die Einheimischen noch heute von Laufenburg AG mit der Burg von der mehreren Stadt und von Laufenburg (Baden) von der minderen Stadt sprechen.
siehe auch Burg Laufenburg

Mit dem Bau des Laufenburger Kraftwerkes im Jahre 1908 ein wenig stromabwärts, dem ersten stromquerenden Flußkraftwerk im Rhein, wurden die Laufenfelsen gesprengt. Aus heutiger Sicht ein tragischer Fall, da sie neben dem Rheinfall von Schaffhausen wohl welche der beeindruckendsten Stromschnellen waren. Laufenburg lebte früher vor allem von der Eisenindustrie. Das Doggererz bezog man aus dem Fricktal, vor allem aus Herznach und Frick. So schreibt schon Sebastian Münster in seiner Cosmographia „die Bewohner nähren sich zu einem guten Teil von dem Erz das man schmeltzt…“ und bildete als Vignette im Text zu Laufenburg ein Hammerwerk ab. Am 21. Januar 1494 gründeten 33 Hammerschmiedmeister den Hammerschmiedbund.[4]

Wichtig waren auch die „Laufenknechte“, die gegen gutes Geld vor den Stromschnellen Schiffe entluden, die Waren auf Karren packten und die leeren Schiffe an Seilen durch das tosende Wasser führten. Auch Flöße wurden aufgebunden, die Stämme einzeln durch den „Laufen“ geschickt und unten wieder zusammengebunden. Unterhalb der Stromschnellen sammelten sich die Lachse (Salm), auf ihrer Wanderung. Der Lachsfang war das dritte bedeutende Gewerbe der Stadt und ist bis heute im öffentlichen Bewusstsein besonders präsent, da die Fischerzunft als Narrenzunft weiterlebt.

Heute legen die beiden Schwesterstädte, Laufenburg (Baden) und Laufenburg (Schweiz), einen sehr hohen Wert auf ihre Beziehungen und es gibt zahlreiche Feste, insbesondere die alemannische Fasnacht, die grenzübergreifend gefeiert werden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Fasnacht[Bearbeiten]

In Laufenburg hat sich eine der ältesten Fasnachten im süddeutschen Raum bis heute erhalten. Hauptträger der Fasnacht ist die Narro-Altfischerzunft 1386. Ihre Entstehung geht bis ins Jahr 1386 zurück und wurzelt in der österreichen Vergangenheit der Stadt Laufenburg. Im besagten Jahr erfolgte unter Graf Hans IV. von Habsburg-Laufenburg der Verkauf der Burg, Stadt und Herrschaft Laufenburg an seinen Vetter, den österreichischen Herzog Leopold III. Am 4. Juli 1386 nahm Herzog Leopold III. die Huldigungen seiner neuen Untertanen an und aus dieser Zeit stammt die Sage vom Laufenburger Fasnachtskleid. Auf die Frage des Herzogs nach einem Anliegen ergriffen die Laufenburger Ratsherren die Gelegenheit und baten ihren Herrn um ein besonderes Gewand, woran man die treuen Laufenburger vor aller Welt erkennen könne. Sie erhielten ein Gewand aus unzähligen bunten Lappen, die wie Schuppen der edlen Lachse aufeinanderlagen. Die Ratsherren fanden an diesem Kleid keinen Gefallen. Die Fischerzunft aber, die schon damals die Fasnacht als ihr Hauptfest feierte, nahm das Gewand gerne an und trug es fortan an der Fasnacht. Die Krönung des Schuppenkleides ist eine von einem Künstler aus einem Stück geschnitzte Holzmaske. Napoleon vermochte 1801 durch seinen Machtanspruch die vorher vereinte Stadt politisch zu trennen, nicht aber ihr Narrentum: Die Städte beiderseits des Rheins haben noch heute eine gemeinsame Zunft, die getrennt verwaltet wird.
Jedes Jahr am ersten Faißen Donnerstag findet abwechselnd einmal auf Badischer und einmal auf Schweizer Seite das traditionelle Hauptbott statt. Zum Hauptbott sind alle Zunftbrüder mit „Wiibli“, Zunftfreunden, Gästen und Gönnern sowie Abordnungen beider Stadträte eingeladen. Bei dieser Versammlung werden nochmals die Höhepunkte des vergangenen Jahrs angesprochen. Auch die Gäste haben das Wort. Hauptereignis ist aber die Aufnahme von neuen Zunftbrüdern.

Anwärter für die Zunft müssen einige Jahre in Laufenburg ihren Wohnsitz haben und männlichen Geschlechts sein. Ein schriftlicher Antrag mit Begründung für den Eintritt in die Narrenzunft muss dem Zunftrat vorliegen. Zur Aufnahme in die Zunft bedarf es einer Zweidrittelmehrheit. Diese Abstimmung wird in geheimer Wahl durch die anwesenden Zunftbrüder an einem Bott vorher durchgeführt.

Narronen beim Narrolaufen 2009

Zu den Hauptbräuchen gehört neben der Tschättermusik auch das Narrolaufen. An den drei Faissen-Donnerstagen vor der Fasnacht versammeln sich frühmorgens und abends jung und alt in den verschiedensten Kostümen und mit allerlei Lärminstrumenten bewaffnet beim Wasentor beziehungsweise Waldtor, voran die Narronen. Gewaltig und mit ohrenbetäubenden Schlägen beginnt sie, die Tschättermusik. Mit langsamen Schritten zwängt sich der Zug durch die engen Gassen der Stadt. Gemessenen Schrittes geht es Städtle auf und Städtle ab mit Trommeln, Pauken, Trompeten, alten Pfannendeckeln, Eisenstücken, Sägeblättern, Eisenröhren und alten Töpfen, alles was Lärm macht. Von allen überlieferten Fasnachtsbräuchen am Hochrhein kann diese Tschättermusik für sich in Anspruch nehmen, dass sie am frühesten durch Quellen belegt werden kann. Der zweite Brauch ist das Narrolaufen am Fasnachtdienstag, am großen Tag der Narronen. Das Narrolaufen bildet den letzten Höhepunkt der Laufenburger Fasnacht. Die Narronen ziehen, ihre Säcke gefüllt mit Orangen, Wecken und Würsten, rückwärts durch die alten Gassen. Hinter ihnen her drängt die lärmende Kinderschar und im Chor weithin hörbar ertönen die alten Verse, die teilweise historischen Charakter haben. Nach erfolgreichem Aufsagen werden die Kinder mit den Eßwaren belohnt. Die wahrscheinlichste Deutung für das Narrolaufen ist die Weiterführung des mittelalterlichen Brauchs der Witwen- und Waisenbescherung. Fischerei und Flößerei forderten zu jeder Zeit ihre Opfer, sodass es in der Stadt immer häufiger hilfsbedürftige Waisen und Witwen gab. Sie mussten nach den Fischer- und Flößerverordnungen aus der gemeinsamen Kasse der Zunft unterstützt werden.

Panorama Laufenburg (Baden) von der Schweizer Seite aus

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurden folgende Gemeinden nach Laufenburg (Baden) eingemeindet:

  • 1. Juli 1971: Grunholz
  • 1. Januar 1972: Stadt Hauenstein
  • 1. Mai 1972: Luttingen und Binzgen
  • 1. Juli 1972: Rotzel
  • 1. Januar 1975: Hochsal

Wappen der ehemaligen Gemeinden

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Im Ortsteil Hauenstein - vor der Eingemeindung kleinste Stadt Deutschlands - steht die Burgruine Hauenstein.
  • Im Ortsteil Rhina befinden sich die teilweise ausgegrabenen und konservierten Mauerreste einer Villa rustica, eines römischen Gutshofs.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Stadtratswahl am 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 42,6 % (- 2,1) zu folgendem Ergebnis:[5]

Partei / Liste Stimmenanteil ± Sitze ±
CDU 38,8 % + 1,6 7 ± 0
SPD 17,4 % + 1,1 3 ± 0
Bündnis 90/Die Grünen   5,6 % - 5,5 1 - 1
FWV 38,3 % +2,8 7 + 1

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Laufenburg unterhält eine Partnerschaft mit dem französischen Le Croisic im Department Loire-Atlantique im Südosten der Bretagne.

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des mit dem der Schweizer Schwesterstadt identischen Wappens lautet: „In Gold ein aufsteigender roter Löwe.“

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Energiegewinnung[Bearbeiten]

Blick auf das Wasserkraftwerk Laufenburg von der Schweizer Rheinseite

Mit dem Bau des Wasserkraftwerks Laufenburg (heutiger Eigentümer: die Energiedienst Holding AG) wurde am 10. Februar 1908 begonnen. Das Wasserkraftwerk Laufenburg produzierte 2008 rund 700 Millionen Kilowattstunden Strom.

Laufenburg ist das erste Wasserkraftwerk, das quer zum Rhein gebaut wurde. Noch heute ist Laufenburg daher klassisches Vorbild für moderne Laufwasserkraftwerke. Mit einer Leistung von 40 Megawatt (MW) war das Kraftwerk Laufenburg in den ersten Betriebsjahren das leistungsstärkste in Europa. Zehn Francis-Maschinen-Gruppen sorgten zunächst für eine jährliche Stromproduktion von rund 310 Millionen Kilowattstunden.

Das Kraftwerk Laufenburg versorgt in einem Gebiet von knapp 4.000 Quadratkilometern rund 750.000 Menschen mit Strom und energienahen Dienstleistungen. Zu den regionalen Kunden gehören fast 300.000 Privat- und Gewerbekunden, über 2.500 Geschäftskunden und 19 weiterverteilende kommunale Kunden.

Verkehr[Bearbeiten]

Innerhalb des Stadtgebiets von Laufenburg führen zwei Brücken über den Rhein. Dies sind (in Fließrichtung des Rheins) die Hochrheinbrücke und die Laufenbrücke.

Eisenbahnverkehr[Bearbeiten]

Laufenburg hat zwei Haltepunkte an der sog. Hochrheinbahn (KBS 730): Dies sind Laufenburg (Baden) und Laufenburg (Baden) Ost.

Bildung[Bearbeiten]

  • Hans-Thoma-Schule, Grund,- Haupt- , Werkreal- und Realschule
  • Hebelschule, Grundschule in den Ortsteilen Rhina und Luttingen
  • Laufenschule - Schule für Geistigbehinderte.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Johann Caspar Albrecht (* 1639 in Waldshut; † 1711 in Luttingen) war Pfarrer in Luttingen und Kommandant des Hauensteiner Landfahnens

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Laufenburg (Baden) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 994–999
  3. Emil Jegge: Die Geschichte des Fricktals bis 1803, S. 158
  4. Rudolf Metz: Geologische Landeskunde des Hotzenwalds; S. 474
  5. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg 2009