Laura Ingalls Wilder

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Laura Ingalls Wilder im Alter von 23 Jahren in ihrem schwarzen Hochzeitskleid

Laura Elizabeth Ingalls Wilder (* 7. Februar 1867 in Pepin, Wisconsin; † 10. Februar 1957 in Mansfield, Missouri) war eine US-amerikanische Schriftstellerin.

Leben[Bearbeiten]

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Laura Ingalls Wilder wurde als zweite Tochter von Charles Phillip Ingalls und Caroline Lake Quiner geboren. Ihre Eltern hatten am 1. Februar 1860 geheiratet und hatten weitere drei Töchter (Mary, Carrie und Grace) und einen Sohn Charles Frederick (Freddy), der allerdings ein Jahr nach seiner Geburt starb. Die Kindheit war geprägt von Umzügen der Familie, und schon früh keimte in ihr der Wunsch auf, gen Westen zu ziehen. 1879 erblindete Lauras Schwester Mary Ingalls, und Laura nahm sich vor, selbst Geld zu verdienen, um Mary einen Aufenthalt am College zu ermöglichen. Wie ihre Mutter ließ sich Laura zur Lehrerin ausbilden, obwohl sie die Schule anfangs nicht gemocht hatte.

Das Leben als Farmersfrau und das Leben als Pioniere[Bearbeiten]

Am 25. August 1885 heiratete Laura Almanzo James Wilder. Der zehn Jahre ältere Farmer musste lange um sie werben, bis sie einer Heirat zustimmte. Obwohl sie selbst als Farmerstochter auf einer Farm aufgewachsen war, widerstrebte ihr der Gedanke, als Farmerin zu leben. Almanzo machte ihr daraufhin den Vorschlag, vier Jahre lang dieses Leben zu testen. Am 5. Dezember 1886 kam Lauras und Almanzos einzige Tochter auf die Welt, die spätere Autorin Rose Wilder Lane. Ihr unbenannter Sohn starb 1889 kurz nach der Geburt.

Die vier Jahre auf der Farm waren geprägt von Schicksalsschlägen. Durch einen Unfall brannte das Haus nieder, und kurz darauf erkrankten sowohl Laura als auch Almanzo an Diphtherie.
Wie sie es sich immer gewünscht hatte, zog Laura mit Almanzo und Rose in den Westen, um ein neues Leben zu beginnen. 1894 ließen sie sich in Mansfield nieder und kauften eine Farm, die sie „Rocky Ridge Farm“ nannten. Beide arbeiteten hart, Almanzo bei einem Lieferservice und Laura bei der Eisenbahn, um sich und Rose einen guten Lebensstandard bieten zu können.

Lauras gesellschaftliche Haltung und ihr Tod[Bearbeiten]

Laura Ingalls Wilder bezog in ihren Essays immer wieder Stellung zu gesellschaftlichen, aber auch ethischen Problemen. Ihre Philosophie ist geprägt von einer tiefen, aber auch pragmatischen Gläubigkeit. So ist sie keine im klassischen Sinn Progressive, jedoch immer offen für Neues. Sie hatte offensichtlich keine großen Probleme damit, dass ihre Tochter Rose Wilder Lane zu Beginn des 20. Jahrhunderts aktiven Kontakt zu Suffragetten hatte. Bemerkenswert ist u. a. auch, dass Laura Ingalls Wilder in ihrer ersten Zeitungsveröffentlichung von 1894 eine für die damalige Zeit fast undenkbare Position zu Gunsten der amerikanischen Ureinwohner einnahm: „If I would have been an Indian, I think I would have scalped more white folks“[1] Laura überlebte ihren Mann, der 1949 starb, um fast zehn Jahre. Sie selbst verstarb drei Tage nach ihrem 90. Geburtstag.

Rezeption[Bearbeiten]

Rose Wilder Lane drängte ihre Mutter, ihre Notizen aus Jugend- und Kindertagen in einem Buch zusammenzufassen. Die erste Buchfassung wurde jedoch abgelehnt. Erst nach der Umwandlung ihrer Lebensgeschichte in ein Kinderbuch nahm ein Verlag das Buch an. Laura Ingalls Wilder schrieb insgesamt neun Bücher über ihr Leben. Weiterhin verfasste sie zahlreiche Zeitungsartikel (den ersten schon im Jahr 1894) und zahlreiche Essays, die inzwischen in „samplers“ veröffentlicht sind.[2]

Erwähnenswertes[Bearbeiten]

  • 1954 erhielt Wilder den ersten nach ihr benannten Preis der American Library Association, den Laura Ingalls Wilder Award für großen Verdienste in der Kinderliteratur.[3]
  • Zahlreiche Schulen, Bibliotheken und auch Straßen in den USA sind nach ihr benannt.
  • Es gibt zahlreiche Laura-Ingalls-Wilder-Gesellschaften, vor allem in den USA, aber z. B. auch in Japan.
  • Es existiert kein direkter Nachkomme der Familie Charles Ingalls.
  • Ihre Bücher waren die Vorlage für die bekannte Fernsehserie Unsere kleine Farm, die allerdings mit dem Leben der historischen Laura Ingalls Wilder nur wenig zu tun hat.

Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Judy Alter: Laura Ingalls Wilder. Pioneer and author. The Child's World, Chanhassen, Minn. 2004, ISBN 1-592-96007-3.
  • William Anderson (Hrsg.): Laura’s Album. A Remembrance Scrapbook of Laura Ingalls Wilder. Harpers Collins World, New York 1998, ISBN 0-06-027842-0.
  • Emma C. Berne: Laura Ingalls Wilder. ABDO Publ., Edina, Minn. 2008, ISBN 978-1-599-28843-7.
  • Pamela S. Hill: Laura Ingalls Wilder. A writer'S life. SDS Historical Society Press, Pierre, S.D. 2007, ISBN 978-0-9777955-6-7.
  • Amy Sickels: Laura Ingalls Wilder (Who wrote that?). Chelsea House, New York 2008, ISBN 978-0-7910-9525-6.
  • Tanya L. Stone: Laura Ingalls Wilder. DK Publ., London 2009, ISBN 978-0-7566-4507-6.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Wenn ich ein Indianer gewesen wäre, ich glaube, ich hätte mehr Weiße skalpiert.
  2. Nur im englischen Originaltext erhältlich.
  3. About the Laura Ingalls Wilder Award. American Library Association (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]