Laura Schlessinger

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Laura Schlessinger im Jahr 2006.

Laura Catherine Schlessinger (* 16. Januar 1947 in Brooklyn) ist eine US-amerikanische Autorin und langjährige Radiomoderatorin.

Werdegang[Bearbeiten]

Schlessinger studierte an der Stony Brook University, promovierte an der Columbia University in Manhattan im Fach Physiologie und unterrichtete an den Universitäten University of Southern California (USC) University of California, Los Angeles, (UCLA), University of California in Irvine, USC, und Pepperdine University das Fach Ehe, Familie und Kinderbetreuung. Ihr Vater Monroe (Monty) Schlessinger stammt aus einem jüdischen Elternhaus, hatte sich aber vom Glauben entfernt. Ihre Mutter ist Yolanda Ceccovini Schlessinger mit italienisch-katholischen Vorfahren. Schlessinger hat eine elf Jahre jüngere Schwester. Mit ihrem Mann Lewis G. Bishop hat Laura Schlessinger im Alter von 38 nach revidierter Empfängnisverhütungs-Sterilisation einen Sohn (Deryk Schlessinger geb. 1985) geboren.

Radiomoderatorin[Bearbeiten]

Schlessinger begann 1974 als regelmäßige Mitarbeiterin eines Talk Radio-Formates in Kalifornien. In der Folge bekam sie eigene Sendungen in lokalen Rundfunkstationen und ab 1979 eine wöchentliche Call-in-Show am Sonntag-Abend auf einem regionalen Sender in Santa Ana. In den 1980er Jahren übernahm sie Vertretungen in täglichen Sendungen und bekam schließlich einen dauerhaften täglichen Sendeplatz. Seit 1994 wird das Format in den ganzen USA an Rundfunkanstalten verkauft. Schlessinger ist an der Produktionsgesellschaft ihrer Sendung beteiligt, die Verbreitung übernimmt eine Tochtergesellschaft von Clear Channel Communications. Ihre Radioshow erreicht heute ca. 8 Millionen Hörer über 275 angeschlossene Radiosender. Vor einigen Jahren sind es 470 Stationen gewesen.

Ihre Arbeit als Radiomoderatorin ist weltweit umstritten. In ihren Radioshows gibt sie Ratschläge aus rechtskonservativer Sicht. Bücher von ihr standen auf der Bestsellerliste der New York Times. Ihr letztes und erfolgreichstes Buch The Proper Care and Feeding of Husbands (deutsch: Angemessene Pflege und Fütterung von Ehemännern) charakterisiert Inhalt und Zielrichtung ihrer Radioshows. Sie selbst sieht ihre Radioprogramme als „Mentales Gesundheitsprogramm“. Schlessinger gilt als Kritikerin von liberalen Auffassungen zu den Themen Sex, Abtreibung, Pornographie, alleinerziehende Mütter, Selbstmord, Prostitution, Ehescheidungen, Homosexualität, Tagesbetreuung von Kindern, Doppelverdiener, arbeitstätige Frauen, außereheliche Beziehungen, Zusammenleben ohne Trauschein, Verhütung, Wiederverheiratung nach Scheidung, Peergroup-Dating, Adoption nur für heterosexuelle Familien mit nicht arbeitenden Müttern, geplante Schwangerschaften, Psychologie.

Im August 2010 reagierte Schlessinger in der Sendung mit rassistischen Bemerkungen[1] auf eine wegen rassistischer Anfeindungen hilfesuchende Anruferin, was massive Kritik hervorrief. Die schwarze Anruferin berichtete darüber, dass die Freunde ihres weißen Ehemannes sich rassitisch äußern und das „N-Wort“ verwenden. Schlessinger antwortete, dass die von der Anruferin genannten Beispiele nicht rassistisch seien und sagte im Laufe des funfminütigen Gesprächs elf Mal „Nigger“. Auf die Kritik der Anruferin entgegnete Schlessinger: „Wenn Sie so überempfindlich wegen Hautfarbe sind und keinen Sinn für Humor haben, dann sollten sie nicht außerhalb Ihrer Rasse heiraten.“[2][3] Eine größere Zahl an Rundfunksendern nahm ihre Show aus dem Programm. Sie gab daraufhin bekannt, ihre zum Jahresende 2010 auslaufenden Verträge nicht zu verlängern und sich aus dem Rundfunk zurückzuziehen.[1]

Religiosität[Bearbeiten]

Schlessinger konvertierte 1996 zum jüdischen Glauben. 1998 konvertierte die ganze Familie zu einer orthodoxen Glaubensrichtung des Rabbiners Reuven P. Bulka aus Ottawa. Ihre Radiosendungen werden aus ihrer Heimatstadt Santa Barbara in Kalifornien übertragen. Der lokale Rabbi Moshe D. Bryski soll sie in Fragen von Ethik und Moral beraten haben. Im Jahr 2003 brach sie mit der Religion und sprach in radioübertragenen Monologen von ihren Schwierigkeiten mit Gott und von Neid auf das gute Verhältnis zu Gott ihrer christlichen Anhänger.

Kritik[Bearbeiten]

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Schlessingers Radiosendungen sind weltweit umstritten. Es existieren Mailinglisten, Websites (Stop Dr. Laura web site) und Blogs, die ihre politischen Aktivitäten scharf kritisieren. Vorwürfe sind z.B.

  • sie habe fehlendes Verständnis psychologischer Fragen.
Schlessinger hat einen Ph.D. (Dr.) in Physiologie und nicht in Psychologie. Die Nennung ihres Dr. wird ihr als Irreführung vorgeworfen. Ihre Angriffe auf die amerikanische Psychologenvereinigung (American Psychological Association (APA)) gipfelte im Vorwurf der Unterstützung von Pädophilie.
  • fehlende Therapeuten-Lizenz: obwohl sie sich als lizenzierte Therapeutin in ihren Sendungen ausgibt, soll sie ihre kalifornische Lizenz (California Marriage Family and Child Counseling (MFCC) license) seit sieben Jahren nicht erneuert haben.
  • Schlessinger soll die Erlangung des Masters Degrees als so genannten postdoc (postdoktorale) Arbeiten ausgegeben haben, obwohl sie diese in einem fachfremden Gebiet erbracht hat.
  • Schlessingers Auseinandersetzungen mit Journalisten wie Marilyn Schwartz oder Leslie Bennetts oder Vickie Bane. Mit Ausnahme von Larry King ist sie nicht bereit, sich Interviews zu stellen. Versuchte öffentliche Diskussionen würden von ihr abgebrochen werden. Allerdings gibt es konservative Journalisten, wie Michael Medved, die sie unterstützen.
  • Homosexualität: Bis 1997 zeigte Schlessinger sich gegenüber homosexuellen Show-Anrufern sehr unterstützend. Sie änderte diese Haltung 1997 und griff insbesondere die American Psychological Association scharf an. Schlessinger bezeichnete Homosexualität als biologischen Fehler. Zitat Schlessinger in ihrer Sendung am 8. Dezember 1998

„I’m sorry — hear it one more time, perfectly clearly: If you’re gay or a lesbian, it’s a biological error that inhibits you from relating normally to the opposite sex. The fact that you are intelligent, creative and valuable is all true. The error is in your inability to relate sexually intimately, in a loving way to a member of the opposite sex — it is a biological error.“

Übersetzt:

„Es tut mir leid — hört es noch einmal in aller Deutlichkeit: Wenn du schwul bist oder eine Lesbe, ist das ein biologischer Fehler, der dich an einem normalen Umgang mit dem anderen Geschlecht hindert. Die Tatsachen, dass du intelligent, kreativ und wertvoll bist, ist alles richtig. Der Fehler liegt in deiner Unfähigkeit zu intimer sexueller Beziehung zum anderen Geschlecht in einer liebenden Art und Weise — das ist ein biologischer Fehler.“

Durch weltweite Aktivitäten der Lesben- und Schwulenbewegung wurde den Rundfunksendern klar, dass eine größere Distanz zu Schlessinger angebracht wäre, sofern sie sich nicht ausdrücklich in ihre ideologische Nähe stellen wollten. Nach einem gescheiterten Versuch der Paramount Television im Jahr 2000 Schlessinger auch im Fernsehen zu bringen, riefen Gruppen weltweit zu einem Werbeboykott in Schlessingers neuer Sendung auf. Schlessingers Versuche einer öffentlichen Entschuldigung, so in einer Anzeige zum Jom Kippur (Versöhnungstag) in der Gay-Hollywood-Sonderausgabe der stilprägenden Zeitschrift Variety, wurden häufig als „zu wenig, zu spät“ zurückgewiesen. Nach einer Verlagerung der Fernsehsendung in unattraktive Sendezeiten wurde die Sendung im März 2001 eingestellt. In den folgenden Jahren stellten nahezu alle kanadischen Radiosender die Übertragung von Schlessingers Radioshow ein. Der Radiosender der US-Streitkräfte in Deutschland, AFN, überträgt ihre Sendung regelmäßig.

Weltweit ist der Name Schlessinger in Suchmaschinen inzwischen mit einer satirischen Briefanfrage verknüpft, in welcher Schlessinger rhetorisch mit wörtlichen Bibelzitaten in Verbindung gebracht wird, in denen zu Mord und Brandopfern aufgerufen wird. Diese satirische Briefanfrage ist inzwischen in viele verschiedene Sprachen übersetzt.[4]

  • Unduldsamer Stil in ihrer Radiosendung: während einige Hörer ihren unterbrechenden und zusammenfassenden Umgang mit Anrufern in ihrer Sendung als erfrischend, scharf und brillant bezeichnen, empfinden andere diesen Stil, der Wiederholungen abschneidet, Langatmigkeit abbricht, Fragen verkürzt, als unangemessen, schrill, mittelmäßig und brutal. Beispielsweise verkündete sie einem anrufenden Jungen mit Tourette-Syndrom er dürfe nicht heiraten. Die amerikanische Vereinigung National Tourette Syndrome Association kritisierte diese Haltung und forderte ihre Mitglieder zu Beschwerden auf. Der Radiosender Premiere Radio Networks wurde mit Faxen und Telefonanrufen überflutet und Schlessinger entschuldigte sich in der Sendung eine Woche später in einer Weise, die die Vereinigung als unangemessen zurückwies. Große Wellen schlug Schlessingers Kritik an einem Aufsatz einer 12jährigen Schülerin, welche einen (bundes-)staatenweiten Wettbewerb gewonnen hatte. Das Mädchen hatte Schlessinger nie angerufen. In einer anderen Show rief sie dazu auf, den Besitzer eines Badekleidung-Geschäfts anzurufen, weil Schlessinger mit dem stellvertretenden Chef eine Auseinandersetzung am vorhergehenden Wochenende hatte. Der Ladenbesitzer erschien in einer anderen Radioshow und teilte dort seine Sichtweise mit, weswegen Schlessinger diesen verklagt. Sie verlor sowohl den Rechtsstreit, als auch die Revision.
  • Integrität: Die Tatsache, dass sie selbst geschieden ist und Nacktfotos von ihr existieren, sehen Kritiker als Beweis, dass sie selbst die hohen moralischen Standards nicht einhält, welche sie anderen abverlangt. Als im Dezember 2002 herauskam, dass Schlessingers Mutter Yolanda monatelang tot in ihrer Wohnung lag, schien Schlessingers Bibelzitat und Forderung Du sollst Vater und Mutter ehren nicht von ihr selbst eingehalten worden zu sein.
  • Unangemessene Veröffentlichung von Privatheit: Kritiker Schlessingers werfen ihr vor, private Informationen über ihr eigenes Familienleben und das ihres Sohnes zu stark in die Öffentlichkeit zu zerren. Obwohl sie in ihren Sendung die Notwendigkeit von Bodyguards für sich und ihre Familie erklärte, machte sie den Studienort ihres Sohnes Hillsdale öffentlich und ließ von dort eine ihrer Sendungen zum Elternwochenende im Oktober 2003 übertragen. Nachdem ihr Sohn 18 geworden war, hörte Schlessinger mit der jahrelangen Praxis auf, sich selbst als „meines Sohnemanns Mutter“ ("my kid's mom") zu bezeichnen, eine Redewendung, mit der sie ihre Sendungen begann. Nachdem der Sohn Anfang 2004 das College abgebrochen hatte und als 18-Jähriger bei den amerikanischen Streitkräften rekrutiert wurde, begann sie ihre Sendung mit der Wendung „Ich bin meines rekrutierten Sohnemanns Mutter“ ("I am my enlisted kid's mom").
  • Fehlschlüsse durch fehlende Erfahrung: Nach Meinung von Kritikern soll Schlessinger ihre eigenen Erfahrungen in ihren Sendungen unbedacht auf ihre hilfesuchenden Telefonanrufer übertragen.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

Bücher zur Lebenshilfe

  • Ten Stupid Things Women Do to Mess Up Their Lives, Februar 1994
  • Ten Stupid Things Men Do to Mess Up Their Lives, September 1997
    • portions repackaged as Damsals, Dragons, and Regular Guys, März 2000
  • Parenthood by Proxy: Don't Have Them if You Can't Raise Them, April 2000
    • repackaged as Stupid Things Parents Do to Mess Up Their Kids, Januar 2001
  • Ten Stupid Things Couples Do to Mess Up Their Relationships, Januar 2001
  • The Proper Care and Feeding of Husbands, Januar 2004
  • Woman Power, Juli 2004 (Arbeitsbuch in Ergänzung zu Proper Care…)

Religiöse Bücher

  • How Could You Do That?! The Abdication of Character, Courage, and Conscience, January 1996
  • The Ten Commandments: The Significance of God's Law in Our Everydays Lives with Rabbi Stuart Vogel, September 1999

Kinderbücher zusammen mit Martha Lewis Lambert illustriert von Dan McFeely

  • Why Do You Love Me?, April 1999
  • But I Waaaaaaaant It!, April 2000
  • Growing Up is Hard, April 2001
  • Where's God?, April 2003

Zitate

  • "I brought my son up to be a warrior" (deutsch: „Ich hab meinen Sohn zum Krieger erzogen“)
  • "I think what he’s doing is so important, and so noble, that I’m willing to face what I need to face. I’m so proud to have produced someone with such character – willing to put his life on the line." (deutsch: „Ich denke, dass das, was er tut, so wichtig und so nobel ist, dass ich bereit bin mich dem zu stellen, was ich durchhalten muss. Ich bin so stolz, jemanden mit einem solchen Charakter hervorgebracht zu haben. Er ist willens, sein Leben für andere zu riskieren.“)

Zeitschriften und Aufsätze[Bearbeiten]

  • einige Jahre publizierte Schlessinger das sechzehnseitige Farbmagazin The Dr. Laura Perspective, eingestellt
  • bis heute veröffentlicht Schlessinger Kolumnen, die von vielen Zeitungen und Zeitschriften übernommen werden, so Jewish World Review, für das ein Online-Archiv existiert.
  • eine monatliche Kolumne erscheint von Schlessinger in der World Net Daily.

Sekundärliteratur[Bearbeiten]

  • Vikie L. Bane: Dr. Laura: The Unauthorized Biography, Thomas Dunne Books, August 1999, ISBN 0-312-20530-9

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Huffington Post: Dr. Laura's N-Word Rant: Radio Host Apologizes For Offensive Language, abgerufen am 19. August 2010
  2. Critics: Dr. Laura's Rant Reiterates N-Word Is Never OK. In: ABC News, 13. August 2010.
  3. Dr Laura Schlessinger's 'N-word' outburst. In: The Guradian, 13. August 2013.
  4. Barbara Mikkelson: Letter to Dr. Laura. Zuletzt bearbeitet am 5. September 2007