Laurent de Gouvion Saint-Cyr

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Laurent de Gouvion Saint-Cyr

Laurent, marquis de Gouvion Saint-Cyr (* 13. April 1764 in Toul, Frankreich; † 17. März 1830 in Hyères, Frankreich) war Marschall und Pair von Frankreich, sowie Kriegs- und Marineminister von Frankreich.

Biografie[Bearbeiten]

Die Anfänge[Bearbeiten]

Laurent Gouvion hatte eigentlich vor, Maler zu werden und verließ mit 18 Jahren sein Elternhaus um in Rom zu studieren, was er mit wenig Erfolg tat. Zurück in Paris trat er am 1. September 1792 als Chasseur (Jäger) in das «1e Bataillon de chasseurs de Paris» (1. Bataillon der "Jäger von Paris") ein und wurde im November - wie kurzfristig in der Revolutionsarmee üblich - von seinen Kameraden zum Capitaine gewählt und dann zur "Armée du Rhin" (Rhein-Armee) versetzt. Um sich von seinen ebenfalls in der Armee dienenden Verwandten zu unterscheiden, hängte er damals "Saint-Cyr" an seinen Namen an. Als seine Terrain-Zeichnungen von General Custine gesehen wurden, kam er als Gehilfe zum Generalstab und wurde kurz darauf von den Volksrepräsentanten, die sich damals bei der Armee aufhielten, als Generalstabschef zum General Férey kommandiert, wo er eine Operation zur Vertreibung der Feinde glänzend leitete.

Unter General Hoche wurde er innerhalb von 7 Tagen Général de brigade (5. März 1794) dann Général de division und drängte bei Mainz mit der 2. Division die Preußen zurück. Unter General Moreaus Oberbefehl am 1. Juni 1796 kommandierte er den linken Flügel der „Rhein- und Mosel-Armee“. Hier trug er zum glücklichen Ausgang der Schlacht bei Biberach und der Schlacht von Ettlingen bei. Durch das schnelle Vorrücken Gouvions wurde das linke Neckarufer erobert und konnte gegen Erzherzog Karl gehalten werden. Erst als die "Sambre-Meuse-Armee" mehrere Schlappen einstecken musste, musste auch die "Rheinarmee" sich zurückziehen. Im Winter 1796/97 verteidigte er mit Desaix das verschanzte Lager bei Kehl.

Als Moreau in Ungnade fiel und Hoche das Kommando über beide Armeen übernahm, aber am 15. September 1797 starb, wurde Gouvion das Kommando vom Sterbenden übergeben. Nach dem Frieden von Campo Formio kämpfte Gouvion im Jura, erhielt 1798 kurzfristig den Oberbefehl über die Armee in Rom und wurde anschließend zur Armee vor Mainz geschickt. 1799 rückte er unter Jourdan in Schwaben ein, ein nicht sehr erfolgreicher Feldzug.

Unter Napoléon[Bearbeiten]

Am 25. Juni wurde er zur italienischen Armee kommandiert und führte Truppen, die kaum Sold, Kleidung und Proviant hatten, konnte aber dennoch nach der erfolgreichen Schlacht von Albano, 15. Dezember in Genua einziehen. Napoléon ehrte ihn mit einem kostbaren Säbel, der ursprünglich für den türkischen Sultan bestimmt war.

Anfang 1800 kam Gouvion wieder zur "Rheinarmee" unter Moreau und konnte die Österreicher hinter Biberach werfen, wurde aber mehrfach verwundet und kurierte sich in Paris aus, wo er am 20. September Staatsrat im Kriegsausschuss wurde. Gesundet kam er 1801 nach Spanien und wurde, weil die Expedition nach Portugal unterblieb, dort Gesandter vom 2. November bis in den August 1802, anschließend Befehlshaber des französisch-italienischen Korps, welches Apulien zu besetzen hatte.

Im Mai 1805 war er bei der Krönung in Mailand, leitete die Räumung des Königreichs Neapels und wurde Masséna unterstellt. Er schloss sich der Armee an, die Joseph Bonaparte nach Neapel führte, anschließend kommandierte er bis Ende 1806 in den Abruzzen, übernahm danach das Lager von Boulougne und den Oberbefehl über das 1. Reservekorps.

Am 17. August 1808 wurde er Kommandeur des 7. Korps der "spanischen Armee" und operierte in Katalonien. Er erobert die Festung der Stadt Roses, befreite den eingeschlossenen Duhesme aus Barcelona, schlug bei Molins de Rei General Caldagnes und bei Igualada Theodor von Reding. Letzteren schlug er erneut am 25. Februar 1809 in der Schlacht von Valls vernichtend. Es gelang ihm, die spanischen Truppen zurück über den Ebro zu treiben. Als er von seiner überraschenden Ablösung durch Marschall Augereau erfuhr, wartete er 3 Monate vergeblich und verließ dann sein Armeekorps. Der Kaiser war so darüber aufgebracht, dass Gouvion ohne Gehalt unter Hausarrest auf seinen Besitzungen gestellt wurde. Erst 1811 mit der Geburt des Königs von Rom, wurde er wieder nach Paris berufen und erhielt sein rückständiges Gehalt und seinen Sitz im Staatsrat.

Napoléons Ende[Bearbeiten]

Im Russlandfeldzug von 1812 erhielt Gouvion das VI. Korps, bestehend aus französischen Truppen und dem bayerischen Kontingent, am 7. August wurde es dem II. von Charles Nicolas Oudinot unterstellt. Am 16. August wurden beide in der Ersten Schlacht von Polozk verwundet, wobei sich Oudinot zurückzog, Gouvion am folgenden Tag den Russen nochmals eine Schlacht lieferte. Für sein tapferes Verhalten erhielt er den Marschallstab. Zwei Monate später unterlag er General Wittgenstein in der Zweiten Schlacht von Polozk, wurde aber diesmal schwer verwundet und musste sich mit Lefebvres Korps vereinigen und zurückziehen.

Grab von Gouvion Saint-Cyr im Friedhof Père-Lachaise in Paris

In den Befreiungskriegen erhielt er, mittlerweile genesen, das 14. Korps und verteidigte am 17. Oktober - Napoléon kämpfte in der Völkerschlacht bei Leipzig - Dresden gegen General Tolstoi. Er konnte am 14. November wegen einer ehrenvollen Kapitulation die Stadt verlassen, wurde mit seinen Truppen nach Österreich geschickt. Als er nach Frankreich zurückkehrte, war Ludwig XVIII. schon auf dem Thron und er auf der Liste der Pairs von Frankreich. Am 19. März 1815 erhielt er das Kommando über die bei Orléans zusammengezogene Armee, als aber Napoléon für die 100 Tage zurückkehrte, zog er sich auf seine Besitzungen zurück. In der Folgezeit hatte er zweimal das Kriegsministerium (7. Juli - 26. September 1815 und 12. September 1817 - 19. November 1819) und einmal das Marineministerium inne. Aufgrund von Uneinigkeiten mit Kabinettsmitgliedern zog sich Gouvion 1819 in sein Privatleben zurück, wo er am 17. März 1830 starb.

Ehrungen[Bearbeiten]

Sein Name ist am Triumphbogen in Paris in der 13. Spalte (GOUVION-SAINT-CYR) eingetragen.

Gouvion Saint-Cyr war Colonel général des cuirassiers

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Bleibtreu: Marschälle, Generale, Soldaten Napoleons I. VRZ, Hamburg 1999, ISBN 3-931482-63-4 (Repr. d. Ausg. Berlin 1898)
  • Désiré Lacroix: Die Marschälle Napoleon I. Verlag Schmidt & Günther, Leipzig 1898.
Vorgänger Amt Nachfolger
Louis-Nicolas Davout
Henri Clarke d'Hunebourg
Kriegsminister von Frankreich
7. Juli 1815-26. September 1815
12. September 1817–19. November 1819
Henri Clarke d'Hunebourg
Marie Victor Nicolas de Fay, marquis de La Tour-Maubourg