Laurentiuskirche (Trebur)

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Die Laurentiuskirche in Trebur ist ein überwiegend barocker Kirchenbau, der wahrscheinlich auf die ehemalige Pfalzkapelle der Treburer Kaiserpfalz zurückgeht. Teile der Kirche stammen aus dem 9. Jahrhundert. Damit ist die Kirche eines der wenigen aus karolingischer Zeit erhaltenen Architekturzeugnisse.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Baugeschichte

Die Kirche weist ein scheinbar geschlossen barockes Erscheinungsbild auf. Nach Bodenuntersuchungen des Hessischen Hochbauamtes Darmstadt 1934 und von Otto Müller 1954 konnte Gottfried Kiesow 1984 den karolingischen Ursprungsbau rekonstruieren. Wesentliche Anhaltspunkte geben dabei die Vorhalle und das östliche Querschiff, die in voller Höhe noch aus der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts stammen. Danach war die Kirche ursprünglich eine Basilika mit westlicher Vorhalle, kurzem dreischiffigen Langhaus, östlichem Querhaus und einer halbrunden Apsis als Abschluss. [1]

Schon in gotischer Zeit wurde die westliche Vorhalle weitgehend umgebaut. Eine weitere Umgestaltung erfolgte in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts durch Johann Wilhelm Pfannmüller. 1748-1752 wurden Chor und Kirchenschiff durch Pfarrer Johann Konrad Lichtenberg neugebaut, wobei die gesamte Kirche zur barocken Predigtkirche umgestaltet wurde.[2]

[Bearbeiten] Ausstattung

Die Ausstattung besteht unter anderem aus einem hölzernen Altar (um 1750) und der Kanzel mit dem Gemälde „Der gute Hirte“ von Johann Konrad Seekatz (um 1800), des Weiteren einem Holzkruzifix und einer hölzernen Lutherstatue mit Schwan (um 1752) des Frankfurter Bildhauers Johann Daniel Schnorr. In der Vorhalle steht ein Taufaltar aus Marmor (gestiftet 1758).[3]

Die Orgel ist von Bernhard Dreymann aus Mainz (Weihe am 27. April 1844). Zwei Putten auf den Gehäusetürmen der Orgel stammen von der 1751 erbauten Vorgängerorgel von Johann Christian Köhler. Die Orgel wurde 1894 umgebaut und 1961 sowie 1997/98 restauriert.

[Bearbeiten] Anmerkungen

  1. Weitere Details zur Rekonstruktion bei Kiesow.
  2. S. Dehio sowie Kiesow.
  3. Die Darstellung folgt hier Dehio mit gelegentlichen Ergänzungen nach einer Website der Agentur für visuelle Kommunikation in Groß-Gerau: „Laurentius Kirche in Trebur“, URL: http://www.gg-online.de/html/laurentius_kirche.htm (26. September 2006).

[Bearbeiten] Literatur

  • Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen. Bearbeitet durch Magnus Backes. 2. Auflage. Deutscher Kunstverlag, München 1982, S. 846-847, ISBN 3-422-00380-0.
  • Evangelische Kirchengemeinde Trebur (Hrsg.): Die Orgel in Trebur. Die Orgel von Bernhard Dreymann in der evangelischen Laurentiuskirche. Trebur 1997. (keine ISBN)
  • Gottfried Kiesow: Romanik in Hessen. 2. Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1998, S. 258-260, ISBN 3-8062-1350-X. (dort auch weitere Literatur)

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

49.9238.4118Koordinaten: 49° 55′ 23″ N, 8° 24′ 42″ O

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