Laurionit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Laurionit
Laurionite.jpg
Laurionit-Kristalle aus Laurion, Attika (Griechenland)
Allgemeines und Klassifikation
Chemische Formel Pb(OH)Cl
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Halogenide
System-Nr. nach Strunz
und nach Dana
3.DC.05 (8. Auflage: III/D.08)
10.02.02.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem orthorhombisch
Kristallklasse; Symbol orthorhombisch-dipyramidal 2/m 2/m 2/m
Raumgruppe Pcmn[1]
Gitterparameter a = 9,699 Åb = 4,020 Å; c = 7,111 Å[1]
Formeleinheiten Z = 4[1]
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 3 bis 3,5
Dichte (g/cm3) 6,241
Spaltbarkeit deutlich nach {101}
Bruch; Tenazität biegsam
Farbe farblos, weiß
Strichfarbe weiß
Transparenz durchsichtig
Glanz Diamantglanz, Perlglanz nach {100}
Kristalloptik
Brechungsindizes nα = 2,077
nβ = 2,116
nγ = 2,158[2]
Doppelbrechung δ = 0,081[2]
Optischer Charakter zweiachsig negativ
Achsenwinkel 2V = 70°[2]

Laurionit ist ein Mineral aus der Mineralklasse der Halogenide. Es kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Pb(OH)Cl und entwickelt nur farblose oder weiße, tafelige bis dünn-prismatische Kristalle von meist auffälliger Winkelform bis zu einem Zentimeter Länge.


Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals gefunden wurde Laurionit 1887 an verschiedenen Schlackenfundstellen im Gebiet um Laurion in der griechischen Region Attika und beschrieben durch Rudolph Ignatz Koechlin[3] (1862–1939), der das Mineral nach seiner Typlokalität benannte.

Klassifikation[Bearbeiten]

In der alten (8. Auflage) und neuen Systematik der Minerale nach Strunz (9. Auflage) gehört der Laurionit zur Abteilung der Oxihalogenide (und verwandte Doppel-Halogenide). Die neue Strunz'sche Mineralsystematik unterteilt hier allerdings inzwischen präziser nach den an der Formel beteiligten Kationen und das Mineral steht entsprechend in der Unterabteilung „Mit Pb (As, Sb, Bi) ohne Cu“.

Die Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Laurionit ebenfalls den Oxihalogeniden zu, dort allerdings gemäß der Einteilung nach chemischer Zusammensetzung in die Unterabteilung „Oxihalogenide und Hydroxyhalogenide mit der Formel A(O,OH)Xq.


Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Laurionit bildet sich einerseits in antiken, bleihaltigen, durch Metallverarbeitung entstandenen Schlacken unter Einfluss von Salzwasser, andererseits aber auch als Sekundärmineral in der Oxidationszone bleihaltiger Mineral-Lagerstätten. Begleitminerale sind unter anderem Anglesit, Cerussit, Fiedlerit, Paralaurionit, Penfieldit und Phosgenit.

Bisher konnte das Mineral weltweit an knapp 40 Fundorten (Stand: 2009) nachgewiesen werden, so neben seiner Typlokalität Laurion in Griechenland noch in einigen Gebieten von Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Österreich, Südafrika, Tschechien, Tunesien und den USA. [4]

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Laurionit kristallisiert in der Raumgruppe Pcmn mit den Gitterparametern a = 9,699 Å; b = 4,020 Å und c = 7,111 Å[5] sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b American Mineralogist Crystal Structure Database – Laurionite (englisch, 1975)
  2. a b c Laurionite bei mindat.org (engl.)
  3. MINER Database von Jacques Lapaire - Minéraux et étymologie (französisch)
  4. Mindat - Localities for Laurionite
  5. American Mineralogist Crystal Structure Database - Laurionite (englisch, 1975)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Laurionite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien