Lausitzer Verwerfung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Lausitzer Verwerfung, häufig auch Lausitzer Überschiebung genannt, ist die bedeutendste geologische Störungszone zwischen Elbtal und Riesengebirge. Sie trennt als Verwerfung den Granit der Lausitz von den südlich anstehenden Kreide-Sandsteinen Nordböhmens. Angenommen wird eine Sprunghöhe von mehreren hundert Metern, dabei wurde das nördlich gelegene Gebiet gegen das südliche angehoben bzw. aufgeschoben.

Verlauf[Bearbeiten]

Der Beginn der Verwerfung ist im Westen etwa bei Oschatz anzusetzen. Landschaftsprägend tritt die Verwerfung erstmals bei Weinböhla als Steilstufe in Erscheinung. Von da ab verläuft sie am Nordrand der Dresdner Elbtalweitung ostwärts und bildet die Elbhänge von Radebeul über Dresden bis Pirna. Von da an verläuft sie landschaftlich wenig wahrnehmbar entlang des Nordrandes des Elbsandsteingebirges über Hohnstein und Hinterhermsdorf. In Hohnstein befindet sich an der sog. Wartenbergstraße der einzige geologische Aufschluss, wo der Granit der Lausitz unmittelbar über dem Sandstein liegt.

Weiter östlich folgt die Verwerfung dem Nordrand des Lausitzer / Zittauer Gebirges über Jiřetín pod Jedlovou (St. Georgenthal), Waltersdorf und Olbersdorf. Landschaftlich prägend tritt die Verwerfung dann jedoch vor allem östlich des Zittauer Gebirges in Erscheinung.

Auf nun wieder tschechischem Gebiet folgt die Verwerfung im Wesentlichen der Kammlinie des Jeschkengebirges. Mit dem Ještěd (Jeschken) befindet sich dort an der Verwerfung der höchste Punkt als weithin sichtbare landschaftliche Dominante. Fast geradlinig führt die Verwerfung entlang des Ještědsko-kozákovský hřbet ostwärts - durchbrochen von den Tälern der Mohelka und der Jizera - bis zum Kozákov im Böhmischen Paradies. In Malá Skála befindet sich mit den Suché skály der bemerkenswerteste geologische Aufschluss im Bereich der Verwerfung. Dort wurden die einst waagerecht liegenden Sandsteinbänke durch den Druck der Verwerfung in eine senkrechte Lage gebracht und bilden heute eine eindrucksvolle Felsformation.

Geologie[Bearbeiten]

QS-Geowissenschaften

Dieser Artikel wurde wegen inhaltlicher Mängel auf der Qualitätssicherungsseite des Portals Geowissenschaften eingetragen. Dies geschieht, um die Qualität der Artikel im Themengebiet Geowissenschaften zu steigern. Bitte hilf mit, die Mängel zu beseitigen, oder beteilige Dich an der Diskussion. (+)
Begründung: Der geologische Teil ist überarbeitungsbedürftig. Die Abgrenzung der einzelnen Lausitzer Artikel Lausitzer Granitmassiv, Lausitzer Bergland, Lausitzer Gebirge voneinander ist unklar und nicht nachzuvollziehen. --Jo 17:52, 10. Dez. 2008 (CET)

QS-Geowissenschaften

Dieser Artikel wurde wegen inhaltlicher Mängel auf der Qualitätssicherungsseite des Portals Geowissenschaften eingetragen. Dies geschieht, um die Qualität der Artikel im Themengebiet Geowissenschaften zu steigern. Bitte hilf mit, die Mängel zu beseitigen, oder beteilige Dich an der Diskussion. (+)
Begründung: Hier sind falsche Aussagen enthalten.-- Lysippos 21:04, 27. Jul. 2009 (CEST)

Das überschobene Gestein entstand in der frühen Steinkohlenzeit (Unterkarbon). Die Gesteinslagen des Karbons waren Konglomerate, Grauwacken, Tonschiefer und Kalkstein, Sedimente des Urmeeres. Auf diese Gesteinslagen wurde im Verlauf der variskischen Gebirgsbildung tektonisch das Granitmassiv aufgeschichtet.

Granit ist ein Tiefengestein, das tektonisch gehoben wurde. Bei diesem Vorgang entstanden Verwerfungen und Störungen, die es eruptiven Gesteinsmagmen ermöglichten, sich stellenweise massenhaft über dem Granit abzulagern. Das Lausitzer Granitmassiv besteht aus mehreren granitischen Intrusionen aus Granodiorit, Zweiglimmergranit und Stockgranit. Der Granodiorit ist das Hauptvorkommen und wird in mehreren Steinbruchbetrieben abgebaut, (Demitz-Thumitz, Königshain, Kleinpostwitz bei Bautzen u.a.) Grauwacke wurde in den Steinbrüchen bei Kamenz hauptsächlich für die Betonherstellung abgebaut. Erze sind in den Lausitzer Graniten kaum enthalten, finden sich aber vereinzelt in Ganggesteinen (Quarz, Magnetkies).

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Otto Herrmann: Steinbruchindustrie und Steinbruchgeologie. Verlag von Gebrüder Borntraeger, Berlin 1899
  • Kurt Pietzsch: Abriss der Geologie von Sachsen. Volk und Wissen, Berlin 1951