Lausnitz

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Lausnitz (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Lausnitz führt kein Wappen
Lausnitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lausnitz hervorgehoben
50.72638888888911.715555555556284Koordinaten: 50° 44′ N, 11° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Saale-Orla-Kreis
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Oppurg
Höhe: 284 m ü. NHN
Fläche: 8,43 km²
Einwohner: 333 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 40 Einwohner je km²
Postleitzahl: 07806
Vorwahl: 036481
Kfz-Kennzeichen: SOK, LBS, PN, SCZ
Gemeindeschlüssel: 16 0 75 056
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Türkenhof 5
07381 Oppurg
Webpräsenz: www.vg-oppurg.de
Bürgermeister: Wolfgang Ritter
Lage der Gemeinde Lausnitz im Saale-Orla-Kreis
Bad Lobenstein Birkenhügel Blankenberg Blankenstein Bodelwitz Bucha Burgk Dittersdorf Crispendorf Dittersdorf Dittersdorf Döbritz Dreba Dreitzsch Eßbach Gefell Geroda Keila Görkwitz Göschitz Gössitz Grobengereuth Harra Hirschberg (Saale) Gertewitz Kirschkau Knau Kospoda Krölpa Langenorla Lausnitz Lemnitz Linda bei Neustadt an der Orla Löhma Miesitz Mittelpöllnitz Moßbach Moxa Neundorf (bei Lobenstein) Neundorf (bei Schleiz) Neustadt an der Orla Neustadt an der Orla Nimritz Oberoppurg Oettersdorf Oppurg Paska Peuschen Plothen Pörmitz Pößneck Pottiga Quaschwitz Ranis Remptendorf Rosendorf Saalburg-Ebersdorf Schlegel Schleiz Schmieritz Schmorda Schöndorf Seisla Solkwitz Stanau Tanna Tegau Tömmelsdorf Triptis Volkmannsdorf Weira Wernburg Wilhelmsdorf (Saale) Wurzbach Ziegenrück ThüringenKarte
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Lausnitz ist eine Gemeinde in der Verwaltungsgemeinschaft Oppurg im thüringischen Saale-Orla-Kreis.

Geografie[Bearbeiten]

Lausnitz bei Neustadt an der Orla ist unmittelbares Nachbardorf vom etwas westlich liegenden Kolba und dem nordöstlichen Rittergut Positz. Die Gemeinde befindet sich im Orlatal der südlichen Ausläufer des nördlichen Buntsandsteinvorlandes des Thüringer Schiefergebirges. Die Bundesstraße 281 führt wenige hundert Meter am Dorf südlich vorbei. Nach der Straße folgt dann die Bahnlinie Leipzig-Saalfeld. Die Gemarkung vom Dorf ist kupiert und besitzt Sand- Löss- und Tonböden. Teiche lockern die Flur auf, die im Norden von Wald Richtung Langendembach begrenzt wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Die urkundliche Ersterwähnung von Lausnitz war am 8. Juni 1266.[2]

Mindestens seit dem 15. Jahrhundert gab es in Lausnitz Rittergüter: bis 1945 über 200 Jahre im Besitz der Familie von Wurmb, davor 250 Jahre in Besitz der Familie von Stein. Der „Untere Hof“ hatte ein im Dorf als „Schloss“ bezeichnetes Gutshaus, mit Rokoko-Möbeln, einer Sammlung von Meißner Porzellan und einer wertvollen Bibliothek. Dazu gehörte eine Parkanlage im Stil des Bayreuther Hofs. Der letzte männliche Besitzer, der Landwirt Lutze von Wurmb, fiel 1943 als Offizier im Zweiten Weltkrieg. Obwohl die Familie in der SBZ als „antifaschistisch“ eingestuft worden war, wurde die Witwe mit drei Kindern im Herbst 1945 entschädigungslos enteignet und von ihrem Besitz verwiesen. Als Frau von Wurmb auch die Verhaftung drohte, floh sie mit den Kindern im Dezember 1945 nach Westdeutschland. Als die (im Jahre 1945 15-jährige) Tochter Maria von Below (geb. von Wurmb) nach der „Wende“ Anfang der 1990er Jahre wieder in Lausnitz war, schilderte sie ihre Erlebnisse so: „Ländereien und Gebäude sind verkommen, Kunstschätze, Möbel und Bilder gestohlen“.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (Stand jeweils 31. Dezember):

  • 1994: 387
  • 1995: 368
  • 1996: 389
  • 1997: 375
  • 1998: 371
  • 1999: 370
  • 2000: 382
  • 2001: 371
  • 2002: 362
  • 2003: 356
  • 2004: 361
  • 2005: 362
  • 2006: 351
  • 2007: 355
  • 2008: 351
  • 2009: 343
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Dorfkirche mit Denkmal an der Kirchenwand für die Gefallenen beider Weltkriege und mit einer Tafel „Den Opfern des Stalinismus und SED-Regimes gewidmet. Im Internierungslager Buchenwald starb 1947 unser Lehrer Kurt Förster. An der Sektorengrenze in Berlin wurde am 31. März 1956 Roland Scholz erschossen“.
  • Frühere Gutsgebäude in desolatem Zustand

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Wolfgang Kahl Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer Verlag Rockstuhl Bad Langensalza 2010 ISBN 978-3-86777-202-0 S.159
  3. Maria von Below (geb. von Wurmb): Die Bodenreform in der SBZ, wie ich sie erlebt habe. In: Burgen, Schlösser, Gutshäuser in Thüringen". Hrsg.: Bruno J. Sobotka und Jürgen Strauss. Theiss-Verlag, Stuttgart 1994. S. 168–171. ISBN 3-8062-1123-X

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lausnitz (Saale-Orla-Kreis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien