Lauter (Odenwald)

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Lauter
Unterlauf: Winkelbach
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Die Lauter in Bensheim

Die Lauter in Bensheim

Daten
Gewässerkennzahl DE: 23954
Lage Odenwald, Hessisches Ried, Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Rhein → Nordsee
Quelle bei der Neunkircher Höhe
49° 43′ 31″ N, 8° 45′ 54″ O49.7252777777788.765490
Quellhöhe ca. 490 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung In Rhein bei Gernsheim49.7519444444448.472222222222290Koordinaten: 49° 45′ 7″ N, 8° 28′ 20″ O
49° 45′ 7″ N, 8° 28′ 20″ O49.7519444444448.472222222222290
Mündungshöhe ca. 90 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied ca. 400 m
Länge 43,2 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 117,7 km²Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Abfluss am Pegel Bensheim[1]
AEo: 26,8 km²
Lage: 1,1 km oberhalb der Mündung
NNQ (30.07.1992)
MNQ 1970/2009
MQ 1970/2009
Mq 1970/2009
MHQ 1970/2009
HHQ (11.07.1980)
21 l/s
109 l/s
287 l/s
10,7 l/(s km²)
3,72 m³/s
10,6 m³/s
Mittelstädte Bensheim, Gernsheim
Kleinstädte Lautertal (Odenwald)
Gemeinden Rodau (Zwingenberg)

Die Lauter, im Unterlauf Winkelbach genannt, ist ein Fluss in Südhessen. Die 43,2 km[2] lange Lauter hat ihre Quelle im Odenwald etwa 800 m nordwestlich der Neunkircher Höhe und mündet bei Gernsheim in den Rhein.

Die obere Lauter gibt ihrem Tal und der dortigen Verbundgemeinde Lautertal ihren Namen. Sie hat ein Einzugsgebiet von 27,5 km² und ist 14,4 km lang, ihre Wasserkörpernummer ist 23954.2. Der Flussabschnitt mit Namen Winkelbach, beginnend in Bensheim, trägt die Wasserkörpernummer 23954.1, ist 28,8 km lang und hat ein Einzugsgebiet von 90,2 km².

Der Name Winkelbach erklärt sich möglicherweise aus dem Knick, den der Bach in Bensheim macht oder durch die Umleitung bei Rodau.[3]

Der Flussverlauf[Bearbeiten]

Odenwald[Bearbeiten]

Die Lauter in ihrem Quellgebiet oberhalb von Gadernheim im Odenwald
Das Rückhaltebecken in Schönberg
Die Pegelmessstelle kurz vor Bensheim

800 m nordwestlich vom Gipfel der Neunkircher Höhe liegt auf 490 m ü. NN die Quelle der Lauter. Am Weinweg entlang führt von dort ein schmales Rinnsal 2 km hinab bis nach Gadernheim (Gemeinde Lautertal). An der Bundesstraße 47 (Nibelungenstraße) entlang fließt die Lauter dann über Lautern, Reichenbach, Elmshausen, Wilmshausen und Schönberg nach Bensheim. In Schönberg gibt es ein Rückhaltebecken zur Regulierung. Am Ortseingang im Osten von Bensheim liegt eine Pegelmessstelle (Messstellennummer 23950104) mit einem Pegelnullpunkt von 105,38 m ü. NN. Der Hochwasserpegel für die Meldestufe 1 liegt bei 80 cm, für Stufe 2 bei 100 cm und für Stufe 3 bei 120 cm. Mit 149 cm wurde der höchste Pegel am 11. Juli 1980 gemessen; dies entspricht einem Durchfluss von 10,6 m³/s.[4]

Hessisches Ried[Bearbeiten]

In Bensheim, das die Lauter durchfließt, ändert sie ihren Namen zu Winkelbach. Von etwas unterhalb des Rinnentors bis zur Kreuzung Fehlheimer Straße–Mozartstraße verläuft der Winkelbach ca. 1,2 km lang in einem unterirdischen Kanal. An einem Wehr am Rinnentor wird ein kleiner Teil des Baches in den Neuen Graben abgeleitet. Westlich von Bensheim erreicht der Winkelbach die Oberrheinische Tiefebene und das Hessische Ried. Hier ist er weitgehend reguliert. Über mehrere Kilometer verläuft das Flussbett dann parallel zur BAB 5 in Richtung Norden. In Höhe von Bensheim-Auerbach fließt nach 6,7 km die Auer zu. Auf Höhe von Rodau unterquert der Winkelbach die Autobahn und fließt anschließend westlich. Südlich von Langwaden fließt der Schwanheimer Grenzgraben zu. 600 m weiter flussabwärts unterquert er die BAB 67 und passiert Maria Einsiedel und Klein-Rohrheim. Das letzte Teilstück führt am südwestlichen Stadtrand von Gernsheim entlang. 700 Meter vor der Mündung erreicht der Lange Graben als letzter Zufluss den Winkelbach von Süden. Die Mündung in den Rhein liegt ca. 50 m südlich der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Gernsheimer Rheinbrücke.

Der Neue Graben (Kreuzung Berliner Ring-Schwanheimer Straße)

Ein kleinerer Teil des Winkelbachs wird mit einem Wehr am Bensheimer Rinnentor in den Neuer Graben abgeleitet. Der Neugraben fließt zunächst 1,3 km unterirdisch, unterhalb der Schwanheimer Straße. An der Kreuzung Schwanheimer Straße-Berliner Ring verläuft er wieder als Oberflächengewässer. 4,1 km nach dem Wehr am Rinnentor mündet er an der Wattenheimer Brücke in die Weschnitz.

Geschichte[Bearbeiten]

Der regulierte Winkelbach am Ortsende von Bensheim (vom Berliner Ring flussaufwärts gesehen)

Für die Lauter wurden auch die Namen Ziegelbach und Luitra verwendet[5][6][7][8].

Der Winkelbach wurde in den Jahren 1833 bis 1836 reguliert, bedeutend erweitert und vertieft. Dabei wurden zwei in Gernsheim betriebene Mühlen beseitigt. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass der künstlich nach Westen geschaffene Flusslauf ebenfalls in die Zeit des Baus der Modau fällt.[9]
Die Lauter / der Winkelbach wurde, wie die Odenwaldflüsse Modau und Weschnitz, zur Sicherung vor Hochwassern soweit reguliert, dass Überschwemmungen fast ausgeschlossen werden konnten. Damit sollten gewerbliche Standorte in Rheinnähe gesichert werden.[10]Im Jahr 1956 wurden auf Veranlassung der hessischen Landesregierung alle Entwürfe zu einem geregelten Hochwasserabfluss zunächst der Weschnitz und anschließend der Lauter und des Winkelbaches zusammengestellt. Man stellte ein Bündel von Maßnahmen zusammen, Dammerhöhung und Tieferlegung der Gewässersohlen sowie den Bau von Hochwasser-Rückhaltebecken. Die Baumaßnahmen begannen 1958 und endeten 1970. Der Träger der Maßnahmen und spätere Betreiber der fertiggestellten Einrichtungen, der Weschnitz-Verband, wurde am 11. Juni 1958 im Winzerkeller in Heppenheim gegründet. Am 1. Januar 2001 entstand aus dem Weschnitz-Verband und dem im Jahr 1966 gegründeten Lauter-Winkelbach-Verband der Gewässerverband Bergstraße. Das Gebiet von Lauter und Winkelbach wurde durch ein Becken im Odenwald und zwei weitere Becken in der Tiefebene geschützt.[11]

Bildergalerie[Bearbeiten]

Bilder der Lauter/Winkelbach in Richtung von der Quelle zur Mündung

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Rheingebiet, Teil I 2009. Landesamt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Würtemberg, 2011, S. 138, abgerufen am 26. Januar 2013 (PDF, deutsch, 1,85 MB).
  2. Stellungnahme des B.U.N.D. zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in Hessen vom 10. September 2004 (PDF; 87 kB)
  3. Siedlungsnamen zwischen Rhein, Main, Neckar und Itter, abgerufen am 21. Juni 2007
  4. Die aktuellen Pegelstände der Lauter in Bensheim vom Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie.
  5. Historisch-topographisch-statistische beschreibung des Fürstentums Lorsch, oder Kirchengeschichte des Oberrheingaus: Geschichte und Statistik des Klosters und Fürstenthums Lorsch, etc, Konrad Dahl, 1812, Seiten 167, 217, 251
  6. Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Starkenburg, Band 1 Autor Georg W. Wagner, Verlag Leske, 1829, Seite 264
  7. Siedlungsnamen Lauter(n), Lauterbach, -tal, -hof
  8. Lautgeschichte der südhessischen Ortsnamen
  9. Heil, G. Viel Wasser gibt’s im Ried – in der Gegenwart und seit Millionen Jahren, abgerufen am 21. Juni 2007
  10.  Stey, Michael: Multimediale Aufbereitung von wasserwirtschaftlichen Fachinformationen auf Basis eines Webbasierten Content Management Systems (WCMS). Institut für Numerische Methoden und Informatik im Bauwesen, TUD, Universitaets- und Landesbibliothek Darmstadt – Informatik im Bauwesen 17/102 2003, S. 123.
  11. Bergsträßer Anzeiger vom 29. März 2007: Schäden durch Überflutungen. Gründung des Weschnitzverbandes 1958 schafft Abhilfe, bei Internet Archive abgerufen am 24. Dezember 2008

Literatur[Bearbeiten]

  • A. Lantos: Die Blaufabrik und ihre ökologischen Folgen für das Lautertal/Odw.: Dokumentation zur Altlastsicherung durch Ciba-Geigy. In: Geschichtsblätter Kreis Bergstrasse 28/1995, S. 296–318. ISSN 0720-1044

Weblinks[Bearbeiten]