Lauter (Rhein)

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Lauter
Oberlauf: Wieslauter; frz.: la Lauter
Flussverlauf

Flussverlauf

Daten
Gewässerkennzahl DE: 2372, FRA38-0200
Lage Rheinland-Pfalz (Deutschland), Unterelsass (Frankreich)
Flusssystem Rhein
Abfluss über Rhein → Nordsee
Quelle nördlich des Wieslauterhofs
49° 13′ 39″ N, 7° 45′ 6″ O49.2274097.751797249
Quellhöhe 249 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung Rhein bei Neuburg48.9861111111118.2680555555556107Koordinaten: 48° 59′ 10″ N, 8° 16′ 5″ O
48° 59′ 10″ N, 8° 16′ 5″ O48.9861111111118.2680555555556107
Mündungshöhe 107 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 142 m
Länge 74 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 382,295 km²[1][2]
Abfluss am Pegel Salmbacher Passage[3]
AEo: 345 km²
Lage: 15,6 km oberhalb der Mündung
NNQ (28.07.1964)
MNQ 1961/2009
MQ 1961/2009
Mq 1961/2009
MHQ 1961/2009
HHQ (06.01.1982)
955 l/s
1,77 m³/s
3,33 m³/s
9,7 l/(s km²)
10,6 m³/s
15,3 m³/s
Linke Nebenflüsse Wartenbach, Seebach, Heimbach, Langenbach, Kuhbach, Geiersteinbach, Erlenbach, Portzbach, Bockbach, Reisbach
Rechte Nebenflüsse Salzbach, Moosbach, Wöllmersbach, Dumbach, Rumbach, Eulenbach, Woogbach, Alschbächel
Kleinstädte Dahn, Wissembourg, Lauterbourg
Gemeinden Hinterweidenthal, Bruchweiler-Bärenbach, Bundenthal, Niederschlettenbach, Bobenthal, Scheibenhardt, Scheibenhard, Berg, Neuburg
Triftwehr zwischen Hinterweidenthal und Dahn

Triftwehr zwischen Hinterweidenthal und Dahn

Die Lauter, am gesamten Oberlauf im südlichen Pfälzerwald, dem deutschen Teil des Wasgaus, bis zur französischen Grenze Wieslauter genannt, ist ein orografisch linker Nebenfluss des Rheins. Als Gewässer III. Ordnung eingestuft, entwässert die Lauter neben Speyerbach, Queich und Schwarzbach eines der vier großen Flusssysteme des Pfälzerwaldes. Unter Einbeziehung ihres längsten Quellflusses ist sie 74 Kilometer lang.

Name[Bearbeiten]

Den Namen Wieslauter trägt der Fluss zur Unterscheidung von der zweiten pfälzischen Lauter, die bei Kaiserslautern entspringt und auch Waldlauter genannt wird. Die Namenserweiterung auf Wieslauter ist ungeklärt; diskutiert werden zwei unterschiedliche sprachliche Quellen: Obwohl der obere Bachabschnitt mehr durch Wald als durch Wiesen führt, wäre Wiese als Ursprung denkbar. Die alte Bezeichnung „Wäschlauterhof“ für den Wieslauterhof lässt allerdings den Umstand, dass das Wasser der Lauter zum Reinigen der Wäsche eingesetzt wurde, als wenigstens ebenso plausibel für die Namensgebung erscheinen.

Verlauf[Bearbeiten]

Die Quelle der Wieslauter liegt mitten im Pfälzerwald unmittelbar südöstlich der Pfälzischen Hauptwasserscheide südlich der Burg Gräfenstein und knapp oberhalb des Weilers Wieslauterhof in einem Seitental des Zieglertals. Die Stelle ist durch den Ritterstein 230 mit der Inschrift „Wieslauter-Ursprung“ markiert. Das Bächlein fließt sogleich in einen Woog, einen kleinen Stauweiher, dessen Abfluss nach etwa 500 Metern von rechts in ein wesentlich wasserreicheres Gewässer, den Wartenbach, mündet.

Dieser ist mit 7,16 Kilometern der längste Quellzufluss der Wieslauter und fließt fast parallel zur Wasserscheide in südwestliche Richtung. Er tritt als Floßbach in 382 Meter Höhe an der Westflanke des Hortenkopfes zutage und diente, worauf sein Name hindeutet, früher der Holztrift. Zu diesem Zweck wurde er unterhalb seiner Quelle zum Gambswoog gestaut, der auch Gambsklause genannt wird.

Etwa 1,3 Kilometer vor dem Zusammenfluss von Wieslauter und Wartenbach nimmt dieser von links den 4,3 Kilometer langen Scheidbach auf. Dessen Quelle liegt in 374 Meter Höhe an der Westflanke des 610 Meter hohen Weißenbergs.

In Hinterweidenthal fließt der Wieslauter in einer fünfgliedrigen Talspinne von rechts aus fast gegenläufiger Talrichtung der stärkste Nebenfluss zu, der 14 Kilometer lange Salzbach, der keine namentliche Quelle besitzt. Sein bedeutendster Quellfluss ist der Buchbach; dieser entspringt an der Nordflanke der Hohen List und fließt gegen Nordosten an den Weilern Glashütte und Langmühle vorbei, ehe er sich zwei Kilometer vor der Gemeinde Salzwoog mit dem Storrbach zum Salzbach vereinigt.

Lauter in Wissembourg

Kurz vor Dahn mündet ebenfalls von rechts und sehr stumpf der acht Kilometer lange zweitstärkste Nebenfluss Moosbach; die Wieslauter fließt hier nach Südosten. Sie passiert Bruchweiler-Bärenbach und nimmt bei Niederschlettenbach von links den acht Kilometer langen und von Nord nach Süd fließenden Erlenbach auf. Fünf Kilometer hinter Bobenthal überquert die Wieslauter die Staatsgrenze von Deutschland nach Frankreich, wo sie dann la Lauter genannt wird. Gleich anschließend erreicht sie in Wissembourg (Weißenburg, Elsass) die Oberrheinische Tiefebene.

Von hier an verläuft die Lauter, weiterhin in südöstlicher Richtung, am südlichen Rand des Bienwaldes und bildet im Wesentlichen die Grenze zwischen Deutschland und Frankreich, bevor sie bei Lauterbourg (Lauterburg, Elsass) für die letzten fünf Kilometer links der alten Abflusslinie als Neue Lauter Frankreich wieder verlässt. Bei Neuburg mündet die Lauter nach etwa 74 Kilometern in den Rhein.

Die Alte Lauter südlich des neuen Mündungsarmes markiert bis ihrer eigenen Mündung in den Rhein (vier Kilometer) weiterhin die Staatsgrenze. Rechts der Mündung befindet sich der östlichste Punkt Frankreichs, links der südlichste Punkt von Rheinland-Pfalz.

Geschichte[Bearbeiten]

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts mussten sich sowohl Kaiser als auch Papst mit der „Wasserfehde“ befassen, die Hans von Trotha, Ritter von Burg Berwartstein, mit dem Kloster Weißenburg austrug: Zuerst ließ der Ritter, der im Sagengut der Region „Hans Trapp“ genannt wird, die Wieslauter aufstauen und entzog so dem abwärts gelegenen Städtchen Weißenburg das Wasser; nach Beschwerden des Klosters sorgte er für das Einreißen des Dammes und verursachte in Weißenburg eine gewaltige Überschwemmung mit erheblichen wirtschaftlichen Schäden.

Das Gebiet um die obere Wieslauter und deren Quellflüsse gehörte bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zur Markgrafschaft Baden; nördlich des Weißenberges finden sich noch historische Grenzsteine, wie auch der Name „Scheidbach“ auf ein Grenzgewässer hindeutet. Mit dem Frieden von Lunéville (1801) wurde das gesamte linksrheinische Deutschland formal und völkerrechtlich Teil der Französischen Republik und blieb es bis zu Napoleons Entmachtung 1815.

Als Folge des Zweiten Weltkrieges wurden 1946 die beiden Teile des deutschen Mundatwaldes, die links der Lauter – nordwestlich bzw. östlich von Weißenburg – liegen, durch Frankreich annektiert. Sie wurden erst 1986 an Deutschland zurückgegeben.

Sehenswürdigkeiten und Tourismus[Bearbeiten]

Naturdenkmäler und kulturelle Sehenswürdigkeiten

Die Gegend am Oberlauf der Lauter, das Dahner Felsenland, ist besonders reich an Felsformationen aus Buntsandstein, und viele Bergkuppen tragen Felsenburgen.

Touristische Sehenswürdigkeiten sind beispielsweise der Pilzfelsen Teufelstisch bei Hinterweidenthal und der 70 Meter hohe Jungfernsprung in Dahn, um den sich eine Sage rankt. Bekannte Burgen sind Neudahn, die Dahner Burgengruppe mit Altdahn, Grafendahn und Tanstein, der Drachenfels, der wegen des aufständischen Ritters Franz von Sickingen zerstört wurde, sowie der Berwartstein des Ritters Hans von Trotha. Mit einer Innengrundfläche von 1320 m² beeindruckt die gotische Kirche des früheren Klosters Weißenburg, mit dem Ritter Hans seine „Wasserfehde“ austrug.

Freizeit und Sport

Entlang der Lauter führt über etwa 59 Kilometer von Hinterweidenthal bis zur Mündung ein durch ein blaues Schild mit Radler markierter Radweg, der als Deutsch-Französischer Pamina-Radweg Lautertal oder kurz Wieslautertal-Radweg bezeichnet wird.[4]

Die Wieslauter dient auch als Kanuwanderweg. Aus Gründen des Naturschutzes ist der Fluss jedoch nur mit Einer-Kajaks ohne Steuerblatt und nur bei ausreichender Wassertiefe befahrbar; am Pegel Bobenthal muss die Lauter einen Stand von mindestens 75 cm aufweisen. Eine entsprechende Verordnung gilt seit 2001.[5][6]

Das Dahner Felsenland, durch das die Wieslauter fließt, ist als Kernland des Klettergebiets Südpfalz bevorzugtes Ziel von Sportkletterern.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lauter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geoexplorer der Wasserwirtschaftsverwaltung Rheinland-Pfalz
  2. Nach Débits caractéristiques de la Lauter (siehe Weblink) hat sie ein EZG von 395,3 km²
  3. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Rheingebiet, Teil I 2009. Landesamt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Würtemberg, 2011, S. 92, abgerufen am 26. Januar 2013 (PDF, deutsch, 1,85 MB).
  4. radwanderland.de: Deutsch-französischer Pamina-Radweg Lautertal. Abgerufen am 14. April 2001.
  5. Kreisverwaltung Südwestpfalz: Rechtsverordnung Wieslauter. 2001, abgerufen am 15. April 2011.
  6. Kreisverwaltung Südwestpfalz: Übersichtskarte zur Rechtsverordnung Wieslauter. Abgerufen am 15. April 2011 (PDF; 1,1 MB).