Lauterbach (Rügen)

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Hafen Lauterbach
Der alte Bahnhof Lauterbach
Haltepunkt Lauterbach Mole mit dem Dreischienengleis

Lauterbach ist ein Ortsteil der Stadt Putbus auf der deutschen Ostseeinsel Rügen.

Der Ort hat etwa 500 Einwohner und liegt südöstlich von Putbus am Greifswalder Bodden. Lauterbach verfügt über einen Hafen sowie über einen Anschluss an das Eisenbahnnetz sowohl der Normalspur als auch der Rügenschen Bäderbahn.

Geschichte[Bearbeiten]

Eine erste bekannte Bebauung in der Neuzeit im Ortsgebiet erfolgte 1819, als zwischen dem Waldgebiet Goor und Neuendorf eine Papiermühle gebaut wurde. Zuvor hatte Fürst Wilhelm Malte zu Putbus 1816 am Strand des weiter südlich gelegenen Neuendorfs das erste Seebad Rügens eingerichtet. Zunächst bestand dieses Seebad nur aus Zelten und Badekarren. 1817/1818 entstand in der Goor ein festes Badehaus, das zu DDR-Zeit als Bergarbeitererholungsheim genutzt wurde.

Damit Schiffe anlegen konnten, entschloss man sich 1834, einen Landungssteg zu bauen. Hierfür wählte man jedoch die ruhigere Bucht im Gebiet des heutigen Lauterbachs und nicht Neuendorf. Zwischen 1833 und 1836 entstand daher eine erste Ansiedlung. Eine erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1840. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Siedlung sieben Häuser. Durch den Bau der Landungsbrücke konnten Schiffe aus Schweden und Oderkähne und Dampfschiffe aus Stettin und Stralsund anlegen. Der Badebetrieb ging bald zurück, blieb jedoch noch lange neben Bootsbau, Fischerei und Handel bestimmend.

Der Name des Orts geht auf die Frau des Fürsten zu Putbus zurück, eine geborene von Lauterbach.

1890 wurde die Eisenbahnstrecke von Bergen über Putbus bis nach Lauterbach fertiggestellt. Bis 1945 gab es einen Anschluss nach Lauterbach Landungsstelle. Im Jahr 1998 wurde der Endhaltepunkt Lauterbach Mole am Hafen in Betrieb genommen und der Bahnhof in Lauterbach stillgelegt. Die Normalspur-Züge werden seit Sommer 1999 auf der Strecke von Putbus bis Lauterbach Mole durch die Schmalspur-Züge des „Rasenden Rolands“ der Rügenschen Kleinbahn von Göhren ergänzt, da dieses Streckenstück mit einem Dreischienengleis versehen wurde. Am unter Denkmalschutz stehenden Bahnhofsgebäude von Lauterbach wird seit dem 9. Dezember 2006 auch wieder gehalten.

1901/1902 wurde der Hafen angelegt. Inzwischen gibt es hier neben Fischerei- und Bootsbauunternehmen auch einen Sportboothafen mit mehreren Steganlagen auf der Ostseite des Hafens, der in den letzten Jahren weiter ausgebaut wurde.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Lauterbach bestehen diverse kleinere Betriebe der Gastronomie- und Beherbergungsbranche. Bedeutend für die lokale Wirtschaft ist der Hafen, der auch als Yachthafen genutzt wird. Vom Hafen legen auch Fahrgastschiffe ab. Wichtiges touristisches Ziel ist die unweit von Lauterbach gelegene Insel Vilm. Es wird Bootsbau und Fischfang betrieben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Jung: Meerumschlungen und kreidegrün, Rügen von A-Z, Ellert & Richter Verlag Hamburg 2009, ISBN 978-3-8319-0381-8, Seite 82
  • André Farin: Lauterbach. Rügens ältestes Seebad. Hafenort. Bootsbautradition. Mit Kindheitserinnerungen der Lauterbacherin Marlene Lübbe, geb. Wiechmann, 2. Aufl., Lauterbach 2012, ISBN 978-3-00-036509-6
  • Elizabeth von Arnim: Elizabeth auf Rügen. Ullsteinbuch Nr. 30228, 15. Auflage 1996, ISBN 3-548-30228-9; Das etwas andere Reisebuch: Vor dem 1. Weltkrieg als Frau allein (mit Anstandsdame) auf Rügen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lauterbach (Rügen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

54.34234913.499923Koordinaten: 54° 21′ N, 13° 30′ O