Lautertal (Oberfranken)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lautertal
Lautertal (Oberfranken)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lautertal hervorgehoben
50.31972222222210.985555555556630Koordinaten: 50° 19′ N, 10° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Coburg
Höhe: 630 m ü. NHN
Fläche: 30,34 km²
Einwohner: 4143 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 137 Einwohner je km²
Postleitzahl: 96486
Vorwahlen: 09561, 09566
Kfz-Kennzeichen: CO, NEC
Gemeindeschlüssel: 09 4 73 141
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Frankenstraße 3
96486 Lautertal
Webpräsenz: www.gemeindelautertal.de
Bürgermeister: Sebastian Straubel (CSU)
Lage der Gemeinde Lautertal im Landkreis Coburg
Callenberger Forst-West Gellnhausen Landkreis Haßberge Coburg Landkreis Kronach Landkreis Lichtenfels Weitramsdorf Weidhausen bei Coburg Untersiemau Sonnefeld Rödental Bad Rodach Niederfüllbach Neustadt bei Coburg Meeder Lautertal (Oberfranken) Itzgrund Grub am Forst Großheirath Ebersdorf bei Coburg Dörfles-Esbach Ahorn (Landkreis Coburg) Seßlach Landkreis Bamberg ThüringenKarte
Über dieses Bild

Lautertal ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Coburg.

Geografie[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Lautertal besteht aus den Teilorten Unterlauter, Oberlauter, Tiefenlauter, Neukirchen, Tremersdorf und Rottenbach.

Unterlauter/Oberlauter[Bearbeiten]

Der Ort Lauter, später in Unterlauter und Oberlauter getrennt, wurde erstmals 850 n. Chr. als Lutaraha erwähnt. Auf eine frühere Herkunft deutet eine Erwähnung aus dem Jahr 833 („villa Hlutru“) hin, dies kann aber nicht mit Sicherheit belegt werden. Etwa zur gleichen Zeit entstanden vermutlich auch das Zentgericht, der Herrenhof neben der Kirche und der Kreuzstein. Später wurde der untere Teil des Reichshofs, entsprechend der Lage am Fluss Lauter, zu Unterlauter, der obere zu Oberlauter. Bis ins 16. Jahrhundert besaß die Zent Lauter außerdem zwischenzeitlich das Stadt- und Marktrecht, die höhere Gerichtsbarkeit ging mit der Stadtgründung Coburgs zunehmend verloren.

Tiefenlauter[Bearbeiten]

Der Ortsteil Tiefenlauter entstand wahrscheinlich im 14. Jahrhundert (erste urkundliche Erwähnung 1317). Von etwa 1400 bis 1580 war die Siedlung jedoch eine Wüstung, also unbewohnt. Möglicherweise könnte hier eine zum Reichshof gehörende Burg existiert haben.

Neukirchen[Bearbeiten]

Die Entstehung Neukirchens geht ins 13. Jahrhundert zwischen 1200 und 1240 zurück, die erste Erwähnung stammt aber erst aus dem Jahr 1315. Oberhalb der namensgebenden Kirche, der heutigen Johanniskirche, stand vermutlich die Burg Neukirchen, die ebenfalls zum Reichshof gehörte. Der Untergang der Burg ist ungewiss. Seit den 70er Jahren ist eine Jugendbildungsstätte der Evang. Kirche, das Jugendhaus Neukirchen eine prägende Einrichtung der Ortschaft. In Neukirchen befindet sich ein Abfahrtshang mit Skiliftanlage; auch Langlaufloipen sind vorhanden.

Tremersdorf[Bearbeiten]

Der Mühlenort Tremersdorf wurde 1317 erstmals erwähnt. Im 13./14. Jahrhundert bestand ein enger Zusammenhang mit Neukirchen. Die Gemeinde Tremersdorf wurde am 1. Januar 1969 in die Gemeinde Rottenbach eingegliedert[2] und diese am 1. Mai 1978 nach Lautertal eingemeindet[3].

Rottenbach[Bearbeiten]

In einer Urkunde vom 11. Februar 1182 wurde Rottenbach erstmals genannt. Im Mittelalter war Rottenbach der Pfarrei Oettingshauen unterstellt. Die am 1. Januar 1969 um Tremersdorf vergrößerte Gemeinde Rottenbach[2] wurde am 1. Mai 1978 in die Gemeinde Lautertal eingegliedert.[3]

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: Durch einen silbernen Schräglinkswellenbalken geteilt von Schwarz und Grün; oben ein brennendes goldenes Herz, unten auf silbernem Boden wachsend nebeneinander eine silberne Tanne und eine silberne Quellenfontäne.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde Lautertal entstand am 1. Juli 1969 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Neukirchen, Oberlauter, Tiefenlauter und Unterlauter.[2] Am 1. Mai 1978 kam Rottenbach, das am 1. Januar 1969 die Gemeinde Tremersdorf aufgenommen hatte, hinzu.[3]

In Lautertal gab es von 1952 bis 1992 einen DECCA-Sender.

Verkehr[Bearbeiten]

Seit 1858 führte durch das Lautertal die Werrabahn und verband es mit Coburg und über Eisfeld mit Eisenach. Einziger Halt im Lautertal war der Bahnhof Tiefenlauter. Am Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde nach Sprengungen von Brücken die Verbindung nach Eisfeld unterbrochen. Am 30. August 1949 wurde der Personenverkehr nach Coburg eingestellt, am 1. Juli 1976 auch der Güterverkehr. Die Strecke wurde 1977 abgerissen. In den 1980er Jahren wurden auf der Strecke Grundstücke verkauft und einige Privathäuser gebaut.[4] Die Gemeinde Lautertal steht einer Wiederherstellung der Bahnverbindung, wie sie von den Industrie- und Handelskammern in Coburg und Suhl gefordert wird, ablehnend gegenüber und sucht diese durch Ausweisung neuer Baugebiete zu verhindern.[5]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist Sebastian Straubel von der CSU.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl 2014 führte zu folgender Sitzverteilung im Gemeinderat (Vergleich zur Wahl 2008)

  • CSU 7 Sitze (±0)
  • SPD 4 Sitze (+1)
  • Überparteiliche Wählergemeinschaft Lautertal 5 Sitze (+5)
  • Freie Wähler 0 Sitz (-5)
  • Parteilose Wählergemeinschaft Neukirchen 0 Sitz (-1)

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 441.
  3. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 680.
  4. Initiative Stadtmuseum Coburg: 150 Jahre Werrabahn (PDF; 11,1 MB)
  5. Neues Baugebiet sticht alte Trasse aus. 10. Februar 2012. http://www.infranken.de/nachrichten/lokales/coburg/Lautertal-Werrabahn-Lueckenschluss-Am-Lauterberg-Neues-Baugebiet-sticht-alte-Trasse-aus;art214,250291

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lautertal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Lautertal (Oberfranken)