Lautrach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lautrach
Lautrach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lautrach hervorgehoben
47.89722222222210.117777777778631Koordinaten: 47° 54′ N, 10° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Unterallgäu
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Illerwinkel
Höhe: 631 m ü. NHN
Fläche: 8,07 km²
Einwohner: 1187 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 147 Einwohner je km²
Postleitzahl: 87763
Vorwahl: 08394
Kfz-Kennzeichen: MN
Gemeindeschlüssel: 09 7 78 164
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Deybachstraße 2
87763 Lautrach
Webpräsenz: www.lautrach.de
Bürgermeister: Arthur Dorn (CSU / Unabhängige Wählergem.)
Lage der Gemeinde Lautrach im Landkreis Unterallgäu
Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Günzburg Landkreis Neu-Ulm Landkreis Oberallgäu Landkreis Ostallgäu Landkreis Unterallgäu Memmingen Amberg (Unterallgäu) Apfeltrach Babenhausen (Schwaben) Bad Grönenbach Bad Wörishofen Benningen Benningen Böhen Boos (Schwaben) Breitenbrunn (Schwaben) Buxheim (Schwaben) Dirlewang Egg an der Günz Eppishausen Erkheim Ettringen (Wertach) Fellheim Hawangen Heimertingen Holzgünz Kammlach Kettershausen Kirchhaslach Kirchheim in Schwaben Kronburg Lachen (Schwaben) Lauben (Unterallgäu) Lautrach Legau Markt Rettenbach Markt Wald Memmingerberg Mindelheim Niederrieden Oberrieden (Schwaben) Oberschönegg Ottobeuren Pfaffenhausen Pleß Rammingen (Bayern) Salgen Sontheim (Schwaben) Stetten (Schwaben) Trunkelsberg Türkheim Tussenhausen Ungerhausen Ungerhausen Unteregg Westerheim (Unterallgäu) Wiedergeltingen Winterrieden Wolfertschwenden Woringen Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Günzburg Landkreis Neu-Ulm Landkreis Oberallgäu Landkreis Ostallgäu Landkreis Unterallgäu Memmingen Amberg (Unterallgäu) Apfeltrach Babenhausen (Schwaben) Bad Grönenbach Bad Wörishofen Benningen Benningen Böhen Boos (Schwaben) Breitenbrunn (Schwaben) Buxheim (Schwaben) Dirlewang Egg an der Günz Eppishausen Erkheim Ettringen (Wertach) Fellheim Hawangen Heimertingen Holzgünz Kammlach Kettershausen Kirchhaslach Kirchheim in Schwaben Kronburg Lachen (Schwaben) Lauben (Unterallgäu) Lautrach Legau Markt Rettenbach Markt Wald Memmingerberg Mindelheim Niederrieden Oberrieden (Schwaben) Oberschönegg Ottobeuren Pfaffenhausen Pleß Rammingen (Bayern) Salgen Sontheim (Schwaben) Stetten (Schwaben) Trunkelsberg Türkheim Tussenhausen Ungerhausen Ungerhausen Unteregg Westerheim (Unterallgäu) Wiedergeltingen Winterrieden Wolfertschwenden Woringen Baden-WürttembergKarte
Über dieses Bild

Lautrach ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Unterallgäu und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Illerwinkel.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Ort liegt zwischen 601 und 631 Meter ü. NN auf einer Bergnase zwischen der Lautrach und Iller etwa 11 Kilometer südlich von Memmingen und 32 Kilometer nördlich von Kempten in der Region Donau-Iller in Mittelschwaben.

Ausdehnung des Gemeindegebietes[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet besteht nur aus der Gemarkung Lautrach.

Zur Gemeinde Lautrach gehören unter anderem die Orte Lautrach, Dilpersried, Neuwelt, Schnall, Schrofen und Wigelis.

Geschichte[Bearbeiten]

Der erste bekannte Name der Siedlung ist Luteraha von alemannisch ach = Bach und lauter = klar, rein, sauber.

Lautrach wurde im Jahre 840 das erste Mal urkundlich erwähnt. Der Ort hatte einen der ältesten Rittersitze in Schwaben. Der mittelalterliche Burgstall Altenlauternach war seit 1164 Sitz des Heinrich von Lauternach. 1337 wurde er an die Schellenberger abgetreten. Von 1417 bis 1609 hatten ihn die Herren von Landau inne. 1609 kam die Herrschaft an die pfälzischen Herren von Muggenthal. Im Dreißigjährigen Krieg wütete die Pest in Legau (1628/30). Die Schweden marschierten 1632 ein, plünderten und brannten das Dorf teilweise nieder. 1641 verkaufte der Graf von Muggenthal aus Not das Dorf an das Stift von Kempten. Dort blieb es bis zur Säkularisation. Mittlerweile führt der Iller-Radweg durch das Lautracher Gemeindegebiet.

Geschichte des Schloss Lautrach
Schloss Lautrach

Ab 1781 ließ der Fürstabt von Kempten, Honorius Roth von Schreckenstein, in dreijähriger Bauzeit das Schloss Lautrach als Propstei und Jagdschloss errichten, als Ersatz für das abgebrannte alte Schloss. 1803 wird Bayern der neue Besitzer des Schlosses. 1805 wird es an den französischen Grafen Firmas-Perier versteigert. Ihm verdankt das Schloss die den kleinen Theatersaals mit den wertvollen handbedruckten Bildtapeten aus der Tapetenmanufaktur Dufour, Paris. Nach dem Tod von Firmas-Perier, wird das Schloss 1831 an den Freiherrn von Speth verkauft. Beide Schlösser erwarb 1838 der katholische Priester Josef Deybach mit Unterstützung des Barons Vequel auf Kronburg. Er eröffnet mit seiner Schwester eine Erziehungsanstalt für höhere Töchter. 1840 wird auch ein Knabeninstitut im alten Schloss eröffnet. Die beiden Institutionen wurden weit über die Grenzen des Landes bekannt. 1889 erwarben die Wagnerschen Anstalten von Dillingen das Erbe Deybachs. Von 1921 bis 1931 war das neue Schloss im Besitz von Hermann Anschütz-Kaempfe, dem Polarforscher und Erfinder des Kreiselkompasses. In einem Brief an Albert Einstein schreibt er:

(...) Wissen Sie schon, dass ich für die Universität hier in nächster Nähe Ihrer Heimat ein verträumtes altes Schloss erworben habe, das allen Freunden von der philosophischen Fakultät in erster Linie offen stehen soll. Da dürfen Sie nicht fehlen. Wir wollen im nächsten Sommer womöglich im August, wenn es meine Arbeit zulässt, zum erstenmal dorthin. Die Gegend ist so unbereist von Berliner, wie es in Bayern nur denkbar ist. Schloss und Grund ist in Lautrach bei Memmingen. (...)[2]

Nach seinem Tod vermachte er es an die Ludwig-Maximilians-Universität München, die es 1966 an die Wagnerschen Anstalten von Dillingen (heute Regens-Wagner-Stiftung) verkauften. 1989 wurde Schloss Lautrach zu einem Managementzentrum und Tagungshotel umgebaut und 1993 fand die offizielle Eröffnung des Management Centrum Schloss Lautrach statt. Es gehört heute zu den führenden Weiterbildungsinstituten mit eigenem Vier-Sterne-Tagungshotel in Deutschland. Die beiden Gesellschafter sind die IHK Schwaben und das Kolping-Bildungswerk in der Diözese Augsburg.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 996, 1987 dann 1.085 und im Jahr 2000 1.151 Einwohner gezählt. Im Jahr 2009 wurden 1168 Einwohner gezählt, davon 636 weiblich.

Politik[Bearbeiten]

Bundestagswahl 2013[3]
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,8 %
17,8 %
3,3 %
7,6 %
3,1 %
3,4 %
6,7 %
7,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
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   8
   6
   4
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  -8
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-12
+3,9 %p
+3,4 %p
-11,2 %p
-4,0 %p
-0,9 %p
+3,4 %p
+6,7 %p
-1,3 %p

Bürgermeister ist seit Mai 2014 Reinhard Dorn (Freie Wähler).

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 455.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 102.000 Euro.

2009 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 527.000 Euro; davon betrugen die Gewerbesteuerneinnahmen (netto) 63.000 €.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 11. August 1986 durch Bescheid der Regierung von Schwaben genehmigt.

Blasonierung: „Durch einen schräglinken silbernen Wellenbalken geteilt von Rot und Blau; oben ein linksgewendeter goldener Hirschkopf, unten ein schmaler, schräglinker silberner Wellenbalken.“

Lautrach war früher Mittelpunkt einer Herrschaft, in deren Besitz sich seit dem Mittelalter verschiedene Herren abwechselten. Bis zur Mitte des 14.Jahrhunderts sind in Lautrach die 1239 erstmals genannten und zur Ministerialität der Staufer gehörenden Herren von Lautrach nachweisbar. Ihnen folgen unter anderen seit 1417 die Herren von Landau und nach weiteren Erbfällen schließlich seit 1645 bis zur Säkularisation von 1803 das Fürststift Kempten. Auf die Wappen der Herren von Lautrach (in Silber ein roter Hirschkopf) und der Herren von Landau (in Gold zwei schwarze Hirschstangen) soll der Hirschkopf als gemeinsames Symbol verweisen. Die Tingierung Rot - Blau entspricht den Farben des Fürststifts Kempten. Der große Wellenbalken soll die Iller, der kleine Wellenbalken die Ach symbolisieren. Gleichzeitig „reden“ die Wellenbalken für den Ortsnamen (Lautrach = Siedlung an der lauteren Ach).

Der Entwurf und die Gestaltung gehen zurück auf den Augsburger Dr. Christian Pawlik und den Münchner Dr. Reinhard Heydenreuter.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge ist Weiß - Rot gestreift mit aufgelegtem Gemeindewappen.


Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss Lautrach, welches heute als Management Centrum Schloss Lautrach zu den führenden Weiterbildungsinstituten für Unternehmer und Führungskräfte gehört und als mehrfach ausgezeichnetes Vier-Sterne-Tagungshotels betrieben wird, ist wegen seines historischen Baukörpers und seines angrenzenden Schlossparks, eine schöne Sehenswürdigkeit und lädt zur Begegnung mit Kunst und Kultur ein. Die barocke Kirche St. Peter und Paul, römisch-katholische Pfarrkirche des Ortes ist ebenfalls eine Sehenswürdigkeit.

Liste der Baudenkmäler in Lautrach

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Lautrach

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 im produzierenden Gewerbe 34 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 318 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 330. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe einen Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 1999 14 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 388 Hektar, davon waren 330 Hektar Dauergrünfläche

Im Jahr 2009 gab es 444 Beschäftigte am Arbeitsort; davon 11 im produzierenden Gewerbe; 67 im Handel; Verkehr und Gastgewerbe. Es gibt insgesamt 108 Einpendler nach Lautrach.

Bildung[Bearbeiten]

In Lautrach existiert ein Kindergarten mit 100 Kindergartenplätzen und eine Kinderkrippe mit 12 Plätzen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lautrach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatMeilensteine in der Geschichte von Schloss Lautrach. Abgerufen am Mai 2009.
  3. Zweitstimmen, gemäß Quelle www.wahlen.bayern.de abgerufen am 14. September 2014