Laves-Phasen

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Die Laves-Phasen bilden eine der größten Gruppen der intermetallische Verbindungen definierter Zusammensetzung und haben die hexagonale C14- oder C36-Struktur oder die kubische C15-Struktur abhängig von den sich verbindenden Metallen und der Temperatur. Sie sind benannt nach dem deutschen Mineralogen Fritz Laves. Ihre Ursache haben sie in der optimalen Packung unterschiedlich großer Kugeln. Sie bilden legierungsartige Mischkristalle der Zusammensetzung MeMe'2 mit Radienverhältnissen um r(Me) / r(Me') = 1,225.[1] Zum Beispiel ist das Verhältnis bei KNa2 1,25 und bei CaMg2 1,23. Laves-Phasen sind in der Regel hart und spröde, aber hochwarmfest. Sie sind bei Raumtemperatur nicht plastisch verformbar. Eine charakteristische Eigenschaft ist die nahezu perfekte elektrische Leitfähigkeit entsprechend einer rein metallischen Bindung.

Literatur[Bearbeiten]

  • G. E. R. Schulze: Metallphysik. Ein Lehrbuch. Akademie-Verlag, Berlin 1967, (2., bearbeitete Auflage. Springer, Wien u. a. 1974).
  • A. von Keitz, G. Sauthoff und P. Neumann: Laves Phases for High-Temperatures - Structure, Stability and Constitution. Z.Metallkunde 89 (12): S. 803-810, 1998.
  • A. von Keitz und G. Sauthoff: Laves Phases for High-Temperatures - Part II: Stability and Mechanical Properties. Intermetallics 10 (5): S. 497-510, 2002.
  • F. Stein, M. Palm und G. Sauthoff: Structures and Stability of Laves Phases - Part I: Critical Assessment of Factors Controlling Laves Phase Stability. Intermetallics 12 (7-9): S. 713-720, 2004.
  • F. Stein, M. Palm und G. Sauthoff: Structure and stability of Laves phases part II--structure type variations in binary and ternary systems. Intermetallics 13 (10): S. 1056-1074, 2005.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Otto-Albrecht Neumüller (Herausgeber): Römpps Chemie Lexikon, Frank'sche Verlagshandlung, Stuttgart, 1983, 8. Auflage, S. 2330, ISBN 3-440-04513-7.