Lawalde

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Lawalde
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lawalde hervorgehoben
51.07888888888914.601388888889314Koordinaten: 51° 5′ N, 14° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Görlitz
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Löbau
Höhe: 314 m ü. NHN
Fläche: 14,53 km²
Einwohner: 1921 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 132 Einwohner je km²
Postleitzahl: 02708
Vorwahl: 03585
Kfz-Kennzeichen: GR, LÖB, NOL, NY, WSW, ZI
Gemeindeschlüssel: 14 6 26 270
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rudolf-Breitscheid-
Siedlung 6
02708 Lawalde
Webpräsenz: www.lawalde.de
Bürgermeisterin: Nadja Kneschke (EB)
Lage der Gemeinde Lawalde im Landkreis Görlitz
Bärwalder See Berzdorfer See Talsperre Quitzdorf Talsperre Quitzdorf Polen Tschechien Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Bad Muskau Beiersdorf Bernstadt a. d. Eigen Herrnhut Bertsdorf-Hörnitz Boxberg/O.L. Boxberg/O.L. Dürrhennersdorf Ebersbach-Neugersdorf Kottmar (Gemeinde) Gablenz (Oberlausitz) Görlitz Görlitz Groß Düben Groß Düben Großschönau (Sachsen) Großschweidnitz Hähnichen Hainewalde Herrnhut Hohendubrau Horka Jonsdorf Kodersdorf Königshain Krauschwitz (Sachsen) Kreba-Neudorf Lawalde Leutersdorf (Sachsen) Löbau Markersdorf (Sachsen) Markersdorf (Sachsen) Mittelherwigsdorf Mücka Mücka Neißeaue Neusalza-Spremberg Kottmar (Gemeinde) Niesky Kottmar (Gemeinde) Oderwitz Olbersdorf Oppach Ostritz Oybin Quitzdorf am See Reichenbach/O.L. Rietschen Rosenbach Rothenburg/Oberlausitz Schleife (Sachsen) Schönau-Berzdorf auf dem Eigen Schönbach (Sachsen) Schöpstal Seifhennersdorf Reichenbach/O.L. Trebendorf Trebendorf Vierkirchen (Oberlausitz) Waldhufen Weißkeißel Weißwasser/Oberlausitz Zittau Zittau Landkreis Bautzen BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Kommunalwahl 2009[2]
Wahlbeteiligung: 55,3 %
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Lawalde (obersorbisch Lěwałd) ist eine sächsische Gemeinde im Landkreis Görlitz. Die Gemeinde Lawalde besitzt seit März 1998 den Titel „Staatlich anerkannter Erholungsort“.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde Lawalde liegt im zentralen Teil des Landkreises. Sie liegt circa 5 km südwestlich von Löbau inmitten des Landschaftsschutzgebietes „Oberlausitzer Bergland“. Höchste Erhebungen im Gemeindegebiet sind der Hochstein (542 m) und der Kötzschauer Berg (466 m). Die B 178 verläuft östlich der Gemeinde. Durch den Ort fließt das Laubaer Wasser, ein Nebengewässer der Litte.

Geschichte[Bearbeiten]

Lawalde wurde von den Siedlern als Waldhufendorf (mit Gutsblöcken) angelegt. Von 1290 stammt die erste urkundliche Erwähnung durch Friedrich (Frisco) von Lewenwalde, Lokator und Namensgeber der Ortschaft. Kleindehsa wird schon im Jahr 1242 in einer Verkaufsurkunde erstmals urkundlich erwähnt. Die Gebrüder Sleiffe aus Görlitz werden 1423 als neue Besitzer von Lawalde genannt.[3] Lawalder Bauern mussten gegen Ende des 15. Jahrhunderts jährlich 9,5 Mark Zins sowie jeweils 25 Scheffel Weizen und Korn an den damaligen Oppacher Gutsherren entrichten. 1495 kaufte die Stadt Löbau für 600 Schock Groschen den Ort. Nach dem Oberlausitzer Pönfall von 1547 übernahmen adlige Grundherren Lawalde. Es wurden 1609 zwei Rittergüter Nieder- und Oberlawalde auf Kosten aufgekaufter Bauern gebildet, welche 1723 von Carl Gottlob von Ponickau wieder vereinigt wurden. In einer Chronik wird von ihm berichtet: „Er war ein scharfer und böser Herr, der die Hofedienste willkürlich sehr erhöhte.“ 1752 wurde der ganze Ort von einem Obercunnersdorfer Leinwandfaktor gekauft, dessen zwei Söhne (Löbauer Leinwandhändler mit geschäftigen Überseekontakten) vom Vater die zwei Lawalder Güter 1772 erhielten. 1853 wurde Lawalde Landgemeinde durch die Vereinigung von Nieder- u. Oberlawalde. Von 1939 bis 1945 war Lauba (ohne den Ortsteil Neulauba der nach Beiersdorf eingemeindet wurde) eingemeindet.

Zum 1. März 1994 wurden im Zuge der Sächsischen Gemeindegebietsreform die Gemeinden Kleindehsa und Lauba nach Lawalde eingemeindet.

Ortsnamenformen[Bearbeiten]

1290: Frisco de Lewenwalde, 1402: Lawenwalt, 1428: Lauwenwald, 1481: Lauwalde, 1491: Lewenwalde, 1495: Lawinwalde, 1574: Lawalde

Verwaltungszugehörigkeit[Bearbeiten]

1777: Bautzener Kreis, 1843: Landgerichtsbezirk Löbau, 1856: Gerichtsamt Löbau, 1875: Amtshauptmannschaft Löbau, 1952: Kreis Löbau, 1994: Landkreis Löbau-Zittau, 2008: Landkreis Görlitz

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner[4]
1547 34 besessene Mann
1777 Nieder-L. 12 besessene Mann,
13 Gärtner, 23 Häusler
Ober-L. 5 besessene Mann,
6 Gärtner, 11 Häusler
1834 635
1871 885
1890 887
1910 791
1925 851
1939 1709
1946 985
1950 1081
1964 999
1990 880
2000 2199 (nach Eingemeindung)
2009 2025

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Glockenturm und Kirche
Sünderstein
  • Kakteensammlung der Familie Matthes (älteste private Sammlung in Deutschland)
  • Niedermühle, Wassermühle der Familie Ritter aus Lawalde (technisches Denkmal, um 1550 erstmalige Erwähnung, hat bis zum Jahre 1989 als Wassermühle täglich Korn gemahlen)
  • Heimat- und Landwirtschaftsmuseum der Familie Knöschke
  • Dorfkirche Lawalde (1698 erhielt die Dorfkirche den freistehenden, 17 Meter hohen Glockenturm, der einmalig in der Oberlausitz ist)
  • Sünderstein“, 1,5 m hoher Granodioritblock mit der Inschrift „1735“ (am Ortsausgang in Richtung Großschweidnitz auf der linken Seite an der Dürrhennersdorfer Straße): Hier durften der Überlieferung nach die Verurteilten vor dem Gang zum Galgenberg, das letzte Mal ausruhen. Eine Sage erwähnt zwei Spremberger Spitzbuben (Heetel und Bargel), welche bei einem Mordversuch gefasst und danach zum Tode verurteilt wurden.
  • ehemaliges Wasserschloss mit Park in Kleindehsa, hier wohnte einst ein Zweig der Familie „von Carlowitz“, heute als Grundschule der Gemeinde genutzt

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Gustav Bayn (* 2. November 1895; † 21. November 1974), Oberlausitzer Volksdichter, Bürgermeister von 1948 bis 1958
  • Richard Heidrich (* 28. Juli 1896; † 22. Dezember 1947), General der Fallschirmtruppe im Zweiten Weltkrieg

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.statistik.sachsen.de/wpr_neu/pkg_w04_erg.prc_erg_gr?p_bz_bzid=GR09&p_ebene=GE&p_ort=14626270
  3. http://www.lawalde.de/geschichte3.html
  4. Lawalde im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

Literatur[Bearbeiten]

  • Zwischen Strohmberg, Czorneboh und Kottmar (= Werte unserer Heimat. Band 24). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1974, S. 118-123.
  • Cornelius Gurlitt: Lawalde. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 34. Heft: Amtshauptmannschaft Löbau. C. C. Meinhold, Dresden 1910, S. 294.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lawalde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien