Lazise

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Lazise
Wappen
Lazise (Italien)
Lazise
Staat: Italien
Region: Venetien
Provinz: Verona (VR)
Lokale Bezeichnung: Lazise
Koordinaten: 45° 30′ N, 10° 44′ O45.50510.73305555555676Koordinaten: 45° 30′ 18″ N, 10° 43′ 59″ O
Höhe: 76 m s.l.m.
Fläche: 64,95 km²
Einwohner: 6.875 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 106 Einw./km²
Stadtviertel Colà, Pacengo
Angrenzende Gemeinden Bardolino, Bussolengo, Castelnuovo del Garda, Padenghe sul Garda (BS), Pastrengo, Sirmione (BS)
Postleitzahl: 37017, 37017 (Colà di Lazise und Pacengo di Lazise)
Vorwahl: 045
ISTAT-Nummer: 023043
Volksbezeichnung: Lacisiensi
Schutzpatron: Martin von Tours (11. November)
Website: http://www.comune.lazise.vr.it/

Lazise ist eine italienische Stadt am Gardasee mit 6875 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013). Sie gehört zur Provinz Verona.

Geografie[Bearbeiten]

Lazise befindet sich am Veroneser Südost-Ufer des Gardasees, das sandartige Strände aufweist, und liegt zwischen den Ortschaften Bardolino und Peschiera del Garda.

Die Entfernung zur Provinzhauptstadt Verona beträgt etwa 23 Kilometer.

Der Ort besteht aus den drei Ortsteilen Lazise, Colà di Lazise und Pacengo di Lazise.

Klima und Vegetation[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

Vorwiegend herrscht in der südlichen Gardaseeregion mildes Klima. Die Sommer sind warm und nicht zu heiß; die Winter mild und mit wenig Regen. Schneefälle kommen höchst selten vor.

Vegetation[Bearbeiten]

Rund um den Gardasee prägen mediterrane Vegetationsformen wie Zypressen, Oleander, Zedern, Olivenbäume und auch Palmen das Erscheinungsbild. An den sonnenüberfluteten Hängen gedeihen Agaven, Opuntien und Kapernsträuche.

Einige wenige Kilometer vom Ortszentrum entfernt befinden sich zudem zahlreiche Weingärten, Obst- und Gemüsepflanzungen sowie Weizen- und Maisfelder.

Geschichte[Bearbeiten]

Lazise damals[Bearbeiten]

Die Geschichte reicht bis in die mittlere Bronzezeit (16.–13. Jahrhundert v. Chr.) zurück.

Zahlreiche Funde in den Ortschaften La Quercia, Bor und Porto Pacengo wurden Zeugen dieser ereignisreichen Zeit.

Hafen
Stadtmauer

Im 11. Jahrhundert war Lazise eine Hafenstation, die im Besitz des Hauses Bevilacqua war, derer Vertreter hier eine Burg erbauten. Lazise war immer schon Mittelpunkt kriegerischer Auseinandersetzungen. Der heutige Fischerhafen, der zur damaligen Zeit als Liegeplatz der venezianischen Galeeren und Boote galt, welche die Aufgabe hatten, das Veroneser Süd-Ostufer zu bewachen und zu beschützen, diente einst als Kriegshafen.

Der Ort konzentrierte sich zu dieser Zeit auf den Handel und das Militärwesen. Weiterer Ausbau sowie die Verstärkung dieser Schwerpunkte wurde durch nachfolgende Herrscher realisiert.

Erst durch die Scaliger verwandelte sich die heutige Altstadt in ein Bollwerk, das der Verteidigung der errichteten Waffenlager diente.

Die venezianische Galeere[Bearbeiten]

Im Mai 1509 unterlag das venezianische Heer den kriegerischen Auseinandersetzungen bei Agnadello. Nach neuesten Erkenntnissen soll der Kapitän des Sees Zuane Moro die gesamte Flotte mit Steinen beschwert, in Brand gesetzt und schließlich versenkt haben. Vor dem neuen Hafen von Lazise befindet sich in etwa 500 Meter Entfernung vom Ufer in einer Tiefe zwischen 24 Metern und 27 Metern das Wrack der im 16. Jahrhundert gesunkenen Galeere, sie hat eine Größe von 30 Metern Länge und 3 Metern Breite.

Im Jahre 983 wurde die Ortschaft bereits unter Otto von Sachsen zur Gemeinde.

Ab 1607 wurde das Arsenal unter Herrschaft der Serenissima zur Zollstelle. Auf dem ganzen Gardasee und dem norditalienischen Fluss Etsch wurde mit Waren wie Getreide, Papier, Stoffe, Öl sowie Eisenartikel gehandelt. Die Gegebenheit einer vorrangigen Stellung im Handel war dadurch gesichert.

Nachdem sich die napoleonische Besetzung zurückgezogen hatte, war der Ort von 1815 bis 1866 in österreichischem Besitz.

Lazise trat mit dem Ende des dritten italienischen Unabhängigkeitskrieges und der nachfolgenden Volksabstimmung dem Königreich Italien bei.

Das wirtschaftliche Leben bestand früher ausschließlich aus dem Fischfang und der Landwirtschaft, im Besonderen aus Wein- und Olivenanbau.

Lazise heute[Bearbeiten]

Ihre Altstadt weist noch immer viele Bauwerke mittelalterlichen Ursprungs auf. Das Stadtbild wird von den im 14. Jahrhundert durch die Scaliger errichteten Stadtmauern und von der Burg beherrscht.

Marktplatz – Piazza Vittorio Emanuele

Lazise besitzt zahlreiche malerische Ecken wie die Piazza Vittorio Emanuele und den kleinen Hafen, in dem noch heute Fischerboote liegen. Die Häuser und Bogengänge um den Hafen herum sowie die charakteristischen Gassen der Altstadt beherbergen zahlreiche Bars, Restaurants und Geschäfte.

Es gibt drei große Stadttore, durch die man in das Innere der historischen, autofreien Altstadt gelangt. Zum einen über den Eingang, der direkt an der verkehrsträchtigen Straße namens Via Gardesana liegt und auch als Haupteingang gilt, zum anderen über die Rosenheimstrasse (Via Rosenheim), die aufgrund der Partnerstadt Rosenheim so bezeichnet wurde, und schließlich zuletzt über die Straße namens Via Bastia.

Heute konzentriert sich das wirtschaftliche Leben auf den Tourismus, der aus Lazise eines der begehrtesten Ziele der "Oliven-Riviera" gemacht hat. Überwiegend wird es von den deutschen Touristen als beliebtes Urlaubsziel besucht.

Der Name Lazise[Bearbeiten]

Der Name Lazise stammt von "laceses" und bedeutet übersetzt Ortschaft am See.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Burg[Bearbeiten]

Diese wurde gegen Ende des 9. Jahrhunderts zur Verteidigung gegen die Hunnenplage erbaut. Mehrere Umbauten sowie zusätzliche Festigungswerke folgten. Die Scaliger-Burg zählt zu den besterhaltenen Festungsanlagen am Gardasee. Charakteristisch ist der viereckige Grundriss des sechstürmigen Scaligerkastells. Neben seinen fünf etwas kleineren Türmen besteht es aus einem mächtigen Hauptturm, dem (mastio). Der Burgkomplex befindet sich im Park der Villa Bernini.

Im oberen Teil des Hauptturmes sind noch die alten Wappen zu erkennen, auch wenn sie zuerst Kaiser Maximilian und später Bartolomeo und Antonio della Scala zertrümmern ließen. "Die Gerechtigkeit des Mondragòn gibt demjenigen unrecht, der recht hat." ("La giustizia del mondragòn la ghe dà torto a chi g'ha rasòn"): Dieses Sprichwort sprachen die Lazisiensi, wenn sie das Mauerwappen kommentierten. Es macht deutlich, welch mangelndes Vertrauen die Bürger von Lazise der Gewaltherrschaft entgegenbrachten.

Kirche SS. Zeno e Martino[Bearbeiten]

Im Jahre 1295 wurde sie zum ersten Mal in einem Dokument erwähnt und ist dem Heiligen Zeno, dem Schutzheiligen der Kirche in Verona, der Gewässer und des Fischfangs, geweiht.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Kirche erst nach einem Projekt des Architekten Luigi Trezza, anschließend nach einem Projekt von Francesco Ronzano wieder aufgebaut. In ihrem Inneren beherbergt sie ein Altarbild vom Heiligen Martin (1928) von C. Dusi sowie den “Kreuzweg” (1831) von P. Testoni. Von A. Spiazzi sind die Statuen auf den Fassaden.

Kirche San Nicolò[Bearbeiten]

Stillende Madonna auf dem Thron, Fresko aus dem 14. Jahrhundert in der Kirche San Nicolò

Diese Kirche wurde im 12. Jahrhunderts von den am Hafen lebenden Einwohnern errichtet und dem Heiligen Nikolaus, der im Mittelalter als Patron der Gewässer und Seefahrer galt, geweiht. Im Laufe der Zeit wurde die Kirche jedoch als Lager, Kaserne, Wohnstätte sowie Lichtspieltheater eingesetzt. Als Kirche wird sie wieder seit 1953 verwendet. Zudem dient sie als Gedenkstätte für Kriegsgefallene. Auf der äußeren Nordwand erinnert ein Fresko („Maria aus dem Volk“) aus dem 14. Jahrhundert der Madonna mit Kind auf dem Thron. Im Inneren befinden sich weitere bemerkenswerte Fresken, die wieder freigelegt wurden. Die bekannteste davon ist die „Stillende Madonna auf dem Thron“, sie stammt aus dem 14. Jahrhundert. Mit dem Fresko wird der Anspruch auf die göttliche Mutterschaft Marias verdeutlicht.

Veroneser Zollstelle (Linkes Gebäude)

Veroneser Zollstelle[Bearbeiten]

Unmittelbar neben der Kirche S. Nicolò befindet sich die Veroneser Zollstelle, die im 14. Jahrhundert ursprünglich als Arsenal der Scaliger und der Venezianer erbaut wurde. Das Gebäude war Stützpunkt für die Produktion von Salpeter zur Herstellung von Schießpulver, beherbergte schließlich die Zollstelle für die Waren, die von Venetien im- und exportiert werden sollten und verfügte außerdem über eine Baumwollweberei sowie die “Casa del Fascio” (Verbandshaus).

Therme di Colà[Bearbeiten]

Thermalbad: Therme di Colà
Markt - Mediterrane Töpfereien
Steinschild: Via Rosenheim

Im Ortsteil Colà di Lazise befindet sich im venetischen Hinterland ein 13 Hektar großer Park namens Villa dei Cedri. Er beherbergt ein Thermalbad mit einem etwa 5.000 m² großen Thermalsee.

Die Existenz dieses Thermalsees ist auf jene Person zurückzuführen, die die Idee hatte, nach einer Grundwasserader zu suchen, um die im Park befindlichen Bäume und Gewächsen zu bewässern. Die Bohrungen trafen in 160 Metern Tiefe auf 37 °C heißes Grundwasser.

Die Therme verfügt über viele unterschiedliche Brunnen und ein Hydro-Massage-Becken. Die tägliche Wasserzirkulation des gesamten Thermalsees beläuft sich auf etwa die Hälfte des Seevolumens. Dies entspricht einer ungefähren täglichen Wassermenge von 3.500 m³.

Das Wasser ist bakteriologisch gereinigt, frei von chemischen Schadstoffen und hat einen geringen Mineralgehalt. Es hat heilende Wirkung und hilft prophylaktisch und therapeutisch gegen zahlreiche Erkrankungen (z. B. Hauterkrankungen, Durchblutungsstörungen).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Im Ort befinden sich zahlreiche Hotels, Ferienanlagen, Appartement- und Zimmervermietungen sowie Campingplätze. Es gibt auch viele charakteristische Lokale, in denen man die Fischgerichte des Sees mit dem Olivenöl und den Weinen des Gardaseegebietes genießen kann. In Cavaion Veronese befindet sich eine Olivenölfabrik in der Olivenprodukte des Veroneser Gardaseeufers erworben werden können.

Fischgerichte[Bearbeiten]

Der so genannte Lavarello gilt als Felchen des Gardasees, der in den umliegenden Restaurants angeboten wird.

Weine[Bearbeiten]

In den Hügeln der Venetischen Region wird auch heute noch in zahlreichen Weingütern Wein angebaut, z. B. der Bardolino Classico.

Wochenmarkt in Lazise[Bearbeiten]

In den Frühjahr- und Sommermonaten finden um den Gardasee Wochenmärkte statt. Lazise bietet einen umfangreichen sowie gut sortierten Markt, der sich über die gesamte Altstadt erstreckt, der regelmäßig am Mittwoch abgehalten wird.

Verkehr[Bearbeiten]

Lazise ist durch zwei Hauptstraßen an das Fernstraßennetz angebunden:

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Lazise hat seit 1974 eine Städtepartnerschaft mit der süd-bayerischen Stadt Rosenheim, die sich am Alpenvorland befindet.

Fotogalerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lazise – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.