Le Joola

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Le Joola
Die Le Joola

Die Le Joola

p1
Schiffsdaten
andere Schiffsnamen
  • Sangomar
Schiffstyp Kombinierte Personen-, Auto- und Frachtfähre
Heimathafen Dakar
Eigner Ministère de l'Equipment, Senegal
Bauwerft Neue Germersheimer Schiffswerft, Germersheim
Baunummer 847
Kiellegung Oktober 1989
Indienststellung 1990
Verbleib Am 26. September 2002 vor der Küste Gambias gesunken
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
79,50 m (Lüa)
Breite 12,50 m
Seitenhöhe 4,10 m
Tiefgang max. 3,10 m
Vermessung 1500 BRT
2087 BRZ
Maschine
Maschine 2 x MAN 12V 20/27 Dieselmotor
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
2.400 kW (3.263 PS)
Geschwindigkeit max. 14,0 kn (26 km/h)
Propeller 2
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 500 tdw
Zugelassene Passagierzahl 536
Fahrzeugkapazität 35 PKW

Die Le Joola war eine senegalesische Passagierfähre, die am 26. September 2002 um 11 Uhr vor der Küste Gambias in einen Sturm geriet und in einer Zeit von weniger als fünf Minuten kenterte. Das Unglück forderte offiziell 1863 Todesopfer, nur 65 Menschen überlebten.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Das 2087-BRZ-Schiff wurde 1989/90 bei der Neuen Germersheimer Schiffswerft gebaut, nachdem deren Vorläufergesellschaft im Herbst 1988 in Konkurs gegangen war. 1990 wurde das Schiff als Sangomar in Dienst gestellt. Es war für die Binnenschiffahrt bis 50 Seemeilen vor der Küste vorgesehen, 79,5 Meter lang, 12,5 Meter breit und für 550 Passagiere, dreizehn Fahrzeuge und 250 Tonnen Fracht ausgelegt.

MVjoola Locator.png

Die Le Joola - benannt nach dem hauptsächlich in der Casamance ansässigen Volksstamm der Joola (auch "Djola") - war zuvor die wichtigste Fähre zwischen der Stadt Ziguinchor in Casamance und der senegalesischen Hauptstadt Dakar. Zum Zeitpunkt des Unglückes befanden sich viele Studenten aus der Casamance an Bord, die zum Semesterbeginn nach Dakar wollten. Ihr Tod hatte bis heute spürbare Auswirkungen auf die weitere Entwicklung ihrer Herkunftsregion. Der Untergang führte zu einer politischen Krise in Senegal und zur Entlassung der Regierung durch Präsident Abdoulaye Wade. Erst drei Jahre später, am 11. November 2005, wurde mit der Willis erneut eine reguläre Schiffsverbindung zwischen Dakar und der Casamance in Betrieb genommen.

Gemessen an der Anzahl der Todesopfer war der Untergang der Le Joola die zweitgrößte Schiffskatastrophe nach dem Zweiten Weltkrieg. Nur die Kollision der philippinischen Fähre Doña Paz mit dem Tanker Vector am 20. Dezember 1987 forderte mit insgesamt 4.386 Todesopfern eine höhere Anzahl an Opfer.

Am 12. September 2008 erließ der französischer Richter Jean-Noël Wilfrid internationale Haftbefehle gegen neun ranghohe senegalesische Amtsträger, darunter die ehemalige Premierministerin Mame Madior Boye, den Ex-Minister der Streitkräfte, den Ex-Minister für Verkehr sowie hohe Armee- und Marineangehörige, wegen mutmaßlicher Mitverantwortung für das Sinken der Fähre.[1]

In Bassori (Gambia) wurde eine offizielle Begräbnis-Stätte für die Opfer des Untergangs der Fähre eingerichtet.[2]

[Bearbeiten] Literatur

  • Peer Schmidt-Walther: Fährschiff für Dakar aus Germersheim, Schiffahrt international 8/90, Schiffahrtsverlag „Hansa“, Hamburg, S. 321-322.
  • Peer Schmidt-Walther: Von Germersheim nach Ziguinchor, Kehrwieder : Magazin für die Deutsche Seeschiffahrt 10/90, Verband Deutscher Reeder, Hamburg, S. 17-18.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Le Joola – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. French judge issues warrants over Senegal ferry disaster: lawyer, Sénégal/Joola: la justice française délivre neuf mandats d'arrêts internationaux
  2. PRESIDENT WADE COMMENDS JAMMEH AND THE GAMBIAN PEOPLE Nachricht des State House vom 10. Oktober 2002
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