Le Joola
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Die Le Joola |
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Die Le Joola war eine senegalesische Passagierfähre, die am 26. September 2002 um 11 Uhr vor der Küste Gambias in einen Sturm geriet und in einer Zeit von weniger als fünf Minuten kenterte. Das Unglück forderte offiziell 1863 Todesopfer, nur 65 Menschen überlebten.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Das 2087-BRZ-Schiff wurde 1989/90 bei der Neuen Germersheimer Schiffswerft gebaut, nachdem deren Vorläufergesellschaft im Herbst 1988 in Konkurs gegangen war. 1990 wurde das Schiff als Sangomar in Dienst gestellt. Es war für die Binnenschiffahrt bis 50 Seemeilen vor der Küste vorgesehen, 79,5 Meter lang, 12,5 Meter breit und für 550 Passagiere, dreizehn Fahrzeuge und 250 Tonnen Fracht ausgelegt.
Die Le Joola - benannt nach dem hauptsächlich in der Casamance ansässigen Volksstamm der Joola (auch "Djola") - war zuvor die wichtigste Fähre zwischen der Stadt Ziguinchor in Casamance und der senegalesischen Hauptstadt Dakar. Zum Zeitpunkt des Unglückes befanden sich viele Studenten aus der Casamance an Bord, die zum Semesterbeginn nach Dakar wollten. Ihr Tod hatte bis heute spürbare Auswirkungen auf die weitere Entwicklung ihrer Herkunftsregion. Der Untergang führte zu einer politischen Krise in Senegal und zur Entlassung der Regierung durch Präsident Abdoulaye Wade. Erst drei Jahre später, am 11. November 2005, wurde mit der Willis erneut eine reguläre Schiffsverbindung zwischen Dakar und der Casamance in Betrieb genommen.
Gemessen an der Anzahl der Todesopfer war der Untergang der Le Joola die zweitgrößte Schiffskatastrophe nach dem Zweiten Weltkrieg. Nur die Kollision der philippinischen Fähre Doña Paz mit dem Tanker Vector am 20. Dezember 1987 forderte mit insgesamt 4.386 Todesopfern eine höhere Anzahl an Opfer.
Am 12. September 2008 erließ der französischer Richter Jean-Noël Wilfrid internationale Haftbefehle gegen neun ranghohe senegalesische Amtsträger, darunter die ehemalige Premierministerin Mame Madior Boye, den Ex-Minister der Streitkräfte, den Ex-Minister für Verkehr sowie hohe Armee- und Marineangehörige, wegen mutmaßlicher Mitverantwortung für das Sinken der Fähre.[1]
In Bassori (Gambia) wurde eine offizielle Begräbnis-Stätte für die Opfer des Untergangs der Fähre eingerichtet.[2]
[Bearbeiten] Literatur
- Peer Schmidt-Walther: Fährschiff für Dakar aus Germersheim, Schiffahrt international 8/90, Schiffahrtsverlag „Hansa“, Hamburg, S. 321-322.
- Peer Schmidt-Walther: Von Germersheim nach Ziguinchor, Kehrwieder : Magazin für die Deutsche Seeschiffahrt 10/90, Verband Deutscher Reeder, Hamburg, S. 17-18.
[Bearbeiten] Weblinks
- http://www.kassoumay.com/joola/
- http://www.grijalvo.com Joola - Una masacre africana (spanisch)
- Bericht bei Steves Marine Disaster Page (englisch)
- Die Le Joola bei Fakta om Fartyg (schwedisch)