Le Lapin Agile

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Au Lapin Agile.

Le Lapin Agile ist ein kleines traditionsreiches Pariser Kabarett in der rue des Saules (Nr. 22) auf dem Montmartre-Hügel im 18. Arrondissement, in dem seit dem 19. Jahrhundert in einem familiären Rahmen Kleinkünstler ihre eigenen Gedichte und Lieder vortragen.

An der Stelle des späteren Kabaretts und beliebten Treffpunktes der Künstler vom Montmartre existierte bereits 1860, zur Zeit der Eingemeindung Montmartres, eine Schenke. Diese wechselte mehrmals den Namen. Zunächst als „Au rendez-vous des voleurs“ („Zum Treffpunkt der Diebe“) bekannt, hieß sie dann - nach Wandmalereien oder Gemälden, die die schaurigen Taten verschiedener Serienmörder schilderten, darunter die von Troppmann - „Cabaret des Assassins“ („Kabarett der Mörder“) und später „Ma Campagne“. Schließlich nahm das Kabarett nach einem Schild (1880) von André Gill[1], dessen Kopie noch heute an der Fassade befestigt ist und ein Wortspiel enthält, seinen heutigen Namen an.[2] Es zeigt ein Kaninchen (frz. lapin), das flink (frz. agile) aus der Pfanne hüpft, und ist gleichzeitig eine Anspielung darauf, dass dieses „Kaninchen von Gill“ (frz. lapin à Gill) gemalt wurde. Picasso porträtierte 1904 in dem Gemälde „La Femme à la Corneille“ (Die Frau mit der Krähe) Margot, die Schwiegertochter des damaligen Kabarett-Besitzers.

Das flinke Kaninchen von André Gill
Le Lapin Agile, 1890 auf einem Gemälde von Pierre Ernest Prins

Im „Lapin Agile“ verkehrten unter anderen die französischen Schriftsteller und Dichter Courteline (1828–1929), Paul Arène (1843–1896), Verlaine (1844–1896), Max Jacob (1876–1944), Apollinaire (1880–1918), Francis Carco (1886–1958), der Journalist und Humorist Alphonse Allais (1854–1905), die französischen Maler, Zeichner und Illustratoren Renoir (1841–1919), Pierre Ernest Prins (1848–1913), Jean-Louis Forain (1852–1931), Jules Depaquit (1869–1924), Utrillo (1883–1955), der russische Karikaturist Caran d’Ache (1854–1909), der Schauspieler und spätere Theaterdirektor Charles Dullin (1885–1949).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Original im Musée de Montmartre
  2. Jacques Hillairet:„Dictionnaire historique des rues de Paris“, Paris, 1963, Editions de Minuit, ISBN 2-7073-0092-6

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lapin Agile – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien