Le Vieil-Évreux

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Le Vieil-Évreux
Wappen von Le Vieil-Évreux
Le Vieil-Évreux (Frankreich)
Le Vieil-Évreux
Region Haute-Normandie
Département Eure
Arrondissement Évreux
Kanton Évreux-Est
Gemeindeverband Grand Évreux Agglomération.
Koordinaten 49° 0′ N, 1° 13′ O49.0063888888891.2194444444444Koordinaten: 49° 0′ N, 1° 13′ O
Höhe 107–139 m
Fläche 11,57 km²
Einwohner 721 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 62 Einw./km²
Postleitzahl 27930
INSEE-Code
.

Le Vieil-Évreux (wörtlich ‚das alte Évreux‘) ist eine französische Gemeinde mit 721 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Eure in der Region Haute-Normandie. Sie gehört zum Kommunalverband Grand Évreux Agglomération.[1] Bezüglich der Fläche des Gemeindegebiets ist es die größte Gemeinde im Kanton Évreux-Est.[2]

Geografie[Bearbeiten]

Le Vieil-Évreux liegt im Norden Frankreichs im Osten des Départements Eure, 83 Kilometer nordwestlich von Paris und 6 Kilometer südöstlich von Évreux, dem Hauptort des Départements Eure. Nachbargemeinden von Le Vieil-Évreux sind Fauville im Nordwesten, Gauciel im Nordosten, La Trinité im Südosten und Guichainville im Südwesten. Das Gemeindegebiet umfasst 1157 Hektar, die mittlere Höhe beträgt 123 Meter über dem Meeresspiegel, die Mairie liegt auf einer Höhe von 133 Metern. Der Weiler Cracouville gehört zur Gemeinde, er liegt südwestlich vom Ortskern.

Le Vieil-Évreux ist einer Klimazone des Typs Cfb (nach Köppen und Geiger) zugeordnet: Warmgemäßigtes Regenklima (C), vollfeucht (f), wärmster Monat unter 22 °C, mindestens vier Monate über 10 °C (b). Es herrscht Seeklima mit gemäßigtem Sommer.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Gisacum
Jahr Einwohner[3]
1793 100
1806 87
1841 199
1846 568
1851 362
1876 299
1936 268
1946 666
1954 347
1968 488
1990 668
2006 739
2009 732

Gisacum ist die Ausgrabungsstätte einer religiös geprägten gallo-römischen Ortschaft auf dem Gemeindegebiet von Le Vieil-Évreux. Das Zentrum von Gisacum liegt 200 Meter nordöstlich von Cracouville. Gisacum wurde im 1. Jahrhundert erbaut und im 3. Jahrhundert verlassen. Die Gebäude von Gisacum wurden danach als öffentlicher Steinbruch zum Bau der Stadtmauer von Évreux verwendet.[4] Das Große Heiligtum wurde ab dem 6. Jahrhundert als Nekropole genutzt.[5] Von 1765 bis 1770 wurden die Ruinen für den Bau der Straße von Paris nach Lisieux ausgeschlachtet.[6]

1793 erhielt Le Vieil-Évreux den Status einer Gemeinde. 1801 wurde es in Saint-Aubin umbenannt und erhielt durch die Verwaltungsreform unter Napoleon Bonaparte (1769–1821) das Recht auf kommunale Selbstverwaltung. Im Folgenden hieß die Gemeinde zuerst Saint-Aubin-du-Vieil-Évreux und ab 1845 wieder Le Vieil-Évreux.[3]

Die Weiler Le Coudray und Cracouville wurden 1810 eingemeindet, die Ortschaft Saint-Aubin-du-Vieil-Évreux 1845.[7][3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im Jahr 2002 wurde der 2,5 Hektar große archäologische Garten der Thermen von Gisacum eröffnet. Er ist vom 1. März bis 15. November für Besucher geöffnet.[8]

Die römisch-katholische Gemeinschaft Communauté du Vieil Evreux gehört zur Pfarrei Notre Dame du Grand Sud d’Evreux des Bistums Évreux.[9] In der Kirche Saint-Aubin gibt es ein denkmalgeschütztes Altarretabel aus dem 17. Jahrhundert, das 1944 als Monument historique klassifiziert wurde.[10]

Lokale Produkte[Bearbeiten]

Auf dem Gemeindegebiet gelten geschützte geographische Angaben (IGP) für Schweinefleisch (Porc de Normandie), Geflügel (Volailles de Normandie) und Cidre (Cidre de Normandie und Cidre normand).[2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Le Vieil-Évreux – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Grand Évreux Agglomération. In: le-gea.fr. Abgerufen am 1. Januar 2013 (französisch).
  2. a b c Le village du Vieil-Évreux. In: Annuaire-Mairie.fr. Abgerufen am 3. Januar 2013 (französisch).
  3. a b c Le Vieil-Évreux - notice communal. In: Cassini.ehess.fr. Abgerufen am 1. Januar 2013 (französisch).
  4. Dossier pédagogique Visite du site archéologique de Gisacum. In: l’Eure en Ligne. Conseil Général de l’Eure, 2010, S. 3–5+8–11+17, abgerufen am 7. September 2012 (pdf; 4,0 MB, französisch).
  5.  Dominique Cliquet: L’Eure. 27. In: Michel Provost, Academie des inscriptions et belles-lettres, Ministere de la culture (Hrsg.): Carte Archéologique de la Gaule. Fondation Maison des Sciences de l’Homme, Paris 1993, ISBN 2-87754-018-9, S. 50+153+175f (französisch).
  6.  Jean Mineray: Évreux. Histoire de la ville à travers les âges. Éditions Bertout, Luneray 1988, ISBN 2-86743-062-3, S. 16–19 (französisch).
  7. Baudot Marcel: Le problème des ruines du Vieil-Evreux (Eure). In: Gallia Band 1. 1943, S. 191–206, abgerufen am 28. Dezember 2012 (französisch).
  8. Gisacum, ville enfouie. Le Jardin Archéologique des thermes. In: l’Eure en Ligne. Conseil général de l’Eure, abgerufen am 1. Januar 2013 (französisch).
  9. Notre Dame du Grand Sud d’Evreux. Diocèse d’Évreux, abgerufen am 3. Januar 2013 (französisch).
  10. Eintrag Nr. 27684 in der Palissy-Datenbank des französischen Kulturministeriums (französisch)