Lea Rosh

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Lea Rosh (2012)

Lea Rosh [ʁoːs] (* 1. Oktober 1936 in Berlin als Edith Renate Ursula Rosh) ist eine deutsche Fernsehjournalistin, Autorin und Publizistin. Sie war in den 1990er Jahren Leiterin des NDR-Landesfunkhauses in Hannover und damit neben Ulrike Wolf beim MDR eine der ersten Frauen in Deutschland, die ein Funkhaus leiteten. Auch beim lange männerdominierten Politikmagazin Kennzeichen D war sie als erste weibliche Moderatorin im Einsatz.

Als ihr Lebenswerk gilt ihr erfolgreiches Engagement für das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin.[1]

Biografie[Bearbeiten]

Rosh studierte Geschichte, Soziologie und Publizistik an der FU Berlin. Im Anschluss absolvierte sie mehrere Volontariate.

1961 begann sie als Hörfunkreporterin beim RIAS und moderierte später eine Modesendung des SFB-Fernsehens. 1973 wechselte Rosh zum Norddeutschen Rundfunk (NDR) nach Hamburg und moderierte dort die Fernsehreihe ARD-Ratgeber: Technik. Sie entwickelte zusammen mit Luc Jochimsen beim NDR das Magazin Frauenforum. Ab 1982 arbeitete sie für das ZDF-Studio in Berlin und übernahm als erste Frau überhaupt die Moderation des Politikmagazins Kennzeichen D. Wegen ihrer „unerbittlichen Fragelust“ wurde sie mit den Talkshows III nach 9 (Radio Bremen, 1982 bis 1989) und Freitagnacht (SFB, bis 1991) berühmt.[2]

Ab Januar 2002 moderierte Rosh zusammen mit Gaby Hauptmann die Literatursendung „Willkommen im Club – Menschen und Bücher 2002“, die einige Monate lang von den Fernsehsendern VOX und XXP ausgestrahlt wurde. Zudem verfasste sie mehrere Dokumentarfilme.

Leiterin des NDR-Landesfunkhauses[Bearbeiten]

Rosh leitete das NDR-Landesfunkhaus in Hannover von 1991 bis 1997 und war die erste Frau in dieser Funktion.[3] Ihre Berufung wurde vom damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder unterstützt. [4] Sie sorgte dafür, dass das von ihr als „faschistoid“ bezeichnete Niedersachsenlied („Wo versank die welsche Brut? In Niedersachsens Bergen, an Niedersachsens Wut“) nur noch ohne Text ausgestrahlt werden durfte.[5]

1992 hatte Rosh „auf kurzem Dienstweg“ eine NDR-Satire der Sendereihe extra Drei über eine Immobilienanfrage Rosh’ beim Potsdamer Oberbürgermeister und SPD-Parteifreund Horst Gramlich unterbunden.[6] Der damalige NDR-Programmdirektor Jürgen Kellermeier zwang Rosh zu einer Entschuldigung.[6][7]

Nach eineinhalb Jahren Amtszeit beschreibt der Journalist Heinrich Thies die Kontroverse beim NDR nach Rosh’ Amtsantritt. Ihre Gegner machten Rosh für erhebliche Einbrüche bei Hörer- und Zuschauerzahlen verantwortlich. „NDR-Radio Niedersachsen“ habe verschiedenen Studien zufolge seit ihrem Amtsantritt Hunderttausende von Hörern verloren, ähnlich sei die Einschaltquote der täglichen Regionalsendung „Hallo Niedersachsen“ von zwölf auf acht Prozent gesunken.[4] „Die nach Parteienproporz sorgsam geformte Führungsspitze zerbröselt“. Der vormalige leitende Redakteur Peter Staisch, der CDU nahestehend, war als Chefredakteur zum Privatsender n-tv gewechselt, ähnlich Jürgen Köster als Programmdirektor des Radiosenders radio ffn. „Gegen seinen Willen habe sie wenig qualifizierte Moderatoren eingesetzt, die Programmstruktur umgemodelt, nicht verstanden, dass sie an der Spitze eines Heimatsenders stehe und halt keinen Problemfunk machen könne“.[4]

Demgegenüber tadelten 36 Unterzeichner eines offenen Briefs – Redakteure, freie und technische Mitarbeiter des Landesfunkhauses – Hörfunkchef Köster, der seinerseits Redakteure vergrault habe. Sie lobten den neuen Stil, der mit Lea Rosh ins Funkhaus eingekehrt sei: „Wo früher hinter verschlossenen Türen entschieden wurde, gibt es heute eine – wenn auch nicht immer einfache – offene Auseinandersetzung über Programme und Programminhalte.“[4]

PR-Agentur und Lehraufträge[Bearbeiten]

Rosh betreibt eine PR-Agentur in Berlin und ist seit 2007 Lehrbeauftragte an der University of Management and Communication (FH) Potsdam im Bereich Moderation und Medientraining. Sie gründete mit ihrem Mann ein Kommunikations- und Medien-Büro und erarbeitete dabei zusammen mit ihm inhaltliche Konzepte zur Bekämpfung von „Rechtsextremismus in den neuen Bundesländern“ sowie Fortbildungsveranstaltungen zu „Antisemitismus in Schule und Gesellschaft“ für verschiedene Landeszentralen für politische Bildung.[8]

Öffentliche Rolle[Bearbeiten]

Lea Rosh bei der Gedenkveranstaltung zum 79. Jahrestag der Bücher-Verbrennungen in Hannover 2012 (hier bei der Anmoderation durch Marc Beinsen)

Lea Rosh wurde als Journalistin und Publizistin überregional bekannt, erhielt mehrere Auszeichnungen wie die Carl-von-Ossietzky-Medaille und war zu Zeiten der Regierung Gerhard Schröder mehrmals als Ministerin im Gespräch.[9]

2008 trat sie im Rahmen der von Christoph Schlingensief in der Berliner Akademie der Künste gedrehten Talkshowparodie Die Piloten auf.[10]

In Potsdam setzt sich Rosh für den Wiederaufbau der gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zerstörten und 1968 abgerissenen Garnisonkirche ein.[11] Der Wiederaufbau ist wegen des sogenannten Tages von Potsdam und der langen militärischen Nutzungstradition der Kirche sowie wegen des historisierenden Ansatzes umstritten.

Rosh veranstaltet regelmäßig einen Salon in Berlin, in dem sie prominente Gäste zu einem kontroversen Thema öffentlich interviewt, zunächst gemeinsam mit Ulla Klingbeil, später, bis zu deren Tod, mit der Dahlemer FDP-Vorsitzenden Susanne Thaler.[12] Zu ihren Gästen zählten u. a. Veruschka Gräfin von Lehndorff, Vera Lengsfeld, Kreszentia Flauger und Friedbert Pflüger und Thilo Sarrazin.[13][14] Rosh ist seit 1968 Mitglied der SPD.[2]

Engagement bei der deutschen Vergangenheitsbewältigung[Bearbeiten]

Der Tod ist ein Meister aus Deutschland und weitere Dokumentarfilme[Bearbeiten]

Lea Rosh verfasste eine Reihe von Dokumentarfilmen zu verschiedenen Aspekten der Judenverfolgung im Nationalsozialismus wie auch des Antiziganismus vor und nach 1945.[15]. Besondere öffentliche Beachtung fand ihre Dokumentation Der Tod ist ein Meister aus Deutschland über die Ermordung der europäischen Juden in der Zeit des Nationalsozialismus. Für diese Dokumentation recherchierte sie gemeinsam mit dem Historiker Eberhard Jäckel mehrere Jahre lang.[16] Der Dokumentarfilm[17] ist eine Collage aus Diskussionen, Spielfilmszenen und historischem Material[18] und wurde in vier Folgen, beginnend mit dem 29. April 1990, im deutschen Fernsehen (SFB/ARD) ausgestrahlt.[19] Die Folgen wurden später Grundlage eines gleichnamigen Buches.

Walter Jens urteilte, „das große Verdienst dieses Films“ sei, dass er „[...] die Zuschauer in Zeugen, ja in potentielle Akteure verwandelt“.

Die Rabbinerin und Journalistin Elisa Klapheck kritisierte Zahlenhuberei, missglückte Interviews und fehlende Analyse.[20]

Lea Rosh und Eberhard Jäckel erhielten für die Dokumentation im Jahr 1990 den Geschwister-Scholl-Preis.

Denkmal für die ermordeten Juden Europas[Bearbeiten]

Nach einem Besuch in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem und auf Anregung von Eberhard Jäckel begann Lea Rosh 1988 mit der Aufbauarbeit am Denkmal für die ermordeten Juden Europas, das seit 2005 der Öffentlichkeit zugänglich ist und als zentrale Gedenkstätte in Berlin im Umfeld des Regierungsviertels an die Judenmorde in Europa erinnert.[2] Sie ist bis heute Vizevorsitzende des Kuratoriums der gleichnamigen Stiftung sowie Vorsitzende des gleichnamigen Förderkreises. Ihr jahrelanger und schließlich erfolgreicher Einsatz[1] für dieses Ziel wurde mit hochrangigen staatlichen und privaten Ehrungen gewürdigt.

Andererseits führte Lea Rosh’ Vorgehensweise von Beginn der Initiative bis zu deren Abschluss zu einer Reihe von Kontroversen.[21] 2005 kam es zu einer Unterbrechung der Bauarbeiten, als Lea Rosh ohne weitere Rücksprachen die Firma Degussa AG aufgrund der NS-Vergangenheit der Vorgängerfirma Degesch von der Mitwirkung am Bau ausschließen wollte. Nach heftiger Kritik, unter anderem vom Architekten Eisenman,[22] beschloss am 13. November 2003 das Stiftungskuratorium den Weiterbau.[21]

Mit Kritikern ihres Vorhabens hatte Rosh eine Reihe von weiteren Kontroversen, so auch mit verschiedenen jüdischen Vertretern, wie Julius H. Schoeps, Rafael Seligman und anderen.[23] Unter anderem Eike Geisel sah bei den Vorgängen um das Denkmal eine Renationalisierung der Erinnerungskultur und beschuldigte Rosh, eine Vormundschaft über die toten Juden in Anspruch genommen zu haben.[24]

„Natürlich ist es wichtig, dass die Juden zustimmen können, aber die Auslober sind der Bund, das Land und wir. Ich habe dem damaligen Vorsitzenden des Zentralrats, Heinz Galinski, gesagt: ‚Halten Sie sich da raus, die Nachkommen der Täter bauen das Mahnmal, nicht die Juden. Aber es wäre schön, wenn Sie nicken könnten.‘ Galinski sagte, er werde nicken.“ (Lea Rosh: [25]) Galinskis Nachfolger Ignatz Bubis anerkannte Rosh’ Engagement als „Nichtjüdin“[26] für das Gedenken an den Holocaust. Auch Michael Naumann, der als Kulturbeauftragter der Bundesregierung dem Denkmal ebenso anfangs skeptisch gegenüberstand wies 2005 darauf hin, dass Rosh den Einwänden deutscher Juden mit dem Hinweis begegnet sei, dass es ein Denkmal für Deutsche sein solle.[27]

Eine Fundraising-Aktion unter dem bewusst provozierenden Motto den holocaust hat es nie gegeben und Spendenaufforderungen für das Mahnmal unter 0190-Rufnummern führten zu Protesten und Strafanzeigen.[28] Die Kampagne wurde nach den Protesten eingestellt. Fachleute wie Claus Leggewie und Erik Meyer kritisierten ein rücksichtsloses Vorgehen analog einer Benetton-Werbekampagne und erwähnten zunehmende Konkurrenz zu authentischen Gedenkstätten sowie „Bewältigungskitsch“, „plakatierte Dummheit“ und „Trittbrettfahrerei“ auf Basis eines Menschheitsverbrechens.

Eine wichtige Rolle hatte zudem der Mitte der 1990er ausgetragene Konflikt zwischen dem Zentralrat und dem damaligen Bundeskanzler um die Ausgestaltung der Neuen Wache als zentrale Gedenkstelle in Berlin. Diese wurde vom Zentralrat unter der Bedingung akzeptiert, ein zentrales Holocaustmahnmal wie von Rosh initiiert zu bauen. Nach Darstellung Rosh´ waren sowohl der Förderverein als auch sie selbst „von Anfang an dafür, dass dieses Denkmal ausschließlich an die ermordeten Juden erinnern soll. Schließlich waren die Juden mit sechs Millionen die größte Opfergruppe. Und ein Denkmal für alle Opfer sagt gar nichts aus, es ist viel zu unspezifisch. Man muss schon verstehen, warum die einzelnen Opfergruppen zu Opfern in der Hitlerschen Vernichtungspolitik wurden.“ (Lea Rosh: [29][30])

Bei Dreharbeiten zu Der Tod ist ein Meister aus Deutschland im Jahr 1988 auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Belzec hatte Rosh den Zahn eines NS-Opfers mitgenommen, den sie gefunden hatte, und ihn auf ihrem Schreibtisch aufbewahrt, worüber mehrfach in der Presse berichtet wurde.[2][31] Der 2005 unmittelbar vor dem Bauabschluss des Mahnmals öffentlich angekündigte Plan, ihm einen Platz in einer Stele des Denkmal zukommen zu lassen, führte zu einem Eklat. Nach Protesten von Krystyna Oleksy, stellvertretende Direktorin des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau, und von hochrangigen Vertretern des Zentralrats der Juden in Deutschland gab sie ihr Vorhaben auf.[31] Der Zahn wurde von Rosh und Eberhard Jäckel in Begleitung des Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Berlin Alexander Brenner der Halacha entsprechend in Belzec begraben.[31][32][33] Ulrike Jureit bezeichnete den Vorgang als Ausdruck einer verbreiteten deutschen Reliquienverehrung und Heilserwartung, die von den Opfern des Holocaust bewusst oder unbewusst rettende Fürsprache und Wunderwirkung erhoffe.[34]

Rosh wird unter anderem von Ernst Mittig als prominente Vertreterin einer „Berliner Republik“ bezeichnet[35] bei der Bekenntnisse zur Nation und Bekenntnisse zur historischen Schuld nicht mehr als Widerspruch empfunden werden[36]. Mit dem von ihr initiierten Mahnmal sei (vgl. Jan-Holger Kirsch) eine veränderte Basiserzählung der „Berliner Republik“[37] manifestiert worden. Dies sei bereits mit der Weizsäckerrede am 8. Mai 1985 eingeleitet worden.[38] Demnach verbiete das Gedenken an Auschwitz nicht einen deutschen Nationalstaat, wie noch von Günter Grass postuliert, oder bei der Walserrede 1998 in Frage gestellt. Im Gegenteil, das möglichst vorbildliche Gedenken an den Holocaust im Sinne Weizsäckers Deutsch zu sein, heist sich mit dem Nationalsozialismus auseinanderzusetzen diene als Legitimation desselben.[39][40][41] Die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit insoweit spielt beim Streit um das Berliner „Holocaust-Mahnmal“ nur eine nachgeordnete Rolle.[42] Seine eigentliche Bedeutung besteht laut Jan-Holger Kirsch[43] in einer „Neudefinition ‚nationaler Identität’ im vereinten Deutschland“.

Diese neue Identitätspolitik hat aber auch Nachteile.[40] Kirsch und andere sehen das Gedenken und Partizipation deutscher Juden trotz ostentativer Vereinnahmung tendenziell außen vor gestellt.[44][40] So wurde Mitte der 1990er Jahre auf Betreiben von Rosh’ Mitstreiter Jäckel jüdischen Organisationen die organisatorische Mitarbeit bei den ostdeutschen Gedenkstätten zunächst verweigert.[25] Diese Kontroverse wurde zugunsten einer Minderheitsbeteiligung jüdischer Organisationen entschieden.[25]

Weitere Aktivitäten[Bearbeiten]

Rosh setzte sich unter anderem 2006 für die Verhüllung von Skulpturen des Bildhauers Arno Breker im Olympiastadion Berlin während der Fußballweltmeisterschaft 2006 ein.[45] 2007 forderte sie für die von Ekkehart Krippendorff unterstützte französische Ausstellung Sonderzüge in den Tod finanzielle und logistische Subventionen durch die Deutsche Bahn AG ein.[46]

Persönliches[Bearbeiten]

Lea Rosh wuchs zusammen mit ihren drei Geschwistern in Berlin sowie zeitweise nach Evakuierung in Genthin bei den Eltern bzw. nach dem Tod des Vaters 1945 bei der Mutter auf. Ihr Vater war kaufmännischer Angestellter, während des Zweiten Weltkriegs Soldat und galt nach dem Krieg als vermisst.[47] Ihre Mutter Priska Rosh, geb. Wojtech, stammte aus Graz und unterlag während der NS-Zeit als Tochter des jüdischen Opernsängers Max Garrison Repressalien durch die Nationalsozialisten.

Lea Rosh wurde christlich erzogen und trat im Alter von 18 Jahren aus der evangelischen Kirche aus. Sie nannte sich seit dieser Zeit nicht mehr Edith, sondern Lea und ist seither überzeugte Atheistin.[11] Gegen Zeitungsberichte, wonach sie auch ihren Nachnamen geändert habe, ging sie erfolgreich juristisch vor. In ihrer Geburtsurkunde ist der Name Edith Renate Ursula Rosh eingetragen.[48][49][50] Rosh scheiterte hingegen 2002 mit einer Klage gegen den Verlag C. H. Beck wegen eines dort verlegten Buchs der amerikanischen Autorin Ruth Gay. Gay hatte darin Rosh als engagierte Fernseh-Journalistin bezeichnet, die sich mit dem Vornamen Lea einen „jüdisch klingenden Namen“ zugelegt habe.[48] Eine Selbststilisierung als Jewish Spokesperson und daraus resultierende Konflikte unterstellte ihr noch 2006 [51] Jeffrey M. Peck, Dekan der Weissman School of Arts and Sciences an der City University of New York in einem Buch zum modernen Judentum in Deutschland.

Rosh war mit dem 2008 verstorbenen Architekten und Bauunternehmer Jakob Schulze-Rohr verheiratet, einem Bruder des Regisseurs Peter Schulze-Rohr. Die Ehe blieb kinderlos.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

  • zusammen mit Eberhard Jäckel: „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland.“ Deportation und Ermordung der Juden, Kollaboration und Verweigerung in Europa. 5. Auflage. Hoffmann und Campe, Hamburg 1991, ISBN 3-455-08358-7; Taschenbuchausgabe (unter gleichem Titel): Ungekürzte Ausgabe, 2. Auflage. Deutscher Taschenbuchverlag, München 1993, ISBN 3-423-30306-9.
  • zusammen mit Günther Schwarberg: Der letzte Tag von Oradour. 3. Auflage. Steidl, Göttingen 1997, ISBN 3-88243-092-3.
  • als Herausgeberin und Mitverfasserin: „Die Juden, das sind doch die anderen.“ Der Streit um ein deutsches Denkmal. Philo, Berlin u. a, 1999, ISBN 3-8257-0127-1 (Aufsatzsammlung, mit Beiträgen von Eberhard Jäckel u. a.).

Fernseh-Dokumentationen[Bearbeiten]

  • ZDF, 1980: Ein Naziprozeß
  • ZDF, 1982: Tat und Täter – Die Amnestierung der NS Gewaltverbrecher
  • SFB, 1984: Vernichtung durch Arbeit – KZ-Häftlinge für die deutsche Industrie
  • SFB, 1985: Das Lustige Zigeunerleben – Sinti und Roma in der BRD
  • SFB, 1985: Und dann haben wir uns verabschiedet – Buttenhausen, ein Dorf 1933–1943
  • SFB, 1986: Das Tribunal – Mord am Bullenhuser Damm[52]
  • SFB, 1988: Die Rettung – Wie die bulgarischen Juden überlebten
  • SWF, 1988, Oradour (gemeinsam mit Günther Schwarberg; auch als Buch erschienen)
  • ZDF, 1988: Rolf Liebermann – Der lange Abschied
  • SFB/ARD, 1990: Der Tod ist ein Meister aus Deutschland – Der Mord an den Juden Europas (gemeinsam mit Eberhard Jäckel, 4-teilige Dokumentation; auch als Buch erschienen)
  • NDR/ARD, 1991: Der Umzug – Von Bonn nach Berlin

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lea Rosh – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Susanne Stiefel: Ein großer Baum fängt viel Wind. In: taz vom 18. Februar 2004; abgerufen am 15. Mai 2013.
  2. a b c d Thorsten Schmitz: Der Betonkopf, Süddeutsche Zeitung Magazin, Heft 17/2005, in: SZ-Magazin.de
  3. NDR, Direktoren seit 1955
  4. a b c d Im niedersächsischen Funkhaus knistert es, von Heinrich Thies Die Zeit 10. Juli 1992 - 08:00 Uhr
  5. zitiert nach: Lea Rosh ist am Ziel ihrer langen Belehrungsmission von Mariam Lau in: Die Welt 15. Dezember 2004
  6. a b  Kleiner Dienstweg. In: Der Spiegel. Nr. 27, 1992, S. 92 (online).
  7. Mahnmal Mitte: eine Kontroverse - Seite 115, von Michael Jeismann - 1999
  8. Webseite von Lea Rosh
  9.  Mariam Lau: Gedenken bis zur Selbstdemontage. In: Berliner Morgenpost. 14. Mai 2005 (Gedenken bis zur Selbstdemontage (Version vom 21. Oktober 2013 im Internet Archive)).
  10. T. Forstner: Christoph Schlingensief – Die Piloten. Bei: artechock.de abgerufen am 15. Juli 2012
  11. a b ZUR PERSON. „Die Garnisonkirche kann nichts dafür“ PNN 23. Dezember 2006
  12. SL: Lea Rosh hat einen neuen Salon- aber ohne Ulla Klingbeil. In: Die Welt. Vom 1. April 2000
  13. Thorsten Denkler: Sarrazin: Abschied aus Berlin „Brosamen vom Tisch der Reichen“, Süddeutsche Zeitung 17. Mai 2010
  14. Lea Rosh Kommunikation & Medien, Salon
  15. SFB, 1985: Das Lustige Zigeunerleben – Sinti und Roma in der BRD
  16. Eberhard Jäckel wird 75
  17. Geschwister-Scholl-Preis Webseite
  18. Rezension bei der Uni Stuttgart
  19.  Walter Jens: Ein Grab in den Lüften. Walter Jens über die TV-Dokumentation „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“. In: Der Spiegel. Nr. 17, 1990 (23. April 1990, online).
  20. Martina Thiele, Publizistische Kontroversen über den Holocaust im Film, LIT Verlag Münster 2001, S. 117
  21. a b  Jörg Lau: Scharfe Richterin. In: Die Zeit. Nr. 46, 6. November 2003 (http://www.zeit.de/2003/46/Spitze_46, abgerufen am 9. August 2008).
  22. Artikel in: Die Zeit, 30. Oktober 2003
  23. Kirsch 2003 a.a.O. S. 161
  24. Triumph des guten Willens. Posthum, Hrsg. Klaus Bittermann. ebd. 2002, FAZ Rezension dazu
  25. a b c Lea Rosh: Holocaust-Rezeption und Geschichtskultur. In: Holger Thünemann: Zentrale Holocaust-Denkmäler in der Kontroverse: ein deutsch-österreichischer Vergleich. Schulz-Kirchner Verlag GmbH, 2005, S.159 ff.
  26. Die Politische Meinung, Ausgaben 302-307 von Karl Willy Beer, Verlag Staat und Gesellschaft, 1995, S. 331
  27.  Michael Naumann: Ohne Antwort, ohne Trost. In: Die Zeit. Nr. 19, 4. Mai 2005 (http://www.zeit.de/2005/19/Mahnmal, abgerufen am 9. August 2008).
  28. Schalten Sie nicht ab! Gedenkstätten in der Ökonomie der Aufmerksamkeit. Claus Leggewie / Erik Meyer, 9. August 2001, Neue Zürcher Zeitung
  29. Berlin, David Clay Large Basic Books, 15. Oktober 2007
  30. Denk mal an! Erinnerung Die Geschichte ist nicht erledigt: Aber sind Denkmäler die richtigen Medien der Erinnerung? derFreitag, vom 18. November 2010 Jakob Augstein im Gespräch mit Lea Rosh, Wolfgang Wippermann und Markus Meckel
  31. a b c Lea Rosh gibt Backenzahn an Belzec zurück. Der Spiegel. 13. Mai 2005. Abgerufen am 11. Juli 2012.
  32. Holocaust-Mahnmal Juden erwägen Boykott Süddeutsche.de vom 11. Mai 2005
  33. Dpa: Lea Rosh vergräbt in Belzec den Zahn eines Holocaust-Opfers, Welt, 19. Juli 2005
  34. Ulrike Jureit, Christian Schneider: Gefühlte Opfer, Illusionen der Vergangenheitsbewältigung, Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-608-94649-9.
  35. Hans-Ernst Mittig : Gegen das Holocaustdenkmal der Berliner Republik. Berlin: Karin Kramer Verlag 2005. ISBN 3-87956-302-0
  36. Kirsch 2003 a.a.O. S. 317
  37. Nationaler Mythos 2002, Kirsch, a.a.O.
  38. Nationaler Mythos 2002, Kirsch, a.a.O.
  39. zitiert bei Kirsch 2003 a.a.O. S. 317
  40. a b c Laut Luca di Blasi (2000):„Zivilreligion und antifaschistischer Grundkonsens“, in: Zeitschrift �für �Politik 47(4),369=387, Rezension vgl [1] stellt über Deutschland hinaus bei vielen westlichen Gesellschaften die Erinnerung an den Holocaust das Zentrum ihrer Zivilreligiosität dar
  41. ähnlich Wolfgang Palaver, Roman Siebenrock, Dietmar Regensburger (Hg.), Westliche Moderne, Christentum und Islam, Gewalt als Anfrage an monotheistische Religionen, Band 2 der Reihe Edition Weltordnung – Religion – Gewalt ISBN 978-3-902571-59-5 brosch, innsbruck university press 2008
  42. Nationaler Mythos oder historische Trauer?: der Streit um ein zentrales "Holocaust-Mahnmal" für die Berliner Republik, Jan-Holger Kirsch, Böhlau Verlag Köln Weimar, 2003, vergleiche Rezension von [http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2003-3-116 Nina Leonhard, Sozialwissenschaftliches Institut der Bundeswehr, Strausberg
  43. Kirsch 2003 a.a.O. S. 125
  44. Kirsch 2003 a.a.O. S. 319
  45.  Skulpturenstreit: Burka für Breker?. In: Der Spiegel. Nr. 24, 2006 (12. Juni 2006, online).
  46. Sonderzüge in den Tod Der Spiegel, Freitag, 26. Januar 2007, von Henryk Broder
  47. Lea Rosh, Munzinger Archiv
  48. a b  Sabine Deckwerth: Lea Rosh verliert vor Gericht gegen einen Buchverlag. In: Berliner Zeitung. 29. Mai 2002 (http://www.berliner-zeitung.de/archiv/autorin-darf-auf-namensaenderung-hinweisen-lea-rosh-verliert-vor-gericht-gegen-einen-buchverlag,10810590,9999260.html, abgerufen am 27. Mai 2013).
  49.  Gegendarstellung. In: Der Spiegel. Nr. 40, 1998, S. 226 (28. September 1998, online).
  50.  Thomas Götz: Am Ziel. 60 Jahre Kriegsende. In: Berliner Zeitung. 7. Mai 2005 (http://www.berliner-zeitung.de/archiv/60-jahre-kriegsende---in-berlin-drohen-am-sonntag-zusammenstoesse-mit-neonazis--am-dienstag-wird-das-holocaust-mahnmal-eingeweiht--in-moskau-bereitet-man-fuer-montag-eine-grosse-siegesparade-vor--am-ziel,10810590,10282150.html, abgerufen am 27. Mai 2013).
  51. Being Jewish in the New Germany, Jeffrey M. Peck, Rutgers University Press, 2006, S.38
  52. Filmdetails, New York Times