Leadhillit

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Leadhillit
Leadhillit - Cumberland, England.jpg
Allgemeines und Klassifikation
Chemische Formel Pb4[(OH)2|(CO3)2|SO4]
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Wasserfreie Carbonate mit weiteren Anionen
System-Nr. nach Strunz
und nach Dana
5.BF.40 (8. Auflage: VI/B.13)
17.01.02.01
Ähnliche Minerale Susannit, Macphersonit
Kristallographische Daten
Kristallsystem monoklin, pseudohexagonal
Kristallklasse; Symbol monoklin-prismatisch 2/m[1]
Raumgruppe P21/a[2]
Gitterparameter a = 9,104 Åb = 20,792 Å; c = 11,577 Å
β = 90,50°[2]
Formeleinheiten Z = 8[2]
Zwillingsbildung häufig nach {140}, {340} und {140}
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 2,5 bis 3
Dichte (g/cm3) 6,26 bis 6,55
Spaltbarkeit vollkommen nach {001}, undeutlich nach {100}
Bruch; Tenazität muschelig
Farbe farblos, weiß, graugelb, blassblau
Strichfarbe weiß
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Glanz Harzglanz bis Diamantglanz
Kristalloptik
Brechungsindizes nα = 1,870
nβ = 2,009
nγ = 2,010[3]
Doppelbrechung δ = 0,140[3]
Optischer Charakter zweiachsig negativ[3]
Achsenwinkel 2V = 10°[3]
Weitere Eigenschaften
Chemisches Verhalten löslich in Salpetersäure
Besondere Merkmale Fluoreszenz

Leadhillit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Carbonate (und Nitrate). Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Pb4[(OH)2|(CO3)2|SO4] [4] und entwickelt überwiegend pseudohexagonale, tafelige Kristalle, die entweder farblos oder durch Fremdbeimengungen weiß, graugelb oder blassblau gefärbt sein können. Selten finden sich auch in schalige Aggregate.

Besondere Eigenschaften[Bearbeiten]

Da Leadhillit isomorph mit Susannit und Macphersonit ist, weist er auch vergleichbare Eigenschaften auf. So zeigen einige Stufen unter UV-Licht eine kräftig zitronengelbe Fluoreszenz. Auf Holzkohle vor dem Lötrohr erhitzt schwillt Leadhillit etwas an, färbt sich gelb und reduziert zu Blei. In Salpetersäure löst sich das Mineral brausend unter Abgabe von Kohlendioxid auf. Das zurückbleibende, schlecht lösliche Bleisulfat bildet einen weißen Niederschlag. [5]

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals entdeckt und beschrieben wurde Leadhillit 1832 von François Sulpice Beudant, der es nach seiner Typlokalität Leadhills („Susannah Mine“) in Schottland benannte.

Klassifikation[Bearbeiten]

In der alten Systematik der Minerale (8. Auflage) nach Strunz war der Leadhillit in die Abteilung der „Wasserfreien Sulfate mit fremden Anionen“ einsortiert. Seit der neuen Systematik der Minerale (9. Auflage) (nach Strunz) ist das Mineral jedoch neu klassifiziert und findet sich jetzt in der Abteilung der „Carbonate mit weiteren Anionen, ohne H2O mit Cl, SO4, PO4“.

In der Systematik der Minerale nach Dana steht Leadhillit in der Abteilung der „Compound Carbonates with miscellaneous formulae“ (übersetzt: Carbonate mit diversen Zusammensetzungen). [1]


Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Leadhillit bildet sich als typisches Sekundärmineral vorwiegend in der Oxidationszone von Blei-Lagerstätten und tritt dort in Paragenese mit Anglesit, Cerussit, Linarit und anderen sekundären Bleimineralen auf.

Fundorte sind unter anderem New South Wales, Queensland und Tasmanien in Australien; die Provinzen Limburg und Luxemburg in Belgien; Baden-Württemberg (Schwarzwald), Niedersachsen (St. Andreasberg), Nordrhein-Westfalen (Bergisches Land, Siegerland), Rheinland-Pfalz (Eifel), Sachsen-Anhalt (Harz) und Sachsen (Erzgebirge) in Deutschland; verschiedene Regionen in Frankreich; Attika in Griechenland; verschiedene Regionen in Großbritannien; verschiedene Regionen in Italien; Kyūshū in Japan; Oshikoto und Otjozondjupa in Namibia; Kärnten und Steiermark in Österreich; Ostsibirien, Oblast Murmansk und der Ural in Russland; die Kantone Uri und Wallis in der Schweiz; Gauteng und das Nordkap in Südafrika; Böhmen in Tschechien; sowie verschiedene Regionen in den USA. [6]

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Leadhillit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem in der Raumgruppe P21/a mit den Gitterparametern a = 9,104 Å, b = 20,792 Å, c = 11,577 Å und β = 90,50°, sowie acht Formeleinheiten pro Elementarzelle. [7]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Webmineral – Leadhillite (englisch)
  2. a b American Mineralogist Crystal Structure Database – Leadhillite (engl., 2005)
  3. a b c d Leadhillite bei mindat.org (engl.)
  4.  Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. 5. Auflage. Christian Weise Verlag, München 2008, ISBN 3-921656-17-6.
  5. Leadhillit (und Susannit), in: C.F. Rammelsberg (Hrsg.): Handbuch der Mineralchemie, Verlag von Wilhelm Engelmann, Leipzig 1860, S. 297
  6. MinDat - Localities for Leadhillite (englisch)
  7. American Mineralogist Crystal Structure Database - Leadhillite (engl., 2005)

Literatur[Bearbeiten]

  •  Petr Korbel, Milan Novák: Mineralien Enzyklopädie. Nebel Verlag GmbH, Eggolsheim 2002, ISBN 3-89555-076-0, S. 142.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leadhillite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien