Leaves of Grass (Film)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Leaves of Grass
Originaltitel Leaves of Grass
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2009
Länge 105 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Tim Blake Nelson
Drehbuch Tim Blake Nelson
Produktion Elie Cohn,
Kristina Dubin,
John Langley,
Bill Migliore,
Tim Blake Nelson,
Edward Norton
Musik Jeff Danna
Kamera Roberto Schaefer
Schnitt Michelle Botticelli
Besetzung

Leaves of Grass (Alternativtitel: Gefährliches Gras) ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 2009 des Regisseurs Tim Blake Nelson, der auch das Drehbuch verfasste. Premiere feierte die schwarze Komödie, in der Edward Norton in einer Doppelrolle zu sehen ist, am 17. September 2009 auf dem Internationalen Filmfestival in Toronto.[1]

Handlung[Bearbeiten]

Der Tod seines Zwillingsbruders Brady führt den angesehenen Philosophieprofessor Bill Kincaid nach Jahren in seine verschlafene Heimatstadt Little Dixie zurück. In dem kleinen Ort in Oklahoma angekommen, muss er feststellen, dass sein Bruder nur vorgegeben hat, durch den Schuss einer Armbrust ermordet worden zu sein, tatsächlich aber immer noch am Leben ist und die Nachricht seines Todes nur ein Vorwand war, um Bill nach Hause zu locken.

Brady hat zusammen mit seinem Freund Bolger und der Hilfe des jüdischen Drogenbarons Pug Rothbaum Fuß im Drogengeschäft gefasst und betreibt eine eigene Marihuana-Plantage. Aufgrund der hohen Qualität der Produkte stehen Bradys Grassorten außer Konkurrenz und somit entschließt er sich den gesamten Drogenmarkt der Umgebung für sich zu beanspruchen. Um dabei keinerlei Probleme zu bekommen, soll Pug Rothbaum ermordet werden. Der ausgeklügelte Clou der beiden Ganoven sieht vor, dass während Brady und Bolger sich für die Ermordung mit Rothbaum treffen und vor Ort ein antisemitisches Mordverbrechen vortäuschen, sein Zwillingsbruder Bill dabei als Alibi fungieren soll, indem er für einen Tag als Bradys Doppelgänger auftreten soll. Die Ereignisse überschlagen sich, als der Mord an Rothbaum in die Presse gelangt und Brady kurze Zeit später erschossen wird.

Nach Bradys Tod versucht sein Zwillingsbruder Bill die Plantage zu verkaufen um Geld für Bradys Frau und ihren ungeborenen Sohn aufzutreiben. Bei Verhandlungen mit einem lokalen Drogendealer kommt es zum Disput, und Bill wird von einem Armbrustbolzen in den Rücken getroffen. Er überlebt den Schuss durch die beherzte Hilfe von Bolger, der früher von Brady im Gefängnis bei einem Messerangriff gerettet wurde, und es nun bedauert, dass er Brady bei dessen tödlichem Schusswechsel nicht habe retten können. Am Ende des Films sitzt Bill mit seiner neugewonnen Liebschaft Janet im Garten seiner Mutter und erholt sich von seinen erlittenen Verletzungen.[2][3][4]

Hintergrund[Bearbeiten]

Produktion[Bearbeiten]

Tim Blake Nelson, der klassische Altertumswissenschaft an der Brown University studierte und in Tulsa aufwuchs, hatte, bereits während er das Drehbuch schrieb, Edward Norton für die Doppelrolle der eineiigen Zwillinge vorgesehen.[5] Er gab an, dass es für ihn keine alternative Besetzung dieser beiden Rollen gab.[5] Edward Norton soll seinerseits von dem Drehbuch so begeistert gewesen sein, dass er sich um die Finanzierung des Projekts kümmerte.[6] Zudem verzichtete er auf die Hälfte seiner üblichen Gage.[5] Das Budget des Films wird auf neun Millionen US-Dollar geschätzt.[7]

Die Dreharbeiten erfolgten in Plain Dealing und Shreveport in Louisiana.[8] Sie erfolgten u.a. im September 2008.[7]

In dem Film wird eine Studentin von Lucy DeVito, der Tochter von Danny DeVito, gespielt. Lindsay Lohan soll sich für eine Rolle in dem Film beworben haben, sie wurde jedoch abgelehnt.[5]

In der Eröffnungsszene referiert Bill Kincaid (Edward Norton) über den Dialog zwischen Alkibiades und Sokrates aus dem platonischen Dialog Das Gastmahl (Symposion).

In der Schlussszene liegt eine Ausgabe des Gedichtbands Grashalme (engl. „Leaves Of Grass“) von Walt Whitman auf dem Gartentisch, aus dem während des Films zitiert wird. Allerdings basiert der Film weder auf diesem, noch auf einem anderen Buch.

Veröffentlichung[Bearbeiten]

Der Film feierte seine Premiere am 17. September 2009 auf dem Internationalen Filmfestival in Toronto.[1][9] Am 13. November 2009 wurde er in den USA beim Starz Denver Film Festival gezeigt, dem weitere Vorführungen bei US-amerikanischen Filmfestivals folgten.[9] Der Kinostart in den USA erfolgte am 17. September 2010.[9] Am 29. Oktober 2010 erschien der Film in Deutschland und Österreich auf DVD und Blu-ray mit einer FSK-16-Freigabe.[9] Der Computer Bild-Ausgabe 3/2012 lag der Film als DVD bei. Ebenfalls im Januar 2012 konnten sich Kunden von Telekom Entertain den Film auf DVD gratis zuschicken lassen.[10] Im deutschen Fernsehen lief der Film unter dem Titel Gefährliches Gras.[11]

Deutsche Synchronfassung[Bearbeiten]

Andreas Fröhlich sprach in der deutschen Synchronfassung beide Rollen des von Edward Norton gespielten Zwillingspaares ein.[12]

Darsteller Deutscher Sprecher[12] Rolle
Edward Norton Andreas Fröhlich Bill Kincaid/Brady Kincaid
Tim Blake Nelson Lutz Schnell Bolger
Susan Sarandon Kerstin Sanders-Dornseif Daisy Kincaid
Chris Freihofer Philipp Schepmann Doktor
Keri Russell Tanja Geke Janet
Lee Wilkof Hans-Gerd Kilbinger Professor Nathan Levy
Richard Dreyfuss Kaspar Eichel Pug Rothbaum

Soundtrack[Bearbeiten]

Ein Soundtrack zum Film erschien nicht im Handel. Lowell George komponierte mit Fat Man In The Bathtub und Sweet Revenge zwei Musiktitel, die im Film zu hören sind.

Titel Interpret Komponist
Stand Up Doug Bossi Doug Bossi
Illegal Smile John Prine John Prine
My Wildest Dreams Grow Wilder Every Day The Flatlanders Joe Ely, Jimmie Dale Gilmore, Butch Hancock, Dan Yates
Faithful and True Richard Myhill Richard Myhill
Fat Man In The Bathtub Little Feat Lowell George
Rex's Blues Townes Van Zandt Townes Van Zandt
Sailin' Shoes Little Feat Lowell George
Sweet Revenge John Prine John Prine
I Shall Be Released The Band Bob Dylan
Lonely Are The Free Steve Earle Steve Earle
Boys From Oklahoma Cross Canadian Ragweed Gene Collier

Kritiken[Bearbeiten]

„Tim Blake Nelson […] kehrte in seine Heimat Oklahoma zurück und drehte dort einen skurrilen Mix aus Love-Story, Komödie und Gangster-Thriller.
[…] den altbackenen Plot und die überzeichneten Nebenrollen bügelt Edward Norton mit seiner professionellen Spielfreude aus. Kein großer Wurf, aber ein aufheiternder Spaß für dunkle Regentage.“

Johannes Sträter auf Spiegel Online[13]

„Mit dem Plan […] eine Komödie in abgedrehter Coen Brüder-Manier zu führen, liegt Schauspieler und Regisseur Tim Blake Nelson eigentlich nicht verkehrt. […] – doch die Story hinkt leider gewaltig.“

Dirk Hoffmann auf zelluloid.de[14]

„Dass Norton zwischen all den Knallchargen noch Würde wahren kann, verdient größte Hochachtung. Ohne sein Engagement würde Leaves Of Grass spätestens mit Bills forciertem Versöhnungsplädoyer implodieren.“

Jan Hamm auf filmstarts.de[15]

„The part I did not like was the anti-Semitism in the film.“

Ed Koch auf The Villager[16]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Variety: Leaves of Grass, Toronto, Dennis Harvey, 17. September 2009
  2. filmkinotrailer.com: Leaves of Grass Film Poster, 19. September 2010
  3. Sammlung von Kritiken zu Leaves of Gras bei Rotten Tomatoes (englisch)Vorlage:Rotten Tomatoes/Wartung/Gleicher Kenner in Wikipedia und WikidataVorlage:Rotten Tomatoes/Wartung/Wikidata-Bezeichnug vom gesetzten Namen verschieden
  4. Filmstarts: Leaves of Grass
  5. a b c d Internet Movie Database: Hintergrundinformationen
  6. Leaves of Grass: Filmreviews, gs
  7. a b Internet Movie Database: Budget und Einspielergebnisse
  8. Internet Movie Database: Drehorte
  9. a b c d Internet Movie Database: Starttermine
  10. Leaves of Grass in der Online-Filmdatenbank
  11. ARD: Programmhinweis (Version vom 10. Juli 2012 im Internet Archive), 9. Juli 2012
  12. a b Leaves of Grass in der Deutschen Synchronkartei, abgerufen am 2. Februar 2013.
  13. Spiegel Online: Filmkritik
  14. zelluloid.de: Filmkritik, Dirk Hoffmann
  15. Filmstarts: Filmkritik, Jan Hamm
  16. The Villager: Filmkritik

Weblinks[Bearbeiten]