Leben im Felde

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Leben im Felde ist der militärische Begriff für alle Fertigkeiten eines Soldaten, die ihn befähigen, außerhalb von festen militärischen Einrichtungen zu leben und zu überleben. Das Leben im Felde gehört zum Gefechtsdienst aller Truppen und wird in der Zentralen Dienstvorschrift (ZDv) 3/11 geregelt. Diese befiehlt grundsätzlich den allgemeinen Gefechtsdienst aller Truppen zu Lande und das Verhalten des Soldaten bei Handlungen auf und nahe dem Gefechtsfeld. Wesentlicher Bestandteil des Lebens im Felde ist das Biwak, welches bereits im Rahmen der Grundausbildung durchgeführt wird. Die Zentrale Dienstvorschrift regelt aber auch das allgemeine Verhalten wie z. B. bei der Gewässerüberquerung oder die Zubereitung von Verpflegung.

Die ZDv 3/11 Gefechtsdienst aller Truppen (zu Lande) Leben im Felde gliedert sich dazu in

  • Teil A Grundkenntnisse und Grundtätigkeiten des Einzelschützen
  • Teil B Der Einzelschütze auf dem Gefechtsfeld
  • Teil C Der Einzelschütze im Gefecht
  • Teil D Der Einzelschütze in besonderen Lagen
  • Teil E Sicherheitsbestimmungen

Gruppenbiwak[Bearbeiten]

Das Biwak dient Soldaten im Feld als Lebensraum in Zeltunterkünften. Neben der Ernährung findet hier sofern die Lage es zu lässt Hygiene und Ruhe statt. Meist wird die gesamte Kompanie dazu zusammengefasst.

Zu unterscheiden vom un­getarnten Biwak rückwärts des Vorderen Rand der Verteidigung (VRV) ist das Gruppenversteck, das nahe den Feldstellungen, beim Jagdkampf oder beim Überleben und Durchschlagen hinter den feindlichen Linien angelegt wird und getarnt ist.

Aufbau[Bearbeiten]

Um eine kleine Feuerstelle, die nur zur Verpflegungszubereitung unterhalten wird und die im Rahmen des „Tarnen und Täuschen“ so angelegt wird, dass sie von außen nicht wahrnehmbar ist, liegen die Halb­zeltbahnen.

Etwas abseits vom Lager wird die Feldtoilette eingerichtet

Sowohl Biwak als auch Versteck sind durch Alarmposten und Streifen zu sichern.

Verpflegung[Bearbeiten]

Der Essenempfang durch zwei Soldaten der Gruppe mit allen Essgeschirren erfolgt im Zugnest. Das Geschirr wird auf einem Ast aufgefädelt.

Hygiene in freier Natur[Bearbeiten]

Der Soldat im Feld ist Witterungseinflüssen ausgesetzt und muss Körperhygiene durchführen um Krankheiten vorzubeugen. Durch die ZDv 3/11 werden vorgegeben

  • tägliches Waschen des ganzen Körpers ggf. Rasur - dieses soll abends erfolgen,
  • tägliche Mund- und Zahnhygiene - möglichst nach jeder Mahlzeit,
  • täglicher Wechsel, Reinigung und Trocknen der Strümpfe und feuchter Kleidung.
  • In der Bekleidung entdecktes Ungeziefer muss sofort gemeldet und bekämpft werden.

Pflege der Ausrüstung[Bearbeiten]

Der Soldat ist für die Einsatzfähigkeit seiner Ausrüstung verantwortlich. Er steht in der Pflicht, seine Ausrüstung zu jeder freien Zeit zu prüfen und ggf. instand zu setzen.

Waffen[Bearbeiten]

Um die Funktionsfähigkeit der Waffen zu erhalten, sind soweit es die Lage zulässt diese durch Bezüge, Behälter und/oder Taschen vor Verschmutzungen wie Sand, Staub oder Laub zu schützen. Die Reinigung von Waffen findet nach jedem Feuergefecht abwechselnd selbständig oder auf Befehl statt. Gleitende Teile der Waffe sind leicht einzuölen. Das Entölen der Waffe findet erst ab einer Temperatur von -10 °C statt.

Mitgeführte Munition ist täglich auf Rost, Verschmutzung, starke Oxidierung sowie Beulen zu prüfen. Diese ist nicht mehr zu verwenden, verschmutzte Munition zu reinigen.

Bekleidung[Bearbeiten]

Die Pflege der Kleidung ist für Soldaten im Einsatz unabdingbar und soll diese funktionsfähig halten. Der Soldat hat seine Bekleidung und Ausrüstung gewissenhaft zu reinigen und instand zu halten. Grundsätzlich schreibt die ZDv 3/11 vor:

  • Oberbekleidung im trockenen Zustand ausklopfen sowie ausbürsten, im stark verschmutztem Zustand mit klarem Wasser behandeln
  • Leibwäsche einweichen und wenn möglich kochen
  • Wollsachen in kaltem oder lauwarmen Wasser durchdrücken, mehrmals ausspülen und ausdrücken, nicht wringen
  • Stiefel trocknen lassen, abbürsten und mit Schuhpflegemittel behandeln
  • fehlende und lose Knöpfe annähen sowie Risse in der Kleidung vernähen

Das Trocknen der Kleidung erfolgt entweder an der frischen Luft durch Ausbreiten auf Flächen wie Gras oder Gebüsch. Sollte die Kleidung am Feuer getrocknet werden, muss sie vor Funkenflug geschützt werden. Wollsachen dürfen nicht direkter Hitze ausgesetzt werden. Die Stiefel insbesondere die Sohlen dürfen nicht starker Hitze wie an einem Holzfeuer ausgesetzt werden, und sind nicht an oder in ein Lagerfeuer zu halten, da sich die Sohle ablösen kann.

Persönliche Ausrüstung[Bearbeiten]

Der Schlafsack wird von außen mit einem feuchten Lappen abgewischt und über den Tag nach innen gewendet gelüftet. Feldflasche, Essgeschirr und Besteck sind nach jeder Benutzung mit Trinkwasser zu spülen.[1] Wo dies nicht möglich ist, steht dem Soldaten aus dem EPa auch für diesen Zweck Mehrzeckpapier zum Abwischen zur Verfügung. Die Stiefel sind um diese wasserabweisend zu halten täglich mit Schuhcreme zu pflegen.[2]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. das Scheuern mit Sand kann Bakterien auf das Essgeschirr übertragen
  2. da die Schuhcreme durch ihre Bestandteile brennbar ist, kann sie auch zum Entzünden von Behelfsfeuerstellen mit Holz genutzt werden
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatZDv 3/11 der Bundeswehr. Abgerufen am 26. Mai 2009.