Lebensphilosophie

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Lebensphilosophie ist eine im 19. Jahrhundert entstandene Strömung der Philosophie, die in Frankreich von Henri Bergson und in Deutschland von Wilhelm Dilthey als Gegenentwurf zum Positivismus und zum Neukantianismus entwickelt wurde, welche mit einseitiger Betonung der Rationalität nach Art der Naturwissenschaften das Werden des Lebens, insbesondere seine Ganzheitlichkeit allein mit Begriffen und Logik nur unzureichend erfassen und beschreiben. Zu einem umgreifenden Leben gehören ebenso nicht-rationale, kreative und dynamische Elemente. Ausgangspunkt der Lebensphilosophie ist die konkrete Erfahrung des Menschen, die neben der Vernunft auch Intuition, Instinkt, Triebe und Willen umfasst und die durch seine historischen Bedingungen geprägt ist. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts hatte sich eine Philosophie des Lebens entwickelt, die sich aber eher als eine Philosophie der Lebenskunst verstand, vergleichbar mit der Ars Vivendi in der Antike.

Die philosophischen Ansätze der Vertreter der Lebensphilosophie sind so unterschiedlich, dass es nicht möglich ist, einheitliche Kriterien für diese Denkrichtung aufzustellen, die über die Tatsache hinausgehen, dass das Phänomen des Lebens als Untersuchungsgegenstand im Zentrum steht. Gemeinsam ist ihnen die negative Abgrenzung gegen Rationalismus, Intellektualismus, Szientismus und ein materialistisches Weltbild.[1] Als Kritik des Rationalismus und der Aufklärung ist sie schon bei Schopenhauer und Nietzsche angelegt, die daher als Vorläufer der Lebensphilosophie angesehen werden können, auch wenn sie den Terminus noch nicht kannten. Die Lebensphilosophie beeinflusste Vertreter der Existenzphilosophie, aber auch Edmund Husserl, der den Begriff der Lebenswelt in seiner späten Philosophie zu einer grundlegenden Kategorie machte..

Wurzeln[Bearbeiten]

Die Wurzeln der Lebensphilosophie gehen zurück auf die von Immanuel Kant in Hinblick auf Christian Wolff getroffene Unterscheidung zwischen theoretischer Schulphilosophie und einer Philosophie nach dem Weltbegriff, die aus dem Leben selbst kommend auf das praktische Leben zielt. Lebens- und Weltweisheit waren im ausgehenden 18. Jahrhundert in höheren Gesellschaftskreisen Modebegriffe. Die Lebensphilosophie war weniger eine spezifische philosophische Lehre als eine bestimmte kulturelle Stimmung, die weite Teile der Intelligenz beeinflusste. Lebensphilosophie wurde gleichgesetzt mit der im späten 18. Jahrhundert verbreiteten Popularphilosophie, die sich gezielt von der Schulphilosophie absetzte und als Philosophie des praktischen Handelns einer allgemeinen Verbreitung der Gedanken der Aufklärung verschrieben hatte.[2] Die Lebens- und Weltweisheiten werden seit dieser Zeit häufig in Aphorismen dargestellt, etwa bei Friedrich Heinrich Jacobi in den Fliegenden Blättern: „Philosophie ist ein inwendiges Leben. - Ein philosophisches Leben ist ein gesammeltes Leben. Durch wahre Philosophie wird die Seele still, zuletzt andächtig.“[3] Begriffsgeschichtlich sind als erste Arbeiten zu verzeichnen von Gottlob Benedict von Schirach: Ueber die menschliche Schönheit und Philosophie des Lebens aus dem Jahr 1772 sowie von Karl Philipp Moritz: Beiträge zur Philosophie des Lebens aus dem Jahr 1780 (1791 bereits in dritter Auflage). Charakteristisch für diese Lebensphilosophie steht Goethes Vers:

„Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, und grün des Lebens goldner Baum.[4]

Neuen Zuspruch erhielt die Lebensphilosophie in der romantischen Bewegung. Romantiker wie Novalis betonten, dass nicht allein die Vernunft, sondern auch das dem Leben enger verwandte Fühlen und Wollen in der Philosophie Berücksichtigung finden müsste. „Philosophie des Lebens enthält die Wissenschaft vom unabhängigen, selbstgemachten, in meiner Gewalt stehenden Leben - und gehört zur Lebenskunstlehre - oder dem System der Vorschriften sich ein solches Leben zu bereiten.“[5] Gegen diese Art der „Salonphilosophie“ wandte sich 1794 Immanuel Kant mit der Schrift Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis. Zu breiterer Beachtung verhalfen der Lebensphilosophie 1827 Friedrich Schlegels Vorlesungen über die Philosophie des Lebens, die sich ausdrücklich gegen die Systemphilosophen Kant und Hegel richteten . Die formalen Konzepte der Schulphilosophie, wie etwa die Logik, betrachtete Schlegel nur als Vorbereitung, nicht aber als die Philosophie selbst. Diese muss vermitteln zwischen Vernunftphilosophie und Naturwissenschaft. Es gilt „das innere geistige Leben, und zwar in seiner ganzen Fülle“ zu erforschen.[6] Die „deutende Seele“ umfasst das volle Bewusstsein und nicht nur die Vernunft. „In der deutenden Seele aber ist sowohl die unterscheidende, verbindende, folgernde Vernunft, als die sinnende, erfindende, ahndende Fantasie mit inbegriffen; beide Kräfte umfasst sie, in der Mitte zwischen ihnen stehend. Aber auch zwischen Verstand und Willen bildet sie den Wendepunkt des Übergangs, und füllt, als das verbindende Mittelglied, die Kluft aus, welche zwischen beiden liegt und beide trennt.“[7]

Bei Arthur Schopenhauer finden sich erste Ansätze zur Lebensphilosophie, wenn er nicht mehr die Vernunft, sondern den Willen und damit das faktische Leben in den Mittelpunkt seines Denkens stellt. Der Wille ist das Primäre, die Basis der Vorstellungen. Er ist ein blinder, unaufhaltsamer Drang, der die ganze Natur umfasst. Vernunft und Erkenntnis sind von ihm abhängig und Ausdruck der Willens. Im Willen schlägt sich die ganze Lebenskraft der Welt nieder. „Da der Wille, das Ding an sich, der innere Gehalt das Wesentliche der Welt ist; das Leben, die sichtbare Welt, die Erscheinung, aber nur der Spiegel des Willens; so wird diese den Willen so unzertrennlich begleiten, wie den Körper sein Schatten: und wenn Wille da ist, wird auch Leben, Welt daseyn. Dem Willen zum Leben ist also das Leben gewiß.[8] Schopenhauer beschreibt im Kapitel 46 von Die Welt als Wille und Vorstellung mit dem Titel „Von der Nichtigkeit und dem Leiden des Lebens“ den Menschen als leidendes und verlorenes Individuum, das erst durch den Tod seine Erlösung findet. Der Mensch lebt in einem stetigen Verlangen mit grenzenlosen Wünschen und unerschöpflichen Ansprüchen, so dass er niemals Glück und Erlösung finden kann. Erfüllt sich ein Wunsch, wird er unmittelbar unwirklich und es verbleiben stets nur Trauer und Schmerz. Auf diese Weise ist das Leben des Menschen Nichtigkeit, Leerheit (vanitas) und Eitelkeit, bedeckt durch den trügerischen Schleier der Maya. Im irdischen Leben kann der Mensch dieser Leere nur durch Enthaltsamkeit und Askese entgehen, deren höchste Form, die vollständige Kontemplation, in der Kunst zu finden ist. Ergänzende Betrachtungen zur Lebenspraxis finden sich in den Aphorismen zur Lebensweisheit (Parerga und Paralipomena)

Auch Friedrich Nietzsche gilt mit seiner kritischen Kulturphilosophie als Vorläufer der Lebensphilosophie. Hier zu nennen sind etwa der Titel seines Werkes Menschliches, Allzumenschliches oder die die Betrachtung des Weltgeschehens als organische Struktur und die Konzepte des Willen zur Macht und der Ewigen Wiederkehr. Nietzsche wendete dabei Schopenhauers Konzept vom Willen als dem Willen zum Leben um in die Formel vom Willen zur Macht, der alles Leben beherrscht.

Wo ich Lebendiges fand, da fand ich Willen zur Macht; und noch im Willen des Dienenden fand ich den Willen, Herr zu sein. […]
Und diess Geheimniss redete das Leben selber zu mir. „Siehe, sprach es, ich bin das, was sich immer selber überwinden muss.
„Freilich, ihr heisst es Wille zur Zeugung oder Trieb zum Zwecke, zum Höheren, Ferneren, Vielfacheren: aber all diess ist Eins und Ein Geheimniss.
„Lieber noch gehe ich unter, als dass ich diesem Einen absagte; und wahrlich, wo es Untergang giebt und Blätterfallen, siehe, da opfert sich Leben — um Macht!
„Dass ich Kampf sein muss und Werden und Zweck und der Zwecke Widerspruch: ach, wer meinen Willen erräth, erräth wohl auch, auf welchen krummen Wegen er gehen muss!
„Was ich auch schaffe und wie ich’s auch liebe, — bald muss ich Gegner ihm sein und meiner Liebe: so will es mein Wille.
„Und auch du, Erkennender, bist nur ein Pfad und Fusstapfen meines Willens: wahrlich, mein Wille zur Macht wandelt auch auf den Füssen deines Willens zur Wahrheit!
„Der traf freilich die Wahrheit nicht, der das Wort nach ihr schoss vom „Willen zum Dasein“: diesen Willen — giebt es nicht!
„Denn: was nicht ist, das kann nicht wollen; was aber im Dasein ist, wie könnte das noch zum Dasein wollen!
„Nur, wo Leben ist, da ist auch Wille: aber nicht Wille zum Leben, sondern — so lehre ich’s dich — Wille zur Macht!
„Vieles ist dem Lebenden höher geschätzt, als Leben selber; doch aus dem Schätzen selber heraus redet — der Wille zur Macht!“ —[9]

Lebensphilosophie als systematische Philosophie[Bearbeiten]

Die philosophische Strömung der Lebensphilosophie Ende des 19. Jahrhunderts geht über den 100 Jahre zuvor erhobenen Anspruch, dem praktischen Leben einer Orientierung zu geben, deutlich hinaus. Die modernen Lebensphilosophen setzen sich kritisch mit der neuzeitlichen Erkenntnistheorie und Ontologie auseinander und suchen einen systematischen Standpunkt zu gewinnen. Lebensphilosophie ist Teil einer Reaktion auf einen Zeitgeist, der durch den rasanten Fortschritt der Technik, die Industrialisierung und die Rationalität der positiven Wissenschaften und der modernen Wirtschaft geprägt ist. Im Fin de Siècle finden sich Jugendbewegung, Jugendstil oder Symbolismus und Dekadenzdichtung zusammen, um gegen die Zwänge der modernen Zivilisation einen neuen Aufbruch zu finden. Als Begründer des neuen Denkens in der Philosophie gelten nach Friedrich Nietzsche insbesondere Wilhelm Dilthey und Henri Bergson.[10]

Wilhelm Dilthey[Bearbeiten]

Wilhelm Dilthey (1833–1911) machte das Leben zum Ausgangspunkt seines philosophischen Denkens. „Leben ist die Grundlage, die den Ausgang der Philosophie bilden muß. Es ist das von innen Bekannte, es ist dasjenige, hinter welches nicht zurückgegangen werden kann. Das Leben kann nicht vor den Richterstuhl der Vernunft gebracht werden“[11] Den Begriff des Lebens verwendete Dilthey dabei in zweierlei Bedeutung. Zum einen bezeichnete er das Leben des einzelnen Menschen, zum anderen fasste er mit dem Begriff das Leben überhaupt. Mit dieser Unterscheidung sagte er dann: „Leben erfaßt hier Leben.“[12] Dilthey kritisierte wie alle Lebensphilosophen die traditionelle neuzeitliche Philosophie, die sich auf die Rationalität fokussiert und dabei die Dimensionen des Wollens und Fühlens vernachlässigt hatte. „In den Adern des erkennenden Subjekts, das Locke, Hume und Kant konstruierten, rinnt nicht wirkliches Blut, sondern der verdünnte Saft von Vernunft als bloßer Denktätigkeit.“[13] Erst wenn man im Philosophieren auf die „ganze, volle, unverstümmelte Erfahrung“ zugreift, gelingt es, „die ganze, volle Wirklichkeit“ zu erfassen.[14] Das wirkliche Leben ist nur von innen heraus und das heißt unter Rücksichtnahme auf die Psyche zu verstehen. Weil das Leben die Grenze des Philosophierens bildet, forderte Dilthey den Verzicht auf transzendentale Größen als Bezugspunkte der Philosophie.

Gegen die Vernunfterkenntnis stellte Dilthey das Erlebnis in das Zentrum seiner Betrachtungen. Er wendete sich vor allem gegen die Beschränkung der Wissenschaften auf die deterministische naturwissenschaftliche Methode, wie sie John Stuart Mill, Herbert Spencer und andere postulierten. Erleben ist ein Erleben von Zusammenhängen, die nicht einfach in Einzelelemente zergliedert werden können. „Die Erweiterung des Wissens über das im Erleben Gegebene vollzieht sich durch die Auslegung der Objektivationen des Lebens und diese Auslegung ist ihrerseits nur möglich von der subjektiven Tiefe des Erlebens aus.“[15] Unter Auslegung oder Interpretation verstand Dilthey das „kunstmäßige Verstehen von dauernd fixierten Lebensäußerungen“[16] Die Methode der Hermeneutik als Lehre vom verstehenden Auslegen wurde von Dilthey maßgeblich mitgeprägt. Objektivationen sind alle konkreten, alltäglichen Dinge und Vorgänge, die historisch geworden sind. „Durch die Idee der Objektivationen des Lebens erst gewinnen wir einen Einblick in das Wesen des Geschichtlichen. Alles ist durch geistiges Tun entstanden und trägt den Charakter der Historizität. In die Sinnenwelt selbst ist es verwoben als Produkt der Geschichte. […] Geschichte ist nichts vom Leben Getrenntes, nichts von der Gegenwart durch ihre Zeitferne Gesondertes.“[17] In der Auffassung von Geschichtlichkeit distanziert sich Dilthey von Hegel: „Hegel konstruiert metaphysisch; wir analysieren das Gegebene. Und die heutige Analyse der menschlichen Existenz erfüllt uns alle mit dem Gefühl der Gebrechlichkeit, der Macht des dunklen Triebes, des Leidens an den Dunkelheiten und den Illusionen, der Endlichkeit in allem, was das Leben ist, auch wo die höchsten Gebilde des Gemeinschaftslebens aus ihnen entstehen.“[18] Der objektive Geist ergibt sich nicht aus einem absoluten Weltgeist, sondern aus dem Strukturzusammenhang des Lebens. Dies gilt auch für die Kunst, die Religion und die Philosophie.

Weil der Zugang zu den einzelnen Phänomenen von außen gegebener Tatsachen ein anderer ist als die bei der Introspektion erlangten Erfahrungen, führte Dilthey die heute noch übliche Unterscheidung zwischen Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften ein. Während das wissenschaftliche Prinzip der ersteren das Erklären ist, muss in den Geisteswissenschaften das Prinzip des Verstehens zugrunde gelegt werden.

„Im Erlebnis wirken die Vorgänge des ganzen Gemüts zusammen. In ihm ist Zusammenhang gegeben, während die Sinne nur ein Mannigfaltiges von Einzelheiten darbieten. Der einzelne Vorgang ist von der ganzen Totalität des Seelenlebens im Erlebnis getragen, und der Zusammenhang, in welchem er in sich und mit dem Ganzen des Seelenlebens steht, gehört der unmittelbaren Erfahrung an. Diese bestimmt schon die Natur des Verstehens unserer selbst und andererr. Wir erklären durch rein intellektuelle Prozesse, aber wir verstehen durch das Zusammenwirken aller Gemütskräfte in der Auffassung.“[19]

Die Naturwissenschaften versuchen aus einzelnen Phänomenen eine allgemeine Regel zu finden. In den Geisteswissenschaften befasst man sich hingegen gerade mit dem einzelnen Phänomen wie einem historischen Ereignis oder einer Biographie. Ein Eckpunkt der Philosophie Diltheys ist der Zusammenhang von Erlebnis, Ausdruck und Verstehen. Das Prinzip und die Theorie des Verstehens, die Hermeneutik, ist dabei nicht nur auf Texte anzuwenden, sondern auch auf Kunstwerke, religiöse Vorstellungen oder Rechtsprinzipien. Im Verstehen wirkt nicht nur das kognitive Denken, sondern auch das emotive Wollen und Fühlen des Betrachters. Es bedarf einer ganzheitlichen Betrachtungsweise, die z. B. durch eine analytische Psychologie, die Einzelaspekte untersucht, nicht geleistet werden könne. Infolge der Gedanken Diltheys entwickelte sich die Gestaltpsychologie, die vor allem deskriptiv angelegt ist.

Henri Bergson[Bearbeiten]

Das ursprüngliche Problem der Philosophie von Henri Bergson (1859–1941) war ihm von seinem Lehrer, Emile Boutroux vorgegeben, der sich kritisch gegen den von den zeitgenössischen Wissenschaften behaupteten Determinismus gewandt hatte. Bereits in seiner Dissertation Zeit und Freiheit untersuchte Bergson das unmittelbar Gegebene im Bewusstsein und entwickelte neue Vorstellungen in Hinblick auf die Intensität von Empfindungen und die Zeit im Bewusstsein.[20] Dabei kam er zu dem Ergebnis, dass scheinbare Intensitätsunterschiede sowohl im Fühlen als auch in der Wahrnehmung tatsächlich auf verschiedenen Gefühlsqualitäten beruhen. Verschieden empfundene Blautöne werden zu dem Begriff „blau“ zusammengefasst. Jeder Grad etwa von Trauer ist Ausdruck einer einzelnen Qualität der Empfindung.[21]

Auch das Phänomen der Zeit untersuchte Bergson in Hinblick auf die Qualität der damit verbundenen Empfindungen. Der Raum ist eng verbunden mit der Zahl, da jedes Objekt einen bestimmten Ort im Raum hat, den man durch Koordinaten bestimmen kann. Wendet man diese quantitative Betrachtungsweise auf die Zeit an, erhält man die messbare Zeit. Bewusstseinsvorgänge werden wie im Raum nebeneinander geordnet. Bergson fragte nun, „ob die Zeit als homogenes Medium nicht am Ende ein Bastardbegriff ist, der seinen Ursprung dem Eindringen der Raumvorstellungen ins Gebiet des reinen Bewusstseins verdankt.“ [22] Die gemessene Zeit ist ein Begriff der Naturwissenschaften zur Beschreibung der äußeren Dinge. In dieser Betrachtungsweise wird die Zeit „verräumlicht“. Das Erleben der Zeit im Bewusstsein ist aber eine andere Erkenntnisweise. Das innere Zeitempfinden ist unmittelbar und intuitiv. Hier wird die Zeit als ausgedehnt, als Dauer (durée) empfunden. Eine solche Dauer ist heterogen, „eine Sukzession qualitativer Veränderungen, […] die miteinander verschmelzen, sich durchdringen, keine präzisen Umrisse besitzen, nicht die Tendenz haben, sich im Verhältnis zueinander zu exteriorisieren und mit der Zahl nicht die geringste Verwandtschaft aufweisen.“[23]

In Verbindung mit dem Konzept der zwei Erkenntnisweisen entwickelte Bergson eine Theorie des Bewusstseins mit zwei Schichten; zum einen ein „oberflächliches Ich“ (moi superficiel) und zum anderen ein „tiefes Ich“ (moi profond). Während das Oberflächen-Ich auf die äußere Welt gerichtet ist, erfasst das Tiefen-Ich das innere subjektive Erleben. Entsprechend sind die im Oberflächen-Ich enthaltenen Mannigfaltigkeiten quantifiziert und räumlich, im Tiefen-Ich hingegen qualitativ und zeitlich mit einer Dauer verbunden, „von welcher wir fühlen, daß sie der Stoff unseres Lebens selbst ist.“[24] Im alltäglichen Leben wird allerdings das Tiefen-Ich vom Oberflächen-Ich zumeist verdrängt. Weil es „sich für die Bedürfnisse des sozialen Lebens im allgemeinen und der Sprache im Besonderen unendlich besser eignet, zieht das Bewußtsein dieses Ich vor und verliert das fundamentale Ich allmählich aus den Augen.“[25] Zum Tiefen-Ich dringt man nur in der Reflexion und in der Kontemplation vor. Im abschließenden Kapitel seiner Dissertation kam Bergson zu dem Schluss, dass das philosophische Problem der Freiheit auf einem Missverständnis beruht, weil Ausdehnung und Dauer, Quantität und Qualität nicht oder nicht klar genug unterschieden werden. Die Vorgänge der Außenwelt sind quantitativ und deterministisch. Dies behindert jedoch nicht die innere Freiheit des Tiefen-Ichs. „Frei handeln heißt: von sich selbst Besitz ergreifen, sich in die reine Dauer zurückversetzen.“[26]

„Bewußtsein und Materialität erweisen sich also als radikal verschiedene und sogar einander widerstreitende Existenzformen, die einen modus vivendi eingehen und sich schlecht wie recht miteinander arrangieren. Die Materie ist die Notwendigkeit, das Bewußtsein ist Freiheit; doch wie sehr sie sich einander auch entgegenstellen, das Leben findet einen Weg sie zu versöhnen. Denn das Leben ist gerade die Freiheit, die sich in die Notwendigkeit einfügt und diese zu ihrem Nutzen wendet.“[27]

In seiner für die Lebensphilosophie grundlegenden Schrift „Schöpferische Entwicklung“ nahm Bergson die Gegenüberstellung von Intellekt als der naturwissenschaftlichen Denkweise und Intuition als der erlebenden Denkweise wieder auf.[28] Er wandte sich gegen traditionelle Evolutionstheorien etwa von Darwin oder Spencer, soweit diese das Leben mechanistisch oder teleologisch (finalistisch) zu erklären versuchen. Für Bergson ist das Leben nicht vorherbestimmbar, weil es auf einem Lebensschwung (élan vital) beruht. Der Intellekt ist auf die tote Materie gerichtet, die Intuition ist aber die Erkenntnisweise, um die Wirklichkeit des Lebens zu erfassen. „In das Innere des Lebens aber würde uns die Intuition führen, das heißt, der uneigennützig gewordene Instinkt, der seiner selbst bewusste und über seinen Gegenstand zu reflektieren und ihn unendlich zu erweitern fähige.“[29]

Philosophisch relevant ist das Zusammenspiel beider Erkenntnisweisen. Die Intuition gewährt unmittelbares Erleben, ist aber flüchtig und vorbegrifflich. Auf den Begriff gebracht wird erst das Erlebte durch den Intellekt, der in diesem Prozess das Intuitive formt, verfestigt und zugleich in den Hintergrund drängt. Zwischen beiden Erkenntnisweisen entsteht ein dialektischer Prozess, in dem der Philosoph immer darauf bedacht sein muss, auf die Intuition zurückzugreifen, will er nicht dogmatisch werden oder sich in intellektuellen Spielereien verlieren. Die theoretische Vielfalt in der Philosophie beruht darauf, dass jeder Philosoph, der seine Intuition mit dem abstrahierenden Intellekt auf den Begriff bringt, dies nur unvollkommen kann. „Die Intuition dagegen – wenn anders sie sich über mehr als Augenblicke zu erstrecken vermöchte – würde nicht nur die Übereinstimmung des Philosophen mit seinem eigenen Denken, sondern auch aller Philosophen untereinander gewährleisten.“[30]

Hintergrund der erkenntnistheoretischen Analyse Bergsons ist ein metaphysisches Verständnis des Lebens, dessen Urgrund der èlan vital ist, als eines immerwährenden veränderlichen Prozesses. „Je mehr wir uns in der Tat daran gewöhnen, alles Ding ‚sub species durationis’ [unter dem Aspekt der Dauer] wahrzunehmen, desto mehr versenken wir uns in die wahre Dauer. Und je mehr wir darin eintauchen, desto mehr versenken wir uns wieder in die Richtung des allerdings transzendenten Prinzips, an dem wir teilhaben und dessen Ewigkeit nicht eine Ewigkeit der Unveränderlichkeit, sondern eine Ewigkeit des Lebens ist: wie können wir darin anders leben und uns bewegen? In ea vivimus et movemur et sumus [In diesem leben wir und bewegen uns und sind wir].“[31]

Georg Simmel[Bearbeiten]

Für Georg Simmel (1858–1918) enthält das Erkennen Kategorien a priori, die jedoch im Zuge der Evolution und der Person eine Entwicklung durchmachen. Im Erkennen wird das Chaos der Erlebnisse geordnet. Unser individuelles Denken kann aber nicht die Einheitlichkeit der Totalität voll erfassen. Ideen, wie beispielsweise Wahrheit, sind von der Psyche unabhängig. Die Vorstellung der Wahrheit veranlasst den Menschen zu nützlichem Verhalten entsprechend den Lebensanforderungen. Wahr ist, was sich in der Selektion im Laufe der Evolution bewährt habe und zweckmäßig sei. Das Sollen ist eine ursprüngliche Kategorie, wenn auch in der Praxis die Inhalte wechseln. In ihm kommt der Wille der Gattung zum Ausdruck. Altruismus ist Egoismus der Gattung. Simmel war neben seiner philosophischen Tätigkeit auch einer der Begründer der deutschen Soziologie.

Hans Driesch[Bearbeiten]

Hans Driesch (1867–1941) stellte aufgrund seiner biologischen Forschungen fest, dass Keime, die gespalten werden, sich wieder zu vollwertigen neuen Keimen ausbilden. Hieraus schloss er, dass es in der Natur eine nicht kausal bestimmte Naturkraft gebe, die er zwar in terminologischer Anlehnung an Aristoteles, begrifflich aber in erklärtem Gegensatz zu diesem Entelechie nannte. Aufgrund seiner Auffassungen gilt Driesch als Vertreter des Neovitalismus.

Ludwig Klages[Bearbeiten]

Ludwig Klages (1872–1956) betonte die leibseelische Einheit und deren Gegensatz zum Geist (Ratio). Im Denken des Geistes lösen wir für einen endlichen Moment den Gegenstand aus seiner phänomenalen Wirklichkeit, aus einem stetigen raumzeitlichen Kontinuum. Von der Ausbildung her Chemiker, stand Klages als Philosoph und Dichter den Naturwissenschaften kritisch gegenüber. Erkenntnistheorie war für ihn Wissenschaft des Bewusstseins. An Nietzsche schätzte er die Aufdeckung von Selbsttäuschung, Wertfälschungen und kompensatorischen Idealen, lehnte aber dessen Erkenntnistheorie grundlegend ab. Durch sein ganzheitliches Leben mit ständigem Einsatz für den Naturschutz gilt er als einer der Urväter der modernen Ökologiebewegung. Bereits 1913 beklagte er:

„Die meisten leben nicht, sondern existieren nur mehr, sei es als Sklaven des ‚Berufs‘, die sich maschinenhaft im Dienst großer Betriebe verbrauchen, sei es als Sklaven des Geldes, besinnungslos anheimgegeben dem Zahlendelirium der Aktien und Gründungen, sei es endlich als Sklaven des großstädtischen Zerstreuungstaumels, ebenso viele aber fühlen dumpf den Zusammenbruch und die wachsende Freudlosigkeit. In keiner Zeit war noch die Unzufriedenheit größer und vergiftender. [...] Und da der Mensch sich die Welt stets nach dem Bilde des eigenen Zustands deutet, so glaubt er auch in der Natur ein wüstes Ringen um Macht zu sehen, wähnt sich im Recht, wenn er allein im ‚Kampf ums Dasein‘ übrigblieb, malt sich die Welt nach dem Gleichnis einer großen Maschine, wo immer die Kolben nur stampfen, die Räder nur schnurren müssen, damit ‚Energie‘ – man sieht nicht zu welchem Ende – umgesetzt werde, und bringt es mit einem geschwätzigen sogenannten Monismus fertig, das billionenfältige Leben aller Gestirne umzufälschen und herabzuwerten zum bloßen Sockel menschlichen Ichs.”[32]

Ferdinand Fellmann[Bearbeiten]

1993 hat Ferdinand Fellmann den Versuch unternommen, die Lebensphilosophie zu rehabilitieren, da sie infolge ihrer ideologischen Instrumentalisierung während der Zeit des Nationalsozialismus nach dem Zweiten Weltkrieg als Zerstörung der Vernunft von akademischen Philosophen abgelehnt wurde. In Fellmanns Ansatz erschöpft sich die Selbsterfahrung des Menschen nicht im Cogito von Descartes, sondern umfasst auch die rational nicht auflösbaren Bereiche der körperlichen und emotionalen Existenz. Damit gewinnt der Mensch ein realistisches Bild von sich selbst und von der Welt. Auch die sprachanalytische Philosophie ist von der Lebensphilosophie abgegrenzt; heute zeigt die Philosophie des Geistes in den USA deutliche Anleihen bei den Klassikern der Lebensphilosophie.

Kritiken[Bearbeiten]

Der Neukantianer Heinrich Rickert hat eine kritische Analyse der Lebensphilosophie verfasst, in der er sie als „philosophische Mode“ bezeichnete.[33] Ernst Cassirer monierte: „Eine Selbsterfassung des Lebens ist nur möglich, wenn es nicht schlechthin in sich selbst verbleibt.“[34]

Insbesondere Georg Lukács hat den Lebensphilosophen vorgeworfen, sie seien Vernunftfeindlich, verträten einen Irrationalismus und Standpunkt der „imperialistischen Bourgeoisie“ seien so Wegbereiter des Nationalsozialismus gewesen.[35]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Albert: Lebensphilosophie. Von den Anfängen bei Nietzsche bis zu ihrer Kritik bei Lukács. Alber, Freiburg im Breisgau 1995, ISBN 3-495-47826-4.
  • Ferdinand Fellmann: Lebensphilosophie. Elemente einer Theorie der Selbsterfahrung. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1993
  • Ferdinand Fellmann: Lebensphilosophie. In: Hans Jörg Sandkühler (Hrsg.): Enzyklopädie Philosophie. Band 2, Meiner, Hamburg 2010.
  • Jürgen Große: Lebensphilosophie. Reclam, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-15-020331-6.
  • Robert Kozljanic: Lebensphilosophie. Eine Einführung. Kohlhammer, Stuttgart 2004, ISBN 3-17-018354-0.
  • Volker Schürmann: Die Unergründlichkeit des Lebens. Lebens-Politik zwischen Biomacht und Kulturkritik. Transcript, Bielefeld 2011, ISBN 978-3-8376-1905-8.
Primärtexte

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Lebensphilosophie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Wolfgang Röd: Lebensphilosophie. In: Geschichte der Philosophie. Band XIII: Die Philosophie des ausgehenden 19. Und des 20. Jahrhunderts 3. Lebensphilosophie und Existenzphilosophie. hrsg. von Rainer Thurnher, Wolfgang Röd und Heinrich Schidinger. Beck 2002, S. 113.
  2. Wilhelm Traugott Krug: Allgemeines Handwörterbuch der philosophischen Wissenschaften, nebst ihrer Literatur und Geschichte. Band 2, Brockhaus 1827, Stichwort: Lebensphilosophie. Zur Popularphilosophie siehe: Christoph Böhr: Die Popularphilosophie der deutschen Spätaufklärung im Zeitalter Kants. frommann-holzboog, Stuttgart 2003.
  3. Friedrich Heinrich Jacobi: Fliegende Blätter. In: Werke. 6 Bände, Leipzig 1812–1827. (Nachdruck: Band VI, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 1968, S. 136.)
  4. Johann Wolfgang von Goethe, Faust I, 2038 f
  5. Novalis Schriften. Die Werke Friedrich von Hardenbergs. Historisch-kritische Ausgabe (HKA) in vier Bänden. Band II, Kohlhammer, Stuttgart 1965–1975, S. 599.
  6. Friedrich Schlegel: Philosophie des Lebens. In fünfzehn Vorlesungen gehalten zu Wien im Jahre 1827. Kritische Ausgabe seiner Werke. Band 10, S. 1–308, 7.
  7. Friedrich Schlegel: Philosophie des Lebens. In fünfzehn Vorlesungen gehalten zu Wien im Jahre 1827. Kritische Ausgabe seiner Werke. Band 10, S. 1–308, 19.
  8. Arthur Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung. Werke in fünf Bänden (Ausgabe letzter Hand), hrsg. von Ludger Lütkehaus. Band 1, Haffmans, Zürich 1988, S. 362.
  9. Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra. Band II: Von der Selbst-Ueberwindung. KSA 4, S. 148, (online)
  10. Karl Albert: Lebensphilosophie. Alber, Freiburg 1995, S. 9.
  11. Wilhelm Dilthey: Der Aufbau der geschichtlichen Welt in den Geisteswissenschaften. Berlin 1910. In: Bernhard Groethuysen (Hrsg.): Gesammelte Schriften. Band VII, 8. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1992, S. 359.
  12. Wilhelm DiltheWilhelm Dilthey: Der Aufbau der geschichtlichen Welt in den Geisteswissenschaften. Berlin 1910. In: Bernhard Groethuysen (Hrsg.): Gesammelte Schriften. Band VII, 8. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1992, S. 136.
  13. Wilhelm Dilthey: Einleitung in die Geisteswissenschaften. Versuch einer Grundlegung für das Studium der Gesellschaft und der Geschichte. In: Bernhard Groethuysen (Hrsg.): Gesammelte Schriften. Band 1, 10. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2008, S. XVIII.
  14. Wilhelm Dilthey: Weltanschauungslehre. Abhandlungen zur Philosophie der Philosophie. In: Bernhard Groethuysen (Hrsg.): Gesammelte Schriften. Band 1, 6. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1991, S. 171.
  15. Wilhelm DiltheWilhelm Dilthey: Der Aufbau der geschichtlichen Welt in den Geisteswissenschaften. Berlin 1910. In: Bernhard Groethuysen (Hrsg.): Gesammelte Schriften. Band VII, 8. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1992, S. 152.
  16. Wielhelm Dilthey: die Geistige Welt. Einleitung in die Philosophie des Lebens. Erste Hälfte: Abhandlungen zur Grundlegung der Geisteswissenschaften, hrsg. von Georg Misch, Vandenhoeck & Ruprecht, 8. Auflage. Göttingen 1990, 319
  17. Wilhelm DiltheWilhelm Dilthey: Der Aufbau der geschichtlichen Welt in den Geisteswissenschaften. Berlin 1910. In: Bernhard Groethuysen (Hrsg.): Gesammelte Schriften. Band VII, 8. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1992, S. 147–148.
  18. Wilhelm DiltheWilhelm Dilthey: Der Aufbau der geschichtlichen Welt in den Geisteswissenschaften. Berlin 1910 In: Bernhard Groethuysen (Hrsg.): Gesammelte Schriften. Band VII, 8. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1992, S. 150.
  19. Wilhelm Dilthey: Ideen über eine beschreibende und zergliedernde Psychologie. (= Gesammelte Schriften V). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1924, S. 172.
  20. Henri Bergson: Les données immédites de la conscience, 1889, deutsch: Zeit und Freiheit, Diederichs, Jena 1911
  21. Karl Albert: Lebensphilosophie. Alber, Freiburg 1995, 89
  22. Henri Bergson: Zeit und Freiheit, Diederichs, Jena 1911, 84, Nachdruck EVA, Hamburg 1994, 76
  23. Henri Bergson: Zeit und Freiheit, Diederichs, Jena 1911, 88, Nachdruck EVA, Hamburg 1994, 80
  24. Henri Bergson: Schöpferische Entwicklung, Diederichs, Jena 1912, 245
  25. Henri Bergson: Zeit und Freiheit, Diederichs, Jena 1911, 107, Nachdruck EVA, Hamburg 1994, 97
  26. Henri Bergson: Zeit und Freiheit, Diederichs, Jena 1911, 191, Nachdruck EVA, Hamburg 1994, 171
  27. Henri Bergson: L’énergie spirituelle [1919], abgeduckt in: Philosophie der Dauer. Textauswahl von Gilles Deleuze, aus dem Französischen von Margarethe Drewsen, Meiner, Hamburg 2013, 188
  28. Henri Bergson: L`évolution creatice, 1907, deutsch: Schöpferische Entwicklung, Diederichs, Jena 1912
  29. Henri Bergson: Schöpferische Entwicklung, Diederichs, Jena 1912, 210-211
  30. Henri Bergson: Schöpferische Entwicklung, Diederichs, Jena 1912, 242
  31. Henri Bergson: Die Wahrnehmung der Veränderung, Vortrag 1911, abgedruckt in: Denken und schöpferisches Werden, Hain, Meinenheim 1948, 179 (Original: La perception du changement, in: La pensée et le mouvant, 1934)
  32. Ludwig Klages: Mensch und Erde. [1913], Gesammelte Abhandlungen, Stuttgart 1973, S. 13.
  33. Heinrich Rickert: Die Philosophie des Lebens. Darstellung und Kritik der philosophischen Modeströmungen unserer Zeit. Mohr, Tübingen 1922, S. 3.
  34. Ernst Cassirer: Philosophie der symbolischen Formen. Teil III: Phänomenologie der Erkenntnis. (1929), Nachdruck der 2. Aufl. 1954, WBG, Darmstadt 1982, S. 46.
  35. Georg Lukács: Die Zerstörung der Vernunft. Der Weg des Irrationalismus von Schelling zu Hitler. Berlin 1953 (insbesondere das Kapitel: Die Lebensphilosophie im imperialistischen Deutschland, S. 351–473.)