Lebrecht (Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym)

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Fürst Lebrecht von Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym

Lebrecht von Anhalt-Bernburg (* 28. Juni 1669 in Bernburg; † 17. Mai 1727 in Ems) war als erster Fürst von Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym Begründer einer askanischen Nebenlinie.

Leben[Bearbeiten]

Lebrecht war der jüngere Sohn des Fürsten Viktor Amadeus von Anhalt-Bernburg (1634–1718) aus dessen Ehe mit Elisabeth (1642–1677), Tochter des Pfalzgrafen Friedrich von Zweibrücken. Lebrecht erhielt eine sorgfältige Erziehung, die mit der Grand Tour abgeschlossen wurde. Seit 1688 stand er in kaiserlichen Diensten und wechselte später in das hessische Militär. Er kämpfte in Ungarn und am Rhein.

Als jüngerer Sohn erhielt Lebrecht das Amt Hoym als Paragium, nachdem er schom die Güter Zeitz und Belleben erhalten hatte, zusätzlich wurde er mit einer Geldsumme abgefunden. Nach dem Erwerb der Herrschaften Schaumburg und Holzapfel nannte sich die Linie Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym. Mit seinem älteren Bruder Karl Friedrich, der sich auf die Primogeniturordnung im Land berief, kam es immer wieder zu Streitereien, die sogar in militärischen Auseinandersetzungen und der Besetzung Hoyms mündeten. Der Streit wurde 1709 beigelegt, brach aber immer wieder erneut auf und setzte sich auch nach dem Tod der beiden Brüder fort.

Ehen und Nachkommen[Bearbeiten]

Lebrecht heiratete in erster Ehe am 12. April 1692 in Schaumburg Charlotte (1673–1700), Tochter des Fürsten Adolf von Nassau-Dillenburg-Schaumburg und der Elisabeth Charlotte von Holzappel-Schaumburg, der Tochter des Grafen Peter Melander von Holzappel und begründete mit ihr die Nebenlinie Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym. Zu den Gütern der Familie gehörte als einziger reichsunmittelbarer Besitz seit 1692 die Grafschaft Holzappel (mit Holzappel, Schloss Schaumburg, Charlottenberg, Esterau), Belleben, außerdem im Anhaltischen seit 1707 Hoym (mit Schloss Hoym seit 1720), Reinstedt und Frose.

Aus seiner Ehe mit Charlotte von Nassau-Schaumburg gingen folgende Kinder hervor:

∞ 1. 1714 Gräfin Charlotte Luise von Isenburg-Birstein (1680–1739)
∞ 2. 1740 Gräfin Hedwig Sophie Henckel von Donnersmarck (1717–1795)
  • Friedrich Wilhelm (*2. April 1695; 1712), gefallen bei Denain
  • Elisabeth Charlotte (* 4. Dezember 1696; † 15. Juni 1754)
  • Christian (* 27. November 1698; 1720), gefallen bei Palermo
  • Viktoria Hedwig (1700–1701)
  • Viktoria Sophie (*/† 1704)

Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete Lebrecht am 27. Juni 1702 die Freiin Eberhardine Jacobe von Weede (1682-1724), die in den Reichsgrafenstand erhoben wurde. Das Paar hat folgende Kinder:

∞ 1724 Landgraf Wilhelm von Hessen-Philippsthal-Barchfeld (1692–1761)
∞ Fürst Christian zu Schwarzburg-Sondershausen-Neustadt (1700–1749)
  • Viktor Lebrecht (1711-1737)

Nach dem Tod seiner zweiten Frau heiratete er am 14. September 1725 Sophie von Ingersleben (* c. 1690; † 31. März 1726). Diese Ehe blieb kinderlos.

Literatur[Bearbeiten]

  • Brommer, Peter: Der Streit zwischen Prinz Lebrecht von Anhalt-Bernburg und seiner Schwiegermutter, Fürstin Elisabeth Charlotte von Nassau-Schaumburg, über die Regierungsgewalt im Jahr 1696, in: Nassauische Annalen 109 (1998), S. 215-228.
  • Beckmann, Johann Christoph: Historie des Fürstenthums Anhalt, Zerbst 1710.
  • Ferdinand Siebigk: Das Herzogthum Anhalt, S. 241 f., Dessau, 1867

Weblinks[Bearbeiten]