Leck (Nordfriesland)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Leck
Leck (Nordfriesland)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Leck hervorgehoben
54.7744444444448.97361111111116Koordinaten: 54° 46′ N, 8° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Südtondern
Höhe: 6 m ü. NHN
Fläche: 29,79 km²
Einwohner: 7585 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 255 Einwohner je km²
Postleitzahl: 25917
Vorwahl: 04662
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 076
Adresse der Amtsverwaltung: Marktstraße 12
25899 Niebüll
Webpräsenz: www.leck.de
Bürgermeister: Rüdiger Skule Langbehn (CDU)
Lage der Gemeinde Leck im Kreis Nordfriesland
Karte

Leck (dänisch: Læk, nordfriesisch: Leek) ist eine Gemeinde im Norden des Kreises Nordfriesland. Die Gemeinde ist ein Unterzentrum im Sinne des Raumordnungsplanes für das Land Schleswig-Holstein.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Leck liegt einige Kilometer südlich der dänischen Grenze, rund 30 Kilometer westlich von Flensburg und rund 20 Kilometer östlich der Nordseeküste. Der Ort liegt am Westrand des schleswigschen Geestrückens. Diese Lage war bestimmend für das Entstehen des Ortes. Es ist davon auszugehen, dass das Wattenmeer und somit auch das Wasser der Nordsee über Jahrhunderte bis zur Eindeichung bis an den Geestrand reichte. Die Lecker Au, heute ein kleiner Fluss von an vielen Stellen nicht mehr als sechs Meter Breite und einen Meter Tiefe, war bis nach Leck und auch darüber hinaus mit Schiffen früherer Bauweisen schiffbar. Ein Hinweis auf den früheren Hafen ist der Anker im Wappen der Gemeinde Leck.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde Leck ist umgeben von den Gemeinden Achtrup, Tinningstedt, Süderlügum, Klixbüll, Risum-Lindholm, Enge-Sande, Stadum und Sprakebüll. Die Orte Klintum und Osterschnatebüll (dänisch Øster Snattebøl) liegen im Gemeindegebiet.

Klima[Bearbeiten]

Mit durchschnittlich 82 Tagen unter 0° C ist Leck einer der „kältesten“ Orte Schleswig-Holsteins.

Geschichte[Bearbeiten]

Lecker Windmühle um 1895

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1231 als Königsgut in mittlerer Größe im Erdbuch des dänischen Königs Waldemar II. Zur damaligen Zeit gehörte Leck zum Herzogtum Schleswig.[2] Aufgrund dieser Urkunde konnte 1981 das 750-jährige Bestehen des Ortes gefeiert werden. Leck ist der alte Hauptkirch-, Verwaltungs- und Marktort der Karrharde, des Gebiets nördlich und südlich der Gemeinde.

Archäologische Funde datieren die Burg Leckhuus auf das 11. Jahrhundert. Sie diente einem königlichen Vogt als Herberge und Wehranlage zur Überwachung des westlichen Ochsenweges, der über Ribe und Tondern in Dänemark sowie über Leck in Nordfriesland und Husum nach Wedel bei Hamburg führte.[3] Auf einem Gemälde des Malers Hans Peter Feddersen aus Westerschnatebüll wurde der westliche Ochsenweg bei Leck in den Jahren 1869 und 1894 dokumentiert. Der allgemein eher bekannte östliche Ochsenweg (dänisch Hærvejen, niederdeutsch Ossenpadd) führte über Viborg und Hadersleben an Flensburg und Schleswig vorbei nach Wedel. Forschungen lassen die Vermutung zu, dass in der Mitte des 1. Jahrtausends Englandfahrer auch vom Hafen in Leck aufbrachen und über die Lecker Au, vorbei an den Inseln Föhr und Amrum, die Nordsee erreichten. Der Hafen verlor wegen Versandung seine Bedeutung im 15. Jahrhundert. Trotzdem hat der Handel stetig zugenommen.

Im Jahre 1689 wurde dem Ort durch den damaligen Herzog in den gottorfschen Anteilen in den Herzogtümern Schleswig und Holstein, Christian Albrecht, die Marktgerechtigkeit urkundlich zugebilligt. Die Handwerks- und Handelsbetriebe wurden zahlreicher und vielfältiger. Es siedelten sich Sattler, Schmiede und Stellmacher, Färber, Schneider und Schuster, Tischler, Drechsler und andere Berufstätige an. Auch gab es ein Krankenhaus, Apotheke, Post und Schule. Mit der Entwicklung der Dampfmaschine kamen eine Maschinenfabrik, eine Spinnerei und eine Tuchfabrik nach Leck.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde in Leck der Fliegerhorst Leck der damaligen Reichsluftwaffe errichtet. 1959 wurde die Gemeinde Leck erneut Garnisonsort. Durch den hierdurch ausgelösten starken Bevölkerungszuwachs mit jungen Familien mit Kindern wurde die Gemeinde vor große kommunalpolitische Herausforderungen gestellt. Das Aufklärungsgeschwader 52 mit 44 in Leck stationierten Aufklärungsflugzeugen des Typs McDonnell RF-4E („Phantom“) wurde 1993 aufgelöst. Mit deutlich verringerter Personalstärke belegte danach die Flugabwehrraketengruppe 39 den Flugplatz Leck. Mittlerweile wurden die Flugabwehrraketengruppen 11 und 39 zur Flugabwehrraketengruppe 25 zusammengefasst und in Leck und Stadum stationiert. Nach Plänen der Bundeswehr soll 2013 eine Teilfläche des Flugplatzes, der hier an der Klixbüller Chaussee vorhandenen Patriot-Stellung, an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben abgegeben werden.[4]

Leck war von 1889 bis 1966 Sitz des gleichnamigen Amtsbezirks bzw. Amtes. Mit Auflösung des Amtes wurde Leck amtsfreie Gemeinde mit eigener hauptamtlicher Verwaltung.

Zum 1. Januar 2008 hat die Gemeinde zusammen mit der Stadt Niebüll und den Gemeinden der Ämter Bökingharde, Karrharde, Süderlügum und Wiedingharde das Amt Südtondern gebildet.

Religionen[Bearbeiten]

In Leck gibt es zwei evangelisch-lutherische Gemeinden. Zum einen besteht die zum Kirchenkreis Nordfriesland der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland gehörende deutsche Gemeinde. Diese Gemeinde verfügt über die 800 Jahre alte St.-Willehad-Kirche im Ortszentrum. Diese besitzt einen zweiflügligen Altar (Retabel) aus der Werkstatt von Claus Berg. Zum zweiten besteht die zur Dansk Kirke i Sydslesvig gehörende dänische Gemeinde, die mit der Læk danske Kirke über eine kleine Kirche im Ort verfügt.

Die katholische Gemeinde ist mit der Niebüller Kirchengemeinde zusammengeschlossen, hat aber eine eigene kleine Kirche zur Verfügung. Leck gehört zum katholischen Dekanat Flensburg innerhalb des Erzbistums Hamburg.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1974 wurden die damaligen Gemeinden Klintum und Oster Schnatebüll eingegliedert.[5]

Politik[Bearbeiten]

Das ehemalige Rathaus in Leck

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl 2008 hatte die Gemeindevertretung 19 Sitze. Davon hatte die CDU sieben, die Wählergemeinschaft UWL fünf, die SPD vier und der SSW drei Sitze. Die Wahl am 26. Mai 2013 brachte folgendes Ergebnis: CDU acht, UWL sechs, SPD fünf und der SSW vier Sitze. Die Wahlbeteiligung betrug zuletzt 42,4 Prozent.[6] Durch Überhangmandate erhöhte sich die Anzahl der Mandatsträger auf 23.

Für die Wahlperiode 2013–2018 wurde Andreas Deidert erneut zum Bürgervorsteher gewählt.[7]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold, über blauem Wellenbalken im Schildfuß, ein schwarzer Flechtzaun, dahinter zwei grüne Lindenbäume, zwischen deren Kronen ein roter, abwärts gekehrter Anker schwebt.“[8]

Partnerschaften[Bearbeiten]

Wirtschaft, Bildung und Infrastruktur[Bearbeiten]

Auffahrt zur Warenannahme der Firma Clausen & Bosse

Die Druckerei Clausen & Bosse ist einer der größten Industriebetriebe der Region und einer der größten Buchhersteller Deutschlands. Rund 600 Beschäftigte sind hier tätig. Der Aufstieg begann 1950 mit dem Taschenbuchdruck für den Rowohlt Verlag.

Gebäude des Finanzamts Nordfriesland (Hauptstelle) in Leck

Das Zentralfinanzamt Nordfriesland hat ebenfalls seinen Hauptsitz in Leck.

Im Ort gibt es eine Grund- und eine Gemeinschaftsschule sowie eine dänische Gemeinschaftsschule. Das nächste Gymnasium befindet sich im benachbarten Niebüll, Schüler der dänischen Schule können das dänische Gymnasium (Duborg-Skolen) in Flensburg besuchen.

Die Gemeinde unterhält auch eine eigene Bücherei mit einem Medienbestand von etwa 22.000 Büchern und digitalen Medien[9] . Zudem befinden sich in Leck zwei Haltestellen des Bücherbusses der Dänischen Centralbibliothek für Südschleswig[10] .

Nordsee-Akademie

Leck ist der Sitz der Nordsee Akademie, einer staatlich geförderten Bildungseinrichtung des Deutschen Grenzvereins.

Verkehr[Bearbeiten]

Leck liegt an der Bundesstraße 199. Die Entfernung zur Nordsee beträgt 20 km, zur Ostsee bei Flensburg 30 km und zur dänischen Grenze 20 km. Ausgebaute Radwege gibt es an der B 199 nach Flensburg und Klixbüll, von Klixbüll weiter an der Bundesstraße 5 nach Niebüll und zur dänischen Grenze, an der L 5 nach Enge-Sande an der L 212 nach Medelby. Ansonsten findet man weitere gut ausgebaute, schwach befahrene Wege, die für Radtouren geeignet sind.

Der nordwestlich gelegene Fliegerhorst Leck der Luftwaffe wird nicht mehr für den militärischen Flugbetrieb genutzt.

Leck war weiterhin wichtigster Zwischenbahnhof der Bahnstrecke Flensburg-Weiche–Lindholm, die 1981 stillgelegt wurde. Aus strategischen Gründen (NATO-Konzept) blieb die Strecke zunächst erhalten. Heute sind diese Beweggründe entfallen; trotzdem ist die Strecke weiterhin befahrbar. Eine Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke wurde bereits mehrfach erwogen, aber nie in die Tat umgesetzt. Dies liegt unter anderem an der parallelen Buslinie, die die Ortschaften, darunter auch Leck, besser anbindet. Man kann allerdings mit einer Draisine ab Leck bis nach Unaften fahren.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Leck (Nordfriesland) stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Sport[Bearbeiten]

Der 1889 gegründete Männer-Turnverein Leck bietet in 16 Sparten 18 Sportarten an.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2013 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Horst Windmann: Schleswig als Territorium. Wachholtz, Neumünster 1954, Karte II.
  3. Beschreibung des Ochsenwegs bei marschundfoerde.de
  4. Bundesministerium der Verteidigung: Bericht zum Stand der Neuausrichtung der Bundeswehr. 8. Mai 2013, S. 53, abgerufen am 18. Mai 2013 (PDF; 309 kB).
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 182.
  6. Web-Redaktion: Ergebnisse der Gemeindewahl 2013 im Amt Südtondern. In: www.amt-suedtondern.de. Amt Südtondern, abgerufen am 22. Juni 2013.
  7. Starkes Gremium in Leck Husumer Nachrichten vom 2. Juli 2013, abgerufen am 2. Juli 2013
  8. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  9. Herzlich willkommen in der Bücherei Leck! Gemeinde Leck, abgerufen am 28. September 2014.
  10. Leck. Dansk Centralbibliotek for Sydslesvig, abgerufen am 28. September 2014.
  11. braunschweig.de Jochen Missfeldt, Preisträger 2002
  12. ue.eu.int (PDF; 23 kB)Biografie: Generalleutnant Karlheinz Viereck