Lectorium Rosicrucianum

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Rosicrucianum
Konferenzzentrum Westdeutschland in Birnbach
Konferenzzentrum Süddeutschland in Calw
Konferenzzentrum Norddeutschland in Bad Münder

Das Lectorium Rosicrucianum (seit 1998 in Deutschland registriert als: Internationale Schule des Goldenen Rosenkreuzes, Lectorium Rosicrucianum e.V.) ist eine 1945 vom Ehepaar Leene in Haarlem, Niederlande und 1957 von Antonin Gadal in Frankreich gegründete Geheimgesellschaft, die zu den Neuen Religiösen Bewegungen gezählt wird.[1][2][3] Die Gruppe ging aus der seit 1941 bestehenden „Jakob-Böhme-Gesellschaft“ hervor und vertritt im Anschluss an die Gnosis eine manichäische Lehre, die zum Teil an die Weltanschauung der mittelalterlichen Katharer erinnert, als deren Erben man sich versteht.[4] Seit Mai 1955 ist das Lectorium Rosicrucianum in Deutschland im Vereinsregister des Amtsgerichts Hannover eingetragen. Es gibt in Deutschland Verwaltungen in Calw, Bad Münder und Birnbach und je eine deutschsprachige Verwaltung in Österreich und der Schweiz.[5] Weltweit gibt es etwa 15.000 Mitglieder, davon 4.500 Mitglieder in Deutschland (Stand 2010), rund 1.000 in der Schweiz und 200 in Österreich (Stand 2000).

Der Name ist eine latinisierende Wortbildung aus dem mittellateinischen Lectorium für Lettner = „Lesepult im Chor“[6] und dem Wort Rosicrucianum, einer modernen Latinisierung aus rosa („Rose“) und crucis (Genitiv von crux „Kreuz“). „Lectorium Rosicrucianum“ bedeutet also etwa „Lesepult im Chor der Rosenkreuzer“.

Inhaltsverzeichnis

Stellung in der Rosenkreuzerbewegung[Bearbeiten]

Die modernen Rosenkreuzer-Gruppen der Gegenwart sind organisatorisch aus der Theosophie des 19. Jahrhunderts hervorgegangen und integrierten fernöstliche Tantrismen des Hinduismus und Buddhismus sowie rein spiritistische Ideen in ihre Lehren. Sie sind keine unmittelbaren Nachfolger älterer im Verbogenen arbeitender Gruppen, auch wenn viele rosenkreuzerische Geheimgesellschaften in ihren Ursprungslegenden behaupten in das Wissen eines historisch angeblich existierenden älteren Rosenkreuzerordens eingeweiht oder initiiert zu sein.[7][8] Einige Organisationen betrachten sich im Zusammenhang mit dem theosophischen Lehrmodell als Empfänger und Vermittler des geheimen Wissens einer unsichtbaren Bruderschaft Aufgestiegener Meister und Religionsstifter, die die Welt regieren.[9]

Initiatorisch, theosophisch und gnostisch geprägtes Rosenkreuzertum[Bearbeiten]

In der Neu-Rosenkreuzerbewegung vollzog sich die Entwicklung von geheimen Bruderschaften über lockere mehr oder weniger geheim arbeitende Zirkel zu rechtlich definierten Organisationen. In ihrem Synkretismus und angesichts ihrer praktizierten Eklektik sind die modernen Rosenkreuzergruppen des 20. und 21. Jahrhunderts vielschichtig, weshalb man sie kategorisch in drei verschiedene Strömungen unterteilt:

  1. Das Theosophische Rosenkreuzertum, ging aus der Theosophischen Gesellschaft um Blavatsky hervor und entwickelte ein gewandeltes Verständnis des klassischen Rosenkreuzertums. Praktizierte man unter Annie Besant noch freimaurerähnliche Ritualarbeit wandelten sich die Rosenkreuzer unter Hartmann zu teils nur ätherisch anwesenden zurückgezogenen Adepten in theosophischen Klöstern, die mittels mentaler Vermögen und Astralreisen die Weltentwicklung leiten würden. Diese Vorstellung wird besonders bei Rudolf Steiner und Max Heindel deutlich, für die die fiktive Romanfigur mit dem spirituellen Mysteriennamen Christian Rosencreutz nicht mehr das Ideal eines irdischen Weltverbesserers verkörpert, sondern als eine hohe spirituelle Wesenheit vorgestellt wird, die nach langwierigen Vorbereitungen den Auftrag erhalten habe, die Welt- und Menschheitsentwicklung zu lenken. Die Rosenkreuzer sind in diesem Weltbild kein irdischer Orden mehr, sondern die 12 unmittelbaren Schüler des legendären Christian Rosencreutz, die als hohe Geistwesen dargestellt werden, die nur vereinzelt fortgeschrittene Menschen an ihren Tempelzusammenkünften teilnehmen ließen. In diesem Weltbild vollzieht sich die Erlösung durch Evolution und schrittweise Vergeistigung. Die Auffassung von einer wesensmäßigen Einheit zwischen irdischer und geistiger Welt, wirkt sich in der Praxis mitunter durch gesellschaftliche Reformkonzepte aus.
  2. Das Initiatorische Rosenkreuzertum, in dem wie bei den Freimaurern neue Gruppen durch Stiftung und Einweihung durch bereits bestehende Gruppen autorisiert werden, entwickelte sich hauptsächlich in amerikanischen Gemeinschaften, die sich anhand von Stammbäumen legitimierten, die bis auf die Rosenkreuzer des 17. Jahrhunderts zurückgehen. Der älteste Orden dieser Art ist die Fraternitas Rosaecrucis (FRC). Die größte Gruppe ist der AMORC, der seinen Ursprung im alten Ägypten sieht und sein Wissen von den Überlebenden eines untergegangen geglaubten Kontinents Atlantis bezogen haben will. Der AMORC erteilt Einweihungen in verschiedene Grade und die Mitglieder versuchen sich in lebensfroher und weltzugewandter Lebensweise in Resonanz mit den studierten kosmischen Gesetzmäßigkeiten zu begeben, wodurch sie sich unmittelbaren Gewinn und Erfolg für ihren aktuellen Seinszustand versprechen.
  3. Das Gnostische Rosenkreuzertum, zu dem das Lectorium Rosicrucianum (LR) gehört, ist von der Vorstellung geprägt, dass unsere Welt und die Materie nicht einem göttlichen Schöpferwillen entsprang, sondern das Werk eines niederen Gottes namens Demiurg ist, was auch als kosmischer Unfall dargestellt wird. Dieser Weltsicht liegt ein Dualismus zugrunde, der scharf zwischen der negativ bewerteten irdischen (gottfernen) Welt und einer völlig jenseitigen bislang unbekannten göttlichen Welt, als positivem Pol, unterscheidet. Kennzeichnend ist ein lebensverneinender Erlösungsgedanke, bei dem das Streben nach einer besseren Gesellschaftsordnung als vergeblich abgelehnt wird. Durch diese Forderung nach einer Distanzierung und letztlichen Trennung von dem als elend erachteten weltlichen Dasein weist das LR nur noch wenig Gemeinsamkeiten mit den anderen Rosenkreuzergemeinschaften auf. Lediglich zu der von einer ähnlich gnostisch-elitären Weltverachtung geprägten apokalyptischen Philosophie der Sonnentempler existieren esoterische Parallelen.[10][11]

Übernahme der Lehren der Adyar-Theosophie[Bearbeiten]

Das Logo der Adyar-TG, vereint Swastika, Hexagramm, Anch, Om und Ouroboros

Der größte Teil der Lehren des LR stammt aus der angloindischen Theosophie sowie aus der Anthroposophie Rudolf Steiners.[12] Zu nennen sind hierbei die Bücher der Adyar-Theosophie der Theosophischen Gesellschaft Adyar (Adyar-TG), und des Theosophen Max Heindel, der zwischen November 1907 und März 1908 an Rudolf Steiners geheimen Schulungszyklen der ES (Esoterische Schule) in Berlin teilnahm. Heindel konnte jedoch nur einen Teil der Geheimnisse Steiners, der gerade Großmeister des Memphis-Misraïm-Ritus geworden war erfahren, weil ihm Steiner den Zutritt zu allen oder den höheren Graden der maurerischen Riten verweigerte. Heindel veröffentlichte in den USA entgegen dem Steiner gegebenen Geheimhaltungsgelübde die Fragmente der steinerschen Zyklen, weshalb er von Steiner schon 1913 des Plagiats beschuldigt wurde.[13][14]

Abgrenzung von der Theosophie und anderen Systemen

In der Reinkarnationslehre Rudolf Steiners und Max Heindels wird das Ich als unvergänglicher „Wesenskern“ des Menschen angesehen und die Kontinuität des Ichbewusstseins über den Tod hinaus angenommen. Das Ich diene so als „Instrument zur Vollendung des Menschen“ und unterliege der Reinkarnation, um sich zu immer höheren Bewusstseinsstufen entwickeln zu können. Das Ich-Bewusstsein wird in diesem Weltbild von Inkarnation zu Inkarnation bewahrt und nicht überwunden.[15][16] Diese Reinkarnationslehre wird vom LR abgelehnt, weil man davon ausgeht, dass neben dem physischen Körper auch der Ätherkörper, das Ich-Bewusstsein und die Seele des Menschen stirbt und nach dem Tod des Menschen nichts von ihm zurückbleibe. Übrig bleibe im als unvergänglich angesehenen Mikrokosmos lediglich die „Erfahrungsernte“, die in Anlehnung an asiatische Religionslehren als Karma bezeichnet wird. Der Mensch sei in seiner Lebenszeit nur ein vorübergehender Bewohner des Mikrokosmos. Wenn in diesem Mikrokosmos die Reinkarnation eines neuen Geistfunkens stattfindet, was gemäß der Doktrin des LR in Abständen von etwa 700 Jahren geschieht, dann soll sich das gesamte Karma aller ehemaligen mikrokosmischen Bewohner summiert organisch am unteren Ende des Rückgrats, in der so genannten „Kundalini­schlange“, manifestieren. Folge der Mensch nicht dem vom LR gewiesenen Weg, müsse er in den Samsara-Kreisläufen der Todesnatur restlos untergehen. Aufgrund dieser gegensätzlichen Anschauungen lehnt das LR die diesbezüglichen Ansichten der Anthroposophie und Theosophie ab, da deren Gesellschaften sich den veränderten atmosphärischen und kosmischen Bedingungen nicht wie das LR angepasst hätten. Sie seien in der heutigen Zeit ungeeignete Einweihungssysteme, deren überholte Methoden keinen Einfluss mehr auf die in okkulten Prozessen wichtigen Organe der inneren Sekretion hätten. Darüber hinaus vertritt das LR die Ansicht, dass die Befreiung des Menschen heute nur noch durch das Einweihungsmysterium der „Transfiguration“, wie sie die Rosenkreuzerschule des LR lehrt, möglich sei.[17][18][19]

Anthropologie

Von Heindel übernahm Jan van Rijckenborgh die Auffassung, der Mensch besitze eine vierfache Körperlichkeit, bestehend aus physischem, Äther-, Astral- und Mentalkörper. Dieses Menschenbild kombinierte er dann mit eigenen Anschauungen und Elementen aus dem Kundalini-Yoga, wonach der Mensch in seinem Wesen eine Welt im Kleinen, ein sogenannter Mikrokosmos sei, den er auch „aurisches Atemfeld“ und „Offenbarungsfeld“ nannte. Dieser siebenfältig strukturierte Mikrokosmos sei ein Abbild des Makrokosmos, habe die Form einer Kugel von einigen Metern Durchmesser, und diene dem irdischen Mensch lediglich als Platzhalter für ein darin enthaltenes „Geistfunkenatom“.[20]

Sexualmagie und Hellsehen[Bearbeiten]

Das LR wird zu den okkulten Organisationen der Gegenwart, namentlich seit Aleister Crowley gezählt, zu deren Prinzipien die Sexualmagie gehört. Bei der Einbeziehung der Sexualmagie, bei der es teils um die Umwandlung der Geschlechtskraft, teils um die bloße Anwesenheit beider Geschlechter gehe, wird im LR zunächst keine Unterdrückung des Sexualtriebes angestrebt. Erst ab dem 2. Grad („bekennendes Schülertum“) hat das LR-Mitglied mit der Überwindung des Sextriebs zu beginnen. In der neueren Symbolik ist die vom Himmel stürzende gnostische Taube, wie sie von Crowley und dem LR verwendet wird, das Symbol der Sexualmagie.[21] Im LR entspricht die Venuseinweihung dem 4. Grad und besitzt sexual-magischen Charakter.[22] Bei der geforderten prozessmäßigen Überwindung des Sexualtriebes sei gemäß der Aufnahmebedingungen für das Bekennende Schülertum, die Sexualität ein astraler Zustand, der durch Seelenwachstum zu überwinden ist. So sei die Sexualität schrittweise, aber zwanglos zu bekämpfen. Ist der Sextrieb überwunden, müsse das Gelöbnis des Zölibats abgelegt werden, weil die dann überschüssige Kraft forciert umgeleitet werde. So werde dann zum Beispiel beim Mann die natürliche Überproduktion des männlichen Spermas am unteren Ende der Wirbelsäule gebunden, um durch Aufsteigen im Kundalini-Rückenmarkskanal fortan das Wachstum des okkulten „Übermenschen“ zu begünstigen.[23][24][25][26][27]

Hellsehen und Prophetie

Im Laufe des Schülerweges entstünden bei LR-Schülern durch eine Entwicklung der Augennerven hellseherische Fähigkeiten. Diese Form des Hellsehens wird im LR „Ätherisches Sehen“ genannt, habe aber den Nachteil, dass dadurch Augenkrankheiten entstehen können, womit die beiden Großmeister Rijckenborgh und de Petri das Tragen ihrer Brillen entschuldigten. 1964 kündigte Rijckenborgh an, dass man in naher Zukunft von diversen Augenkrankheiten hören werde. Er prophezeite 1963 das zunehmende Sichtbarwerden der Äthersphäre und dass dieser umwälzende Prozess spätestens in 20 Jahren komplett abgeschlossen sei, was sich bis heute nicht erfüllt hat.[28]

Spiritismus als Religion[Bearbeiten]

Das LR weist eine starke Verbindung zum Spiritismus auf, der als Nachfolger der antiken Gnosis die bedeutendste synkretistische Religion der Neuzeit ist. Es wird daher zu den neugnostisch, spiritistischen Gruppierungen gezählt. So übernahm das LR die von Ernest Wood spiritistische Theorie der „Sieben Strahlen“, die Alice Bailey anschließend als selbstständige theosophische Lehre ausgab. Das LR wiederum deklarierte Woods Theorie als eigene „Lehre von den Sieben Kräften“ um die Urheberschaft zu verschleiern. Es benennt als Quelle dieser sieben Strahlen eine fiktive „Universelle Siebenfache Bruderschaft“, die forcierend auf das „Schlangenfeuer“ am Plexus Sacralis des Menschen einwirke, was ein LR-Mitglied dann stärker zur „Selbstübergabe“ stimuliere. Alle „Sieben-Strahlen-Gruppen“ sind gegenwärtig der Auffassung, dass momentan der „7. Strahl“ herrsche, mit dem die Spekulation um ein Wassermannzeitalter verbunden ist. Das LR glaubt mystische geistige Verbindungskanäle zu einer vermeintlichen „Großen Weißen Bruderschaft“ im Jenseits zu haben.[29][30][31][32]

Ursprünge[Bearbeiten]

Rudolf Steiner, der den höchsten Grad (X.) des Ordo Templi Orientis (O.T.O.) innehatte, den er von 1906 bis 1914 als Großmeister und Supremus Magus=S(upremus) R(ex) leitete, war zwischen 1905 bis 1914 in Berlin auch als Leiter der inneren Rosenkreuzergemeinschaft des O.T.O., der „Mysteria Mystica Aeterna“, tätig. In dieser Zeit baute er das Lehrgebäude des von ihm geleiteten O.T.O. als (M)ysteria (M)ystica (A)eterna im Sinne eines christlich-abendlichen Rosenkreuzertums aus, ohne die von Reuss in Deutschland vorbereitete und dann mit Crowley in England fortgesetzte Umwandlung des O.T.O. zu einer thelemischen-gnostisch-magischen Geheimgesellschaft nachzuvollziehen. Ähnlich wandelte Steiner die sich stark an fernöstlichen Strömungen orientierende Theosophie zur Anthroposophie um. Gegen Steiners Willen veröffentlichte sein deutschamerikanischer Schüler Carl Grasshoff unter dem Pseudonym Max Heindel Teile aus Steiners geheim gehaltenen Rosenkreuzerlehren und gründete auf dieser Basis 1909 die Rosicrucian Fellowship. Vor dem Ersten Weltkrieg ging dann aus der niederländischen Theosophischen Vereinigung eine Studiengruppe der Rosicrucian Fellowship hervor, der sich die Gebrüder Leene in den Jahren 1924/25 anschlossen.[33][34][35] Die lange Zeit vom LR geleugnete Übernahme anthroposophischen Ideenguts wird heute nicht mehr bestritten.[36]

Rosicrucian Fellowship[Bearbeiten]

Bei Eduard von Hartmann wird das LR-Schlagwort Transfiguration erstmals als „Persönlichkeitswechsel durch Hypnose“ in der Esoterik verwendet.[37]

Der spätere Vereinsgründer Jan Leene und sein Bruder Zwier Willem Leene besuchten regelmäßig die Vorträge des reformierten Predigers Arnold Hendrik de Hartog (1869–1938). Beide wurden durch die Lehren des Philosophen Eduard von Hartmann (1842-1906) und durch die Werke Jakob Böhmes beeinflusst.

  • Im April/Mai 1924 schlossen sich die Gebrüder Leene einer Amsterdamer Studiengruppe der Rosicrucian Fellowship an.
  • 1925 wurde ein Verlag und eine Versandbuchhandlung (ab 1928: „Publicatie Bureau van het Rozekruisers genootschap“) gegründet, der ab 1927 die Monatszeitschrift „Het Rozekruis“ veröffentlichte. Es gab Zentren in Amsterdam, Den Haag, Haarlem und Baarn.
  • Als im Dezember 1929 die Leiterin der Amsterdamer Studiengruppe, die Lehrerin Agatha van Warendorp erkrankte, übernahmen die Gebrüder Leene die Vertretung. Nach ihrer Genesung verweigerten die Leenes jedoch die Rückgabe der Leitungsposition an Frau van Warendorp. Die Streitigkeiten wegen dieses nicht konzertierten Führungswechsels wurden schließlich von Augusta Foss im Hauptquartier der Rosicrucian Fellowship in Oceanside zugunsten der Leenes beigelegt.
Ablösungsprozess von der Rosicrucian Fellowship
  • 1933 mussten die Brüder Leene die von den Eltern geerbte Textilgroßhandlung aus Rentabilitätsgründen aufgeben. Stattdessen begannen sie mit der Vermarktung der Lehren Max Heindels, indem sie illegal angefertigte Raubdrucke seiner urheberrechtlich geschützten Bücher vertrieben. Die Leenes setzten sich über Heindels Verfügung hinweg, wonach keine Beiträge erhoben und Heindels Lehrmaterialien und Kurse nur kostenlos angeboten und weitergegeben werden durften. Ihre neue „Existenzgrundlage“, das Autonomiestreben ihres Haarlemer Zentrums und die Verstöße der Leenes gegen die amerikanischen Vereinsstatuten wurden im Hauptquartier in Oceanside jedoch zeitnah missbilligt, zumal die Niederländer auch die treuhänderisch vereinnahmten Fellowship-Spenden nicht mehr an die Weltzentrale abführten, um Gelder über die eigens gegründete „Max Heindel-Stiftung“ zum Erwerb eines Haarlemer Zentrums in der Hedastraat 8 und für Immobilien in der Bakenessergracht abzuzweigen.
  • Am 5. April 1935 scheiterte ein Versuch der kalifornischen Fellowship-Zentrale, die niederländische Gruppe wieder stärker in die Gesamtorganisation einzubinden. Damit war der Endpunkt des Ablösungsprozesses der Haarlemer Gruppe von der Rosicrucian Fellowship erreicht.

Spiritistische Aufträge von „Unbekannten Oberen“[Bearbeiten]

Am 27. März 1935 versuchten die Brüder Jan und Zwier Willem Leene, die Leitung des Weltwerks der Rosicrucian Fellowship (Rosenkreuzer-Gemeinschaft) an sich zu ziehen, indem sie alle Ihnen bekannten internationalen Adressen der Rosicrucian Fellowship-Ortsgruppen und -Studenten anschrieben, um mitzuteilen, dass sie von einem unsichtbaren „Orden vom Rosenkreuz“ beauftragt wurden, die international zerrüttete Rosicrucian Fellowship vor dem Untergang zu bewahren. So teilte man den Schülern und Prüflingen der Rosicrucian Fellowship weltweit mit, dass es sich für sie gehöre, sich ohne zu zögern der holländischen Gruppe anzuschließen. In diesem Schreiben behaupteten die Leenes, die Führung der esoterischen Arbeit des Weltwerkes der Rosicrucian Fellowship fortan inne zu haben und die neue Weltzentrale vorläufig in den Niederlanden angesiedelt sehen zu wollen. Die arglosen Fellowship-Studenten wurden in diesem Schreiben aufgefordert, Geld für einen Tempel-Neubau in Holland zur Verfügung zu stellen. Einen zweiten Brief schickten die Gebrüder Leene an alle Patienten, die in der okkulten Fernheilungsabteilung der Fellowship in Oceanside eingetragen waren. Darin wurden diese aufgefordert, ihre Beiträge zukünftig an die holländische Verwaltung zu überweisen, da die holländische Heindel-Gruppe vorgab, die okkulten Fernheilungsdienstleistungen zukünftig selbst durchführen zu können.

Ende der Fellowship-Ära

Am 1. November 1935 antwortete die Muttergesellschaft in Oceanside auf den Okkupationsversuch der niederländischen Leene-Brüder und informierte alle Mitglieder, dass das Haarlemer Zentrum der Leenes in der Hedastraat 36 in seinen Handlungen nicht befugt sei, „The Rosicrucian Fellowship“ in Oceanside zu vertreten. So warnte Augusta Heindel, die Ehefrau Max Heindels, in einem internationalen Rundbrief vor der abtrünnigen, unautorisierten niederländischen Studiengruppe, die aus offensichtlich kommerziellen Gründen versucht, Gelder für einen eigenen Tempel zu sammeln und illegal Raubdrucke von urheberrechtlich geschützten Heindel-Büchern ohne ihre Genehmigung in holländischer Sprache nachdrucken lässt. Ferner beklagte Sie, dass die Holländer den urheberrechtlich geschützten Namen und das Emblem der Fellowship ohne Einwilligung des Aufsichtsrates des Internationalen Hauptquartiers der Rosicrucian Fellowship benutzt, um Spendengelder für okkulte Fernheilungs-Praktiken zugunsten von deren neuem „Fernheilungszentrum Rosenhof" zu vereinnahmen.

Die Gebrüder Leene waren in der Rosenkreuzer-Gemeinschaft Rosicrucian Fellowship von Max Heindel keine initiierten Rosenkreuzer geworden, da sie weder die kleinen noch die großen Einweihungen empfangen hatten, und nur den untersten Grad des Novizen (= Neuaufgenommene) erreicht hatten. Nachdem der Übernahmeversuch der Leene-Brüder gescheitert war, wurden sie aus der Rosicrucian Fellowship ausgeschlossen, wozu auch der Streit um die Einnahmen von für erkrankte Schüler angebotenen Fernheilungsdienstleistungen beigetragen hat. Am 25. September 1935 wurde die Satzung der Leene-Gruppe durch die niederländischen Behörden anerkannt. Dadurch erhielt die ehemalige Haarlemer Zweigstelle eine rechtliche Bestätigung ihrer Selbständigkeit.

Hinwendungung zum Manichäismus

1936 identifizierten sich die Leene-Brüder mit dem Gedankengut der gnostischen Gruppierung der Manichäer und gaben ihrer Gruppe nun den Namen „Manichäer-Orden“.

Gründung der „Jakob Böhme Gesellschaft“

  • Am 17. Juli 1938 verstarb Zwier Willem Leene nach einem Herzinfarkt, woraufhin sein Bruder Jan die Leitung übernahm.
  • 1941 legte die Gruppe den Namen „Rosenkreuz“ und die parallel beibehaltenen alten Heindel-Firmennamen „Rozenkruisers Genootschap“ (= „Rosenkreuzer-Genossenschaft“) bzw. „Max Heindel Stichting“ (= „Max Heindel Stiftung“) ab, da Frau Heindel zwar auf eine Strafanzeige verzichtet hatte, Leene aber nicht mehr befugt war, das rosenkreuzlerische und theosophische Gedankengut Max Heindels zu vertreten. Fortan nannte sich die Gruppe „Jakob Böhme Gesellschaft“.

Seine ersten Schriften verfasste Jan Leene unter dem Decknamen John Twine. Dann legte er sich den Pseudonym Jan van Rijckenborgh zu. Auch dieses zweite Pseudonym wurde innerhalb der Organisation akzeptiert.[38][39][40]

Gründung und Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Nach einigen Namensänderungen der 1934 unter Führung der Brüder Leene von der niederländischen Sektion der Rosenkreuzer-Gemeinschaft abgespaltenen Gruppe gründete Jan Leene mit seiner Frau 1945 in Haarlem das LR, das ab 1946 auch unter dem Namen „Schule des Goldenen Rosenkreuzes“ firmierte. Der 1955 für die ersten deutschen Interessenten gegründete eingetragene Verein veranstaltete Ostern 1956 die erste deutsche Konferenz mit ca. 120 Teilnehmern.

In den Schriften des LR wird das Gründungsjahr widersprüchlich rückdatiert und jeweils falsch angegeben:

  • 17. Dezember 1915 („Der kommende Neue Mensch“, Haarlem 1954, S.173),
  • 24. August 1924 (Titelseite des L.R.-Ritenbuches „Rosa Mystica“). Dieses angebliche Gründungsdatum wurde später auch als "Bruderschaftstag" gefeiert und beruhte auf dem Ereignis, dass dem Ehepaar Leene ihr Sohn Hendrik (Henk) geboren wurde.[41]
  • 1924 („Die Gnosis in aktueller Offenbarung“, Haarlem 1956, S.18),
  • 1924, 1925 und 1935 („Elementare Philosophie des modernen Rosenkreuzes“, Haarlem 1955 u. 1970, S. 246/247, S.252).[42][33][43][44][45]
Errichtung von Tagungsstätten
  • Am 30. März 1957 wurde der Grundstein des heutigen Haupttempels in Haarlem gelegt.
  • Am 8. März 1958 wurde in Calw (Baden-Württemberg) der 1. deutsche Konferenzort eröffnet.
  • Am 21. August 1965 wurde in Bad Münder bei Hannover der 2. deutsche Konferenzort fertig gestellt.
  • Ausgehend von Schweizer Zentren in Basel, Zürich, Lausanne, Lenzburg und Thun wurde 1978 in Caux ein Schweizer Tagungszentrum eröffnet.
  • Im Jahr 2000 wurde der dritte deutsche Konferenzort in Birnbach im Westerwald eröffnet.

Die drei deutschen Tagungsstätten verwalten koordiniert lokale „Zentren“ in 23 Städten mit etwa 2500 aktiven Schülern und weiteren 2000 „Mitgliedern“, die zum äußeren Interessentenkreis gehören. Nach der Deutschen Wiedervereinigung entstand in den neuen Bundesländern 2006 nur ein kleines Zentrum in Dresden.[46][47]

Internationale Verbreitung

Weltweit hat das LR ungefähr 15.000 Mitglieder, davon 4500 Mitglieder in Deutschland (Stand 2010),[48] rund 1.000 in der Schweiz und 200 in Österreich (Stand 2000).[47] Neben weiteren europäischen Ländern wie Frankreich und Polen ist das LR in Brasilien, Bolivien und Kolumbien vertreten. Auch in Russland, Nordamerika, Australien, Neuseeland und einigen afrikanischen Staaten gibt es Mitgliederaktivitäten.[25][49][24]

Apokalyptische Endzeiterwartungen[Bearbeiten]

Die Cheops-Pyramide enthalte einen steinernen Kalender der das Ende des sichtbaren Wirkens des LR für das Jahr 2001 vorhersagt.

In den 1960er Jahren wurden im LR apokalyptische Endzeiterwartungen bezüglich des Jahres 2001 angeheizt, in dem die Zeit der Erlösung durch das LR für die Menschheit abliefe. Das LR behauptete, dass eine in der Cheops-Pyramide verborgene Chronologie anzeige, dass das „Himmelsschiff“ des LR im Dezember 2001 abhebe und der Verein dann seine sichtbare Tätigkeit einstelle.[50] Die „Ernteperiode“ in der das LR gemäß dieser angeblichen Chronologie der großen Pyramide von Gizeh befreiend wirken könne, habe am 20. August 1953 begonnen. Die Menschheit habe nur bis zum Jahr 2001 die Chance gehabt sich dem rettenden LR-Prinzip anzuschließen und als transfigurierte Einwohner im Universellen LR-Königreich Shamballa aufgenommen zu werden. Die zurückgebliebene Menschheit gehe in einer unaufhaltsamen kosmischen Katastrophe zugrunde, die von der gnostischen Lichtbruderschaft initiiert werde um Spannungen abzureagieren. Dazu müsse in Katastrophen, Unfällen und Kriegen viel Blut vergossen werden. Sollte das nicht ausreichen, ließe der Logos Kontinente untergehen um die gesamte Menschheit in einer gewaltigen kosmischen Revolution radikal zu liquidieren.[25]
Ab 1995 relativierte das LR seine Endzeit-Prophezeiungen, wonach 2001 nur noch Teile der „Inneren Schule“ enthoben werden würden.[50][51] Rijckenborgh nennt in seinen Büchern ohne Quellenangaben die für das LR relevanten Daten aus der angeblichen Pyramiden-Chronologie: 4000 v. Chr., 1924, 16. September 1936, 20. August 1953 und 2001. Dieselben Daten erschienen zuvor in David Davidsons Buch „The Great Pyramid: Its divine message.“ Alle angeblichen Daten haben sich geschichtlich widerlegt. Ägyptologen wiesen nach, dass die Cheopsyramide keine Chronologie aufweist.[52]
Über das was am 20. August 1953 geschah sagte Rijckenborgh: „Der Heilige Geist begann, sich über uns zu ergießen.“ Daraus leitete er den programmatischen Anspruch ab, fortan das „reine christliche Einweihungsmysterium des Heiligen Rosenkreuzes für das neue Zeitalter“ zu vertreten, durch dessen Methode der Selbstfreimaurerei alle christlichen Kirchen und alle okkulten und esoterischen Strömungen der Gegenwart abgelöst werden würden. Ferner sei das LR 1953 in die gnostische Bruderschaftskette der Essäer, Gnostiker, Manichäer, Albigenser, Freimaurer und der klassischen Rosenkreuzer aufgenommen worden. Nach dem „September 2001“ sei es der gewöhnlichen Menschheit nicht mehr möglich sich in die Gruppe des LR einzufügen.[53]

Katharerbezug[Bearbeiten]

Monument „Galaad“ in Ornolac-Ussat-les-Bains (Ariège)
Eingang der Grotte Lombrives in Ornolac-Ussat-les-Bains, nach Gadal Kathedrale der Katharer[54]

Ab 1954 trafen sich die LR-Gründer in Frankreich regelmäßig mit dem Volksschullehrer des Kurorts Ornolac-Ussat-les-Bains[55], Antonin Gadal (* 1877; † 1962), der sich nach seiner Pensionierung der Katharer- und Heimatforschung widmete. Durch Gadals Einfluss wurde das LR ideologisch maßgeblich verändert und organisatorisch geprägt. Gadal war zuvor Fremdenführer und Mentor des Ariosophen und Mediävisten Otto Rahn im Languedoc. Von Gadal und Rahn stammen die Thesen, dass das Katharertum eine germanisch geprägte dualistische Ketzerbewegung mit uralten arischen Wurzeln sei, und der angebliche Rezeptionsstrang Katharer–GralTibet/Shambala.[56][57] Rahn wurde von Godwin als Erfinder der Legende ausgemacht, die den Heiligen Gral, mittels schwacher etymologischer Argumente, kurzerhand mit den Katharern und deren Burg Montségur, die er für die Gralsburg Munsalvaesche aus Eschenbachs Epos Parzival hielt, assoziierte.[58] Die in Rahns Buch Kreuzzug gegen den Gral (1933) aufgestellten Thesen und Theorien, die ihn zu der Behauptung veranlassten, der Katharerschatz sei identisch mit dem Heiligen Gral, stammen im Wesentlichen von Antonin Gadal und wurden von Rahn, und letztlich dem LR, trotz offenkundiger Anachronismen kritiklos übernommen. Rahns Interpretationen und Behauptungen weisen viele schwer zu rechtfertigende Ansätze auf, die anerkannten wissenschaftlichen Erkenntnissen widersprechen, was auf seine unbekümmerte Geringschätzung historischer Belege zurückzuführen ist. Um zu „beweisen“, dass der Gral das Symbol der Katharer-Lehre und ein Bezug zum höchsten Katharer-Mysterium Manisola bestehe, verwies Rahn auf Analogien zum buddhistischen Shambala-Mythos, in dem der Mani-Stein des Chakravartin vorkommt, den er mit dem lapis ex coelis (dem ‚Stein aus dem Himmel‘) aus Wolframs Gralsepos gleichsetzte,[59][60] während selbst neueste Forschungen bisher keinen Anhaltspunkt dafür liefern konnten, dass die Katharer in irgendeiner Beziehung zum Gral gestanden hätten.[61] Gadals paläontologische Untersuchungen der Höhlen im Tal der Ariège und seine Recherchen im südfranzösischen Languedoc ließen ihn schließlich glauben, einem mysteriösen Katharerschatz auf die Spur gekommen zu sein, den er in den Höhlen des Sabarthes vermutete. Er stellte die These auf, dass das Höhlensystem seines Wohnortes Ussat von der mittelalterlichen Katharersekte für Initiationsriten benutzt worden sei.[62][56][63][64] Gadal bezeichnete sich als letzten Patriarchen dieser Katharerbruderschaft und betrachtete das LR als eine an deren Tradition anküpfende Nachfolgeorganisation. Zur Erinnerung an die symbolische „Übertragung des Erbes der Katharer“ an das LR ließ Gadal, am 5. Mai 1957 in seinem Wohnort Ussat das Monument „Galaad“ errichten.[46][47][65] Aus dem mythologischen Themenkomplex und den fiktiven Theorien Gadals konstruierte das LR einen Rezeptionsstrang, um auf einen Zusammenhang zwischen sich, den Katharern und dem Gral-Mythos hinzuweisen, der wie man fortan verkündete, schon seit Anbeginn der Zeit existiere und bis in alle Ewigkeit fortdauern würde und der vom LR symbolisch als „Dreibund des Lichts“ bezeichnet wird. Gadal wurde als neues Kirchenoberhaupt des LR akzeptiert und verlieh Rijckenborgh den Großmeister-Titel, und Catharose de Petri den Titel „Archidiakonesse“. In seinen letzten Lebensjahren distanzierte sich Gadal jedoch vom LR.[66] Bis in die Gegenwart haben die Katharer- und Gralthesen aus Rahns Buch „Kreuzzug gegen den Gral“, das von Heinrich Himmler zur Pflichtlektüre für alle höheren SS-Ränge erklärt wurde,[67][68] zur Entwicklung einer ertragreichen Pilger- und Tourismusindustrie im Département Ariège geführt, wozu das LR besonders leidenschaftlich beigetragen hat.[69]

Kontakt zu unterirdischen Menschheiten[Bearbeiten]

1967 berichtete der Großmeister Rijckenborgh auf der Silversterkonferenz in Calw von den unterirdischen Sphären im Erdinneren Agartha, Duad und der Sphäre Shambala in der ewige Finsternis herrsche und dass er während seiner Brasilienreise angeblich mit einer unterirdisch lebenden Gemeinschaft zusammengetroffen sei, der „Bruderschaft von Goias“. Sein Sohn und Nachfolger Henk Leene distanzierte sich in einem Brief vom 22. Dezember 1970 von diesen Berichten. Ähnliche Erzählungen erschienen bereits Jahre zuvor bei Ferdinand Ossendowski („Tiere, Menschen, Götter“, 1923) und bei Raymond Bernard („The Hollow Earth.“ NY)[70]

Krisen und Abspaltungen[Bearbeiten]

Im Laufe der Geschichte des LR gab es mehrere Reformversuche, Machtkämpfe und größere Austrittswellen.

  • 1951/52 versuchten sich die deutschen Zentren von der niederländischen Leitung abzunabeln um einen eigenständigen Weg zu gehen. Dazu wurde am 1. Dezember 1951 die von der niederländischen Leitung in Haarlem kurzzeitig autonom arbeitende „Neue Internationale Transfiguristische Schule“ mit Sitz in Frankfurt a. M. gegründet. Dieses Reformprojekt scheiterte nach ungefähr zwei Monaten; die deutsche Gruppe wurde wieder der niederländischen Zentralverwaltung unterstellt.
  • Ende der 1960er Jahre trennte sich kurz vor dem Tod Rijckenborghs eine Gruppe unter Leitung des langjährigen Schülers van der Kuyp. Er begründete seinen Austritt mit einem innerlichen Konflikt. In diesen sei er geraten, weil es nach seinem Empfinden aufgrund der Größe der Organisation nicht mehr möglich sei, die richtige innere Seelenqualität zu gewinnen, auf die es ankomme. Van der Kuyp gründete deshalb eine kleinere Gruppe mit Sitz in den Niederlanden und eröffnete eine deutsche Zweigstelle in Köln.
  • 1978 spaltete sich im Raum Braunschweig eine ca. 40 Personen starke Gruppe unter Leitung des Ehepaares Gottschalk ab. Herr Gottschalk leitete in den 1950er und 60er Jahren den Buchvertrieb des LR. Diese Aussteiger-Gruppe ist heute noch aktiv.
  • Mit Beginn der 1980er Jahre trat eine weitere Schülergruppe unter Leitung von Joachim Schulz in Freiburg i.Br. enttäuscht aus dem LR aus. Auch für diese Gruppe soll in toto der Eindruck, dass die Eigenbezeichnung „Geistesschule“ des LR nur Makulatur sei, maßgeblicher Grund für die Abspaltung gewesen sein. Die Gruppe gründete das „Institut für Biosophie“, die sich zehn Jahre später auflöste.
  • Mitte bis Ende der 1980er Jahre kam es im Ruhrgebiet erneut zu einem größeren Rückschlag, als das Leiterehepaar des Zentrums Essen, das zugleich auch das Jugendwerk in Norddeutschland leitete, zusammen mit etwa 40-50 Mitgliedern austrat.[71][25]

Jahrelange Machtkämpfe um den Führungsanspruch[Bearbeiten]

  • 1965 proklamierte Rijckenborgh seinen Sohn Henk Leene zu seinem Nachfolger als Großmeister. Rijckenborghs engste Mitarbeiterin, de Petri und die Spirituelle Leitung wollten diese Entscheidung jedoch nicht anerkennen, weshalb es in der Leitungsebene zu jahrelangen Streitereien kam. Rijckenborgh beharrte jedoch bis zu seinem Tod darauf, dass es keine „Großmeisterin“ geben werde und setzte seinen Sohn als „Großmeister“ durch, weil dies der Wunsch der unsichtbaren „Bruderschaft“ sei. Nach einem jahrelangen Machtkampf resümierte Rijckenborgh schließlich resigniert, dass seine Arbeit wohl umsonst gewesen sei, weil man seine Mission nicht verstanden hätte.[72]
  • Am 17. Juli 1968 starb Rijckenborgh. In der Folge erlebte das LR seine bisher schwerste Krise, deren Beginn sich seit der autoritären Nachfolgeregelung 1965 abzuzeichnen begann. 1969 kam es in der Leitung zu einem offenen Machtkampf, in dem auch die Mitglieder des LR einbezogen waren. Der Konflikt manifestierte sich in zwei Standpunkten. Der neue Großmeister Henk Leene trat für größere Eigenverantwortung und eine individuellere Gestaltung des Heilsweges der Mitglieder ein. Er lehnte die bisherigen streng hierarchischen Führungsprinzipien als zu starr und unflexibel ab. Ihm schwebte eine kleine nach innen gerichtete Gruppierung vor, die mehr in die geistige Tiefe arbeiten sollte. Zudem befürwortete er die Öffnung der Lehre und verstand die Organisation nicht mehr als esoterisch. Catharose de Petri hingegen befürwortete eine straffere international expandierende Organisation. Henk Leene sah in dieser Entwicklung die Gefahr, das Werk seines Vaters könne verflachen.
    Die tief greifenden Unstimmigkeiten an der Spitze der Hierarchie stellten für eine größere Anzahl Mitglieder die Glaubwürdigkeit des Systems in Frage. Die Auseinandersetzungen endeten im März 1969 mit einem Angriff der Spirituellen Leitung: Diese beschuldigte den Großmeister Henk Leene, mit agnostischen und sogar schwarzmagischen Kräften zu arbeiten. Daraufhin verließ Henk Leene das LR mit etwa 200 Anhängern und gründete die „Gemeinschaft R+C, Rosae Crucis“, die 1972 den Namen „Esoterische Gemeinschaft Sivas“ annahm. Zu ihnen gehörte der Leiter des Kasseler Zentrums Heinz Borkowski, der der Aussteigergruppe sein Zentrum zur Verfügung stellte.
    Catharose de Petri setzte sich in der Folgezeit als Großmeisterin innerhalb des LR durch, wobei dieser Titel für sie zunächst umstritten war, weil der Patriarch Antonin Gadal sie seinerzeit nur als Mitarbeiterin (Archidiakonesse) bezeichnet hatte. So war zu beobachten, dass bei etlichen Büchern Rijckenborghs erst in den Neuauflagen nach dessen Tod Catharose de Petri als Mitautorin erscheint.[73]

Doktrin und Symbolik[Bearbeiten]

Die Lehren des LR sind im Wesentlichen neugnostisch, das heißt, sie berufen sich auf eine gnostisch-manichäische Tradition, der eigentlich eine neuzeitliche Rezeption patristischer Schriften zugrunde liegt. Hinzu kommen Elemente hermetischer Philosophie, sowie die unter dem Namen Christian Rosencreutz im Barock erschienenen Schriften. Weitere Einflüsse kommen von Max Heindel oder gehen auf theosophische Ansätze Rudolf Steiners zurück. Das LR stellt die Erlösung als Teil einer unsichtbaren, gnostischen Lichtbruderschaft, sowie Glück und Heil im außerweltlichen Shamballa in Aussicht. Von den Mitgliedern wird strikter Gehorsam und eine klare Trennung von der Welt und ihren Organisationen gefordert und vollzogen.[74][75][76] Das LR gehört zu denjenigen esoterischen Gruppen, die ihren Mitgliedern das Erreichen eines magischen Bewusstseinszustandes in Aussicht stellen, der die Identifizierung des Individuums als Gott ermöglichen soll. Diese Erlösungsperspektive zur Errettung durch „Selbstvergottung“ befähige gleichzeitig zur Transformation der menschlichen Zivilisation und findet sich auch im esoterischen System der Scientology-Church L. Ron Hubbards, der Anthroposophie Steiners und der Ideologie Aleister Crowleys.[77]

Alleingültigkeits- und Absolutheitsanspruch[Bearbeiten]

Das LR behauptet, die einzig rechtmäßige Rosenkreuzer-Vereinigung „seit Anbeginn der Welt“ zu sein, hält sich für die einzig wahre universelle Erlösungskirche der Gegenwart und vertritt einen Alleinvertretungs- und Absolutheitsanspruch. Ihr Erwählungs- und Überlegenheitsbewusstsein leiten die Mitglieder des LR aus dem Anspruch ab, die einzigen Erben und Auserwählten eines Heilsmysteriums zu sein, weil die für den transfiguristischen Heilsweg zwingend erforderliche Gruppenbildung nur von ihnen realisiert worden sei. Das Wissen zur Erlangung der Selbstvergottung durch Umwandlung des irdisch-gefallenen Menschen in eine neue Persönlichkeits-Struktur werde im LR vermittelt.[78][79] Mitglieder die den Absolutheitsanspruch des LR anzweifeln würden die einzige Sünde begehen, für die es keine Vergebung gibt.[80]

Interpretation der Rosenkreuzer-Urschriften[Bearbeiten]

Der Verfasser der Rosenkreuzer-Manifeste Johann Valentin Andreae (1586–1654) im Alter von 42 Jahren

In der Doktrin des LR gehören die drei anonymen Rosenkreuzer-Urschriften aus dem 17. Jahrhundert zum Gegenstand der Betrachtung, als deren Verfasser der Theologe Andreae angenommen wird. Andreae schildert in den Legenden seiner 1614 erschienenen Fama die fiktive Gründung eines Rosenkreuzer-Ordens im 14. Jahrhundert, den Historiker mit dem Kunstbegriff „ältere Rosenkreuzer“ umschreiben. Entgegen der herrschenden Meinung in der Geschichtswissenschaft, die in Andreaes Manifesten der Rosenkreuzer politische Programmschriften für eine christliche Reform von Gesellschaft und Wissenschaftsbetrieb, bzw. eine romanhafte Allegorie mit autobiografischen Elementen sieht, führt das LR das Erscheinen dieser Manifeste auf das gezielte Wirken befreiter Gottmenschen einer unsichtbaren „Universellen Bruderschaft“ in der Übernatur zurück.

Rijckenborgh übersetzte die Fama, die Confessio, sieben Kapitel aus Christianopolis und die Chymische Hochzeit ins Niederländische und versah sie mit sehr umfangreichen Interpretationen und Kommentaren, die heute zum Lehrmaterial des LR zählen. So verfasste er beispielsweise zur 23-seitigen Edition der Fama Fraternitatis einen 400 Seiten langen Kommentar.

Der Bezug Rijckenborghs zu den „alten Rosenkreuzern“ ist jedoch ambivalent. So gehört das LR zu den wenigen Rosenkreuzergruppen, die die legendäre Figur Christian Rosencreutz nicht für einen Menschen des 15. Jahrhunderts hält, sondern sinnbildlich für den Prototypen einer gottmenschlichen Wesenheit, die durch den Prozess einer Geistseelenentwicklung verwirklicht werden könne. Dabei geht das LR von der Prämisse aus, Rijckenborgh habe Andreaes Rosenkreuzer-Urschriften des Barock dechiffriert und dabei eine vollständige Übereinstimmung mit seiner eigenen Weltanschauung festgestellt. Daraus folgerte das LR, dass insbesondere Rijckenborgh der Abgesandte einer jung-gnostischen „Universellen Bruderschaft“ sei, der die Mission der legendären Figur Christian Rosenkreuz fortsetze.[81][82]

Verhältnis zum Christentum[Bearbeiten]

Stellenwert der Bibel[Bearbeiten]

Die Stellung des LR zur Bibel ist ambivalent: So komme die Bibel als Offenbarung­sträger nur teilweise in Frage, weil ihr Inhalt im Laufe der Geschichte zu stark verfälscht worden sei. Das Alte Testament wird kategorisch abgelehnt, weil es das Produkt des Schöpfergottes (vom LR „Demiurg“ genannt) unserer Lebenswelt sei. Diesem Demiurg stehe der Gott des Neuen Testaments diametral gegenüber. Einzelne Schriftworte aus dem Neuen Testament werden allegorisch ausgelegt und selektiv zur Bestätigung der eigenen „Universellen Lehre“ herangezogen. In der Überzeugung, die Bibel enthalte verborgene und versteckte Botschaften, studierten die Gründer des LR die Esoterik des Pentateuch, die Evangelien sowie die Offenbarung des Johannes. Aus dieser „Bibel-Entschlüsselung“ und -Deutung entwickelte Rijckenborgh im Anschluss an den Manichäismus eine gnostische Lehre, die der Lehre und Weltanschauung der Katharer sehr ähnelt.[83]

Esoterische Christologie[Bearbeiten]

Die Christologie des LR begreift Christus nicht als historische Erscheinung, sondern definiert Christus zu einer allerhöchsten vernunftgemäßen Erklärung der Wirklichkeit um, die als unpersönliche elektromagnetische Kraft helfen könne, dem Menschen die Sünden zu erlassen und die sogar die Welt hinweg nehmen könne. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass es dem Menschen zuvor gelungen sei, sein Karma durch die vom LR geforderte Lebenshaltung abzulegen. Die Wiederkunft Christi sei gemäß dieser Deutungen bereits geschehen und manifestiere sich gegenwärtig ausschließlich in dem von der LR-Gruppe aufgebauten Kraftfeld als Christuskraft.[84] Da Rijckenborgh bestritt, dass diese unpersönliche Kraft je eine historische Erscheinungsform annahm,[85] gibt es im System des LR zur Person Jesus von Nazaret keinen Bezug. Die freiwillig inkarnierten zwei Abgesandten der Bruderschaft Rijckenborgh und de Petri werden dagegen als „Lichtboten“ angesehen. Deshalb entbehrt die Eigendarstellung, dass der Körper des LR christozentrisch ausgerichtet sei, nach Ansicht des Theologen Friedrich Wilhelm Haack jeder Grundlage, weshalb zwischen dem Christus des LR und dem gestorbenen und auferstandenen Jesus Christus des Neuen Testaments keinerlei Zusammenhang bestehe.[86]

Das Christusverständnis des LR

Die auslegbare Karma- und Reinkarnationsvorstellung des LR und die daraus abgeleitete Erlösungsideologie ist in der Bibel nicht enthalten und steht im Widerspruch zu den zentralen christlichen Schlüsselbegriffen Gnade und Vergebung, wobei „Karma“ und „Gnade“ zwei unvereinbare Prinzipien seien. Die Möglichkeit wiederholter Erdenleben (Reinkarnation) widerspräche sowohl den theologischen als auch den ethischen Grundlagen der jüdischen wie der christlichen Tradition. Die im Neuen Testament nicht enthaltene „Karmavorstellung“ des LR lässt keinen Raum für die Gnade Gottes und die durch Christus gewirkte Vergebung. Der Glaube des LR an die Wirksamkeit von Schicksalsgesetzen (Karma) unterscheidet das Gottesbild des LR vom lebendigen Gott des Christentums, der in der Bibel im Neuen Testament dem Menschen als persönliches Gegenüber Vergebung gewähren kann.[87][88]

Jesusbild, Ur-Atom und Heilversprechen

Ein in der Spitze der rechten Herzkammer verorteter Berührungspunkt zur Entfaltung des ursprünglichen Menschen wird in der Doktrin des LR als „Samenkorn Jesu“, „Uratom“ oder „Geistfunkenatom“ bezeichnet. Deses „Ur-Atom“ könne nur durch im LR erhältliche gnostische Lichtkräfte geweckt werden. Durch diese „Lichtkraftgedanken“ würden dann „Christus- oder Feueräther“ angezogen, die ein Verfeinern der physischen Atomstruktur des Menschen bewirken, dabei auch rein biologisch durch eine Transformation der Körpergestalt die Überwindung des Todes vonstattenginge.[24][89]

Die Lehre des LR betrachtet die Existenz Jesu und sein Leiden und Sterben am Kreuz als „Schein“, da der ewige Logos und seine Manifestation in Christus sich in der unreinen Stofflichkeit nicht ausdrücken könne. Das Leben Jesu sei eine Allegorie auf den individuellen Weg der (Selbst-)Erlösung. Die Lehre des gnostisch geprägten LR ist doketisch und vertritt die Ansicht, dass Jesus Christus am Kreuz keine Leiden empfunden habe, weil er nur einen physischen Scheinleib besessen habe. So bezeichnet das LR das christliche Dogma des Sühneopfers Jesu am Kreuz als Täuschung und als eine von der alten Kirche untergeschobene Irrlehre. Darum werden die zwölf Jünger, die Jesus in den Evangelien des Neuen Testamentes unterrichtet, im LR nicht als Menschen, sondern als Symbol für die zwölf Gehirnnerven angesehen. Auch wird die in den Evangelien mit der Gebetformel „nimm diesen Kelch von mir“ in Gethsemane zum Ausdruck kommende Todesangst Jesu im LR doketisch umgeformt zu „lasse diesen Kelch nicht von mir gehen.“.

Aufgrund dieser Ansichten, der gnostischen Grundstruktur des dualistischen Lehrsystems und wegen der doketischen Uminterpretation der Heilsbedeutung des Kreuzestodes könne das LR nicht als „freikirchliche Christengemeinschaft“ angesehen werden.[90]

Distanzierung vom christlichen Glauben[Bearbeiten]

Das LR hält den christlichen Glauben für ausgesprochen schädlich, wenn es um die „wahre“ Rückkehr in die Bereiche geht, die das LR für die ursprüngliche Heimat des Menschen hält. Man weist dem Christenglauben den Rang einer niederen Erkenntnisstufe zu, da er nur jenseitsorientiert sei, wobei Diesseits und Jenseits kurzerhand als zur „dialektischen Welt“ gehörend gleichgesetzt werden. Daher werden Mitglieder zum Kirchenaustritt gedrängt.[91]

Bezug zum Buddhismus[Bearbeiten]

Versatzstücke aus der Bibel werden im LR zwar zitiert. Dem Glaubensgut des Buddhismus wird im gnostischen LR-System jedoch größere Bedeutung beigemessen. So sei die Befreiung durch die Zugehörigkeit zur Elite der inneren Grade des LR die Alternative zur Gebundenheit an das Rad von Geburt und Tod mit seinen 100 Billionen Wiederverkörperungen.[92] In der Vereins-Zeitschrift Pentagramm erschienen in den letzten Jahren vermehrt Artikel, in denen das LR auf die ursprünglich buddhistischen Quellen seiner Darstellungen verweist.[93] [94]

Gnostische Kosmogonie[Bearbeiten]

Die Literatur des LR ist durch die Aufnahme gnostischer Elemente, insbesondere der Ablehnung der Materie und des Leiblichen zugunsten des Geistigen (Dualismus) geprägt. Selbsterkenntnis könne durch Imagination eines in die Todesnatur gefallenen göttlichen Funkens im Menschen zur Erlösung durch ein jenseitiges und bislang unbekanntes göttliches Gegenstück wiederhergestellt und erlangt werden. Das LR definiert sich selbst als neu-gnostische Gruppierung, was durch die Selbstbezeichnungen als „junge gnostische Bruderschaft“ und „junge Gnosis“ zum Ausdruck kommt.

In den Lehren des LR ist der dualistische Konflikt zwischen zwei gegensätzlichen Prinzipien (wie Gut und Böse oder Geist und Fleisch) wie er in der christlichen Gedankenwelt zum Ausdruck kommt, aufgrund des katharisch / albigensischen Einflusses stärker vorhanden, als dies beispielsweise im orthodoxen Katholizismus der Fall ist. Indem eine doketische dualistische Auffassung der spätantiken Gnosis vertreten wird, sollen sich das ursprüngliche göttliche Lichtreich und das Reich der Finsternis (irdische Welt) als Gegner gegenüber stehen.[95][96] Während der Katholizismus das Vorhandensein eines höchsten Gottes postuliert, dessen Gegner, der Satan ihm letztlich untergeordnet ist, kennt die katharisch geprägte Doktrin des LR zwei nahezu ebenbürtige Gottheiten:

  1. Den Demiurg genannten Schöpfergott der als böse erachteten materiellen Welt, in der auch der menschliche Körper negativ beurteilt wird.
  2. Ein vollkommen jenseitiger, oberster Gott von dem ein göttliches Element, welches – wie in einem mythologischen Drama erklärt wird – als göttlicher Funke im Menschenherz schlummert, welches in der materiellen Welt „fremd“ sei. Dieser verborgene Funke müsse vom Menschen erkannt werden, um nicht der materiellen Welt verhaftet zu bleiben. Solche Anschauungen fanden vereinzelt zwar Aufnahme in den gnostischen Mythen anderer „Gnostische Kirchen“, etwa der „Gnostisch-Katholischen Kirche“, wurden dort jedoch nicht konsequent im Glaubenssystem verankert.[97][98]
Bezug zur Hermetik

Zu den hermetischen Schriften Rijckenborghs zählen eine von ihm kommentierte vierbändige Interpretation des Corpus Hermeticum sowie ein unvollendetes Buch zur Pistis Sophia, die jedoch nicht von historischer Bedeutung sind, da der Autor im Wesentlichen lediglich bereits bekanntes Material wohl aus konkret existentiellen, kommerziellen Gründen aufgriff.[99]

Transfiguration durch Persönlichkeitswechsel[Bearbeiten]

Das LR glaubt seinen Schülern den Weg aus dieser Welt, die als „gebrochene Realität“ angesehen wird, durch einen Transfigurationsprozess bahnen zu können, und beruft sich dazu in seiner Lehre und Kultpraxis auf uralte Mysterienreligionen und die Gnosis. Durch den zu einem Paradigmenwechsel führenden mehrstufigen Transfigurationsprozess verwandele man sich in ein unsterbliches Wesen, sofern man regelmäßig an „Erneuerungskonferenzen“ und „Tempeldiensten“ des LR teilnimmt.[100] Kernpunkt dieser Erlösungslehre ist die Ansicht, dass der Mensch solange in einem durch karmische Kräfte in Gang gehaltenen Kreislauf von Geburt und Tod gefangen bleibe, bis es zu einem der "Transfiguration" vorausgehenden Wiedererwecken eines Geistfunkenatoms im Menschen komme. Die tranfiguristische Umwandlung verschaffe Zugang in eine neue Naturordnung außerhalb der dialektischen Diesseits/Jenseits-Welt, sofern man den kollektiven Stufenweg, der zwingend der Gruppenzugehörigkeit zum LR bedürfe, einschlägt. Diese "Transfiguration" sei individuell im Alleingang nicht zu realisieren und könne nur im vom LR-Kollektiv aufgerufenen Kraftfeld realisiert werden.[101][102] Innerhalb des weiten Feldes esoterischer Lichtarbeit ist diese geforderte kollektivistische Ausrichtung und die angestrebte "Ich-Ersterbung" eher ein Alleinstellungsmerkmal. Die Mutterorganisation Rosicrucian Fellowship zielt im Gegensatz dazu letztlich auf Individualisierung und Selbstverwirklichung.[103]

Ich-Ersterbung und Selbstverleumdung[Bearbeiten]

Im Anschluss an den Manichäismus propagierte Rijckenborgh seine gnostische Transfigurationsmethode, die den Untergang der ursprünglichen Persönlichkeit und die "Ich-Ersterbung" fordert um die Umerziehung zu einem unsterblichen okkulten „Übermenschen“ vollziehen zu können, dessen neue Heimat die "Übernatur" sei. Diese Methode der Ich-Zerbrechung und Selbstverleumdung bezeichnet das LR als „Endura“, einem Begriff der dem Vokabular der Katharer des Mittelalters entlehnt wurde.[104][105][106][107] Die Überwindung des Ichbewusstseins ist das zentrale religiöse Ziel des LR.[108] Zur Einstimmung auf diesen Transfigurationsprozess ist bereits der Vorbereitende Schüler gehalten sein Leben nach einem aus 10 Geboten bestehenden asketischen Programm ausrichten, keine esoterischen Bücher die nicht vom LR stammen mehr zu lesen und möglichst hohe finanzielle Beiträge zu spenden. Entschließt sich der Kandidat nach dieser einjährigen Probezeit den Transfigurationspfad weiterhin zu beschreiten, muss er sich noch umfassenderen, verpflichtenden Bedingungen unterordnen, wie Austritt aus Parteien, Kirchen, anderen Okkultgruppen und humanitären Organisationen.[109]

Das Vakuum von Shamballa[Bearbeiten]

Schüler, die das Ziel des Stufenweges der Transfiguration zu Lebzeiten nicht erreichen konnten, bei denen der Persönlichkeitswechsel im Zuge der Ich-Ersterbung aber bereits ein embryonales Seelenprinzip zustande gebracht habe, kämen nach ihrem Tode nicht ins Jenseits, sondern in das zweite LR-Arbeitsgebiet, das „Vakuum von Shamballa“. Dort könne die begonnene Transfiguration durch eine energetische Interaktion mit der Gruppe auf Erden vollendet werden, indem sich das bereits latente Seelenstadium zu einem bewussten Zustand entwickelt. Die scheinbare Erlösung oder Errettung auf diesem Weg ist jedoch zeitlich limitiert, da alle Bewohner von Shamballa, deren Wohnort in der Wüste Gobi lokalisiert wird, erneut reinkarnieren müssten, sobald sich das LR im irdischen Daseinsfeld auflösen sollte.[110][32]

Veranstaltungen, Liturgie und Kultus[Bearbeiten]

Der Transfigurationsprozess könne von einem Mitglied nicht individuell im Heimstudium beschritten werden und sei nur durch „Gruppengleichschaltung“, namentlich durch die regelmäßige Teilnahme an kostenpflichtigen Wochenendtagungen und anderen Gruppenveranstaltungen des LR zu realisieren, weil nur durch den gemeinsamen Fokus vieler Teilnehmer das erforderliche Quantum stimulierender Lichtkräfte erreichbar wäre. Aus diesem Grund bestünde die primäre Kultpraxis schwerpunktmäßig aus Leseinszenierungen, die im formellen Rahmen Tempeldienste und Wochenendkonferenzen, zu deren regelmäßiger Teilnahme die Schüler des LR verbindlich verpflichtet sind, während die Teilnahme an den übrigen Gemeinschaftsveranstaltungen erwartet wird. Besondere Heilsbedeutung wird dabei dem regelmäßigen Besuch der Wochenendtagungen beigemessen, bei denen zweimal im Monat bis zu 600 Mitglieder aus allen Landesteilen beherbergt und verpflegt werden. Für die verschiedenen Mitgliedsstufen gibt es unterschiedliche Zusammenkünfte. Vorhofmitglieder dürfen nur limitiert an Veranstaltungen teilnehmen.

Kulthandlungen und Liturgie

Bei den paarweise vorgetragenen „Tempeldiensten“ handelt es sich um formelle Leseinszenierungen die von ihrem liturgischen Ablauf gegenwärtig noch einige Parallelen zum ursprünglich kirchennahen Brauchtum und zur Liturgie der Rosicrucian Fellowship aufweisen, wogegen sich das LR von den ursprünglich theosophisch geprägten Lehrinhalten der Fellowship wenig bewahrt hat. Stattdessen wird in den Ansprachen, durch die Aufnahme gnostischer und albigensischer Elemente in das Lehrsystem, ein weltablehnender Dualismus vertreten. Die Vorlesungen werden meist von einer Frau mit einem kultisch rituellen Teil, der aus liturgischen Formeln, Meditation und gemeinsamem Gesang besteht, eröffnet. Danach verliest ein Mann eine Ansprache.[111]

Consolamentum und Endura

Von den mittelalterlichen Katharern hat man die Begriffe „Consolamentum“ und „Endura“ übernommen. Die vollwertigen Anhänger dieser christlichen Glaubensbewegung, „Perfecti/ae“ oder „Parfaits“ genannt, wählten nach der sakramentalen Versiegelung durch das „Consolamentum“ den Hungertod (rituell­er Suizid). Den damals hierfür gebräuchlichen Kultbegriff „Endura“ verwendet man im LR abgeschwächt für „Ich-Ersterbung“. Diese erzielt man durch Indienstnahme der geringsten Übel aus der als böse erachteten Natur, sodass Existenzbedürfnisse gerade noch gestillt und elementare Lebensfunktionen aufrechterhalten werden können.

Sterbesakrament

Im Todesfall wird eine spiritistische rituelle Bestattungshandlung vollzogen, die vom Rosenhof anberaumt wird. Nach Verlesen eines festgelegten Standardtextes durch ein Mitglied des 5. Schülergrades wird der Geist des verstorbenen Schülers im Rahmen der Totenmesse namentlich dreimal beschwörend herbei zitiert, wobei der Sprecher über die Versammelten hinwegsehend mit erhobenen weit ausgestreckten Armen vor dem Rosenkreuz steht. Damit soll der Tote mit dem jenseitigen Arbeitsgebiet des LR verbunden werden, das als Vakuum von Shamballa bezeichnet und in der Wüste Gobi lokalisiert wird. Schülern wird die Feuerbestattung nahegelegt.[112][113][114]

Asketische Lebensformen

In vielen Lebensbereichen wird eine asketische Lebensführung verlangt. So wird den Mitgliedern der Gruppe geraten, nicht an demokratischen Meinungsbildungsprozessen und weltverbessernden Aktivitäten teilzunehmen und insbesondere den Humanismus abzuweisen. Der vermittelte Heilsweg untersagt dem LR-Schüler die Zugehörigkeit zu politischen Parteien und karitativen Gruppen. Die Mitgliedschaft in anderen Okkultgruppen und Kirchen ist verboten, wobei die meisten Verbote mit okkulten Zusammenhängen begründet werden:

Ernährung und Kleidung

Prinzipiell wird alles Irdische im LR „Dialektik“ genannt und abgelehnt. Während der harte Kern der Katharer, als deren Nachfolger sich das LR betrachtet, nach einer rituellen geistigen Versiegelung, dem „Consolamentum“, konsequent den Hungertod wählte, hat man im LR den damals dafür gebräuchlichen Begriff „Endura“ zwar beibehalten, verwendet ihn aber in der Literatur stattdessen für „Ich-Ersterbung“, zu deren Vollzug, zwecks Instandhaltung des physischen Körpers von allen Übeln dieser Natur nur das geringste Übel auszuwählen ist, weshalb eine vegetarische Diät nur Früchte, Gemüse, Getreideprodukte, Kräuter, Milch- und Molkereiprodukte, jedoch nur wenig Käse und Butter sowie Wasser und Lehmerde enthalten dürfe.

Fleischprodukte werden als gefährlich abgelehnt, weil sie erdbindende niedere Äther- und Triebkräfte enthielten. Fleischverzehr verursache je nach Herkunft unterschiedliche Schäden: So fördere der Verzehr von Fisch Perversität, Pferdefleisch verursache Jähzorn, Rindfleisch die Dummheit und Zankgeist, Schweinefleisch führe zu Grausamkeit, Grobheit und Frechheit, Hammelfleisch begünstige Falschheit und Geflügel fördere Idiotismus. Das Tragen von Lederkleidung, Pelzwerk und Federn hat zu unterbleiben.

Alkohol- und Nikotinkonsum verhindere den Transfigurismus und würde Süchtige nach dem Tod als erdgebundene Geister Plätze aufsuchen lassen, an denen sie sich an ätherischen Nikotin- und Alkoholdünsten parasitierend laben könnten. Alkoholika seien abzugelehnen, weil sie die Hormonproduktion von Zirbeldrüse und Hypophyse beeinflussen, was zu einer Überschattung durch jenseitige Geister führen könne. Noch gefährlicher sei Nikotin, das als „Marsnarkotikum“ von erdgebundenen Geistern abhängig machen könne. Drogen, außer Tee und Kaffee, sind tabu. Vor synthetischen Stoffen in Nahrungs- und Arzneimitteln wird gewarnt, weil diese mineralartig machen und den Ätherkörper entmenschlichen würden.

Fernsehen, Kino, Literaturauswahl und Printmedien

Fernsehen sei als beträchtliche Gefahr zu meiden, weil die Aura durch die TV-Strahlung Schaden nähme und die Programminhalte das Unterbewusstsein eines Schülers nicht im Sinne des LR manipulierten. Zudem wirke Fernsehkonsum erdbindend, fessele astral und raube Äther. Vor Röhrenbildschirmen wird gewarnt, weil deren Ausstrahlung das „Fohat-Licht“ im Kopf schädige. Neben dem Fernsehverzicht sind auch Kinobesuche und Zeitungslektüre verpönt, wohingegen ausschließlich das Lesen derjenigen esoterischen Bücher gestattet ist, die vom LR Rosicrucianum verkauft werden.

Trunk der Vergessenheit

Allen Interessenten die sich nur aus Neugier dem LR anschließen um dessen „Geheimnisse“ auszuspähen droht das LR mit der Verabreichung des „Trunk der Vergessenheit“ der den Spionierenden das vermeintliche „Geheimwissen“ mit Gewalt wieder entreißen soll.[115]

Symbolik[Bearbeiten]

Externes und internes Emblem

Die vom LR benutzten Embleme seien Ausdruck der internen und externen (öffentlichen) Arbeit. Das externe Hauptemblem wird in der Werbung verwendet und besteht aus den ineinander verschränkten geometrischen Formen Kreis, Dreieck und Viereck und wurde bereits vor der Gründung des LR benutzt:

Das externe Emblem ist identisch mit dem geometrischen Symbol im Hintergrund des „Philosophic Seal of the Society of Rosicrucians“ in Waites Buch „The real history of the Rosicrucians“ (1887)[116][117][118] und mit dem magischen Mittwochs-Pentakel zur Invokation des Uranus-Geistes aus dem mittelalterlichen Zauberbuch The Secret Grimoire of Turiel (1518), welches Rituale zur Anrufung von Geistern enthält. Mit Einführung des Mittwochs-Pentakels fielen die meisten LR-Veranstaltungen seinerzeit auf einen Mittwoch. Der Kreis symbolisiere Ewigkeit und Mikrokosmos, das Dreieck, trinitäre Logoskräfte und das Viereck das Arbeitsfundament. Das interne Emblem symbolisiere die unter den Zeichen des Wassermanns (Wellenlinien) und des Planeten Uranus stehende Arbeit des LR.[119][120][121]

Kreuz mit Rose und Hermesstab

In den Tempeln der Zentrumslokale befindet sich ein Kreuz mit angehefteter Rose an der Stirnwand. In den Konferenzorten wird daneben das Symbol des Hermesstabes verwendet.[122]

Missionierung[Bearbeiten]

Die Anwerbung neuer Mitglieder erfolgt durch Schülerteams des LR die werbewirksam durch öffentliche Plakataktionen sowie Annoncen in Zeitungen und Zeitschriften für Vortragszyklen und Einführungskurse Werbung betreiben, um auf ihr Heilsverständnis aufmerksam zu machen.

  • Einführungsvorträge: Das LR verfügt in vielen deutschen Städten über Räumlichkeiten, so genannten Zentren. Dort werden regelmäßig Einführungsvorträge zur Vermittlung der eigenen Weltsicht angeboten.
  • Informationsbriefe: Wer nach einem Vortrag mehr über die Weltanschauung, Ideologie und Ziele des LR erfahren will, kann 5 Informationsbriefe anfordern.
  • Einführungskurs: Für Interessenten wird ein zwölf Abende umfassender Einführungskurs zu festgelegten Themen angeboten, der als vorgedruckter Text verlesen wird, und im Anschluss in gedruckter Form gekauft werden kann. Nach Absolvierung der 12 Kursusabende und Fragenerörterungen wird der Besuch eines Vorhoftempeldienstes angeboten und die Entscheidung zwischen einer Mitgliedschaft, Schülerantrag oder Trennung von der Schule gefordert.[123]

Organisationsstruktur[Bearbeiten]

Die Rechtsform ist in Deutschland der eingetragene Verein. Als Vereinsorgane gibt es den Vorstand und die Mitgliederversammlung. Der Verein finanziert sich nach eigener Aussage aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Für die Teilnahme an sogenannten Wochenendkonferenzen werden ebenfalls Gebühren erhoben.[124][125] Das LR wird kategorisch zu den „(Neu-)gnostischen Kirchen“ gezählt, die sich auf gnostisches Gedankengut berufend, zu den Anschauungen der herkömmlichen Kirchen oft im Widerspruch stehen.[96]

Aufbau als Geheimgesellschaft[Bearbeiten]

Das Lectorium Rosicrucianum wird im „Lexikon des Geheimwissens“ zu den subversiven und kommerziellen Geheimgesellschaften gezählt, die kategorisch zu den „Dialektischen Gesellschaften“ gehören, die geheime Ziele verfolgen, die den Neophyten erst im Laufe der Mitgliedschaft nach und nach enthüllt werden. Diese geheimen Ziele seien teils kommerziell, teils subversiv und „nach einer Neuordnung der Welt strebend“. Bevorzugt eingesetzte Mittel dialektischer Gruppen seien Dialektik, Exegese und Schlagwörter, wobei das eigene Lehrmaterial durch Annexion anderer Lehren entstehe, deren Synthese mit dem davorgesetzten Schlagwort „wahr“ aufgewertet werde, wobei Thesen gelegentlich als „gnostische“ oder „geheime“ Lehren, als göttliche Offenbarungen, oder als „Uralte Weisheit“ ausgegeben werden.[126] Die Neu-Rosenkreuzer des LR begreifen ihre Schulungen als Einweihungs-Stufenweg, bei dem es darum gehe die Ordenslehre durch innere Entwicklungsschritte mittels Zeremonien und Ritualen bis zur Erlösung zu durchlaufen. Die primären Lehrinhalte seien zwar nicht geheim, soweit sie in den Büchern Rijckenborghs publiziert wurden, aber die Texte der Tempeldienste werden nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit verlesen. Als Grund für die hermetische Abschottung vor der Öffentlichkeit wird der angeblich negative Einfluss genannt, den interessierte Besucher auf ein vom LR behauptetes unsichtbares Kraftfeld ausüben würden, das sich nur innerhalb der Gruppeneinheit der straffen Organisationsstruktur ausbilden könne.[127]

Spirituelle und organisatorische Leitung[Bearbeiten]

Das Lectorium Rosicrucianum ist zentralistisch und hierarchisch organisiert. Eine deutlich herausgehobene Stellung nehmen die verstorbenen Großmeister ein, die bereits in ihrem letzten Leben die Unsterblichkeit erlangt hätten. Bis zu dessen Tod 1968 lag die spirituelle und organisatorische Leitung des LR bei Rijckenborgh. Nach dessen Tod wurde sein Sohn Henk Leene Großmeister. Im Juni 1968 wurde die aus dreizehn Personen bestehende „Internationale Spirituelle Leitung“ gegründet, die spätestens seit dem Tod de Petris 1990 die alleinige Leitung innehat. Darüber hinaus gibt es „Landes- und Zentrumsleitungen“.[128]

Vorhof, äußere und innere Schule[Bearbeiten]

Es gibt zwei Formen der Vereinszugehörigkeit: Den unverbindlichen „Vorhof“ und das „Schülertum“. Mit „Schülertum“ wird ein aus sieben Stufen bestehendes Training bezeichnet. Die Hierarchie des LR-Geheimbundes unterscheidet dabei ein Schülertum in der äußeren und inneren Schule.

Vorhof

Wer in die Organisation eintreten möchte, kann sich nach einer Orientierungsphase im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen für die allgemeine Mitgliedschaft (Vorhof), aus der keine weitergehenden Verpflichtungen erwachsen oder das aktive Schülertum entscheiden. Zum Vorhof gehört auch das Jugendwerk das Kinder und Jugendlichen bis zum Ende des 18. Lebensjahres in vier Altersgruppen betreut, da ein Beitritt zum LR erst ab 18 Jahren möglich ist. Es gibt den Jugend-Tagungsort „Noverosa“ in Dornspijk/ Niederlande.

Äußere Schule

Der ein- bis zweijährigen Teilnahme am „vorbereitenden Schülertum“ die der Orientierung und Ausrichtung dient, folgt die die Teilnahme am „Probe- und Bekennendem Schülertum“, um die Teilnehmer für die priesterlichen Gruppen der inneren Schule zu trainieren.

  • 1. Vorbereitendes Schülertum und Probeschülertum
  • 2. Bekennendes Schülertum
Innere Schule

Die Mitgliedschaft in der inneren Schule umfasst die „Höhere Bewusstseinsschule“ und den „Apostolischen Kreis“ bestehend aus den 4 Stufen „Ekklesia“, „Goldenes Haupt“ und zwei weiteren immateriellen namenlosen Stufen, mit denen die verstorbenen Grossmeister gemeint sind.[129]

  • 3. Höhere Bewusstseinsschule (HBS)
  • 4. Ekklesia (auch "priesterliche Schar")
  • 5. Gemeinschaft des Goldenen Hauptes
  • 6. Rat der Ältesten
  • 7. Großmeister

Die Grade 3 bis 7 bilden die sogenannte „Innere Schule“. Aus den älteren Mitgliedern der Ekklesia wurde die „Gralsgemeinschaft“ gegründet, die jedoch keinen eigenen Grad darstellt. Mit jedem neuen Grad kämen neue spirituelle Aufgaben hinzu. Tempeldienste besonderen Inhalts seien nur Schülern der Inneren Schule zugänglich.[24][130][131][125]

Kritik[Bearbeiten]

Das LR hat mehr „Aussteiger“ hervorgebracht die ihre Mitgliedschaft sehr kritisch reflektieren als andere Neu-Rosenkreuzer-Organisiationen[132] und wurde als Neue Religiöse Bewegung auch von den großen Kirchen kritisch gesehen.

Theologische und wissenschaftliche Kritik[Bearbeiten]

Die Vielschichtigkeit der Beziehung des LR zum Christentum und seinen zentralen Inhalten und den Rosenkreuzer-Urschriften verlangt eine differenzierte Kritik. Die grundlegende Differenz zum Christentum besteht in der gnostischen, doketischen Weltsicht des LR, die die Welt von Gott getrennt und für das Produkt eines kosmischen Unfalls hält, was den weltabgewandten Mitgliedern die Freude an der Welt vergällt. Demgegenüber beschreibt die Bibel, Gott habe die Welt aus freiem Entschluss erschaffen und anschließend für gut befunden. Zudem wird die Welt biblisch als Schöpfung, nicht als Emanationsprozess beschrieben. Die Leugnung der Heilsbedeutung des Kreuzestodes Jesu lässt die LR-Eigenbezeichnung eine „freikirchliche Christengemeinschaft“ zu verkörpern zudem als unberechtigt erscheinen. Als Begründung der Berechtigung zur stufenweisen Verbreitung angeblich geheimer Lehren der als Mysterienreligion aufgefassten Evangelien wird die Markinische Parabeltheorie und Paulus‘ Rede vom Unterschied zwischen Milch und fester Speise angeführt. Dieser Sichtweise wird kritisch entgegengehalten, dass im Christentum keine Heilstatsachen geheim gehalten werden, und das zentrale „Heilsgeheimnis“ des christlichen Glaubens, Jesu Tod am Kreuz und seine Auferstehung, von Anfang an öffentlich verkündigt wurde. Die von Mitgliedern wiederholt festgestellten eklatanten Missverhältnisse und Unzulänglichkeiten in der Leitungsebene werfen gerade bei diesen hohen geistlichen Führern und Vorbildern, bei denen angesichts des hohen Heilsanspruchs eine besonders fortgeschrittene Transfiguration angenommen werden kann, die Frage auf, ob die angestrebte Veredelung nicht ernsthaft umzusetzen versucht wurde, was als ein von Mitgliedern erhobener Vorwurf, auch Unehrlichkeit und Heuchelei impliziert.[133] Angesichts des esoterischem LR-Bezugs zu der in der Chymischen Hochzeit beschriebenen Figur Christian Rosencreutz wird kritisch auf die Diskrepanz zwischen dem beispielhaft demütigen Ideal des Mystikers Rosencreutz und den rosenkreuzerischen LR-Adepten verwiesen, die danach trachten immer selbstmächtiger und "übermenschlicher" zu werden.[134]

Kritik der Zentralstelle für Weltanschauungsfragen[Bearbeiten]

Die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) setzte sich in den EZW-Texten 71, 160, 175 und 221 kritisch mit dem auf hierarchischer Führung und Kontrolle ausgerichteten LR-System auseinander in dessen vereinnahmenden, abhängigkeitsfördernden Strukturen Kritik, Individualität und demokratische Entscheidungsfindungen keine Werte sind. So habe das LR wie keine andere Rosenkreuzerorganisation Menschen hervorgebracht, die sich als "Aussteiger" bezeichnen die ihre Mitgliedschaft und den schwierigen Ablösungsprozess sehr kritisch reflektieren. LR-Schüler hätten kritiklos alle LR-Lebensregeln zu übernehmen und seien verpflichtet allen Anweisungen des LR ohne Vorbehalt zu folgen und sich der Gruppeneinheit zu fügen, was weitreichende Folgen für die Lebensgestaltung der Mitglieder habe. Im straff organisierten LR unterwerfe sich der Schüler umfangreichen Kontrollsystemen auf allen Ebenen und werde zeitlich so stark eingespannt, dass freundschaftliche oder partnerschaftliche Beziehungen zu Menschen außerhalb der LR-Kerngruppe, sofern sie überhaupt zustande kämen schwer aufrechtzuerhalten seien. In dem Maß der Abschottung von der Welt und der negativen Bewertung der Welt, erschienen ein Engagement und Bemühungen um deren Verbesserung im Verlauf des Schülerweges zusehends sinnlos, was zum Abbruch von Sozialbeziehungen führe und Auswirkungen auf das Berufsleben habe, wo das Interesse für öffentliche Belange schwinde. Die gleichzeitige Einbindung in das LR setze enorme Opferbereitschaft frei, der bisherige Freunde und letztlich die gesamte äußere Welt zum Opfer fielen. Während die Schüler in Leistungsfrömmigkeit dazu angehalten werden, dass LR nach außen hin als Verkünderin einer uralten wahren Weisheitslehre zu präsentieren, würde sich intern in allen Schülerstufen herausstellen, dass keinerlei Geheimwissen gelehrt werde, während man lediglich immer mehr Verpflichtungen eingehe, und beispielsweise dreimal am Tag lange Rituale lesen müsse, wodurch immer weniger Zeit für private Aktivitäten und zum Nachdenken bliebe. Neben dieser Vereinnahmung werde ein Schüler mit Drohungen und Flüchen des LR konfrontiert, die allen Kritikern gälten. Viele Aussteiger hätten Verfolgungsängste, fühlten sich bedroht und seien von geheimen okkult-magischen Praktiken der Spirituellen Leitung, die die Vernichtung von LR-Kritikern beabsichtige, überzeugt. Die EZW vertritt die Ansicht, dass das LR auf schwarzmagischen Praktiken getrost verzichten könne, da Angstmacherei die gesamte LR-Literatur durchziehe, die bei Ausstiegswilligen voll aktiviert werde. Das Kernproblem fast aller Aussteiger beim Zurückgewinnen der Autonomie sei eine extreme soziale Isolation durch den plötzlichen Verlust adäquater Gesprächspartner. Externe Gesprächspartner, wie z.B. alte Freunde, wissen oft zu wenig vom LR und könnten sich selten in die Situation hineinversetzen, in der auch aus dem LR-Denksystem weitgehend ausgestiegen werden müsse und alte LR-Überzeugungen vielfältige negative Nachwirkungen und innere Konflikte zeitigten, was offene Gespräche erschwere.[135]

Kritik seitens der kirchlichen Sektenbeauftragten[Bearbeiten]

Das LR versteht sich als die "einzig wahre christliche Religion" und bedenkt alle Kirchen und freikirchlichen Gemeinschaften mit aggressiver Intoleranz: Christlichen Kirchen und der Theologie spricht das LR die Existenzberechtigung ab, da Kirchen, Christen und Pastoren zur „dialektischen Welt“ gehören und Teil der bösen Welt seien. Nach Auffassung des LR könnten die christlichen Kirchen dem suchenden Menschen nichts bieten, weil deren Theologie nur reine Spekulation, Täuschung und luziferischen Betrug sei. Pastoren würden angeblich mit „religiöser Naturmagie“ arbeiten, um die Gläubigen dauerhaft an den Gott der Natur zu binden. Im christlichen Gegenentwurf des LR könne von einer Orientierung an die Heilige Schrift keine Rede sein, weshalb das LR davon spreche ein "Esoterisches Christentum" zu vertreten. Dieses sei jedoch gemäß dem Beauftragten für Sekten und Weltanschungsfragen der ev. Kirche Rüdiger Hauth von einer Perversion christlicher Werte geprägt, da es im völligen Gegensatz zur biblisch begründeten christlichen Glaubenslehre stehe.[136] Austeigern zufolge schüre das LR Ängste, drille Mitglieder für Informationskurse und arbeite bei den Treffen und Veranstaltungen in Bad Münder mit einer Form von Magie, durch die die Anwesenden stets wie hypnosisiert gewesen seien.[137] Verschiedene Sektenbeauftragte führen aus, dass das LR zwar der Ansicht sei, dass nur sein esoterisches Christentum der wahren Botschaft Jesu Christi entspreche, das LR aber mit den christlichen Glaubensinhalten nicht mehr als die äußeren Vokabeln gemein habe. Der Sektenbeauftragte Ferdinand Rauch kritisiert, dass die Rosenkreuzer aus dem Drang, vollkommen sein zu wollen, eine Tendenz zum Elitären lebten. Es gehe dabei um das Handhaben von geheimem Wissen und Riten, bisweilen auch von Techniken und Verhaltensweisen. Ein Christ habe den Glauben, als unvollkommener sündiger Mensch vollkommen von Gott durch Christus in seiner historischen Einmaligkeit geliebt zu werden. Im Gegensatz zu dieser christlichen Glaubenslehre müsse der Rosenkreuzer ständig reinkarnieren (Reinkarnationslehre). Der Mensch sei nach Ansicht des LR somit nicht einmalig und kennt auch nicht das “Geliebtsein des Menschen durch Gott”. Christentum und die Weltanschauung des LR seien unvereinbar.[138][139] Die Neugnostiker des LR fallen durch ein absolutistisches Elitedenken auf, mit dem sie sich von allen anderen Neurosenkreuzergruppen scharf abschließen, indem sie von sich behaupten „die einzigen und wahren“ Nachfolger der alten Rosenkreuzer - und zwar „seit Anbeginn der Welt“ - zu sein.[140]

Kritik ehemaliger Mitglieder[Bearbeiten]

Im Jahr 2006 veröffentlichte die niederländische Aussteigerin Elly Sterk nach 25 Jahren Mitgliedschaft ein Buch über die geheimen Praktiken und okkulten Hintergründe des LR.[141] Der EZW liegt eine Reihe kritischer von persönlicher Erfahrung geprägter Berichte ehemaliger Mitglieder und Schüler des LR vor, die ihren Weg in das LR, die sich einstellende Ernüchterung, weil das in Aussicht gestellte Geheimwissen auf keiner Stufe mitgeteilt wird und lediglich die Verpflichtungen größer werden, und den anschließenden durch die Vereinnahmung durchlebten Loslösungsprozess, und die inneren Schwierigkeiten beim Ausstieg beschreiben. Die Berichte beschreiben jenseits der persönlichen Perspektive charakteristische und grundsätzlich strukturelle Gegebenheiten die für viele LR-Schüler typisch sind.[142]

Stiftungen und Firmen[Bearbeiten]

Stiftungen[Bearbeiten]

Stiftung Rosenkreuz

„Stiftung Rosenkreuz zur Förderung hermetischen und gnostischen Gedankenguts“.[143] Gründer ist die niederländische Stiftung „Stichting Rozekruis Pers“, die eng mit der Bibliotheca Philosophica Hermetica in Amsterdam zusammen arbeitet.[144]

Stiftung Internationale Spirituelle Leitung, Niederlande

Das Leitungsgremium des Lectorium Rosicrucianum, die „Internationale Spirituelle Leitung“ ist in den Niederlanden durch die „Stichting Internationale Spirituele Leiding van het Kerkgenootschap Lectorium Rosicrucianum“ (deutsch: „Stiftung Internationale Spirituelle Leitung") repräsentiert. [145]

Internationale Stiftung Schweiz

Die „Stiftung zur Förderung der internationalen Arbeit der religiösen Gemeinschaft Lectorium Rosicrucianum (INS)“ wurde am 22. November 1990 ins Handelsregister eingetragen, der Rechtssitz ist Zürich. Sie wurde nach eigenen Angaben gegründet zum Zweck der „weltweiten Bekanntmachung der Mysterien der ursprünglichen universellen Religion sowie Verbindung der Menschheit mit der unsichtbaren Kirche und der fundamentalen Religion, der sogenannten Disciplina Arcani, durch weltweite finanzielle Unterstützung der internationalen Aktivitäten der religiösen Gemeinschaft Lectorium Rosicrucianum“.[146]

Firmen[Bearbeiten]

Fernheilungszentrum De Rozenhof, Niederlande

Das Lectorium Rosicrucianum betreibt das Fernheilungszentrum „De Rozenhof“ (deutsch „Der Rosenhof“) in Santpoort, der in der Gründungsphase wegen eines Streites um die Einnahmen aus der okkulten Fernheilungsabteilung der Rosicrucian Fellowship hervorgegangen ist.[147] Das Fernheilungszentrum ist zugleich Sitz der „Internationalen Spirituellen Leitung“ des Lectorium Rosicrucianum.[148]

Druckerei und Buchhandlung „De Rozekruis Pers“, Niederlande

Die Druckerei und Buchhandlung „De Rozekruis Pers“ in Haarlem bringt die Schriften von Rijckenborgh, de Petri und anderen Autoren wie Antoine Gadal heraus.[24]

DRP Rosenkreuz Verlag GmbH

Der „DRP Rosenkreuz Verlag GmbH“ in Birnbach im Westerwald ist aus der deutschen Abteilung des niederländischen Verlags Rozekruis Pers hervorgegangen und vertreibt Kinder- und Jugendliteratur sowie die Bücher von Rijckenborgh und de Petri und anderer Autoren und bringt die Zweimonats-Zeitschrift „Pentagramm“ heraus. Seit Anfang 2007 gehört der DRP Rosenkreuz Verlag zur „Stiftung Rosenkreuz“.[149]

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Wilhelm Haack: Geheimreligion der Wissenden. Neugnostische Bewegungen. Kreuz, Stuttgart 1966; 7. Auflage. München 1989, ISBN 3-921513-24-3, S. 37-43.
  • Hans Krech, Matthias Kleiminger (Hg.): Handbuch Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen. 6. neubearb. und erw. Aufl. Gütersloher Verlagshaus 2006, ISBN 3-579-03585-1, S. 694-700, 703-708.
  • Christoph Grötzinger: Die universelle Wahrheit des Goldenen Rosenkreuzes. Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Stuttgart 1966, Information Nr. 23, PDF
  • Harald Lamprecht: Neue Rosenkreuzer. Ein Handbuch. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, ISBN 3-525-56549-6 (Auszüge online), S. 249–286, [Material und Ergänzungen]
  • Harald Lamprecht: Die Rosenkreuzer. Faszination eines Mythos. Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Berlin 2012, EZW-Texte Nr. 221.
  • Horst E. Miers: Lexikon des Geheimwissens. 3. aktualisierte Auflage. Wilhelm-Goldmann-Verlag, München 1993, ISBN 3-442-12179-5. S. 373–377.
  • Hans-Jürgen Ruppert: Der Mythos der Rosenkreuzer. Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Berlin 2001, EZW-Texte Nr. 160.
  • Hannelore Schilling: Im Zeichen von Rose und Kreuz. Historische und moderne Rosenkreuzer. Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Stuttgart 1977, Information Nr. 71, PDF

Aussteiger[Bearbeiten]

  • Elly Sterk: Uit de school geklapt. Importantia Publishing, Dordrecht 2006, ISBN 90-6659-149-8.
  • Inge Schneider: Countdown Apokalypse. Hintergründe der Sektendramen. Jupiter-Verlag, Bern 1995, ISBN 3-906571-10-6. (Schilderungen der Ablösungs-, Entfremdungs-, und Bewußtseinsspaltungserfahrungen einer EX-Schülerin.)[150]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. fowid - Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland PDF-Download
  2. John Matthews: The Sources of the Grail. Floris Books Verlag, Oktober 1996. S. 361. ISBN 978-0863152337.
  3. Massimo Introvigne: Neo-Catharism. In: Wouter J. Hanegraaff (Hrsg.): Dictionary of Gnosis & Western Esotericism. Brill, Leiden 2005, ISBN 90-04-14187-1, S. 829.
  4. Karl R. H. Frick: Die Rosenkreuzer als erdichtete und wirkliche Geheimgesellschaft.. In: Gerd-Klaus Kaltenbrunner (Hrsg.): Geheimgesellschaften und der Mythos der Weltverschwörung. Herder, Freiburg (Breisgau) u. a. 1987, ISBN 3-451-09569-6, (Herderbücherei 9569), (Initiative 69), S. 126-127.
  5. Eintrag im Vereinsregister des Amtsgerichts Hannover – VR 3260
  6. Lettner – Bedeutung, Rechtschreibung, Grammatik, Herkunft. duden.de. Abgerufen am 22. April 2012.
  7. Karl R. H. Frick: Die Rosenkreuzer als erdichtete und wirkliche Geheimgesellschaft.. In: Gerd-Klaus Kaltenbrunner (Hrsg.): Geheimgesellschaften und der Mythos der Weltverschwörung. Herder, Freiburg (Breisgau) u. a. 1987, ISBN 3-451-09569-6, (Herderbücherei 9569), (Initiative 69), S. 104-105 und S. 124f.
  8. Hans-Jürgen Ruppert: Rosenkreuzer. Heinrich Hugendubel Verlag, Kreuzlingen/München 2004, ISBN 3-7205-2533-3, S. 69-70.
  9. Hans-Jürgen Ruppert: Rosenkreuzer. Heinrich Hugendubel Verlag, Kreuzlingen/München 2004, ISBN 3-7205-2533-3, S. 49.
  10. Hans-Jürgen Ruppert: Rosenkreuzer. Heinrich Hugendubel Verlag, Kreuzlingen/München 2004, ISBN 3-7205-2533-3, S. 70-72.
  11. Lamprecht S. 40 ff., S. 249-250 und S. 299–301.
  12. Rosenkreuzer: In: GEO Themenlexikon Religionen. Glauben, Riten ,Heilige. Brockhaus/GEO, Hamburg 2007, S. 698.
  13. Helmut Zander: Anthroposophie in Deutschland. Theosophische Weltanschauung und gesellschaftliche Praxis 1884–1945. Band II. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007, ISBN 978-3-525-55452-4. S. 844.
  14. Horst E. Miers: Lexikon des Geheimwissens. Goldmann Verlag, München 1993, ISBN 3-442-12179-5, S. 376 und S. 283-284
  15. Carlo Willmann: Waldorfpädagogik: Theologische und religionspädagogische Befunde. Böhlau 2001. S. 28f.
  16. Zusammenfassende Darstellung bei Helmut Zander, Geschichte der Seelenwanderung in Europa. 1999, S. 490-494.
  17. Lamprecht S. S. 271 - S. 273
  18. Christoph Grötzinger: Die universelle Wahrheit des Goldenen Rosenkreuzes (PDF; 118 kB) ekd.de. S. 8–9, 15. 1966. Abgerufen am 22. April 2012.
  19. Michael Bergunder:Religiöser Pluralismus und das Christentum (Kirche - Konfession - Religion). Vandenhoeck & Ruprecht Verlag. 2001. S. 58-87. ISBN 978-3-525-56547-6
  20. Lamprecht, S. 271-272f.
  21. Horst E. Miers: Lexikon des Geheimwissens (= Esoterik. Bd. 12179). Original-Ausgabe; sowie 3. aktualisierte Auflage, beide Goldmann, München 1993, ISBN 3-442-12179-5, S. 83, S. 608-609.
  22. Dagmar Fischer: Der Rätselcharakter der Dichtung Kafkas. Peter Lang Pub Inc 1985. S.264
  23. Lamprecht, S. 273, 281-283.
  24. a b c d e Website der Evangelischen Informationsstelle der evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich, Zuletzt bearbeitet im Jahr 2000 von Anna-K. Höpflinger, ©: ah 2000
  25. a b c d Harald Lamprecht: Material und Ergänzungen zu dem Buch „Neue Rosenkreuzer“
  26. Rudolf Passian: Licht und Schatten der Esoterik. Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. München 1991, S. 431.
  27. Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen: EZW-Information Nr. 23, Stuttgart IX/1966. S. 7-8 und S. 10-11, PDF-Download
  28. Horst E. Miers: Lexikon des Geheimwissens (= Esoterik. Bd. 12179). Original-Ausgabe; sowie 3. aktualisierte Auflage, beide Goldmann, München 1993, ISBN 3-442-12179-5, S. 71 und S. 563.
  29. Friedrich-Wilhelm Haack: Rendezvous mit dem Jenseits. Der moderne Spiritismus/Spiritualismus und die Neuoffenbarungen. Bericht und Analyse. Lutherisches Verlagshaus Hamburg. 1973. S.31, S.40, S.93, Seiten 110-111. ISBN 3-7859-0404-5
  30. Friedrich-Wilhelm Haack: Geheimreligion der Wissenden. Neugnostische Bewegungen Arbeitsgemeinschaft für Religions- und Weltanschauungsfragen, 7. Auflage, München 1989, S. 37-43. ISBN 3-921513-24-3
  31. Horst E. Miers: Lexikon des Geheimwissens. Goldmann Verlag, München 1993, S. 596.
  32. a b Rudolf Passian: Licht und Schatten der Esoterik. Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., München 1991, S. 422-423.
  33. a b Karl R. H. Frick: Die Rosenkreuzer als erdichtete und wirkliche Geheimgesellschaft.. In: Gerd-Klaus Kaltenbrunner (Hrsg.): Geheimgesellschaften und der Mythos der Weltverschwörung. Herder, Freiburg (Breisgau) u. a. 1987, ISBN 3-451-09569-6, (Herderbücherei 9569), (Initiative 69), S. 126-127.
  34. Kompaktlexikon Religionen/ Rüdiger Hauth (Hrsg.). Brockhaus Verlag Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6. Seite 255.
  35. Karl R. H. Frick: Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts. Band III Marix Verlag GmbH Wiesbaden 2005. ISBN 3-86539-044-7. Seite 525f.
  36. Helmut Zander: Anthroposophie in Deutschland. Theosophische Weltanschauung und gesellschaftliche Praxis 1884–1945. Band II. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007, ISBN 978-3-525-55452-4. S. 844.
  37. Horst E. Miers: Lexikon des Geheimwissens. Goldmann Verlag, München 1993, ISBN 3-442-12179-5, S. 628.
  38. Harald Lamprecht: Neue Rosenkreuzer. Ein Handbuch. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, ISBN 3-525-56549-6, S. 250-256ff.
  39. Horst E. Miers: Lexikon des Geheimwissens. Goldmann Verlag, München 1993, ISBN 3-442-12179-5. S. 282-283, 373-376, S. 530 und S.534-535.
  40. Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen: EZW-Information Nr. 71. Stuttgart XI/1977, S. 1. PDF-Download
  41. Ger Westenberg: Chronology about Max Heindel and The Rosicrucian Fellowship
  42. Tobias Churton: The Invisible History of the Rosicrucians: The World's Most Mysterious Secret Society. Inner Traditions Verlag, Rochester, Vermont 2009. S. 511. ISBN 978-1-59477-255-9.
  43. Peisl/Mohler: Kursbuch der Weltanschauungen. Ullstein Verlag GmbH (März 1983). S.276-277 ISBN 3-550-07943-5.
  44. Horst E. Miers: Lexikon des Geheimwissens. Goldmann Verlag, München 1993, S.373
  45. Marcel Messing: Der Buddhismus im Westen. Von der Antike bis heute. Kösel-Verlag GmbH&Co 1997. S.197.
  46. a b Lamprecht, S. 258-259, 284.
  47. a b c Lectorium Rosicrucianum. relinfo.ch. Abgerufen am 22. April 2012.
  48. Religionen in Deutschland: Mitgliederzahlen. remid.de. Abgerufen am 22. April 2012.
  49. Hans-Jürgen Ruppert: Rosenkreuzer. Heinrich Hugendubel Verlag, Kreuzlingen/München 2004, ISBN 3-7205-2533-3, S. 69-70.
  50. a b Harald Lamprecht: Die Rosenkreuzer. Faszination eines Mythos. Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Berlin 2012, EZW-Texte Nr. 221. S.58.
  51. Hugo Stamm: Im Bann der Apokalypse. Endzeitvorstellungen in Kirchen, Sekten und Kulten. Pendo, Zürich 1998. S. 113.
  52. Horst E. Miers: Lexikon des Geheimwissens. Goldmann Verlag, München 1993, S.508-509.
  53. Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen: EZW-Information Nr. 71. Stuttgart XI/1977, S. 29-32, 23. PDF-Download
  54. K. Hammer-Kaatee: Satans Lied / druk 1: de jacht van de CIA op Jezus. Elmar Uitgeverij. 2006. Seite 148. ISBN 978-9085530190.
  55. Ornolac-Ussat-les-Bains in der französischsprachigen Wikipedia
  56. a b Nicholas Goodrick-Clarke: Black Sun - Aryan Cults, Esoteric Nazism and the Politics of Identity. New York University Press 2002, ISBN 0-8147-3124-4, S. 134-135.
  57. Lamprecht, S. 256f.
  58. Joscelyn Godwin: Arktos. Der polare Mythos zwischen NS-Okkultismus und moderner Esoterik. Ares-Verlag, Graz 2007, ISBN 3-902475-40-4, S. 110-111
  59. Malcolm Barber: Die Katharer. Ketzer des Mittelalters. Patmos Verlag, Düsseldorf 2008, ISBN 978-3-491-96220-0, S. 287–289.
  60. Emma Jung, Marie-Louise von Franz: The grail legend. Princeton University Press, Chichester, West Sussex 1998, ISBN 0-691-00237-1, S. 148.
  61. Hans-Jürgen Lange (Hrsg.): Der Gralssucher (1. Buch der Neuausgabe von: Otto Rahn. Leben und Werk) Engerda 1995, ISBN 3-927940-22-4, S. 73.
  62. Peter Levenda: Unholy Alliance: A History of Nazi Involvement with the Occult. Continuum Verlag 2002, ISBN 978-0826414090. Seiten 209-210
  63. Monika Hauf: Der Mythos der Rosenkreuzer. Patmos Verlag, 2007, S. 156.
  64. Michael Hesemann: Hitlers Religion. Pattloch Verlag, München 2004, S. 345–348.
  65. Nicholas Goodrick-Clarke: Im Schatten der Schwarzen Sonne. Marix Verlag Wiesbaden 2002, ISBN 978-3-86539-185-8, S. 254
  66. Horst E. Miers: Lexikon des Geheimwissens. Goldmann Verlag, München 1993, ISBN 3-442-12179-5. S. 166, 230.
  67. Eduard Gugenberger und Roman Schweidlenka: Die Fäden der Nornen. Zur Macht der Mythen in politischen Bewegungen. Döcker (1993), ISBN 978-3851151619. S. 175
  68. Hans-Jürgen Lange: Otto Rahn und die Suche nach dem Gral . Verlag Zeitenwende, Engerda 1999, ISBN 978-3927940451. S. 222
  69. Joscelyn Godwin: Arktos. Der polare Mythos zwischen NS-Okkultismus und moderner Esoterik. Ares-Verlag, Graz 2007, ISBN 3-902475-40-4, S. 110
  70. Horst E. Miers: Lexikon des Geheimwissens. Goldmann Verlag, München 1993, S.254-255, S.508-509 und S.582.
  71. Harald Lamprecht, Neue Rosenkreuzer, Göttingen 2004, S. 260, 286-289ff.
  72. Rudolf Passian: Licht und Schatten der Esoterik. Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. München 1991, S. 422.
  73. Horst E. Miers: Lexikon des Geheimwissens. Goldmann Verlag, München 1993, S.526.
  74. Roland Edighoffer: Die Rosenkreuzer. München 1995, S. 125.
  75. Lamprecht, S. 280, 299-300ff, S. 264, 275 ff.
  76. Friedrich-Wilhelm Haack: Rendezvous mit dem Jenseits. Der moderne Spiritismus/Spiritualismus und die Neuoffenbarungen. Bericht und Analyse. Lutherisches Verlagshaus Hamburg. 1973. S.31, S.93, Seiten 110-111. ISBN 3-7859-0404-5
  77. Peter Berghoff (Hrsg.), Claus-Ekkehard Bärsch (Hrsg.), Reinhard Sonnenschmidt (Hrsg.): Wer Religion verkennt, erkennt Politik nicht: Perspektiven der Religionspolitologie. Königshausen & Neumann Verlag 2004. S. 99-100.
  78. Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen: EZW-Information Nr. 71. Stuttgart XI/1977, S. 41. (PDF)
  79. Friedrich-Wilhelm Haack: Geheimreligion der Wissenden. Neugnostische Bewegungen Arbeitsgemeinschaft für Religions- und Weltanschauungsfragen, 7. Auflage, München 1989, Seiten 37-39. ISBN 3-921513-24-3
  80. Hugo Stamm: Im Bann der Apokalypse. Endzeitvorstellungen in Kirchen, Sekten und Kulten. Pendo, Zürich 1998. ISBN 978-3-579-06674-5. S.113
  81. Harald Lamprecht: 'Neue Rosenkreuzer. S. 265.; Lamprecht: 'Die Rosenkreuzer. Faszination eines Mythos.' Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Berlin 2012, EZW-Texte Nr. 221. S. 11.
  82. Fincke/Pöhlmann: Kompass Sekten und religiöse Weltanschauungen. Ein Lexikon. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2004, S. 172-174.
  83. Harald Lamprecht: Neue Rosenkreuzer. Ein Handbuch. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004. S. 265 und S. 307.
  84. Harald Lamprecht, Neue Rosenkreuzer, Göttingen 2004, S. 275–276 ff.
  85. Hans Jürgen Ruppert: Rosenkreuzer. In: Evangelisches Kirchenlexikon. Bd. 3. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1992, Sp. 1721.
  86. Friedrich-Wilhelm Haack: Geheimreligion der Wissenden. Neugnostische Bewegungen Arbeitsgemeinschaft für Religions- und Weltanschauungsfragen, 7. Auflage, München 1989, S. 42 und S. 43.
  87. Harald Lamprecht, Neue Rosenkreuzer, Göttingen 2004, S. 312-313.
  88. Roland Edighoffer: Die Rosenkreuzer. München 1995. S. 79-80.
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  144. Website der Bibliotheca Philosophica Hermetica
  145. Webeintrag der Firma „Stichting Internationale Spirituele Leiding van het Kerkgenootschap Lectorium Rosicrucianum“, Anna van Saksenlaan 3, 2082BE SANTPOORT-ZUID, Niederlande. Kvk 41227484 0000
  146. Firmendaten aus dem Handelsregister des Kanton Zürich
  147. Firmeneintrag des Fernheilungszentrum „De Rozenhof“, Anna van Saksenlaan 3-5, 2082BE SANTPOORT-ZUID/Niederlande in der niederländischen Betriebsdatenbank „www.fbg.nl“ in der Kategorie Kirchengenossenschaften.
  148. Horst E. Miers: Lexikon des Geheimwissens. Goldmann Verlag, München 1993, ISBN 3-442-12179-5, S. 216, 242, 530.
  149. Website der DRP Rosenkreuz Verlag GmbH [www.drp-rosenkreuz-verlag.de] Website des DR-Webshops: [www.drpshop.de]
  150. Hugo Stamm: Im Bann der Apokalypse. Endzeitvorstellungen in Kirchen, Sekten und Kulten. Pendo, Zürich 1998. ISBN 978-3-579-06674-5. S.110-113