Lederfaserstoff

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Lederfaserstoff, abgekürzt auch Lefa genannt, ist ein Werkstoff, der aus Chromfalzspänen und zerkleinerten, pflanzlich gegerbten Lederresten der lederverarbeitenden Industrie (Sohlenherstellung, Reitsport- und Orthopädielederherstellung), Naturlatex (Bindemittel), natürlichen Fetten und Gerbstoffen hergestellt wird.

Lefa wird bei der Schuhherstellung hauptsächlich für Hinterkappen, Absätze, Lauf- und Brandsohlen, sowie für sogenanntes Rahmenmaterial eingesetzt, aber auch in der Lederwaren- und Möbelindustrie und in der Buchbinderei. Dort wird es als Bucheinband verwendet, welcher fast alle Eigenschaften von Leder hat: Aussehen, Geruch und Anfassgefühl, jedoch sehr viel preiswerter als echtes Leder ist. In Warenbeschreibungen wird Lederfaserstoff häufig als Bonded Leather oder Recycled Leather bezeichnet. Die Verwendung des Begriffes Lederfaserstoff bzw. Bonded Leather wird durch die Norm EN 15987 „Leder – Terminologie – Hauptdefinitionen für den Lederhandel“ geregelt. Produkte mit weniger als 50 % Lederanteil dürfen nicht als Lederfaserstoff bezeichnet werden.

Weltmarktführer in der Herstellung von Lederfaserstoffen ist die Firma Salamander Industrie-Produkte in Türkheim. Zu deren Produktnamen für Bucheinbandmaterial zählt Cabra. Ein weiterer in Deutschland ansässiger Hersteller ist die Lederett Lederfaserwerkstoff in Siebenlehn.

Im Bereich der Möbelprodukte findet sich auch häufig die Marke ReCast® aus den USA - oft als Recast-Leder, Bicast- oder Bycast-Leder oder Faux Leder bezeichnet. Ein Teil dieser Produkte enthalten jedoch weniger als 50 % Lederanteil.

Weblinks[Bearbeiten]