Ledertapete

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Goldleder, hergestellt um 1765 in Brüssel von Cornelis 't Kindt; in der Abtei Malonne bei Namur

Der Ursprung der Ledertapete geht vermutlich auf die Mauren zurück, was die Namen Peaux d’Espagne, Korduanleder oder Guadamiciles zeigen. Guadamiciles verweist auf die alte Stadt Ghadames (Rhadames) in Libyen; der Name Korduan verweist auf Cordoba in Andalusien, ehedem Hauptstadt des omayyadischen Kalifates Al-Andalus im Mittelalter, wo das aus Nordafrika mitgebrachte Handwerk des Ledergerbens in großem Umfang ausgeübt und mit den Produkten Handel getrieben wurde.

Die Mauren brachten die bemalten, teilweise vergoldeten Tapeten aus dünnem Leder von Kälbern, Schafen und Ziegen nach Spanien. Nachdem Blattsilber oder Firnis auf die Tapeten aufgebracht wurde, bemalte man sie.

Während der Zeit des Barocks waren Ledertapeten die bevorzugte Wandbespannung. Von Spanien aus verbreitete sich die Ledertapete über Frankreich und Italien nach Deutschland. Wände von Palästen und Häusern reicher Kaufleute wurden mit ihnen ausgestattet, so z. B. das Jagd- und Barockschloss Moritzburg in Sachsen. Im 18. Jahrhundert, der Zeit des Klassizismus, wurde die Ledertapete allmählich durch bedruckte oder bemalte Papiertapeten abgelöst.

Literatur[Bearbeiten]

  • Antonia Kosseva-Göldi: Ledertapeten im Berner Umfeld: Bestandsaufnahme aus konservatorischer Sicht. Diplomarbeit, HKB Bern 2007.

Weblinks[Bearbeiten]